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14.11.2019 |  Peter Füssl

Gunnar Halle: Halle’s Planet

„Black Matter” heißt der mit treibenden Beats und wummerndem Bass gleich mächtig abgehende Opener auf dem neuen Album des im gesamten skandinavischen Raum höchst gefragten und in unterschiedlichsten Bands und Projekten aktiven norwegischen Trompeters Gunnar Halle. Wie beim 2015 erschienenen Vorgänger „Istanbul Sky“ setzt der Osloer wieder auf Gitarrist Stephan Sieben, Bassist Putte Johander und Drummer Knut Finsrud. Neu dazugekommen ist der zweite Drummer Wetle Holte, der auch als Koproduzent neben dem Bandleader firmiert.

Mitunter auch ziemlich vertrackte („Early Morning At Kepler“) Jazz-Rock-Rhythmen sind die Basis der neun neuen Halle-Kompositionen, über die er seinen glasklaren, heißkalten Trompetenton legt, der an den elektrifizierten Miles und natürlich auch an seinen Landsmann Nils Petter Molvaer erinnert. Manchmal entführt Halle auch mit einfühlsamen, lyrischen Stücken in kosmische Sphären („Støl“) oder überrascht mit rhythmisch gefinkelten Balladen („Blue And Green“). Mit „The Bright Side of The Moon“ und „Rommet er ikke rundt“ nimmt das Album im Zentrum wieder an Fahrt auf, effektvolle Synthie-Sounds verweisen auf Gunnar Halles Verwurzelung in der progressiven elektronischen Musik. Aufnahmetechnisch setzt der Norweger aber nicht auf Digitales, sondern hat alle Stücke live im Studio eingespielt und analog auf Band aufgenommen, was dem warmen, dynamischen Sound gut anzumerken ist und die abwechslungsreiche Reise zu „Halle’s Planet“ umso vergnüglicher macht. Ob der Albumtitel ein Wortspiel mit „Halley’s Comet“ ist, war nicht herauszufinden, jedenfalls müssen wir auf die kosmische Manifestation der musikalischen Vorstellungen des erstklassigen Trompeters im Gegensatz zum berühmten Kometen glücklicherweise nicht bis 2061 warten.

(Ozella Music)   

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