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07.09.2010 |  Peter Füssl

Dino Saluzzi: El Encuentro

Der argentinische Bandoneon-Virtuose Dino Saluzzi hat mit einer Reihe großartiger ECM-Einspielungen längst klar gemacht, dass er zwar tief in der musikalischen Tradition seiner Heimat verwurzelt, aber keineswegs gewillt ist, sich in irgendeiner Weise musikalische Fesseln anlegen zu lassen.

Im Frühjahr 2009 wurde dieses viersätzige Orchesterwerk in Amsterdam mit dem extrem vielseitigen Metropole Orchestra (man erinnere sich an die erst vor kurzem veröffentlichten CD-Projekte mit John Scofield und Vince Mendoza) live eingespielt und nun anlässlich des 75. Geburtstags von Saluzzi veröffentlicht. Über weite Strecken erweist sich Saluzzi als wundervoller Geschichtenerzähler, dessen weit ausladende Kompositionen in den Köpfen der Zuhörer Bilder zu imaginären Filmen entstehen lassen. Das Spektrum reicht von feingesponnenen, von großer Zartheit erfüllten lyrischen Tonbildern zu expressiven, äußerst dramatischen Streichereruptionen. Dabei versteht es Saluzzi geschickt, jegliche Klischeehaftigkeit und alles Plakative zu vermeiden und jene wunderbare Melancholie, die über allem liegt, niemals in bloße Sentimentalität abgleiten zu lassen. Seine langjährige Duo-Partnerin, die Cellistin Anja Lechner, und sein Saxophon spielender Bruder Felix erweisen sich, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen, als einfühlsame Dialogpartner. Die eigentlichen Stars des weit mehr „klassischen“ denn argentinischen Abends sind für mich aber die 24 Streicherinnen und Streicher des Metropole Orchestras, deren Spiel von einer perfekten Klangkultur und einem großartigen Einfühlungsvermögen geprägt ist.   
(ECM/Vertrieb: Lotus)
 

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