Benutzerspezifische Werkzeuge

Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

31.08.2017 |  Peter Füssl

Blechbaragge: Wir blasen Euch den Marsch!

Vor rund zehn Jahren spielten der Saxophonist und Klarinettist Andreas Broger, Drummer und Perkussionist Alfred Vogel und Johannes Bär auf Tuba und Susaphon ein Konzert im Parktheater in Egg, das Akteuren und Zuhörern enormen Spaß machte und dennoch nicht verhindern konnte, dass die drei kreativen Köpfe künftig ihren eigenen Projekten nachgingen. Vielleicht weil die beiden Bläser nach dem endgültigen Aus für den holstuonarmusigbigbandclub wieder ein bisschen mehr Zeit haben oder weil die Zeit einfach reif dafür ist und die in diversen Bands gewonnenen Erfahrungen auch in dieser Formation ausprobiert werden wollen, wurde das Projekt Blechbaragge vor einem knappen Jahr wieder reaktiviert und der musikalische Output – vorsichtshalber, man weiß ja nie, ob nicht wieder eine elendslange Pause folgt – von Little Konzett in der Tonschmiede Bezau aufgenommen.

Fünf Kompositionen stammen aus Andreas Brogers Feder, darunter der hymnisch-mitreißende und mit expressiven Saxophonausbrüchen garnierte Opener „Mother Earth“, das heftig vorwärtstreibende „Open Piece“, das verspielte, fast schon klassisch anmutende „Menuett in d-Moll“ oder das Soulpop-Appeal verströmende Finale „Make Me Great“. Johannes Bär, den man unter anderem von David Helbocks Random/Control als phantastischen Multiinstrumentalisten kennt und der alles blasen kann, was ihm auf die Lippen kommt, übernimmt auf Tuba und Susaphon in dieser außergewöhnlichen Konstellation vorwiegend die Rolle des Basses – allerdings auf eine soundmäßig dermaßen kreative und technisch brillante Weise, dass viele Bassisten vor Neid erblassen könnten. Mit „Gofa“ hat er ein – verhältnismäßig – ruhiges, aber dennoch vor musikalischen Einfällen strotzendes Stück beigesteuert. „Wumm Papah“ ist der sprechende Titel einer mitreißenden Komposition des umtriebigen Alfred Vogel, „Grund Gewaex“ heißt die andere, die lautmalerisch startet und ekstatisch endet. Dieses Bregenzerwälder Allstar-Trio hat hörbaren Spaß am wiederbelebten Projekt, bei dem New Orleans und Schönenbach gleichermaßen grüßen lassen. Unkonventionell ist auch die Veröffentlichungspolitik: Während die erwähnten Kompositionen auf CD erhältlich sind, wird auf die limitierte Vinyl-Edition ausschließlich frei Improvisiertes gepresst. „Wir blasen Euch den Marsch!“ – Ja, bitte! (Boomslang Records) 

Konzerttipp: Blechbaragge präsentieren die erste CD
am 23.9 
im Bahnhof Andelsbuch
www.bahnhof.cc

Artikelaktionen
Newsletter
Erhalten Sie die neuesten Kritiken per E-Mail
(Required)
Bilder
  • Blechbaragge Cover.jpg