Camerata Musica Reno verband Tanz und amerikanische Musik
Ein luftig feines Sommerprogramm präsentierte die Camerata Musica Reno rund um den Initiator und Dirigenten Tobias Grabher im Theater Kosmos.
Im Mittelpunkt stand die Ballettkomposition „Appalachian Spring“ von Aaron Copland, die Silvia Salzmann mit einer fantasievollen Choreografie tänzerisch ausdrucksstark interpretierte. Den Rahmen bildeten zwei berühmte Werke: „The Unanswered Question“ von Charles Ives sowie George Gershwins „Lullaby“. Mit bewundernswert schön ausbalanciertem Gesamtklang und gemeinsamem Atem musizierte die Camerata Musica Reno und begeisterte auf allen Linien.
Tobias Grabher stellt für seine Camerata Musica Reno stets gut durchdachte und passende Programme zusammen und sucht die genreübergreifende Zusammenarbeit mit anderen Künstler:innen. Coplands „Appalachian Spring“ ist eine episodenhaft angelegte Ballettkomposition, die die Geschichte eines junges Farmerpaares erzählt, das einen eigenen Hausstand gründet. Darin werden freudvolle Gefühle, Unsicherheit über das Kommende sowie Mahnungen von Außenstehenden musikalisch ausformuliert. Silvia Salzmann schuf für die sprechende Musik, gespickt mit zahlreichen amerikanischen Folkthemen, eine gut nachvollziehbare Choreografie, die sie tänzerisch wunderbar kongruent mit der Orchestermusik interpretierte. Die farbwechselnden Leuchtröhren in blau, gelb, grün und rot unterstrichen dabei die Emotionen der musikalischen Gestalten wirkungsvoll und bezogen die Raumperspektive mit ein.
Die Musiker:innen der Camerata Musica Reno formten die Abschnitte charakteristisch und mit markanten Phrasierungsbögen aus. So kamen die unterschiedlichen Gefühlswelten hervorragend zur Geltung, besonders die Wechsel zwischen den lyrischen und rhythmischen Episoden brachten Leben und Abwechslung in die anschaulich dargestellten Motive.
Charles Ives berühmtes Werk „The Unanswered Question“ regt immer wieder zum Nachdenken an. Mit großer Aussage und klanglich hervorragend austariert stellten der Trompeter Simon Ölz, die Holzbläser:innen (Laura Moosbrugger, Verena Köck, Flöte; Miriam Kuss, Oboe; Alexander Svetnitsky-Ehrenreich, Klarinette) und das Streichorchester das Frage- und Antwortspiel in den Raum. Bei Tobias Grabher, der klar und in sich ruhend die Musiker:innen dirigierte, liefen die Fäden zusammen.
Ebenso fein und mit eleganter Ausstrahlung spielte das Streichorchester George Gershwins „Lullaby“, ein Hit, der um die Welt ging. Die typischen Synkopen des langsamen Ragtimes „sangen“ die Streicher:innen dynamisch aus. Zusätzlich begeisterten die Konzertmeisterin Xenia Rubin und Hannah Eberle mit ihren sensiblen Soli.