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06.11.2019 |  Manuela Schwaerzler

POTENTIALe Messe & Festival in Feldkirch - „Wir unterstützen einen radikalen Wandel“

Am kommenden Freitag, den 8. November werden in Feldkirch wieder viele Pforten geöffnet: POTENTIALe Messe & Festival laden ins Reichenfeld, aber auch in diverse Räumlichkeiten der Neustadt.

Die Verdichtung auf ein Wochenende, an dem die Themen Design und Fotografie im Mittelpunkt stehen, hat sich bewährt. Auch dieses Jahr findet die POTENTIALe Messe & Festival am zweiten November-Wochenende in Feldkirch statt, nämlich vom 8. bis zum 10. Und wieder werden – es wäre sonst nicht die POTENTIALe – verschiedene Locations und Leerstände bespielt, wobei am Hauptstandort im Reichenfeld (Altes Hallenbad, Pförtnerhaus, Konservatorium) wie gewohnt Fotoausstellung, Werkschau, Werkstatt und Vintage sowie Workshops, Vorträge und natürlich die Messe- & Festivalzentrale untergebracht sind.

Stichwort „Nachhaltigkeit“

Wer in der Bewerbung der POTENTIALe nach dem Schlagwort Nachhaltigkeit sucht, wird nur schwer fündig, denn es wird nicht als Aufmerksamkeit heischendes Motto, sondern als stiller, richtungsweisender roter Faden deutlich. Darauf angesprochen, erklären die Direktoren Maya Kleber (Künstlerische Leitung) und Ingo Türtscher (Projektleitung): „POTENTIALe Büro sowie Messe & Festival unterstützen einen radikalen Wandel. Wer sich ernsthaft mit Nachhaltigkeit beschäftigt, merkt, dass sich das gesamte Denken verändert. Wir können also weder für ein paar Tage im Jahr den fairen Handel und schonenden Umgang mit Rohstoffen hochleben lassen und den bewussten Konsum feiern, noch können wir nur einen Baustein innerhalb unseres Programms herauspicken und diesen vermeintlichen Gesellschaftsströmungen anpassen. Jeder aus unserem Team befindet sich auf dem Weg. Wir als Team sind auf dem Weg. Da geht es um eine innere Haltung.“

Neues in der Neustadt

Das POTENTIALe-Büro ist bereits im Sommer in die Neustadt gezogen, in die Nr. 14, und hat seine Tätigkeit rund um Konzepte für die Zwischennutzung von Leerständen dort fortgesetzt. „Nachdem wir nun seit geraumer Zeit ganzjährig aktiv sind, war klar, dass es auch einen Ort dafür braucht“, erzählen Kleber/Türtscher. Mit dem Umzug habe sich die Wahrnehmung verbessert, und zwar in beide Richtungen, zudem sei der Austausch eindeutig niederschwelliger und authentischer geworden. Infrastrukturelle Herausforderungen, die sich durch den ständig wechselnden Betrieb ergeben, gelten als zweitranging, im Mittelpunkt bleibt die Frage, wie wohl sich der Mensch in der Stadt fühlt, so Kleber/Türtscher. „Ungefähr alle 20 Jahre verschiebt sich der Nutzerfokus in einem Teil der Feldkircher Innenstadt. 1973 die Schmiedgasse, 1993 die Marktgasse, jetzt die Neustadt: Begegnungszone. Als so junges Büro zur Aktivierung des Stadtraums Teil einer dieser Schritte zu sein, ist eine wundervolle Gestaltungsmöglichkeit und ein willkommenes Lernfeld. Unser Beitrag ist kurzum: Wir sind da. Und nutzen den Spielraum, den wir uns selbst geschaffen haben. Außerdem laden wir andere zur Nutzung ein. In der Neustadt 14 im Sinne eines Ausstellungsraumes, gemeinsam mit der Uni Liechtenstein und unserem Projekt Stadt/Studio, sowie Co-Working-Möglichkeiten. Und in der Neustadt 25 mit Pionieren aus der Kreativwirtschaft.“
Im August konnten David Hopp und Johanna Bernkopf in dem leerstehenden Geschäftslokal mit der Hausnr. 25 vorübergehend ihre nachhaltige Mode als „Fabulu – Ethical Fashion“ präsentieren (erneut im Dezember). Danach folgte der Pop-up-Store für die ersten Bio-Schnittblumen aus Vorarlberg von „Blumen Kopf“, im November kocht Querfeld mit Wald und Wiese – sprich Brennnessel, Giersch und Co.
Während der Messe dienen die Räumlichkeiten in der Alten Dogana (Neustadt 37) als „Design Labor“. Das neue Format ermöglicht JungdesignerInnen aus der ganzen Welt, ihre kreativen Ideen und Arbeiten zu zeigen und zu verkaufen – Designobjekte, Kleinserien und nachhaltige Projektideen von Lehmmöbeln bis zu alternativen Verpackungslösungen.

Neuer Schwerpunkt: Architektur

In der Werkschau im Pförtnerhaus wird ein neuer Schwerpunkt auf Architektur gesetzt. Dazu laden Tischgespräche mit führenden Architektinnen zum Austausch über Sanierung, Erweiterung, Nachverdichtung und Interior Design ein. „Begegnungsort für gute Gespräche zu sein ist die Basis von POTENTIALe Messe & Festival“, halten Kleber/Türtscher fest. „Die Einladung der Architektinnen zu den Tischgesprächen ist eine niederschwellige Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen. Um eigene Fragen zu stellen und, wenn überhaupt, gemeinsam Antworten zu finden. Der Tisch für die Gespräche ist fünf Meter lang und bietet Platz und Raum für ein Kennenlernen der Szene, deren Herausforderungen und wie sie wiederum denen unserer Gesellschaft begegnen.“

Fotografie

Im Alten Hallenbad präsentieren fünf FotografInnen ihre Arbeiten, die auf der Suche nach ungewohntem Lebensraum entstanden sind. Der Fotograf und Kurator der Gruppenausstellung mit dem Titel „field work“, David Beger, traf eine Auswahl von Werken, die jeweils einen sehr persönlichen Zugang zu Menschen in verschiedensten Lebenswelten wiedergeben.
Eine neue Art von Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erweckt das Kraftwerk Mühletorplatz: Es wird zum Ausstellungsort der „SUBJEKTe“. Gezeigt werden dort Fotografien, die Persönlichkeiten und ihre Objekte der Begierde ins Licht rücken. Ergänzend dazu spricht die Sozialwissenschaftlerin Dr. Monika Kritzmöller über „Kultur-Objekte – Objekt-Kulturen. Warum das Herz für Dinge schlägt“.

Auftakt, Vernissagen-Hopping, DIY-Workshops, Filme, Konzerte ...

Der Auftakt für Messe & Festival findet am 8. November um 17 Uhr im Pool des Alten Hallenbads statt, doch ganze vier Ausstellungen eröffnen am selben Tage wie die POTENTIALe – mit schön versetzten Beginnzeiten, sodass sich ein Vernissagen-Hopping durch Feldkirch anbietet.
Und auch ein Besuch des TaSKino gehört diesmal zum Besuch der POTENTIALe: Dort werden am 9. und 10. November erstmals Kurzfilme vom Craft Film Festival „Real to Reel“ (London) gezeigt.
Ein Überblick über das umfangreiche Messe- & Festivalprogramm ist den Magazinen (in Druckversion oder digital auf der Homepage www.potentiale.at) zu entnehmen.

Im Rahmen des neuen POTENTIALe-Formats „Design Labor“ präsentiert Youyang Song ihr „Biomaterial“ in der Feldkircher Neustadt (Foto: Song Youyang)

Im Rahmen des neuen POTENTIALe-Formats „Design Labor“ präsentiert Youyang Song ihr „Biomaterial“ in der Feldkircher Neustadt (Foto: Song Youyang)

Ebenfalls im „Design Labor“: Francesca Daloiso (Foto: Cristan Salmistraro)

Ebenfalls im „Design Labor“: Francesca Daloiso (Foto: Cristan Salmistraro)

In der Werkschau: Neu/Zeug (Foto: kollektiv fischka_kramar, christoph)

In der Werkschau: Neu/Zeug (Foto: kollektiv fischka_kramar, christoph)

Erstmals bei POTENTIALe Messe & Festival: Kurzfilme vom Londoner Craft Film Festival „Real to Reel“

Erstmals bei POTENTIALe Messe & Festival: Kurzfilme vom Londoner Craft Film Festival „Real to Reel“

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  • Im Rahmen des neuen POTENTIALe-Formats „Design Labor“ präsentiert Youyang Song ihr „Biomaterial“ in der Feldkircher Neustadt (Foto: Song Youyang) Im Rahmen des neuen POTENTIALe-Formats „Design Labor“ präsentiert Youyang Song ihr „Biomaterial“ in der Feldkircher Neustadt (Foto: Song Youyang)
  • Ebenfalls im „Design Labor“: Francesca Daloiso (Foto: Cristan Salmistraro) Ebenfalls im „Design Labor“: Francesca Daloiso (Foto: Cristan Salmistraro)
  • In der Werkschau: Neu/Zeug (Foto: kollektiv fischka_kramar, christoph) In der Werkschau: Neu/Zeug (Foto: kollektiv fischka_kramar, christoph)
  • Erstmals bei POTENTIALe Messe & Festival: Kurzfilme vom Londoner Craft Film Festival „Real to Reel“ Erstmals bei POTENTIALe Messe & Festival: Kurzfilme vom Londoner Craft Film Festival „Real to Reel“