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26.10.2017 |  Peter Niedermair

Das BilbaoArte Austauschprojekt in Bregenz - Eintauchen in Unbekanntes - „On the Edge of“

Im Rahmen des BilbaoArte Künstleraustauschprojektes waren die spanischen Künstlerinnen Rut Briones und Raquel Durán sowie der Künstler David Cantarero Tomás zwei Monate in Bregenz. Am Abend des 25. Oktober präsentierten sie in der Bregenzer Galerie Lisi Hämmerle ihr Projekt „On the Edge of“, das sie hier in Vorarlberg kreiert haben. Eine sehr sehenswerte Ausstellung, die man auf einem Galerien- und Museumsrundgang in Bregenz nicht versäumen sollte.

BilbaoArte

Ein Fokus der Vorarlberger Landeskulturpolitik zielt auf die Internationalisierung der Vorarlberger Kunst- und Kulturproduktion. Im Zuge der „Inventarisierung einer Kulturlandschaft“ im Rahmen der Landeskulturenquete Ende Februar 2015 und der daraus hervorgegangenen, 2016 publizierten „Kulturstrategie“ bemüht man sich um Vernetzungen im Ausland. Mit der spanischen Stiftung BilbaoArte wird dieser Weg bereits seit 2006 erfolgreich beschritten und ein internationaler Künstleraustausch organisiert. BilbaoArte bietet als Post-Graduate-Kunstakademie optimale Arbeitsbedingungen und unterhält zudem gute Kontakte zu anderen Kultureinrichtungen wie dem berühmten Guggenheim-Museum.

Neben Bilbao gibt es mit dem Paliano-Stipendium in Italien und mit Nida in Litauen zwei weitere besondere Austauschformate, die sich an bildende Künstlerinnen und Künstler richten. Zusätzliche Akzente einer Internationalisierung sind die Präsentation von Vorarlberger Künstlerinnen und Künstlern im Kulturforum Berlin (2014), die Mitarbeit an der vom Kanton St. Gallen initiierten triennalen Ausstellung „Heimspiel“ (2015/16), oder auch der alle zwei Jahre vergebene „Internationale Kunstpreis des Landes Vorarlberg“. Weitere Bausteine der Auslandsorientierung sind die projektbezogene Förderung von Aufführungs- und Ausstellungsaktivitäten sowie die Unterstützungen zur Nutzung von Auslandsateliers und Residencies. Insgesamt geht es bei diesen Formaten darum, heimische Kulturschaffende dabei zu unterstützen, sich im Ausland weiterentwickeln oder präsentieren zu können.

In diesem Jahr sind die spanischen Künstler David Cantarero Tomás, Rut Briones und Raquel Durán zu Gast. Sie zeigen noch bis Sonntag, 29. Oktober in der Bregenzer Galerie Lisi Hämmerle Arbeiten, die während ihres zweimonatigen Stipendienaufenthalts entstanden sind.

David Cantarero Tomás

künstlerische Auseinandersetzung ist im Wesentlichen ein „Dialog mit dem Bild“. Dabei ist das Bild nicht nur ein zweidimensionales Abbild, sondern gibt Aufschlüsse über die dialogische Beziehung zwischen Betrachter und Bild. Darüber hinaus geht der Künstler den damit verknüpften Fragen nach, wie Bilder uns beeinflussen, wie sie repräsentieren und Gedanken hervorrufen. In diesem Sinne sind seine Fotografien eher „Meta-Bilder“, die Tomás nutzt, um über andere Bildwelten nachzudenken. Seine Arbeiten setzen sich mit der immensen Bilderflut auseinander und was es für den Einzelnen und seine soziale Gefüge bedeutet, Bildern in Massenmedien ausgesetzt zu sein. Der Künstler schloss seine künstlerische Ausbildung an der Universität Barcelona im Bereich der Bildenden Künste mit einem Master in „Contemporary Thought“ ab und erwarb einen weiteren Master in „Künstlerischer Praxis“ an der Polytechnischen Universität in Valencia. Derzeit führt er seine Studien in einem PhD weiter. Er hat bereits einige Auszeichnungen und Preise verliehen bekommen, wie den „Biennale of Mislata, Public Art Prize 2016“ und das Stipendium für künstlerische Produktion der BilbaoArte Stiftung, sowie den „University of Zaragoza Art Prize 2010“.

Rut Briones und Raquel Durán

Die Arbeit „The Good Citizens“ / „Die guten Bürger“ von Rut Briones und Raquel Durán setzt sich mit dem Museumsraum auseinander. Als konkreter Ausgangsort dient das Kunsthaus Bregenz, wo die beiden Künstlerinnen jene Bedingungen untersuchen, die unsere Bewegung, die Sprache und die Gedanken beeinflussen. Der Ausstellungsraum wird durch das Aufzeigen von Grenzen, Symbolen und verschiedenen Performances in ein Versuchslabor verwandelt. Die Arbeit erforscht durch eine konzeptuelle künstlerische Herangehensweise, wie das Verhalten des Einzelnen durch soziale Konventionen geformt wird.

Die beiden Künstlerinnen haben sich 2014 an der Stiftung BilbaoArte kennengelernt und arbeiten seit dem auch zusammen. Eine ihrer ersten gemeinsamen Arbeiten war das audiovisuelle Projekt „Foodlândia“, das die Beziehung unserer Gesellschaft zum Essen behandelt. Das Projekt wurde 2015 von der Stiftung BilbaoArte für eine Einzelausstellung ausgewählt und im Folgejahr mit dem Preis „IX Premio Auditorio de Galicia“ ausgezeichnet und für eine weitere Ausstellung im Kaleartean de Basauri ausjuriert. Das Kollektiv interessiert sich für cinematographische Techniken und Themen, die sich mit dem Einfluss von Regeln und Gesetzen auf die Gesellschaft und das Individuum auseinandersetzen.

Anabel Roque Rodríguez zur Eröffnung der Ausstellung

Die in St. Gallen lebende und arbeitende Kuratorin & Kunsthistorikerin am 25. Oktober 2017 in der Galerie Lisi HämmerleämH: „Den Künstleraustausch in Kollaboration mit der spanischen Stiftung BilbaoArte gibt es bereits seit 2006 und so hat sich inzwischen ein kleines Netzwerk in diesem Programm gebildet. In diesem Jahr waren die spanischen Künstler David Cantarero Tomás, Rut Briones und Raquel Durán zu Gast. In den zwei Monaten haben wir verschiedene Ausflüge innerhalb der Region unternommen und waren auch in der Schweiz bei Museen und Kollegen zu Besuch. Ich finde, dass ein Austausch auch ein Gefühl für die Region vermitteln soll und das kann nicht nur über Arbeiten im Atelier erzeugt werden.

Die Künstler der Ausstellung, wobei die zwei Damen als Künstlerkollektiv an ein enges Zusammenarbeiten gewohnt sind, verstehen sich sehr gut untereinander und es ist eine harmonische Zusammenarbeit, was sich auch durch einen gemeinsamen Ausstellungstitel ‚On the Edge of‘ wiederspiegelt. Obwohl die künstlerischen Positionen doch unterschiedlich sind, haben wir bei dem Titel nach dem vereinenden Element gesucht. Raquel und Rut arbeiten am Rande von Performance, Videokunst und mit gesellschaftlichen Themen, und David arbeitet am Rande von Fotografie, Installation und wirft Fragen über das Denken in Bildern auf. ‚On the Edge of‘ soll ausdrücken, dass sie auch immer wieder ihr bekanntes Terrain verlassen, um in Unbekanntes einzutauchen - eine Eigenschaft, die man auch bei einem Künstleraustausch benötigt.

Man braucht eine ganze Gemeinschaft, um eine Ausstellung zu organisieren. Bedanken möchten wir uns bei beim KUB, insbesondere bei Dir. Thomas D. Trummer, Max, Johannes Einsiedler, Lukas und Stefan, Techniker im KUB, Martin Beck, Markus Tembl, Steffi Wladika, Vermieterin des Ateliers, Peter und Katharina Feuersinger, den Vermietern der Wohnung, bei der Galeristin Lisi Hämmerle, Lisi Mahmoud on der Kulturabteilung des Landes, bei den Tänzerinnen Silvia Salzmann und Nathalie Fend und natürlich geht ein großer Dank an die Künstlerinnen und den Künstler dieser Ausstellung.“

  

Galerie Lisi Hämmerle
Anton Schneider Straße 4, 6900 Bregenz
www.galerie-lisihaemmerle.at

Öffnungszeiten
25. – 29. Oktober 2017
Freitag von 15 – 19 Uhr
Samstag und Sonntag von 16 – 19 Uhr
und nach tel. Vereinbarung
Tel./Fax: +43 (0)5574 52452 
M: +43 (0)664 52 88 239 

David Cantarero Tomás'  künstlerische Auseinandersetzung ist im Wesentlichen ein „Dialog mit dem Bild“.

David Cantarero Tomás' künstlerische Auseinandersetzung ist im Wesentlichen ein „Dialog mit dem Bild“.

Die Arbeit „The Good Citizens“ / „Die guten Bürger“ von Rut Briones und Raquel Durán setzt sich mit dem Museumsraum auseinander.

Die Arbeit „The Good Citizens“ / „Die guten Bürger“ von Rut Briones und Raquel Durán setzt sich mit dem Museumsraum auseinander.

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  • David Cantarero Tomás'  künstlerische Auseinandersetzung ist im Wesentlichen ein „Dialog mit dem Bild“. David Cantarero Tomás' künstlerische Auseinandersetzung ist im Wesentlichen ein „Dialog mit dem Bild“.
  • Die Arbeit „The Good Citizens“ / „Die guten Bürger“ von Rut Briones und Raquel Durán setzt sich mit dem Museumsraum auseinander. Die Arbeit „The Good Citizens“ / „Die guten Bürger“ von Rut Briones und Raquel Durán setzt sich mit dem Museumsraum auseinander.