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17.06.2015 |  Anita Grüneis

Zu den Ursprüngen des Menschen - Das neue TAK-Programm

„Von Mensch und Wurzeln“ – so lautet das Spielzeitthema 2015/16 im TAK Theater Liechtenstein. Das Heft dazu – neu in A4-Größe – zeigt auf dem Titelblatt zwei nackte schlammverschmierte Füße, die auf verkrustetem Erdboden unterwegs sind. Dazu der Titel: „Spielplan als Expedition – ein Atlas des Menschseins“.

Der neue Intendant Thomas Spieckermann hat sich also viel vorgenommen. „Was macht den Mensch als Menschen aus? Was sind die Grundparameter? Wie starten wir in die Welt? Was bestimmt das Leben?“ – All diese Fragen sollen in seinem ersten TAK-Spielplan bearbeitet werden. Diese Fragestellungen sollen aber auch in den nächsten Jahren weiter erforscht werden, um zu sehen, wie sich alles verändert, meinte Spieckermann bei einer Medienkonferenz.

Episches und Aktuelles


Da passt die erste Premiere der Spielzeit perfekt: Es ist eine TAK-Eigenproduktion von „Gilgamesch“, der ältesten überlieferten Dichtung der Menschheit in der Fassung des österreichischen Dichters Raoul Schrott, gelesen von den Schauspielerinnen Monika und Claudia Wiedemer. „In weiter Ferne, so nah. Raoul Schrott erfindet das 4000 Jahre alte Gilgamesch-Epos neu“, schrieb die ZEIT und weiter „Dieses Projekt muss man einfach gut finden und Raoul Schrott dafür dankbar sein, dass er Gilgamesch seinen Namen leiht, seine Stimme“.  Episch ist auch das Stück „Hiob“, nach dem Roman von Joseph Roth, in einer Koproduktion des Theaters Bonn mit dem Staatstheater Darmstadt. Darin entscheidet sich eine russische Familie, ihr behindertes Kind zurückzulassen, um in Amerika einen neuen Anfang zu machen. Eine Entscheidung, die alle ein Leben lang quälen wird. Prominenter Gast ist Samuel Koch, der den zurückgelassenen Sohn spielen wird.

Klassisches und Finanzielles


Auch andere Klassiker kommen nicht zu kurz: Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt) werden in einer Ko-Produktion des TAK mit dem Theater Rigiblick zu sehen sein. Die 37 Stücke werden in der Regie von Daniel Rohr von drei Schauspielern gezeigt, mit dabei der Liechtensteiner Thomas Beck. Das Staatstheater Mainz wird mit „Antonius und Kleopatra“ darauf hinweisen, wie es ist, wenn ein Paar ständig im Rampenlicht steht. Aus dem Theater Konstanz kommt „Faust“, bei dem der Fokus diesmal auf Mephisto liegt – es werden mehrere Inkarnationen des „Bösen“ zu sehen sein, aber nur ein einziger Faust. Aus dem Schauspielhaus Bochum gastiert das Stück „Gespenster des Kapitals“ von Honoré de Balsac, „eine rasante Geisterbahnfahrt zwischen Adam Smith und Addams Family, Rocky Horror Show und Kapitalismus-Klippschule, ... die durch die schwindelnden Höhen und tiefsten Geldvernichtungsabgründe der internationalen Finanzwelt schlingert“ (FAZ).

Musikalisches und Komisches


Bleiben wie bisher werden die Vaduzer Weltklassik Konzerte mit Auftritten unter anderem von Fazil Say und Arabella Steinbacher, ein gewohnt gutes und abwechslungsreiches Kinder- und Jugendprogramm, das den Wünschen der Jugendlichen entsprechend, viel „Action“ in Form von Tanz jeglicher Art zeigen wird. Im Kabarett Bereich kommen die Science Busters sowie Ohne Rolf, Max Uthoff, Oropax, Emil, Urban Priol oder Abdel Karim. Weitere Highlights sind die Gastspiele von Jan Garbarek und Angelo Branduardi.

Neu: Literarisches und Erlebtes


Neu im Programm ist die Reihe „Internationales Autorenlabor“ mit Neil LaBute, „dem Superstar in der Theaterszene“, so Spieckermann, der in den USA aktuelle und viel diskutierte Theaterstücke geschrieben hat und am Broadway mit berühmten Stars Regie führte. Eine Woche lang wird er in Liechtenstein sein und mit Autorinnen und Autoren aus Estland, Rumänien, Spanien und Liechtenstein (FL-Autor: Daniel Batliner) Texte erarbeiten, die dem Publikum zum Abschluss vorgestellt werden. Neu ist auch die TAK_Lounge – eine Gesprächsreihe, in der „spannende und interessante Menschen“ zu Wort kommen. Den Auftakt machen der Afrika-Kenner Friedemann Schrenk, Jan Assmann, Spezialist für das alte Ägypten und Peter Sprenger, Rechtsanwalt und Politiker, der als erster Liechtensteiner auf dem Mount Everest stand.


www.tak.li

"Hiob" nach dem Roman von Joseph Roth

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"Gespenster des Kapitals", frei nach Honoré de Balsac

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das neue TAK-Spielplanheft

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