Aktuell in den Filmclubs (4.10. – 10.10.2024)
Der Spielboden Dornbirn zeigt diese Woche im Kinderprogramm mit „Robot Dreams“ einen Animationsfilm, der Menschen jeden Alters begeistern kann. In Feldkirch steht in der Reihe „Treffpunkt Kino“ dagegen die britische Komödie „Verrückt nach Figaro“ auf dem Programm.
Robot Dreams: Detailreich bietet Pablo Berger in der Eröffnungsszene Einblick in den monotonen und einsamen Alltag eines New Yorker Hundes. Nicht nur bei diesem Auftakt sind Worte überflüssig, sondern auch in den folgenden 100 Minuten verzichtet der Spanier in seinem unter anderem mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichneten Animationsfilm auf jeden Dialog. Rein mit Bildern, mit Blicken und Gesten und der Musik wird erzählt. Menschen bleiben außen vor, die Leinwand wird ganz Tieren überlassen.
Als ein Werbespot im Fernsehen einen Roboter als Freund anpreist, ist das Produkt rasch bestellt und auch die Zusammensetzung der Einzelteile bereitet dem Hund kaum Schwierigkeiten. Das Glück währt aber nur kurz, denn bald werden Hund und Roboter bei einem Strandausflug getrennt. Doch der Hund versucht alles, um seinen Freund zurückzugewinnen.
Über ein Jahr spannt Berger in seinem durch die Liebe zum Detail bei der Zeichnung der zahlreichen Tiere und der Schauplätze begeisternden Animationsfilm die Suche des Hundes. Treffend beschwört er die wechselnden Jahreszeiten und stellt den Bemühungen des Hundes die Erfahrungen des Roboters gegenüber.
Mag es dabei in diesem Animationsfilm, der Menschen jeden Alters begeistern kann, rein äußerlich auch um Tiere gehen, so ist Berger im Kern doch ein zutiefst menschlicher und von Menschenliebe durchzogener Film gelungen. Denn unglaublich liebevoll, charmant und ebenso berührend wie beglückend erzählt „Robot Dreams“ von Einsamkeit und Freundschaft, von Trennung und Sehnsucht, aber auch von der Möglichkeit eines Neubeginns, in dem sich Melancholie über Verlorenes und Freude am Neuen die Waage halten.
Kinderkino am Spielboden Dornbirn: Sa 5.10., 15 Uhr
Verrückt nach Figaro: Ben Lewin schickt in seiner Komödie eine erfolgreiche britische Fondsmanagerin (Danielle MacDonald), die von einer Karriere als Opernsängerin träumt, zum Gesangsunterricht in die schottischen Highlands. Dort muss sich die junge Frau nicht nur mit einer schroffen Ex-Operndiva (Joanna Lumley), unter deren rauer Schale sich freilich ein wohlwollender Kern verbirgt, und einem zunächst mürrischen Pub-Besitzer (Gary Lewis) auseinandersetzen, sondern trifft im Amateur-Sänger Max (Hugh Skinner) auch auf einen Konkurrenten bei dem bevorstehenden TV-Talentewettbewerb.
Vieles ist hier vorhersehbar, doch geschickt hält Lewin mit Montagesequenzen, die die Handlung raffen, das Tempo hoch, und spielt gekonnt mit dem Kontrast von steriler Londoner Finanzwelt und dem in erdige und warme Farben getauchten ländlichen Schottland. Dazu kommen ein blendend harmonierendes Ensemble, markante Figurenzeichnung und nicht zuletzt die im Kino selten so präsente Opernmusik, die dafür sorgen, dass dieses Feelgood-Movie beträchtliches Vergnügen bereitet und im Idealfall auch Lust auf Oper weckt.
"Treffpunkt Kino" im Kino GUK, Feldkirch: Mo 7.10., 15.30 Uhr (Kaffee und Kuchen im GUK-Restaurant ab 14.30 Uhr)
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