Aktuell in den Filmclubs (31.7. - 6.8. 2026)
Zwei Klassiker stechen diese Woche bei den Filmclub- und Kinoprogrammen heraus: Beim Kult-Kino-Dienstag steht im Cinema Dornbirn Sydney Pollacks packender Paranoia-Thriller „Die drei Tage des Condor“ auf dem Programm und der FKC Dornbirn zeigt Wong Kar-Wais betörenden Liebesfilm „In the Mood for Love“.
Die drei Tage des Condor: Am Beginn von Sydney Pollacks 1975 gedrehtem Thriller wirkt die Welt noch heil, wenn die Arbeit in einer als „Amerikanische Literaturgesellschaft“ getarnten New Yorker Außenstelle des CIA geschildert wird. Abrupt bricht aber mit einem Überfall, bei dem sieben Mitarbeiter:innen getötet werden und Joe Turner (Robert Redford), der den Decknamen „Condor“ trägt, nur entkommt, weil er gerade den Lunch für das Team besorgt, brutale Gewalt herein. Als Turner seine Dienststelle informiert, erhält er aber keine Hilfe, sondern vielmehr wird ein Killer auf ihn angesetzt. Geschockt muss er auch feststellen, dass durch Manipulation des CIA ihm medial ein Mord in die Schuhe geschoben wird. Die einzige Chance, seinen Kopf zu retten, sieht er darin, selbst den Drahtzieher dieser Intrige innerhalb des CIA ausfindig zu machen.
Spannung und Dichte entwickelt dieser Thriller, der die Techniken klassischer Hitchcock-Filme wie „Die 39 Stufen“ und „Der unsichtbare Dritte“ mit der gesellschaftlichen Verunsicherung der USA der 1970er Jahre kurzschließt, durch die realistische und ungeschönte Optik. Keine Hochglanzbilder werden hier präsentiert, sondern vorzüglich verankert die Handlung im winterlich kalten, vorweihnachtlichen New York. Geschickt verlängert Pollack die Verunsicherung auch über das Filmende hinaus, wenn Turner zwar erklärt, dass die New York Times die schmutzigen Spiele des CIA publik machen wird, doch offen bleibt, ob die Presse nicht auch schon vom Geheimdienst manipuliert wird und die Geschichte verschweigt.
Kult-Kino-Dienstag im Cinema Dornbirn: Di 4.8., 19.30 Uhr (deutsche Fassung)
In the Mood for Love: Hongkong, 1962: Zwei Ehepaare ziehen in einem engen Mietshaus ein, wohnen Wand an Wand. Christopher Doyles grandiose Kameraarbeit macht mit extremen Nahaufnahmen diese Enge ebenso physisch spürbar wie er mit Farben und Licht in unvergleichlicher Weise die Atmosphäre der frühen 1960er Jahre vermittelt.
Herr Chow und Frau Chan begegnen sich im Gang, dann auf der Straße, trinken schließlich zusammen Kaffee und entdecken, dass ihre - im Film unsichtbar bleibenden - Ehepartner sie miteinander betrügen. Herr Chow und Frau Chan treffen sich öfter, versuchen sich in ihre Ehepartner hineinzuversetzen, ihre Rollen zu spielen. - Oder sind es doch echte Gefühle?
Mehr als eine Berührung der Hände erlaubt Wong Kar-Wai ihnen nicht. Sie treffen keine Entscheidung, trennen sich und so ist alles verloren. Während de Gaulle in einer eingeschnittenen Dokumentaraufnahme von 1966 erklärt „alles wird auf ewig so bleiben, wie es ist“, wird Herr Chow gegen Ende des Films sein Geheimnis, das er niemandem erzählen kann, in ein Loch in einer Säule von Angkor Vat sprechen und dieses Loch dann mit Moos verschließen.
Zeitlich und örtlich genau festgelegt (1962-1966) erzählt Wong Kar-Wai eine zeitlose Geschichte von der Unmöglichkeit der Liebe, von Vergänglichkeit und der Isolation in der Großstadt. Von der Wildheit seiner frühen Filme wie „Chungking Express“ und „Fallen Angels“, die ihn Mitte der 1990er Jahre berühmt machten, befreite sich der Hongkonger mit „In the Mood for Love“. Wie aus einem Guss fließt dieses atemberaubend schöne Melodram rhythmisch dahin. Virtuos getimt ist der Wechsel von Wiederholungen und Ellipsen, werden Zeitlupenaufnahmen zur Akzentuierung eingesetzt, und der Soundtrack mit spanischen Songs von Nat King Cole unterstützt meisterhaft die melancholische Stimmung, die durch den Rausch überwältigender Bilder aufgebaut wird. – Nicht nur gesehen, sondern gefühlt werden muss dieser Film, denn Wong knüpft in einzigartiger Weise mit filmischen Mitteln einen Teppich der Gefühle, der Sehnsucht und der Vergeblichkeit.
FKC Dornbirn im Cinema Dornbirn: Mi 5.8., 18 Uhr + Do 6.8., 19.30 Uhr (kantonesische OmU)
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