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09.12.2014 |  Peter Füssl

Stefano Bollani: sheik yer zappa

Ob Duo-Album mit Chick Corea oder mit dem brasilianischen Mandolinen-Großmeister Hamilton de Holanda, ob Bigband-Album mit der NDR-Bigband oder „Joy In Spite of Everything“, das jüngste ECM-Opus mit seinem Trio und Mark Turner und Bill Frisell als special guests – der enorme musikalische Output des 41-jährigen italienischen Pianisten Stefano Bollani ist ebenso exzellent, wie er sich jeglicher Kategorisierung entzieht. Und genau hier trifft sich der kreative Querdenker, dem mitunter auch ganz schön der Schalk im Nacken sitzt, mit dem 1993 verstorbenen Frank Zappa, bis heute eine der schrägsten Lichtgestalten in der Geschichte der Rockmusik.

In Vibraphonist Jason Adasiewicz, Posaunist Josh Roseman, Kontrabassist Larry Grenadier und Drummer Jim Black hat Bollani kongeniale Brüder im Geiste gefunden, die mit ihm nicht Zappa-Stücke interpretieren, sondern Zappa rekomponieren, neu erfinden, sich ihn zu Nutze machen - so anarchisch, unorthodox und mitunter bissig, wie er es selber einst mit diebischer Freude getan hat. Zappa-Originale wie „Uncle Meat“, „Peaches en Regalia“, „Eat That Question“ oder der einzige von Stefano Bollani auch vokal interpretierte Song „Bobby Brown (Goes Down)“, der es zumindest im weniger prüden Europa Ende der 70er Jahre an die Charts-Spitzen schaffte, wurden im Rahmen einer Tournee live eingespielt und mit passenden Eigenkompositionen kombiniert. Wenngleich es keineswegs an Strukturen mangelt, bleiben doch große Freiräume für spontane improvisatorische Geistesblitze, unerwartete Wendungen und vor allem auch für jenen unvergleichlichen musikalischen Spaß, der sich nur aus perfekter Könnerschaft ergeben kann. Hier riecht weder der Jazz noch Zappa „funny“!
(Decca/Universal)

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