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Bregenzer Festspiele, Musik & Poesie, Nikolaus Habjan, Erzähler; Kyrre Kvam, Musik

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Anfang
07.08.2022 19:30
Kategorie
Musik / Literatur
Veranstaltungsort

Festspielhaus, Seestudio
Symphonikerplatz
6900 Bregenz
http://www.bregenzerfestspiele.com

Veranstalter

Bregenzer Festspiele
Platz der Wiener Symphoniker 1
6900 Bregenz
+43 (0) 5574 407 228
http://www.bregenzerfestspiele.com
info@bregenzerfestspiele.com

Artikelaktionen
abgelegt unter: Musik / Literatur
Musik / Konzert 10.08.2022
Michael Löbl

Russisches Gemälde mit breitem Pinsel – Russland pur im dritten Orchesterkonzert der Wiener Symphoniker mit Marie Jacquot und Kian Soltani
Die französische Dirigentin Marie Jacquot leitete die Wiener Symphoniker in einem rein russischen Konzertprogramm. (© Dietmar Mathis)

Während Veranstalter mehrerer europäischer Länder in vorauseilendem Gehorsam russische Komponisten aus ihren Programmen eliminieren, bleiben die Bregenzer Festspiele gelassen und präsentierten im dritten Orchesterkonzert am Montag, den 8. August ein rein russisches Programm. Allen Beteiligten ist klar, dass Tschaikowsky, Schostakowitsch und Rimsky-Korsakoff mit Vladimir Putins Politik rein gar nichts zu tun haben. Unter der Leitung der französischen Dirigentin Marie Jacquot zeigten sich die Wiener Symphoniker in Bestform.

Musik / Konzert 08.08.2022
Peter Füssl

... und nochmals 13 sehr spezielle Konzerte an zwei Tagen – die Jubiläumsedition der Bezau Beatz war auf der ganzen Linie erfolgreich; Teil 2
Evi Filippou & The Inevitable eröffneten am Freitag den Konzertreigen in Peter Figers Kunstschmiede mit einem stimmigen Mix aus Elementen traditioneller griechischer Musik, zeitgenössischem Jazz und Impro-Sounds (alle Fotos: © Stefan Hauer)

Hätten die vier hervorragenden Konzerte am Eröffnungstag mit Glotze, Skylla, Bon Bon Flamme und einer Solo-Performance des Schlagzeugers Christian Lillinger andernorts für ein gesamtes Festival-Programm gereicht, so ging es bei den Bezau Beatz am zweiten Tag erst so richtig los. Und wie Festival-Macher Alfred Vogel immer betont: Man kann natürlich auch einzelne Konzerte besuchen, aber die volle Wirkung entfaltet sich erst so richtig, wenn man sich die ganze Ladung gibt. Der berühmte Spruch, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Einzelteile, bewahrheitet sich hier sogar in ganz besonderem Maße.

Musik / Konzert 08.08.2022
Peter Füssl

Außergewöhnliche musikalische Eindrücke en masse – die Jubiläumsedition zum 15. Geburtstag der Bezau Beatz begeisterte, Teil 1
Alfred Vogel feiert heuer das 15-Jahr-Jubiläum der Bezau Beatz - wie jedes Jahr mit einem prall gefüllten Programm voller Highlights und Überraschungen (alle Fotos: © Stefan Hauer).

Beginnen wir mit dem Ende: Zwar stünde am Sonntagmorgen noch ein Frühschoppen mit dem Quartett des portugiesischen Saxophonisten João Pedro Brandão auf dem Programm, aber nach den letzten Klängen des englischen Trios Vula Viel Samstag nachts um halb zwölf waren dann die musikalischen Aufnahmespeicher des Rezensenten doch voll. Die rund zwanzig Stunden dauernden siebzehn Konzerte glichen einem Sprung in einen unglaublich erfrischenden, mit unzähligen musikalischen Konzepten und Ideen gefüllten Pool, aus dem man nach drei Tagen wieder auftaucht – erfüllt von einer unglaublichen Menge an Eindrücken, Überraschungen und neuen Erkenntnissen, die von der Menge her eigentlich für ein ganzes Jahr reichen würden. Die Bezau Beatz sind nun schon seit 15 Jahren DER alljährliche Jungbrunnen für die Fans qualitativ hochwertiger Musik jenseits von Genregrenzen und kommerziellen Überlegungen, jedes Jahr neu befüllt von einem, der sich weder um Quoten noch um Charts noch um die schnelle, große Kohle kümmert: von Alfred Vogel, der selbst Musiker ist, sein Programm – so schwülstig diese Formulierung auch klingen mag – mit Herzblut schreibt und es versteht, viele in der Bregenzerwälder Gemeinde für dieses aus dem gewöhnlichen Festivalreigen weit über die Region hinaus hervorstechenden Festival immer wieder als Mitarbeiter:innen, Unterstützer:innen und Sponsor:innen zu gewinnen.

Musik / Konzert 07.08.2022
Silvia Thurner

Wenn man genau hinhört, wird’s interessant – der Wiener Concert-Verein unter der Leitung von Thomas Gertner holte neue Musik vor den Vorhang
Alljährlich spielt der Wiener Concert-Verein im vorarlberg museum neue Werke österreichischer Komponist:innen und bereichert damit den musikalischen Sommer in Bregenz.

Einen abwechslungsreichen Konzertabend bescherte der Wiener Concert-Verein den zahlreich erschienen Besucher:innen im Rahmen von Zeitklang im Museum II. Gut vorbereitet und motiviert musizierte das Streichorchester unter der Leitung von Thomas Gertner. Unter anderem drei Uraufführungen von Michael Amann, Johanna Doderer und Thomas Thurnher sowie Kompositionen von Christian Diendorfer und Gerald Resch brachten vielseitige musikalischen Ausdrucksformen und spannende Werkdeutungen ein, von romantisch konzipierten Werken bis hin zu Kompositionen, die Ton und Geräusch gleichberechtigt nebeneinander in Szene setzten.

Musik / Konzert 06.08.2022
Anita Grüneis

Schloss-Festspiele Werdenberg: Die listigen Weiber und der eitle Playboy Falstaff
Idyllisches Campingleben am See mit Frau Fluth (Jardena Flückiger) und Frau Reich (Katrin Auzinger).

Bei der Werdenberger Schloss-Festspielen setzte Regisseur Matthias Harre mit seiner Version von Otto Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“ ganz auf Volkstheater – alles ist Spaß, eine Gaudi, nichts ist ernst zu nehmen – alle wollen doch nur spielen – Theater spielen. Er überarbeitete das Libretto, modernisierte die Texte, straffte die Musik, ließ die Komödie auf einem Campingplatz stattfinden, funktionierte die Sprechrolle des Wirts zu einem Erzähler um, der das Geschehen auf der Bühne für das Publikum kommentierte, was Dominik Roeske sicht- und hörbar Spaß machte. Zuschauerinnen und Zuschauer dankten bei der Premiere mit donnerndem Applaus und Standing Ovations.

Film / Kino 04.08.2022
Gunnar Landsgesell

Bullet Train
Ein Alu-Koffer als trickreiche Waffe: "Bullet Train" ist um eine ungewöhnliche Form bemüht, das gelingt nicht immer.

Ein japanischer Schnellzug wird zum Treffpunkt verschiedenster Auftragsmörder. Brad Pitt ist darunter selbstverständlich der Gute, Sandra Bullock steht ihm als Stimme im Ohrknopf bei. Wer auf variantenreiche Kampf-Choreographien ohne störenden Inhalt steht, wird hier gut bedient.

Film / Kino 04.08.2022
Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (5.8. - 11.8. 2022)
Competencia official – Der beste Film aller Zeiten

Das TaSKino Feldkirch zeigt diese Woche mit "Competencia official - Der beste Film aller Zeiten" eine bissige Satire auf Filmregisseure und Schauspieler:innen. Beim Filmforum Bregenz steht mit "Navalny" ein spannender Dokumentarfilm über den russischen Oppositionellen auf dem Programm.

Ausstellung 03.08.2022
Karlheinz Pichler

Die Gletscher packen ihre Koffer – Kunstforum Montafon thematisiert das Schmelzen und Schwinden des Eises
Thomas Feuerstein: Blutregen, 2018 (Blutregenalge, Acryl auf Leinwand, 150x150 cm) Foto: Karlheinz Pichler

Der Rückzug der Gletscher und das Abschmelzen von Schnee und Eis zählen zu den sichtbarsten Mahnmalen des Klimawandels und der Erderwärmung. Das Kunstforum Montafon (KFM) nähert sich diesem wichtigen Thema im Rahmen der Ausstellung „Vom Schmelzen und Schwinden“ mit teils beeindruckenden Werken von zwölf Kunstschaffenden. Die Schau visualisiert mit unterschiedlichsten Techniken den teils verheerenden Zustand der Gletscher und wartet neben guten Kunstwerken auch mit etlichen Denkanstößen auf.

Kritiken 02.08.2022
Karlheinz Pichler

Ex-Direktor des KUB Eckhard Schneider †
Eckhard Schneider im Jahre 2008 (© KUB)

Eckhard Schneider, der als zweiter Direktor nach Edelbert Köb das Kunsthaus Bregenz (KUB) von 2000 bis 2008 leitete, ist nach längerer Krankheit im Alter von 79 Jahren gestorben, wie das KUB via Aussendung bekannt gibt. Der gebürtige Deutsche zeichnete für insgesamt 44 Ausstellungen, von denen die meisten eigens für das KUB produziert wurden, verantwortlich. Mit seinem Programm setzte er die Arbeit von Vorgänger Köb fort und hob das Kunsthaus Bregenz auf einen neuen Standard internationaler Bedeutung.

Musik / Konzert 01.08.2022
Silvia Thurner

Dem Abend gesungen – Marlis Petersen, Stephan M. Lademann und Ulrich Reinthaller zogen die Zuhörenden in ihren Bann
Die Sopranistin Marlis Petersen und der Pianist Stephan Matthias Lademann gestalteten im Rahmen von "Musik & Poesie" im Seestudio des Festspielhauses einen mitreißenden Liederabend. (Fotos: Anja Köhler)

Seit über zehn Jahren sind die frühen Sonntagabende bei den Bregenzer Festspielen der „Musik & Poesie“ gewidmet. Hier verbinden Musiker:innen und Künstler:innen Texte auf vielfältige Weise mit Kammermusik. Meistens werden Sprache und Töne themenbezogen zueinander in Verbindung gebracht. Die Sopranistin Marlis Petersen und der Pianist Stephan M. Lademann sowie der Schauspieler Ulrich Reinthaller bescherten den Zuhörenden ein eindrückliches Erlebnis, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Musik / Konzert 01.08.2022
Michael Löbl

Bregenzer Festspiele - der österreichische Tenor Andreas Schager glänzt im zweiten Orchesterkonzert der Wiener Symphoniker als Siegfried in Richard Wagners gleichnamiger Oper
Startenor Andreas Schager (Mitte) beim zweiten Orchesterkonzert der Wiener Symphoniker © Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis

Andreas Schager ist ein Ereignis. Wer immer Wagner-Gesang mag, sollte sich einen Liveauftritt dieses Künstlers nicht entgehen lassen. Ein geborener Heldentenor, schlank, sympathisch, gutaussehend. Die Stimme mit 80% Metall und 20% lyrischem Schmelz ist eine perfekte Cuvée für dieses Repertoire. Seine Interpretation klingt vollkommen mühelos, mit enormer dynamischer Bandbreite, wortdeutlich, alles sitzt: Höhe, Tiefe, Mittellage - nie sieht es nach Arbeit oder Anstrengung aus. Man hat den Eindruck die Stimme macht in jedem Augenblick genau das, was Andreas Schager von ihr will. Und er will viel, zum Beispiel sich auch im Forte vom Orchester nicht übertönen zu lassen. Auch schauspielerisch stellt er seine Kollegen in den Schatten, Schager "spielt" Wagner. Durch seine stimmliche Überlegenheit hat er genügend Potenzial, um jede musikalische Wendung körperlich und mimisch zu illustrieren. Für einige Zuschauer war das fast schon zu viel des Guten ("Gestik wie in einer Operette"), aber vermutlich kann er gar nicht anders, Andreas Schager hat den Siegfried zu "seiner" Figur gemacht. Ab 3. August wird er diese Rolle im Rahmen der neuen "Ring"-Inszenierung in Bayreuth verkörpern.

Musik / Konzert 01.08.2022
Silvia Thurner

Wasser als Sinnbild musikalischer Energie und Erlebnistiefe – Standing Ovations für den großartigen Jugendchor Österreich unter der Leitung von Benjamin Lack
Der Jugendchor Österreich unter der Leitung von Benjamin Lack füllte den sakralen Raum der Bregenzer Pfarrkirche St. Gallus mit emotionalen Chorkompositionen. (Fotos: Erhard Sprenger)

Als Präsident des Jugendchores Österreich luden Oskar Egle und der Chorverband Vorarlberg 42 Sänger:innen aus den Bundesländern und dem Südtirol nach St. Arbogast. Dort probten die jungen Erwachsenen eine Woche lang ein anspruchsvolles Konzertprogramm und gaben zum Abschluss zwei mitreißende Konzerte. Bis auf den letzten Platz war die Bregenzer Pfarrkirche St. Gallus besetzt. Staunend und konzentriert erlebten die Zuhörenden ein chorisches Klangerlebnis, das niemanden unberührt ließ. Das Wasser als vielstimmige Metapher stand im Zentrum der Uraufführung von „Quiet Water“ von Thomas Thurnher sowie in weiteren Kompositionen von Ola Gjeilo, Eric Whitacre, Ēriks Ešenvalds, Palestrina und Schütz. Unter der Leitung von Benjamin Lack entfaltete der Jugendchor Österreich alle Werke klanglich wunderbar austariert, intonationssicher und voller Elan.

Musik / Konzert 30.07.2022
Silvia Thurner

Beschwingte Sommerfrische – Matthias Honeck und befreundete Musiker aus den Reihen der Wiener Symphoniker boten gute Unterhaltung
Matthias Honeck, Stefan Pöchhacker, Nikolay Orininskiy (Violine), Martin Edelmann (Viola), Michael Günther (Violoncello) und Martin Kabas (Kontrabass) spielten im Rittersaal des Hohenemser Palastes für Kammermusikliebhaber:innen auf.

Musikerinnen und Musiker der Wiener Symphoniker bereichern den Vorarlberger Kulturkalender an zahlreichen Orten auch außerhalb der Bregenzer Festspiele. Bereits seit zehn Jahren konzertiert das „Matthias Honeck Quartett“ im Rittersaal des Hohenemser Palastes. Im Rahmen des diesjährigen Sommerkonzertes ergänzten Nikolay Orininskiy (Violine) und Martin Kabas (Kontrabass) das Ensemble. In einer freundschaftlichen und konzentrierten Atmosphäre erklangen einesteils sehr bekannte Werke von Vivaldi und Mozart und andernteils Raritäten von Haydn, Schubert und Pleyel in Duo- und Triobesetzungen. Genau in diesen Werkdeutungen lag der Reiz des Konzertabends.

Ausstellung 29.07.2022
Karlheinz Pichler

„Roter Faden grüner Zweig“ – Friederike Feldmann und Alexander Wagner in der Bludenzer Galerie allerArt
Alexander Wagner: Ohne Titel, Acryl auf Pappe, 2022 (Foto: Karlheinz Pichler)

Die aktuell laufende Ausstellung in der Bludenzer Galerie allerArt trägt den kryptischen Titel „Roter Faden grüner Zweig“ und ist dem Schaffen der 1962 in Bielefeld geborenen Künstlerin Friederike Feldmann sowie Alexander Wagner, Jahrgang 1978, gewidmet. Zu sehen sind Wandmalereien von Feldmann, die formal Assoziationen an schablonenhafte Fragmente einer Schere evozieren, sowie abstrakte Acryl-auf-Pappe-Arbeiten von Wagner. Beide in Berlin lebenden und arbeitenden Kunstschaffenden sind der Malerei und der Zeichnung verhaftet und beide zeigen ihre Werke häufig anhand von installativen, raumbezogenen Anordnungen. Wobei bei Feldmann vor allem malerische Grundfaktoren wie Gestus, Textur, Repräsentation und Autorschaft in den Fokus rücken, während Wagner gegensätzliche Aspekte wie Abstraktion und Gegenstand oder Fläche und räumliche Illusion ausbalanciert.

Film / Kino 29.07.2022
Gunnar Landsgesell

Der perfekte Chef
Ein Blick aus dem Jaguar - Blanco (Javier Bardem) und der Verlust der Macht.

Javier Bardem als der gute Chef, der seine Fabriksarbeiter als Kinder und sich selbst als Vater stilisiert - bis die schöne alte Ordnung und mit ihr die patriarchale Macht Stück für Stück in Brüche geht. Eine hintersinnige Komödie.

Theater 28.07.2022
Dagmar Ullmann-Bautz

Herrlich komisches Horrorstück! Frankensteins Monster auf den Trümmern der Welt beim Festival Poligonale in Hohenems
Ein großartiges Gespann: Guylaine Hemmer und Katrin Jaehne

Zum zweiten Mal findet in Hohenems vom 27. Juli bis 14. August das Open-Air-Festival „Poligonale – The mixed reality festival“ statt. Zur Eröffnung feierte die Eigenproduktion des Festivals seine Premiere im Hof der Volksschule Markt. Das Hybrid-Theater-Drama „Frankenstein“ vereint konventionelles Theater mit Motion Capture und VR-Technik und wird live vertont.

Musik / Konzert 28.07.2022
Silvia Thurner

Wie kann man wissen, ob man ein Mensch ist? – Johannes Kalitzkes Oper „Kapitän Nemos Bibliothek“ war ein durchdringendes Klang- und Bühnenerlebnis
Die siebente Oper des Komponisten Johannes Kalitzke stellte vor dem Hintergrund der tragischen Geschichte zweier Kinder, die kurz nach ihrer Geburt vertauscht worden sind, essentielle Fragen. Als Alter Ego der beiden jungen Erwachsenen (Iurii Iushkevich und Johanna Zimmer) waren zwei lebensechte Puppen in Aktion. (Fotos: Anja Köhler)

Als Koproduktion mit den Schwetzinger SWR Festspielen war nach der Uraufführung im vergangenen Mai nun bei den Bregenzer Festspielen die österreichische Erstaufführung der Oper „Kapitän Nemos Bibliothek“ des deutschen Komponisten Johannes Kalitzke zu erleben. Erzählt wird eine Geschichte mit katastrophalen Folgen. Zwei vertauschte Kinder, die Bigotterie und der Ordnungszwang der Gesellschaft lösen traumatische Verlusterfahrungen aus. Kalitzkes eindrückliche Musik, die herausragenden Sänger:innen, allen voran Iurii Iushkevich, und die fantasievolle Inszenierung von Christoph Werner mit Filmprojektionen von Conny Klar führten unmittelbar in den Handlungsverlauf hinein. Ein essentieller Kernpunkt der Produktion waren die als Alter Ego der Kinder mitspielenden Puppen, die eine zusätzliche Erlebnisebene einbrachten.

Film / Kino 28.07.2022
Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (29.7. - 4.8. 2022)
Wet Sand

Das Filmforum Bregenz zeigt diese Woche das leise, aber durch die Bildsprache beeindruckende georgische Drama "Wet Sand". Beim KUB Bregenz wird das Open-Air, das heuer Wes Anderson gewidmet ist, mit "The Royal Tenenbaums" fortgesetzt.

Musik / Konzert 27.07.2022
Silvia Thurner

In Freundschaft verbunden – Martin Schelling, Paul Moosbrugger, Jessica Kuhn, und Rudi Spring verbreiteten eine euphorische Stimmung
Im Rahmen der Schattenburg Konzerte spielten Martin Schelling (Klarinette), Rudi Spring (Klavier), Paul Moosbrugger (Bassetthorn) und Jessica Kuhn (Violoncello) ein inspirierendes Konzert auf allerhöchstem musikalischem Niveau.

Zum 60. Geburtstag machte der hierzulande bestens bekannte und geschätzte Klarinettist Martin Schelling sich selbst und vielen anderen ein besonderes Geschenk. Er bat seinen Freund und Jahrgänger Rudi Spring um ein neues Werk und lud die Cellistin Jessica Kuhn sowie seinen ehemaligen Schüler Paul Moosbrugger zum gemeinsamen Musizieren ein. Im Rahmen der Schattenburg Konzerte erklangen Triokompositionen von Beethoven, Mendelssohn Bartholdy und Brahms. Im Mittelpunkt stand die Uraufführung des fantasievollen Werkes mit dem maßgeschneiderten Titel „PrisM ART INvention“. Das gute Gefühl, Kammermusik unter Freunden, auf höchstem musikalischem Niveau und in allerbester Spiellaune zu erleben, übertrug sich sogleich auf die Zuhörenden im Rittersaal.

CD-Tipp 27.07.2022
Peter Füssl

Tobias Wiklund: Silver Needle

Selten gelingt es jemand so perfekt, die Qualitäten des Old-Time-Jazz dermaßen stimmig in zeitgemäße musikalische Kompositionen einzubeziehen, wie dem 36-jährigen Schweden Tobias Wiklund. Als Trompeter spielt er unter anderem in der Danish Radio Big Band oder im Stockholm Jazz Orchestra, in seiner akustisch orientierten Working Band bevorzugt er aber das im Gegenwarts-Jazz eher selten zu hörende Kornett. Von den ersten Takten des Openers „Existence Is Your Perfume“ weg wird man vom dunklen, warmen und runden Ton dieses Instruments verzaubert, das zwar nicht die Höhe und Strahlkraft der Trompete erreicht, aber dafür über ganz besondere emotionale Qualitäten verfügt. Ur-Jazzer wie Bix Beiderbecke, Red Nichols, King Oliver, Rex Stewart oder Louis Armstrong wussten das durchaus zu nutzen.

Musik / Konzert 25.07.2022
Silvia Thurner

Japanische Musik und Poesie mit dem Ensemble Modern und der Autorin Miki Sakamoto – ein eher mühsames Erlebnis
Das Ensemble Modern ist bei den diesjährigen Bregenzer Festspielen prominent vertreten. Unter anderen präsentierten sie im Rahmen von "Musik und Poesie" Werke von japanischen Komponist:innen. (Foto: Anja Köhler)

Die erste Ausgabe der beliebten Reihe „Musik und Poesie“ bei den Bregenzer Festspielen lud mit dem ansprechenden Motto „Schmetterlingseffekte“ ins Seestudio. Das renommierte Ensemble Modern präsentierte neue Werke japanischer Komponist:innen und die Autorin Miki Sakamoto trug Gedichte vor. Doch die Konzertlesung entpuppte sich als eher anstrengendes Hörerlebnis, denn die naturromantischen Gedichte der Autorin und die avancierten Kompositionen passten wenig zueinander. Unverständlich (um nicht zu sagen nachlässig) war die Art der Vermittlung der Kompositionen, denn den Zuhörenden wurden keinerlei Informationen zu den hierzulande völlig unbekannten Werken, unter anderem von Yu Kuwabara, Ondřej Adámek, Chikage Imai, geboten. Damit verspielten die hervorragenden Musiker:innen das große Potential der vielgestaltigen Werke.

Theater 25.07.2022
Dagmar Ullmann-Bautz

Humorvolle Verzauberung – „Der Sturm“ von William Shakespeare bei den Bregenzer Festspielen
Großartig: Wolfram Koch als Prospero und Lorena Handschin als Ariel

Am Freitag feierte „Der Sturm“ von William Shakespeare in einer Neuübersetzung von Jakob Nolte eine Premiere, die polarisierte – viele jubelten, einige verließen noch während des Applauses den Saal. Die Bregenzer Festspiele setzten, wie schon in den letzten Jahren auf eine Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin. Zwei weitere Aufführungen finden im Theater am Kornmarkt statt und ich empfehle einen Besuch.

Aktuell 23.07.2022
Karlheinz Pichler

Ehemaliger Bregenzer Kulturamtsleiter und Kurator Wolfgang Fetz †
Wolfgang Fetz bei der Präsentation des Programmes des Magazin 4 für das Jahr 2011 (© www.markusgmeiner.com)

Der 1958 geborene ehemalige Leiter des Kulturamtes Bregenz und Kurator Wolfgang Fetz ist vergangenen Donnerstag überraschend in Bregenz gestorben. Fetz prägte das Kulturleben in der Vorarlberger Landeshauptstadt fast drei Jahrzehnte lang, ehe er sich am 31.12.2016 offiziell aufgrund „unterschiedlicher Ansichten über die künftige kulturpolitische Ausrichtung und die Frage, wohin sich die Kulturstadt Bregenz in den nächsten Jahren weiter entwickeln soll“, aus dem Amt verabschiedete und fortan als freier Kurator und Autor tätig war.

ANZEIGE 23.07.2022
Manuela Schwaerzler

KULTUR-Jobbörse für offene Stellen im Kulturbereich rund um den Bodensee

Sie bietet allen kulturinteressierten Jobsuchenden einen Überblick über Stellenangebote in Vorarlberg, Liechtenstein, Süddeutschland und der Ostschweiz und hilft allen Kulturinstitutionen in dieser Region, engagierte Mitarbeiter:innen zu finden.

Musik / Konzert 22.07.2022
Fritz Jurmann

Festspiel-Hausoper „Sibirien“ – Beziehungsdrama, das seine Wiederentdeckung verdient
 Im Palais des Fürsten im alten St. Petersburg entwickelt sich dieses komplexe Beziehungsdrama, das tödlich enden soll.

„Sibirien“ – das ist in unserem Sprachgebrauch ein meist negativ besetzter Begriff. Er steht für Kälte, jene des Klimas und jene des Umgangs miteinander, auch für Einsamkeit, Verbannung politisch Unliebsamer. In der Oper „Sibirien“ des italienischen Komponisten Umberto Giordano, die die Bregenzer Festspiele am Donnerstag als Hausoper in ihrer Raritäten-Reihe zur Diskussion stellten, erhält dieser Begriff neue, positive Aspekte.