Vlbg. Landestheater: „Ein Sommernachtstraum“ (Foto: Anja Köhler)
Ingrid Bertel · 09. Jul 2026 · Aktuell

Volle Transparenz

Das Kulturbündnis Vorarlberg und die Kulturabteilung des Landes legen einen gemeinsamen Katalog mit Fragen und Antworten zur Kulturförderung vor.

Dass die Kulturbudgets von Bund, Land und Gemeinden seit Jahren kleiner werden, ist ein offenes Geheimnis. Umso wichtiger ist es Kulturschaffenden, genau zu wissen, wohin die Fördergelder fließen, wer gefördert wird, welches Projekt förderwürdig ist und welches andere eben nicht. Hier hat Mirjam Steinbock, Geschäftsführerin der IG Kultur Vorarlberg, Informationsbedarf festgestellt. Im September 2024 startete sie eine Umfrage zur Kunst- und Kulturförderung. 90 Fragen und Anregungen von aktuellen und künftigen Fördernehmer:innen fanden sich auf der Website der IG. 176 Besucher:innen beantworteten den Fragebogen vollständig.
Fast zeitgleich entstand aus den Spartenvertretungen von bildender Kunst, Film, Theater, Musik und Literatur das „Kulturbündnis Vorarlberg“. Das netzwerkTanz gehörte ebenso dazu wie der Landesverband der Amateurtheater, das Literaturhaus oder das Filmwerk und viele andere. Und da erwies sich, dass die Fragen aus der Praxis kommen:

  • An wen kann ich mich wenden auf der Suche nach Proberäumen oder Ateliers?
  • Kann ich für Aus- und Weiterbildungen ansuchen?
  • Was kann ich tun, wenn die angesuchte Fördersumme nicht mit der zugesagten übereinstimmt?
  • Gibt es Investitionsförderungen?

Claudia Voit, Vorständin der Kulturabteilung des Landes, zeigte sich interessiert an einer Zusammenarbeit, zumal sie seit dem Frühjahr 2025 mit ihrem Team intensiv an einem Evaluationsprozess der Förderinstrumente des Landes arbeitet. Nun wurden in einem gemeinsamen Arbeitsprozess die gesammelten 90 Fragen systematisch aufgearbeitet und in eine übersichtliche und gut verständliche Form gebracht. Nun liegt „FAQ – Fragen und Antworten zur Kulturförderung des Landes“ vor, ein Format, das Transparenz schafft, Orientierung bietet und den Zugang zu Fördermöglichkeiten erleichtern soll. „Wir sind überzeugt, dass Zusammenarbeit auch ein Schlüssel für Solidarität und Zukunft ist“, sagt Mirjam Steinbock. „Und wir hecken schon die nächsten Pläne aus.“ Und auch Claudia Voit betont, dass es sich mit den FAQs nur um einen ersten wichtigen Schritt handle: „Unser gemeinsames Ziel ist es, Förderungen transparent und nachvollziehbar zu kommunizieren sowie eine wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe zu fördern.“