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07.09.2022 |  Manuela Cibulka

Luaga & Losna: „Der kleine Prinz" – Theater Fabula und Figurentheater St. Gallen

Luaga & Losna, das internationale Theaterfestival für junges Publikum, ging gestern in die zweite Runde. Den Auftakt machte ein Stück, das Jung und Alt immer wieder gleichermaßen begeistert: „Der kleine Prinz“ nach Antoine de Saint-Exupéry. Eingeladen in den Saumarkt in Feldkirch waren dazu das Theater Fabula und das Figurentheater St. Gallen, um der Geschichte mit Figuren und Pop-up-Animationen ein neues Gesicht zu verleihen.

In aller Kürze begrüßt wurde das Publikum zu Beginn von Sabine Wöllgens, Obfrau des Vereins, und Christoph Thoma, Landtagsabgeordneter – beide sichtlich stolz auf das bereits 34-jährige Bestehen von Luaga & Losna – um dann die Bühne frei zu geben für Eliane Blumer und Frauke Jacobi alias dem kleinen Prinzen und dem in der Wüste bruchgelandeten Piloten.

Das Wesentliche

Ein Koffer, gelber Schal, roter Gürtel, ein Plattenspieler sowie schwarzes Zeichenpapier und ein weißer Stift, um über ein Episkop jene Zeichnungen, für die das kleine Buch berühmt wurde, live gezeichnet an die Wand zu projizieren, reichten als Requisiten aus. Die Rollen waren schnell aufgeteilt, das Licht wurde abgedunkelt, das Buch hervorgeholt und die Geschichte konnte beginnen.
Und egal, ob man diese kennt oder nicht – alles wird behandelt, nichts fehlt und völlig ohne Kitsch und Schnörkel werden Affenbrotbäumen, Kleinstplaneten mit ihren Bewohnern, deren Lebenssinn aus Reichtum, Bewunderung und Vorschriften besteht, sowie die geliebte Rose und der gezähmte Fuchs auf die Bühne gebracht; „so behutsam, dass man wieder die Sterne lachen hört und sich nach der Farbe des Weizens sehnt.“(Bettina Kugler, St. Galler Tagblatt)

Erwachsene verstehen nie

Im Mittelpunkt steht aber natürlich der blondgelockte kleine Prinz vom Planeten B 612, den man sofort ins Herz schließt und der keine Minute aus seiner „Rolle fällt“. Wunderbar achtsam gespielt verschmilzt er mit seinen „Trägerinnen" und ist auch im Koffer sitzend oder nachdenklich auf seine Hände gestützt präsent und lebendig auf der Bühne. Man hört ihm bei seinen Erzählungen zu, sieht ihm das Unverständnis den Erwachsenen gegenüber förmlich an und sehnt sich mit ihm zurück zu seiner Rose. Immer wieder werden die Szenen mit wenigen Lichteffekten eindrücklich verstärkt und musikalisch gekonnt unterlegt. Von Schallplatten-Scratching über Klavier- bis hin zur Spieluhr-Musik ist alles mit dabei. Wenn dann am Ende der kleine Prinz mitten in der Wüste – durch eine Handvoll Sand deutlich genug sichtbar gemacht – seine Heimreise antritt, ist man bestärkt darin, dass „Der kleine Prinz“ einfach eine wunderbare Geschichte voller Fragen für Jung und Alt ist.

Lust auf Mehr

Für all jene, die Lust auf Mehr bekommen haben, geht es heute in Nenzing gleich weiter. Sicherlich mit einem besonderen Höhepunkt: Eine Gruppe von Künstler:innen aus Ruanda Burundi und dem Kongo (Ishyo Arts Centre / Théatre du Papyrus) erzählt visuell, musikalisch und gestisch die Rolle und Geschichte des Wassers im Leben der Menschen für Besucher:innen ab 6 Jahre.
Donnerstag und Freitag begleiten wir mit dem Cal y Canto Teatro aus Spanien einen verlassenen Hund bei seiner Spurensuche (ab 6 Jahre) und Freitag/Samstag werden Köhlmeiers Märchen vom Vorstadttheater Basel in der Stadt Feldkirch bei einem Spaziergang erlebbar gemacht (ab 12 Jahre).
Um abschließend mit dem Grußwort der Obfrau zu schließen: „Eigentlich sollte man nichts verpassen.“

www.luagalosna.at

Eliane Blumer und Frauke Jacobi verzauberten gemeinsam mit dem kleinen Prinzen das Publikum. (Foto: Tine Edel)

Eliane Blumer und Frauke Jacobi verzauberten gemeinsam mit dem kleinen Prinzen das Publikum. (Foto: Tine Edel)

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  • Eliane Blumer und Frauke Jacobi verzauberten gemeinsam mit dem kleinen Prinzen das Publikum. (Foto: Tine Edel) Eliane Blumer und Frauke Jacobi verzauberten gemeinsam mit dem kleinen Prinzen das Publikum. (Foto: Tine Edel)