Der Weg zurück in die Zivilisation wird steinig. (Foto: Paramount Pictures)
Anita Grüneis · 16. Jun 2024 · Kleinkunst

Showtime und Nonsens mit Starbugs Comedy im TAK

Vor sieben Jahren waren Starbugs Comedy zum ersten Mal im TAK – als Newcomer mit dem Programm „Crash Boom Bang“. Das Publikum war damals begeistert von den drei Männern aus Bern und wollte sie am Schluss nicht gehen lassen. Dasselbe passierte nun sieben Jahre später beim Programm „Showtime“. Auch nach zwei Stunden mit den schrägen Nummern der Starbugs hatten die Zuschauerinnen und Zuschauer im ausverkauften TAK nicht genug, erhielten eine verzaubernde Zugabe und standen auch danach weiter applaudierend im Saal, bis sich die drei Stars durch den Zuschauerraum ins Foyer begaben, um dort für Autogramme und Fotos parat zu sein.

Showtime und Nonsens mit Starbugs Comedy im TAK

Sie haben sich verändert in den sieben Jahren und sind sich doch selbst treu geblieben. Noch immer steht der Nonsens im Mittelpunkt. 1999 haben Fäbu (Fabian Berger), Tinu (Martin Burtscher) und Silu (Wassilis Reigel) ihre Starbugs Comedy gegründet. Nach mehreren kleinen Auftritten erarbeiteten sie ihre Bühnenprogramme mit Regisseurin Nadja Sieger (sie ist die Nadeschkin und damit Partnerin von Ursus). Seitdem touren sie weltweit und gewannen internationale Auszeichnungen. In ihrem neuen Programm Showtime steht die Musik im Mittelpunkt, mit der sie sich selbst  und ihr Publikum amüsieren.

Das Ballett mit den schrägen Beinen 

Der Beginn ist Starbugs-klassisch – mit Ballett und der berühmten halbhohen schwarzen Wand, hinter der immer so viel verborgen ist. Die drei tanzen in weißen Tutus eine komplexe Choreografie, wobei einem von ihnen durch das viele Drehen schlecht wird und er nach einem Eimer greift. Die anderen beiden verschwinden sukzessive hinter der schwarzen Wand, doch plötzlich tauchen sie mit den Tutus um den Hals bis zum Oberkörper auf, dazu schwingen sich ihre weißen langen Beine mit den Ballettschuhen über die Wand. Oder sind es gar nicht die Beine der Männer? Sie vermehren sich und haben ihre eigenen Ideen von der Choreografie und schon beginnt die Gaudi. Irgendwann ist alles Walzer und dann werden die weißen Beine plötzlich aggressiv und kämpfen miteinander. Ein Riesenspass zum Zuschauen. Im Anschluss beweisen die drei Starbugs, dass auch Plastikhühner musikalisch sind – sie singen und quietschen, dass es eine Lust ist. 

Alles gelistet und getafelt

Doch dann präsentieren die drei Männer eine neue Idee, die ein bisschen an Ohne Rolf erinnert – sie wollen den Abend weiter mit Untertiteln spielen, damit jeder die Texte versteht. Und während aus den Lautsprechern Musik von Rod Stewart, Queen und anderen tönt, jagt ein Plakat das andere, der „Liefer-Rambo bringt Nachschub, je nach Musik werden auf den Tafeln die Texte karikiert auf Deutsch wiedergegeben. Da heißt es beispielsweise: Susanne, Mehlmöse, Du blöde Sau, Tim Mälzer. Derweil hat sich Tinu ausgezogen und steht auf der Bühne mit einer Reihe von Tafeln vor seiner Scham, der Liefer-Rambo nimmt eines nach dem anderen weg und das Publikum wartet gespannt auf die Entblößung – doch ein schwarzer Streifen mit der Aufschrift Zensurbalken verhindert die völlige Nacktheit.
Weiter geht es ans Meer, zur Titelmusik von Titanic wird es sehr nass – aber nur in der Imagination des Publikums, Fäbu und Silu stehen mit Rettungsjacken auf der Bühne, das Wasser scheint zu steigen, sie schwimmen über und unter Wasser, rufen immer wieder nach Jack, plötzlich taucht eine riesige ferngesteuerte Haifischflosse auf und umkreist die beiden, bis sich Tinu sein Spielzeug zurückholt. Natürlich geht niemand unter, außer dem vielgerufenen Jack. 

Showtime mit Magie und Engel

Nach der Pause ist Showtime angesagt. Fabü, Timu und Silu haben sich in Popmusiker verwandelt und rocken die Bühne. Timu soll aber nur die Technik bedienen, dabei gerät natürlich einiges daneben und der arme Fabü muss bei seinem Playback alle Register ziehen, um einigermaßen glaubwürdig den Mund zu bewegen. Sie alle knocken an heavens door, Situ am Klavier, Timu hat bald genug von der Technik und greift sich seine Gitarre. Dann versuchen sie es mit Magie und lassen Situ vom Klavier verschwinden, etwas später singen sie Wind of Change von den Scorpions, Banana Boat und als dann Robbie Williams Song Angel angestimmt wird, taucht Timu im weißen Engelskostüm auf und schon wird Reinhard Meys „Über den Wollen gespielt. Damit geht’s über zum Dirty Dancing und da zeigen die drei noch einmal, dass sie ihre Sportlichkeit noch nicht verloren haben – die Hebefigur gelingt Silu und Timu perfekt.

Auf zu neuen Wegen?

Die Show der Starbugs hat sich verändert. Break-Dance-Elemente und akrobatische Einlagen sind nahezu verschwunden, das ist auch dem Alter der drei Künstler geschuldet. Dafür gibt es Zauberei-Elemente und viel Musik. Ihr neues Programm wirkt wie ein Übergang zu etwas Anderem – was es sein wird, scheint noch unklar, aber sie sind auf dem Weg in neue Sphären ihrer Comedy. Dabei wissen sie genau, wie sie sich ihr Publikum holen können und sprechen mit Showtime vor allem auch Jugendliche an, die an diesem Abend sehr zahlreich anwesend waren. Die Starbugs haben es einfach drauf, ihren Gästen einen erfrischenden und unbeschwerten Abend zu bieten. Das alles mit Nonsens vom Feinsten. Und ein bisschen Magie. Und viel Musik.

 https://www.starbugs-comedy.ch/