"Mit einem Tiger schlafen": Anja Salomonowitz‘ Spielfilm über die Künstlerin Maria Lassnig derzeit in den Vorarlberger Kinos (Foto: Stadtkino Wien Filmverleih)
Silvia Thurner · 26. Apr 2018 · Musik

Traditionelle Musik, renommierte Orchester sowie junge Solistinnen und Solisten – das neue Programm der „Bregenzer Meisterkonzerte“ wurde präsentiert

Eines der besten Zugpferde der Stadt Bregenz seien die „Bregenzer Meisterkonzerte", merkte Bürgermeister Markus Linhart bei der Programmpräsentation der neuen Abonnementsaison an. Jutta Dieing, Kulturamtsleiterin der Stadt, stellte wohl unter dem Leitgedanken „never change a running system“ ein vielseitiges Programm zusammen, das viel Bewährtes beinhaltet. Mit zwei Sonderkonzerten - einem neuen "Sitzkissenkonzert" sowie einer "Alehouse-Session" soll vermehrt ein junges Publikum angesprochen werden.

Die "Bregenzer Meisterkonzerte" sind seit Jahren praktisch ausverkauft. Von den 1.560 Sitzplätzen im Bregenzer Festspielhaus sind 97% belegt. Programmieren kann Jutta Dieing mit einem Budget von 470.000 Euro, diesem stehen 340.000 € Einnahmen gegenüber. Subventioniert wird die Konzertreihe von der Stadt Bregenz, dem Land Vorarlberg sowie der Bank Austria.
Musikbegeisterte Konzertbesucherinnen und –besucher kommen aus Vorarlberg (75%) und reisen aus Süddeutschland (22%), der Schweiz (2,5%) sowie Liechtenstein (0,5%) an, berichtete Kulturstadtrat Michael Rauth. Eine aktuelle Umfrage bescheinigt den Organisatoren eine hohe Zustimmung. Deshalb ist die Abonnentenzahl relativ konstant. Lediglich Krankheit oder Todesfälle werden als Gründe genannt, wenn ein Abonnement nicht verlängert wird.

Auf ein jüngeres Publikum ansprechen

Zu Denken gibt Jutta Dieing, die für das Programm der "Bregenzer Meisterkonzerte" verantwortlich zeichnet, jedoch das hohe Alter der Abonnentinnen- und Abonnenten. Über 70 Prozent sind älter als sechzig Jahre. Aus diesem Grund legt die Kuratorin einen Fokus auch auf ein jüngeres Publikum. Dies soll wieder mit einem interaktiven Familienkonzert in der Werkstattbühne gelingen. Musikerinnen und Musiker des Mozarteumorchesters Salzburg führen Saint-Saens’ „Karneval der Tiere“ auf. Im Gösserbräu gibt das Ensemble „Barokksolistene“ unter der Leitung von Bjarte Eike ein Wirtshauskonzert mit Lieder, Tänzen, Anekdoten, Clownerie und Bier wie es die Menschen in den Londoner Tavernen des 17. Jahrhundert erlebt haben. Überdies treten fast durchwegs junge Solistinnen und Solisten auf. Am Violoncello musiziert Camille Thomas das Cellokonzert von Èduard Lalo. Vadim Gluzman gestaltet den Solopart in Prokofjews Violinkonzert Nr. 2, die Solobratsche in Berlioz’ „Harold en Italie“ übernimmt Antoine Tamestit, das zweite Violinkonzert von Castelnuovo-Tedesco interpretiert Francesca Dego. Chopins Klavierkonzerte Nr. 1 und Nr. 2 spielt Rafal Blechacz.

Mit Waltraud Meier gastiert die hoch geschätzte Mezzosopranistin und Wagnerinterpretin in Bregenz. Ihr Debüt im Festspielhaus geben das „Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia“ sowie das „Baskische Nationalorchester“.

Menschen, die auch ein offenes Ohr für Kompositionen aus unserer Zeit haben, werden auf die nächste Saison vertröstet.

Internet:

www.bregenzermeisterkonzerte.at