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23.04.2014 |  Fritz Jurmann

Das Symphonieorchester Vorarlberg präsentierte das Programm der Saison 2014/15 - Kirill Petrenkos Rückkehr und Bizets Oper „Carmen“ als Eckpunkte

Die jährliche Programmpräsentation des Symphonieorchesters Vorarlberg für die Saison 2014/15 am Mittwochvormittag in Bregenz enthielt einiges an aufsehenerregenden Neuigkeiten: So wird für eines der wie gewohnt fünf Konzerte Weltklasse-Dirigent Kirill Petrenko im Herbst mit seinem Mahler-Zyklus ans Pult des SOV zurückkehren, im Jänner 2015 wird das neue Montforthaus Feldkirch das erste Mal Schauplatz eines Konzertes mit dem Landesorchester sein, und im Februar gibt es in der Reihe der jährlichen Opernproduktionen gemeinsam mit dem Landestheater Bizets „Carmen“. An der Subventionsfront dagegen hat sich nichts getan. „Die Gespräche mit dem Land laufen“, ist die lapidare Antwort auf eine Anfrage.

Mit Bedacht hatte man sich für diese Präsentation die traditionsreiche, inmitten eines herrlichen Parks gelegene Villa Liebenstein ausgesucht, die heute die Bregenzer Musikschule beherbergt. Vor Pressevertretern gaben am Podium in der Moderation von Martina Feurstein von der Agentur Pzwei der seit 13 Jahren amtierende Präsident Eduard Konzett und der neue Geschäftsführer Thomas Heißbauer Auskunft. Gérard Korsten, Chefdirigent des Orchesters seit 2005, musste sich nach den beiden erfolgreichen Konzertabenden am Pult des Orchesters im Festspielhaus wegen Probleme an der Schulter in ärztliche Behandlung begeben und ließ sich entschuldigen.

Abonnenten bilden finanziellen Rückhalt


Präsident Konzett verwies einleitend auch auf die Anwesenheit von Stammbesuchern, die den vor genau 20 Jahren eingeführten Abonnement-Zyklus des SOV noch heute regelmäßig frequentieren und die man als Dankeschön zu dieser Pressekonferenz eingeladen hatte. Sie bilden mit einer Quote von 67 Prozent im Bregenzer Festspielhaus und stolzen 89 Prozent in Feldkirch eine Art Rückgrat für die finanzielle Planung. Das Publikum ist dem Orchester in Feldkirch auch nach dem Abbruch des Montforthauses treu geblieben und hat die Konzerte im Saal des Konservatoriums besucht. Konzett: „Manche Besucher haben uns gefragt: Warum bleiben wir nicht in diesem Saal, der den familiären Eindruck vermittelt, als würde im Wohnzimmer ein Orchester spielen?“

Infolge des geringeren Fassungsvermögens war diese Ausweich-Variante jedoch ein Verlustgeschäft für das SOV, das die Konzerte dort jeweils zweimal mit doppeltem Gagenaufwand spielen musste, um sie so vielen Abonnenten zugänglich zu machen, wie man sie im Montforthaus mit einer Vorstellung erreicht hätte. Ab Jänner 2015 ist diese wirtschaftlich prekäre Situation bereinigt, da wird das neue Montforthaus (Heißbauer: „Es ist lichtdurchflutet und offen, wir freuen uns schon sehr darauf!“) bespielbar sein. Im nächsten Jahr feiert das SOV auch sein 30-jähriges Bestehen.

Mut zu Zeitgenössischem


Das musikalische Programm, das Thomas Heißbauer präsentierte (Details dazu am Ende dieses Beitrag), verheißt eine gut ausgeklügelte Mischung aus Altbekanntem und Mut auch zu Zeitgenössischem, mit fantastischen Solisten und versierten Dirigenten, allen voran Chef Gérard Korsten, der drei der fünf Produktionen übernehmen wird. Die Vorarlberger Komponistenszene wird außerhalb des Abos bei dem im Vorjahr reaktivierten Festival „Texte und Töne“ am 8. November im ORF berücksichtigt. Die ersten zwei Konzerte im Herbst, beide im Bregenzer Festspielhaus, hat noch der frühere Geschäftsführer Michael Löbl programmiert, ab Jänner ist die Handschrift Heißbauers zu erkennen, der diese Konzeption in enger Absprache mit dem Chefdirigenten geplant hat und umsetzen wird.

Gleich der Auftakt dürfte ein Hammer werden: Kirill Petrenko, in Vorarlberg aufgewachsen und ausgebildet, mittlerweile Generalmusikdirektor an der Staatsoper München und gefeierter „Ring“-Dirigent im vergangenen Wagner-Jahr in Bayreuth, wird den in den vergangenen Jahren mit dem SOV begonnenen Mahler-Zyklus 9 x 9 mit der Symphonie Nr. 6, der „Tragischen“, fortsetzen. Eigentlich wäre Nummer 5 an der Reihe gewesen, das ist die mit dem berühmten „Adagietto“, das über Viscontis Film „Tod in Venedig“ Berühmtheit erlangte. Doch Petrenko hat für seine persönliche Konzertplanung um die Nr. 6 gebeten, und seinem Wunsch wurde entsprochen. Neu ist, dass dieses Konzert mit Gewinn für das Orchester auch nach Schwenningen in Deutschland verkauft werden konnte.

Im zweiten Konzert wird zu seinem 20-jährigen Bestehen das international gefeierte „Sonus Brass Ensemble“ gefeatured, dessen Mitglieder auch seit vielen Jahren als Musiker im SOV mitwirken. Als Uraufführung wird es dabei ein Auftragswerk des Orchesters an den Wiener Kontrabassisten und Komponisten Georg Breinschmid zu hören geben. Mit dem Ungarn Zsolt Hamar wird im Jänner erstmals der in Deutschland erfolgreiche ungarische Dirigent mit einem Programm aus Musik seiner Heimat und Schumanns „Vierter“ zu hören sein. Zu Ostern wird Korsten mit Bruckners „Erster“ einen seiner Lieblingskomponisten dirigieren, im Mai 2015 gastiert, wieder unter Korstens Leitung, der beim NDR-Radiosinfonieorchester Frankfurt und als Solist erfolgreich tätige Götzner Trompeter Jürgen Ellensohn in Hummels Trompetenkonzert.

„Carmen“ wird das Gustostück im Programm


Ein besonderer Glanzpunkt im Programm ist die jährliche Opernproduktion in Coproduktion mit dem Landestheater. Nach zwei Verdi-Opern hat man sich für Februar 2015 für Bizets populäre Oper „Carmen“ im Kornmarkttheater entschieden. Der anwesende Intendant Alexander Kubelka stellt fest, dass diese Entscheidung beim Landestheater gefallen ist, bevor die Festspiele „Carmen“ für die Jahre 2017 und 2018 am See ankündigten. Kubelka wird auch wieder selber inszenieren, als Dirigent setzt Alexander Drcar seine erfolgreiche Linie von heuer fort.

Besonderes Augenmerk will Thomas Heißbauer in Zukunft auch dem Thema Musikvermittlung widmen und dabei nicht nur etwa Schüler zu Konzertproben einladen, sondern konkrete Projekte mit der Sportmittelschule Hohenems und dem Landeskonservatorium als Partner verwirklichen. Dies soll etwa in Form von Vorträgen geschehen, die Orchestermusiker bei Konservatoriums-Studenten halten, einem simulierten Probespiel, wie es für die Aufnahme in ein Orchester heute erforderlich ist, oder einer Meisterklasse, die der Trompeter Jürgen Ellensohn bei Studenten, während seines Probenaufenthaltes in Vorarlberg, halten wird.

 

SYMPHONIEORCHESTER VORARLBERG / ABONNEMENTZYKLUS 2014/2015
FESTSPIELHAUS BREGENZ / MONTFORTHAUS FELDKIRCH

Konzert 1
Sa, 20. September 2014, 19.30 Uhr Festspielhaus Bregenz (Abo F)
So, 21. September 2014, 19.30 Uhr Festspielhaus Bregenz (Abo B)

Mahler 9x9
Kirill Petrenko, Dirigent
Stella Doufexis, Mezzosopran


Gustav Mahler: Rückert-Lieder
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 6 a-moll „Die Tragische“

Konzert 2
Do, 20. November 2014, 19.30 Uhr Festspielhaus Bregenz (Abo F)
So, 23. November 2014, 19.30 Uhr Festspielhaus Bregenz (Abo B)

Gérard Korsten, Dirigent
Georg Breinschmid, Kontrabass
Sonus Brass Ensemble
Stefan Dünser, Trompete
Attila Krako, Trompete
Andreas Schuchter, Horn
Wolfgang Bilgeri, Posaune
Harald Schele, Tuba

Robert Fuchs: Serenade für Streichorchester Nr. 5 D-Dur op. 53
Georg Breinschmid: Werk für Bläserquintett und Orchester (UA)
Auftragskomposition des Symphonieorchesters Vorarlberg

Maurice Ravel: Pavane pour une Infante Défunte

Francis Poulenc: Sinfonietta

Konzert 3
Fr, 16. Jänner 2015, 19.30 Uhr Montforthaus Feldkirch
So, 18. Jänner 2015, 19.30 Uhr Festspielhaus Bregenz

Zsolt Hamar, Dirigent
István Várdai, Violoncello


Zoltán Kodály: Tänze aus Galánta

András Mihály: Konzert für Violoncello und Orchester
Robert Schumann: Symphonie Nr. 4 d-moll op. 120

Oper
11 Aufführungen um 19.30 Uhr im Vorarlberger Landestheater im Januar / Februar / März 2015
5 Termine für Abonnenten des SOV zur Auswahl
Mo, 2. Februar 2015, 19.30 Uhr
So, 8. Februar 2015, 16.00 Uhr
So, 22. Februar 2015, 19.30 Uhr (Bus)
So, 1. März 2015, 16.00 Uhr
Di, 3. März 2015, 19.30 Uhr

Alexander Drčar, Dirgent
Alexander Kubelka, Regie


Georges Bizet: Carmen
Oper in 4 Akten
Koproduktion mit dem Vorarlberger Landestheater


Konzert 4

Mo, 6. April 2015 (Ostern), 19.30 Uhr Montforthaus Feldkirch
Di, 7. April 2015 (Ostern), 19.30 Uhr Festspielhaus Bregenz

Gérard Korsten, Dirigent

Gerhard Schedl: Fünf Intermezzi aus „Glaube, Liebe, Hoffnung“
Witold Lutoslawski: Konzert für Orchester
Anton Bruckner: Symphonie  Nr. 1 c-moll

Konzert 5
Sa, 9. Mai 2015, 19.30 Uhr Montforthaus Feldkirch
So, 10. Mai 2015, 19.30 Uhr Festspielhaus Bregenz

Gérard Korsten, Dirigent
Jürgen Ellensohn, Trompete


Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Nr. 25 g-moll KV 183
Johann Nepomuk Hummel: Trompetenkonzert in E-Dur
Igor Strawinsky: Danses concertantes
Joseph Haydn: Symphonie Nr. 44 e-moll „Trauersymphonie“

 Im Salon der Villa Liebenstein in Bregenz, Sitz der dortigen Musikschule, präsentierten (von rechts) Präsident Eduard Konzett und Geschäftsführer Thomas Heißbauer in der Moderation von Martina Feurstein das Programm des SOV in der nächsten Saison.

Im Salon der Villa Liebenstein in Bregenz, Sitz der dortigen Musikschule, präsentierten (von rechts) Präsident Eduard Konzett und Geschäftsführer Thomas Heißbauer in der Moderation von Martina Feurstein das Programm des SOV in der nächsten Saison.

Zu dieser Pressekonferenz waren auch Konzertbesucher eingeladen, die seit 20 Jahren regelmäßig Karten für den damals neu aufgelegten Abonnement-Zyklus bestellt haben und heute das finanzielle Rückgrat des Orchesters bilden.

Zu dieser Pressekonferenz waren auch Konzertbesucher eingeladen, die seit 20 Jahren regelmäßig Karten für den damals neu aufgelegten Abonnement-Zyklus bestellt haben und heute das finanzielle Rückgrat des Orchesters bilden.

Eduard Konzett leitet als umsichtiger Präsident seit 13 Jahren die Geschicke des Symphonieorchesters Vorarlberg und ist auch um eine ausgewogene Finanzierung bemüht.

Eduard Konzett leitet als umsichtiger Präsident seit 13 Jahren die Geschicke des Symphonieorchesters Vorarlberg und ist auch um eine ausgewogene Finanzierung bemüht.

 In kurzer Zeit sind Präsident Eduard Konzett (links) und der neue Geschäftsführer Thomas Heißbauer ein gutes Gespann geworden, das im Moment das 30-Jahr-Jubiläum des Orchesters im nächsten Jahr plant (Fotos: SOV/Markus Gmeiner).

In kurzer Zeit sind Präsident Eduard Konzett (links) und der neue Geschäftsführer Thomas Heißbauer ein gutes Gespann geworden, das im Moment das 30-Jahr-Jubiläum des Orchesters im nächsten Jahr plant (Fotos: SOV/Markus Gmeiner).

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  •  Im Salon der Villa Liebenstein in Bregenz, Sitz der dortigen Musikschule, präsentierten (von rechts) Präsident Eduard Konzett und Geschäftsführer Thomas Heißbauer in der Moderation von Martina Feurstein das Programm des SOV in der nächsten Saison. Im Salon der Villa Liebenstein in Bregenz, Sitz der dortigen Musikschule, präsentierten (von rechts) Präsident Eduard Konzett und Geschäftsführer Thomas Heißbauer in der Moderation von Martina Feurstein das Programm des SOV in der nächsten Saison.
  • Zu dieser Pressekonferenz waren auch Konzertbesucher eingeladen, die seit 20 Jahren regelmäßig Karten für den damals neu aufgelegten Abonnement-Zyklus bestellt haben und heute das finanzielle Rückgrat des Orchesters bilden. Zu dieser Pressekonferenz waren auch Konzertbesucher eingeladen, die seit 20 Jahren regelmäßig Karten für den damals neu aufgelegten Abonnement-Zyklus bestellt haben und heute das finanzielle Rückgrat des Orchesters bilden.
  • Eduard Konzett leitet als umsichtiger Präsident seit 13 Jahren die Geschicke des Symphonieorchesters Vorarlberg und ist auch um eine ausgewogene Finanzierung bemüht. Eduard Konzett leitet als umsichtiger Präsident seit 13 Jahren die Geschicke des Symphonieorchesters Vorarlberg und ist auch um eine ausgewogene Finanzierung bemüht.
  •  In kurzer Zeit sind Präsident Eduard Konzett (links) und der neue Geschäftsführer Thomas Heißbauer ein gutes Gespann geworden, das im Moment das 30-Jahr-Jubiläum des Orchesters im nächsten Jahr plant (Fotos: SOV/Markus Gmeiner). In kurzer Zeit sind Präsident Eduard Konzett (links) und der neue Geschäftsführer Thomas Heißbauer ein gutes Gespann geworden, das im Moment das 30-Jahr-Jubiläum des Orchesters im nächsten Jahr plant (Fotos: SOV/Markus Gmeiner).