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06.04.2018 |  Anita Grüneis

Das neue Jahresprogramm auf Schloss Werdenberg - Musik und Mittelalter

Die Stadt Feldkirch und das Schloss Werdenberg verbinden rund 800 Jahre. Feldkirch wurde 1218 das erste Mal urkundlich erwähnt, der Bau des Bergfrieds von Schloss Werdenberg erfolgte 1228 unter Graf Rudolf von Montfort. Eine wilde Zeit soll das damals gewesen sein und „wild“ wird es auch dieses Jahr im und um das Schloss Werdenberg zugehen. Das neue Jahresprogramm ist äußerst eindrücklich. Das Spektrum reicht von der Mondnacht im Mittelalter, über Zeitreisen durchs Schloss, Alte und Neue Musik im Schloss, „La Traviata“ zu Füßen des Schlosses, die Ausstellung „Re_form“, eine Opernfilmnacht im Schlosshof, Workshops für Kinder und Erwachsene sowie Nachtmärkten.

Spezielle Programme für Kinder

Die Kulturpolitik des Kantons St. Gallen ist auf einem guten Weg mit ihrem Masterplan, wonach das Schloss Werdenberg einer der vier „Leuchttürme“ des Kantons werden soll. Dafür stellte sie 27 Millionen Franken zur Verfügung. Was vor rund sieben Jahren begann, trägt nun Früchte. Das Schloss ist in der Bevölkerung „angekommen“, wird wahrgenommen, mehrmals jährlich besucht und vor allem die Kinder haben eine mittelalterliche Gaudi. Schon beim Betreten des Schlosses können sie sich als Ritter verkleiden, sie können aber auch Rittersaal, Burgküche und Zinne besuchen, im Dachstock echte Ritterkleidung, Helme und Schwerter ausprobieren oder aber an Ausgrabungen im Schlosskeller teilnehmen. Wie an richtigen archäologischen Fundorten wird dort fachgerecht gegraben und vermessen, werden die Funde miteinander verglichen und benannt. Ein Schloss zum Anfassen!

Heiner Goebbels im Fokus

„Wild“ lautet das diesjährige Jahresmotto des Schlosses Werdenberg. „Es ist keine Wildsaison und keine Jagdausstellung“, betonte der St. Galler Regierungsrat Martin Klöti bei der Saisoneröffnung. Er sprach vom „Mehrwert“, den das Schloss mit seinen Aktivitäten generiert, so zum Beispiel im Tourismus, da Besucher eigens für das Pfingstfestival „Schlossmediale“ anreisen. „Viele Festivals, die heute sehr erfolgreich sind, haben klein angefangen, es braucht meist zehn bis fünfzehn Jahre, bist sie etabliert sind.“ Die Schlossmediale ist auf einem guten Weg dorthin. Das professionelle Programm mit hochkarätigen Künstlerinnen und Künstlern lockt Musikliebhaber aus vielen umliegenden Ländern nach Werdenberg. Dieses Jahr steht mit Heiner Goebbels einer der renommiertesten Komponisten und Künstler im Fokus, er wird unter anderem das Auftragswerk „Au Coeur de la Foret“ vorstellen, eine Art verspäteter musikalischer Kreuzweg zu Pfingsten“ für Bagpipe Solo, geschrieben für Erwan Keravec und sei­nen Dudelsack. In diesem Stück hat Goebbels auch Motive aus Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion verarbeitet. 

Mittelalter im und ums Schloss

Im Mai und September gibt es je eine „Mondnacht im Mittelalter“. Dabei finden sich Besucher im Jahr 1242 wieder, dürfen auf ein einfaches Gastmahl hoffen und erfahren beim Warten viel über das Leben auf der Burg. Suppe, Wein und Brot sind im Eintrittspreis inbegriffen wie auch die Gesellschaft der Grafenfamilie. Im Juni können Erwachsene lernen, wie man eine Trockenmauer baut, Kinder dürfen auf den Spuren von Schloss-Architekten wandern und Burgen bauen und Ende des Monats lädt das Schloss alle zum Mittelaltertag ein. Im August werden die Klänge der „La Traviata“ über den Werdenberger See ziehen – bei diesen ersten See-Schlossfestspielen ist das Sinfonieorchester Liechtenstein mit von der Partie.

Die Reformation mit Rap

Im September zieht die Reformation ins Schloss ein. Die Ausstellung Re_Form zeichnet die Reformationsgeschichte in den sechs Werdenberger Gemeinden nach. Schon seit längerem werden dafür Konfirmationsbilder gesammelt, die in dieser Ausstellung zu sehen sein werden wie auch Flugblätter mit Texten zur Reformation und der Gegenreformation. Auch musikalisch wird der Reformation gedacht. Redensarten aus der Luther-Bibel, die heute noch in Gebrauch sind, werden mit Bach-Kantaten kombiniert – das alles wird dann im RAP-Stil präsentiert. Außerdem wird unter anderem erklärt, warum und wie der Hahn auf die Werdenberger Kirchtürme kam.    

Sinnlich, uralt und wild soll es zu- und hergehen, dieses Jahr auf Schloss Werdenberg. Naja, wenn acht Staubsauger mit acht Akkordeons eine „Balgerei“ veranstalten und das Ganze wie der Soundtrack zu einer Science-Fiction tönt, dann wird klar, dass im Schloss Werdenberg die Zukunft längst begonnen hat. Jedes Jahr aufs Neue. 

 

 

Markus Maggiore mit seinem Sackpfeifen

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Museumsleiter Thomas Gnägi stellt die Ausstellung "Re_Form" vor

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