Die Camerata Musica Reno unter der Leitung von Tobias Grabher und Michael Köhlmeier führten die Konzertbesucher:innen in die Gefühlswelten sich ehrlich Liebender.
Martina Nachbaur · 04. Mär 2026 · Kinder

Leuchtende Bilder, starke Figuren und Geschichten, die Mut machen

Drei Animationsfilme für Kinder mit fantasievollen Bildwelten

Kinderkino ist viel mehr als reine Unterhaltung. Es kann Kinder zum Lachen bringen, zum Nachdenken anregen und sie dabei unterstützen, Gefühle einzuordnen, Fragen zu stellen und unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Im März sind in Dornbirn und Höchst drei aktuelle Animationsfilme zu sehen, die mit unterschiedlicher Bildsprache und Erzählweise neue Welten eröffnen.

Allen drei Filmen gemeinsam ist ihr respektvoller Blick auf die kindliche Erfahrungswelt. Sie erzählen von Freundschaft und Zusammenhalt, von Konflikten, Anderssein und Mut. Starke Figuren und detailreiche Bildwelten eröffnen Zugänge zu Themen, die Kinder bewegen, ohne sie zu überfordern, und zeigen wie Emotionen und gesellschaftliche Fragen altersgerecht im Kino verhandelt werden können. Empfohlen sind die Filme für Kinder ab sechs beziehungsweise acht Jahren.

 

Ich bin Frida, Frida Kahlo

Mit „Hola Frida“ lernen junge Zuschauer:innen die Kindheit der später weltberühmten Künstlerin Frida Kahlo kennen. Der Film, basierend auf der gleichnamigen Zeichentrickserie und dem Buch „Frida, das bin ich“, führt ins mexikanische Coyoacán und erzählt von einem Mädchen, das aufgrund von Krankheit viel Zeit allein verbringt. Zeichnen und Malen werden für Frida zu wichtigen Ausdrucksformen, um Erlebnisse und Gefühle zu verarbeiten.
Der Film konzentriert sich bewusst auf einen begrenzten Zeitraum in Fridas Kindheit statt auf eine vollständige Künstlerbiografie. Er zeigt Frida als neugieriges, lebensfrohes Kind mit großen Träumen – in alltäglichen Situationen ebenso wie in Momenten des Rückzugs. Szenen auf dem Markt in Mexiko-Stadt verankern die Geschichte im Alltag und werden zugleich durch ihre kindliche Vorstellungskraft erweitert.
Visuell folgt der Film einer klaren Dramaturgie: Kräftige Farben spiegeln Fridas Fantasie, ruhigere, reduzierte Bilder markieren Momente von Schmerz und Erschöpfung. Emotionale Zustände werden so für Kinder erfahrbar, ohne erklärt werden zu müssen. „Hola Frida“ zeigt die Künstlerin nicht als Ikone, sondern als Kind auf der Suche nach Ausdruck und Selbstvertrauen – ein sensibel erzählter Animationsfilm über Kreativität, Resilienz und die Kraft der Vorstellung.



Vom Gegeneinander zum Miteinander 

 Der brasilianische Animationsfilm „Das Geheimnis der Perlimps“ erzählt die Geschichte zweier junger Wesen aus verfeindeten Reichen: Claé, ein Wolf aus dem Königreich der Sonne, und Bruó, ein Bär aus dem Königreich des Mondes. Als Geheimagenten ihrer jeweiligen Welten werden sie auf eine gemeinsame Mission geschickt: hinein in einen verzauberten Wald, der von einer gewaltigen Flut bedroht ist. Dort sollen sie die geheimnisvollen Perlimps finden – Wesen, die als Schlüssel zum Frieden in einer von Konflikten und gigantischen Kreaturen geprägten Welt gelten.
Was als Begegnung zweier Rivalen beginnt, entwickelt sich schrittweise zu einer Zusammenarbeit, ohne die weder der Wald noch ihre Königreiche zu retten wären. Claé und Bruó verbindet eine Freundschaft, die nicht selbstverständlich entsteht, sondern durch das Überwinden von Vorurteilen und durch gemeinsames Handeln wächst. Der Film zeigt, wie Vertrauen entsteht, wo zunächst Misstrauen herrscht, und wie Unterschiede überwunden werden können, wenn ein gemeinsames Ziel im Mittelpunkt steht.
Regisseur Alê Abreu verbindet eine farbintensive, visuell eigenständige Bildwelt mit einer politischen Parabel, die auch für Kinder verständlich bleibt. Themen wie Krieg und Frieden, Umweltzerstörung und Verantwortung werden nicht didaktisch erklärt, sondern in eine märchenhafte Erzählung eingebettet. 



Flow – Wie die Katze die Angst vor dem Wasser verlor

Auch „Flow“ knüpft thematisch an Fragen von Katastrophe, Zusammenhalt und Neubeginn an – wählt dafür jedoch einen radikal reduzierten Zugang. Der Animationsfilm von Gints Zilbalodis kommt vollständig ohne Sprache aus. Erzählt wird von einer Welt nach der Überflutung, in der sich eine Katze, zunächst allein unterwegs, nach und nach mit anderen Tieren zusammentut: einem Hund, einem Wasserschwein, einem Lemur und einem Sekretärvogel. Gemeinsam treiben sie auf einem Boot durch eine veränderte Landschaft.
Die Geschichte entfaltet sich ausschließlich über Bilder, Geräusche und Musik. Diese konzentrierte Form eröffnet Raum für eigene Deutungen und emotionale Zugänge, ohne Erklärungen vorzugeben. „Flow“ erzählt von Verlust und Unsicherheit, aber auch von Vertrauen, gegenseitiger Hilfe und der Fähigkeit, Teil einer Gemeinschaft zu werden. „Flow“ richtet sich besonders an Kinder, die bereit sind, sich auf eine konzentrierte, stille Erzählweise einzulassen. 



Im Mittelpunkt steht das Miteinander

So unterschiedlich diese drei Filme auch sind, sie verbindet eine gemeinsame Haltung: Sie erzählen von Herausforderungen, ohne zu überfordern, und von Mut, der oft im Miteinander entsteht. Ob in Fridas farbenreicher Fantasie, im magischen Wald der Perlimps oder auf dem stillen Boot in „Flow“ – sie erzählen von Mut, der nicht laut sein muss, und von Gemeinschaft, die trägt. Kinderkino, das berührt und noch lange nachwirkt.

Hola Frida (empfohlen ab 6 Jahren)
Sa, 7.3., 15 Uhr
HUMAN VISION film festival
Spielboden Dornbirn 

Das Geheimnis der Perlimps (empfohlen ab 8 Jahren)
Sa, 14.3., 15 Uhr
HUMAN VISION film festival
Spielboden Dornbirn 

Flow (empfohlen ab 8 Jahren)
Sa, 21.3., 15 Uhr
Alte Stuhlfabrik, Höchst