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07.05.2015 |  Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (8.5. - 14.5. 2015)

Das TaSKino Feldkirch zeigt diese Woche Patrice Lecontes unterhaltsame, aber substanzarme Komödie “Nur eine Stunde Ruhe - Une heure de tranquillité“. Im Vaduzer Kunstraum Engländerbau steht dagegen mit Douglas Trumbulls 1972 gedrehtem Science-Fiction-Film „Silent Running – Lautlos im Weltraum“ ein Klassiker des Genres auf dem Programm.

Nur eine Stunde Ruhe - Une heure de tranquillité: Nur in aller Ruhe eine nach langer Suche endlich gefundene und gekaufte Jazz-Platte anhören möchte Zahnarzt Leproux an diesem Samstag nachmittag. Doch immer wieder und zunehmend mehr wird er dabei gestört…
Fast in Echtzeit und weitgehend auf die Wohnung in einem Pariser Altbau konzentriert entwickelt Patrice Leconte die Handlung in dieser Adaption eines Stücks von Florian Zeller. Unterstützt von einem dynamischen Schnitt mit Perspektivenwechsel und schneller Abfolge von Großaufnahmen steigert er sukzessive das Chaos und die Verärgerung des Zahnarztes. Ganz auf Christian Clavier zugeschnitten ist diese Komödie dann auch. Wie eine etwas abgemilderte Variante der Figuren von Louis de Funès spielt er diesen Jazz-Liebhaber, explodiert zwar nie wie sein Vorbild wandelt aber immer an der Grenze zum Wutausbruch.
Hier geht es nicht darum am Rande angesprochene Themen wie latente Xenopobie, Flüchtlingselend oder schlechtere Arbeitssituation für Portugiesen durch Osterweiterung auszuloten, sondern flott und mit exaktem Timing, bei dem ein Rädchen ins andere greift und der Egoist sukzessive demontiert wird, witzige Situation aneinander zu reihen. Nicht Zeichnung komplexer Figuren, nicht sorgfältige Einbettung in ein Milieu, nicht Herausarbeitung sozialer Probleme ist das Ziel, sondern treffsicher und wirkungsvoll zu unterhalten.
Dass Leconte sein Handwerk beherrscht, zeigt sich an der Präzision, mit der er an der Handlungsschraube dreht, nicht zu übersehen ist aber, dass es der Vorlage und folglich auch dem Film an Substanz mangelt.
TaSKino Feldkirch im Kino Rio: bis Do 14.5.


Silent Running – Lautlos im Weltraum:
Die Special-Effects von Stanley Kubricks „2001 – A Space Odyssey“ machten Douglas Trumbull berühmt, vier Jahre später drehte er selbst einen Science-Fiction-Film.
Wie in Kubricks Klassiker wird auch in „Silent Running“ auf Action verzichtet. Im Mittelpunkt steht ein  Raumschiff, das im Weltall kreist und auf dem Pflanzen und Bäume für die von Atombomben verwüstete Erde herangezogen werden. Als die vierköpfige Besatzung den Befehl bekommt, diese Wälder zu vernichten, weigert sich einer der Raumfahrer (Bruce Dern) den Befehl auszuführen und es kommt unter der Mannschaft zum Kampf.
Obwohl für „Silent Running“ nur ein Bruchteil des Budgets von „2001“ zur Verfügung stand und die Innenaufnahmen in einem ausrangierten Flugzeugträger gedreht wurden, bietet auch Trumbulls Regiedebüt – er wird mit „Projekt Brainstorm“ 1983 nur noch einen zweiten, wenig erfolgreichen Film drehen – spektakuläre Tricktechnik. Gleichzeitig bringt er zusätzlich zur Angst vor der nuklearen Katastrophe, die die Nachkriegszeit bestimmte, auch – typisch für die 1970er Jahre – die Warnung vor der ökologischen Katastrophe, die mit der rasant fortschreitenden Industrialisierung und der damit verbundenen Umweltverschmutzung zunehmend massiver drohte, ins Spiel.
Kunstraum Engländerbau, Vaduz: Di 12.5., 18 Uhr

Nur eine Stunde Ruhe

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Silent Running - Lautlos im Weltraum

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