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05.12.2010 |  Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (6.12. -12.12. 2010)

Der FKC Dornbirn verabschiedet sich mit "Yuki und Nina", einem wunderbaren Film über die Kindheit - aber keinem Kinderfilm -, von den Weltlichtspielen Dornbirn. Im Spielboden dokumentiert der junge deutsche Filmemacher David Sieveking in "David Wants to Fly", wie ihn seine Begeisterung für David Lynch auf die Spuren von Maharishi Mahesh Yogi und dessen Lehre von der "Transzendentalen Meditation" brachte.

Yuki und Nina: Die beiden achtjährigen Pariser Mädchen Yuki und Nina sind Freundinnen. Weil ihre Mutter arbeitet, verbringt Yuki die Nachmittage bei Nina und bald entsteht die Idee, dass sie auch mit Ninas Familie auf Urlaub fahren könnte. Aber Yukis Mutter hat ganz andere Pläne, beabsichtigt sie doch, sich von ihrem Mann zu trennen und nach Japan zurückzukehren. Als Yuki das erfährt, versucht sie zusammen mit Nina mittels Liebestrank und Liebesfee die Trennung und den Umzug zu verhindern. Weil die beiden damit aber keinen Erfolg haben, hauen sie eines Tages ab und begeben sich auf eine zunehmend magisch-rätselhafte Reise.
Kein Kinderfilm ist „Yuki und Nina“, aber ein wunderbarer Film über Kinder und ihre verletzliche Psyche. Ganz auf der Höhe der großartig gespielten kleinen Protagonistinnen sind Nobuhiro Sawa und Hippolyte Girardot immer, erzählen konsequent aus deren Perspektive und machen in langen ruhigen Einstellungen eindringlich erfahrbar, welche Belastung eine Trennung der Eltern für sie bedeutet. Ganz realistisch ist der Beginn, ehe im Finale die Poesie und Magie an Gewicht gewinnt. Wie Suwa/Girardot zuvor von der Fremdheit der Welt der Erwachsenen für die Kinder erzählten, kann man in diesem Übergang auch einen Wechsel von der realistischen französischen Welt in die fremde japanische Welt sehen. – Ein Rätsel bleibt dieses Ende, aber trägt gerade in dieser Rätselhaftigkeit nicht unwesentlich zur Faszination bei, die „Yuki und Nina“ auslöst.
FKC Dornbirn in den Weltlichtspielen Dornbirn: Do, 9.12., 19.30 Uhr; Fr, 10.12., 21.30 Uhr


David Wants to Fly: Aus Begeisterung für David Lynch begann sich der junge deutsche Filmemacher David Sieveking für Maharishi Mahesh Yogi und dessen „Transzendentale Meditation“ zu interessieren. Seine Recherche machte er zu einem Film, in dem er auch seine persönlichen Beziehungsprobleme immer wieder ins Spiel bringt. Leicht hätte das zu einer eitlen Selbstbespiegelung werden können, doch Sieveking  bleibt glücklicherweise nicht bierernst, sondern ging völlig unbefangen und mit viel Neugier an das Thema und lässt auch die Selbstironie nicht zu kurz kommen. Da wandelt sich langsam sein Bild von David Lynch: dem freundlichen Gespräch am Beginn steht bald Abweisung gegenüber, als er kritischer nachzufragen beginnt. Doch Sieveking lässt nicht locker, recherchiert in den USA und in den Deutschland und deckt auf, dass die Führungsetage der Sekte mit Einführungsseminaren, in denen „Yogisches Fliegen“ gelehrt wird, und weiteren Kursen Millionen verdient. Auch Ex-Mitglieder spürt der Filmemacher auf, die ein Bild der Sekte zeichnen, das keineswegs mit dem nach Außen propagierten Selbstbild übereinstimmt.
Und neben dem Blick hinter die Kulissen der Sekte bringt „David Wants to Fly“ auch ein geschicktes Spiel mit Guru-Anhänger-Positionen. Denn während David Lynch unverbrüchlich an der Lehre des 2008 verstorbenen Maharishi Mahesh Yogi festhält, rückt Sieveking von seinem Idol Lynch mit Fortdauer des Films immer mehr ab.
Spielboden Dornbirn: Do, 9.12. + Fr, 10.12. - jeweils 20.30 Uhr

Yuki und Nina

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David Wants to Fly

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