Eine fantastische Begegnung mit ausgestorbenen Tieren
Im Figuren- und Schattentheater „Jona und der Vogel“ findet ein kleiner Bub im Wald einen toten Vogel. Ein Erlebnis, das ihn in die Schattenwelt lockt, wo er sich mit ausgestorbenen Tieren anfreundet, die ihn um Hilfe bitten. Gemeinsam mit seiner Oma möchte er etwas gegen das Artensterben unternehmen. Mit ihrer Gruppe „Il Segreto di Pulcinella“ hat die Theatermacherin Saskia Vallazza ein lustiges Puppentheater mit Schattenspielen entwickelt, das den sorgsamen Umgang mit der Natur thematisiert.
Jona geht zum ersten Mal allein in den Wald. In einer Höhle begegnen ihm seltsame Tiere: ein kaspischer Tiger, Riesenschildkröten, ein Beutelwolf, Moas und Dodos – Tiere, die längst ausgestorben sind, aber auch Tiere wie das Nashorn oder Meerkatzen, die sich um ihre Nachfahren Sorgen machen. Sie bitten ihn, etwas dagegen zu tun, und Jona ist zuerst verzweifelt, aber im Gespräch mit seiner Großmutter hat er dann eine Idee.
Starke Bindung zur Großmutter
Ausgangspunkt des Stücks war eine Erinnerung aus ihrer eigenen Kindheit, in der sie immer kleine Tiere begraben habe. „Der tote Vogel ist traurig, aber es ist auch schön, was ihm begegnet. Man freut sich dann so, das Grab schön zu gestalten, das ist tröstend.“ Jona findet den Vogel, während er auf dem Weg zu seiner Großmutter ist, und auch die Beziehung zu ihr und diese zwei Generationen werden in der Geschichte behandelt. „Er besucht sie oft und sie erzählt ihm ganz viel von früher und von der Natur. Sie hat sehr viel Wissen. Die beiden haben eine ganz starke Beziehung.“
„Jona und der Vogel“ sei ein generationenübergreifendes Theaterstück, das Kinder auf die prekäre Situation des Artensterbens aufmerksam machen will und dennoch läuft die Handlung über Witz und Humor. „Wenn Jona durch den Wald geht und die Puppe von den Ameisen gestochen wird und hysterisch herumspringt, da lachen alle Kinder. Man muss schauen, dass man etwas in einer lustvollen Art und Weise vermitteln kann. Die Bäume sprechen, es gibt eine schöne Vivaldi-Musik, das ist sehr euphorisch und jeder Baum, der auf die Bühne getragen wird, ist eine Persönlichkeit.“
Was mit den Tieren passiert
Seit den 90er Jahren macht Saskia Vallazza Kindertheater und bearbeitet dabei Märchen und Stücke aus der Kinderliteratur. Doch für „Jona und der Vogel“ hat sie ausnahmsweise selbst einen Text geschrieben: „Ich wollte etwas machen, das es in der Kinderliteratur nicht gibt.“ Im Stück geht’s um Artensterben, ein Thema, dass „Kinder brennend interessiert“, wie Vallazza während den Aufführungen, Gesprächen und Workshops an Schulen herausgefunden hat. Die Kinder seien sehr empathisch und noch näher dran an den Tieren und der Natur. Sie wollen wissen, „was mit den Tieren passiert, was mit der Natur passiert und was man dagegen machen kann.“
Das Stück funktioniere durch zwei Ebenen: Die Großmutter und Jona sind Puppen und repräsentieren die reale Welt und wenn Jona träumt oder in die Schattenwelt gerät, in der die Tiere ausgestorben sind, wechselt das Figurentheater zu Schattenspielen. „Vor allem die fantastischen Szenen eignen sich immer für Schattentheater“, beschreibt Vallazza, die mit halogenem Licht arbeitet und dabei Schatten produziert, die sich in der Größe verändern lassen und durch transparente Folien auch farbig werden.
Eingepackt in diese fantastische Geschichte wird im Stück Wissen vermittelt und erklärt, welche Tiere ausgestorben und welche gefährdet sind. „Es ist auch jede Aufführung anders und je nach dem Alter der Kinder und der Atmosphäre im Raum entwickelt sich das Stück weiter“, sagt Vallazza, die in der Inszenierung auch Dialoge mit den Kindern eingeplant hat. Die Theatermacherin will den Kindern zeigen, dass sie nicht machtlos sind. „Man entlässt sie auch mit einer gewissen Zuversicht aus dem Theater.“
Il Segreto di Pulcinella: „Jona und der Vogel“
Figuren- und Schattentheater, ab 5 Jahren
Dauer: 50 Minuten
28.2., 15 Uhr, Theater am Saumarkt, Feldkirch
14.3., 15 Uhr, Altes Kino Rankweil