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Michael Löbl · 30. Nov 2023 · Musik

Ein neuer Campus für die Musikakademie in Liechtenstein

Ein Projekt wie aus dem Bilderbuch – so präsentiert sich das neue Zentrum der Musikakademie in Liechtenstein, zurzeit allerdings noch in Form einer Baustelle.

Ein denkmalgeschütztes historisches Gebäude in Nendeln wird durch Musik zu neuem Leben erweckt. Mit einem Konzertsaal, Unterrichts- und Proberäumen, Wohnmöglichkeiten für Student:innen und Unterrichtende, das Ganze luxuriös ausgestattet und auch noch durch Stiftungen, Sponsoren und Gönner großzügig ausfinanziert – Herz was willst du mehr?

Es sind Bedingungen, von denen andere Initiatoren ähnlicher Projekte nur träumen können. Man denke beispielsweise nur an den Umbau des Rossstalls der Bregenzer Bilgeri-Kaserne zu einem Probezentrum und an den mühsamen Weg bis zu dessen Realisierung. In Liechtenstein gibt es einfach immer wieder privates Geld, das für vielversprechende Projekte aller Art aktiviert werden kann. Der Meister im Akquirieren solcher Mittel ist ohne Zweifel Dražen Domjanić, Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer der Musikakademie. Gemeinsam mit seinem prominent besetzten Stiftungsrat konnte er genügend Förderer aus allen möglichen Richtungen davon überzeugen, sich für dieses Projekt zu engagieren. Die Öffentliche Hand ist nur zu einem sehr kleinen Teil an der Finanzierung beteiligt.

Hervorragende Akustik

Noch ist das Ganze allerdings eine größere Baustelle, eröffnet werden soll der neue Komplex im Herbst 2024. Nur der künftige Konzertsaal ist bereits provisorisch nutzbar, und dorthin lud die Musikakademie am Donnerstagvormittag zu einer Pressekonferenz ein. Ein Streichquartett aus ehemaligen Student:innen musizierte, und obwohl sich der Saal noch im Rohbaumodus befindet, ließ die ausgezeichnete Akustik sofort aufhorchen. Kein Wunder, hat man doch dafür die Firma BBM Müller verpflichtet, bekannt als eines der führenden Akustikdesigner-Teams weltweit. In Österreich zeichnen sie bereits für die Akustik des Auditoriums Grafenegg, des Hauses für Mozart in Salzburg, der Helmut-List-Halle in Graz, aber auch der Kulturbühne AMBACH in Götzis verantwortlich.

Schlüsselpositionen für Vorarlberger:innen

Auch die Vorarlbergser:innen kommt bei diesem Projekt nicht zu kurz, genau genommen haben sie sogar zwei der interessantesten und prestigeträchtigsten Aufgaben erobert. Die Architektur stammt von Cukrowicz Nachbaur Architekten aus Bregenz und die Corporate Identity, also alles vom Logo über die Homepage, Signaletik bis zur Grafik, entwirft das Atelier Andrea Gassner, beheimatet in Feldkirch.
Gleichzeitig mit der Eröffnung des neuen Campus tritt auch ein vollkommen neues pädagogisches Konzept in Kraft, das zusätzlich zum Instrumentalunterricht viele weitere Felder der Musiker- und Musikerinnenausbildung abdecken wird. Ebenso neu ist ein ausgeklügeltes Stipendiensystem, das die jungen Musiker:innen mit zunehmendem Alter nach und nach in die Finanzierung einbindet, entweder durch Bezahlung oder aber in Form von künstlerischer Leistung. Es sind so viele Neuerungen, dass die Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde. Das gesamte Konzept wird im Zuge der Campus-Eröffnung kommenden Herbst nochmals detailliert erläutert.

Ein neues Kulturzentrum

Mit der Hofstätte Hagen-Haus in Nendeln – Besitzer ist die Stiftung Hagen-Haus – bekommt die Musikakademie in Liechtenstein 15 Jahre nach ihrer Gründung ein neues Zuhause. Neben Wohn-und Schlafräumen für Student:innen und Lehrpersonen entstehen dort derzeit ein Konzertsaal mit 120 Plätzen, Proben-und Aufenthaltsräume, ein Foyer und ein wunderschöner, allgemein zugänglicher Außenbereich. Und – ganz wichtig: Es wird in Nendeln zukünftig vermehrt interessante Veranstaltungen geben, alleine die Konzerte der Musikakademie mit ihren hochbegabten jungen Musiker:innen versprechen Kulturgenuss auf höchstem Niveau.

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