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22.03.2010 |  Peter Füssl

Galactic: ya-ka-may

„Not your father’s New Orleans record!“ steht – als Warnung? als Kaufanreiz? – auf dem Cover von „ya-ka-may“, dem neuesten Produkt des Quintetts Galactic, das mit kleineren Besetzungsänderungen schon seit 1994 mit einigem Erfolg versucht, den New Orleans-Sound zu entstauben.

Die fünf Instrumentalisten haben für ihr brodelndes Gebräu aus Funk, Brass Band-Gebläse, Südstaaten-Soul  und der am Big Easy heimischen, vom Bounce beeinflussten HipHop-Variante eine grandiose Auswahl an Vokalisten aus den diversen Genres engagiert. Hier treffen, wenn man so will, dann doch wieder die musikalischen Großeltern auf die hochbegabten Enkelkinder. Zu den quicklebendigen Oldies zählen etwa die bald 70-jährige „Soul Queen of New Orleans“ Irma Thomas, der als Musiker wie als Produzent die Musikszene gleichermaßen prägende Pianist Allen Toussaint, der legendäre Funk-Blues-orientierte Gitarrist und Sänger Walter „Wolfman“ Washington oder der als Mardi Gras Indian in gigantischen Federkostümen auftretende Big Chief Bo Dollis, während Youngsters wie Cheeky Blakk, Katey Red, Sissy Nobby oder Big Freedia eindrucksvoll demonstrieren, dass der Mississippi-HipHop zwar weitgehend unbekannt aber durchaus reizvoll ist. Alle gemeinsam werden sie unter geschmacksicherer Anleitung der „Galacticer“ dem CD-Titel „ya-ka-may“ durchaus gerecht. Das ist nämlich ein Klassiker der New Orleans-Küche, eine eintopfartige Suppe chinesischen Ursprungs und afrikanisch verfeinert, die man aus Nudeln, jeglichem Fleisch, das man gerade zur Hand hat, grünen Zwiebeln und einem hartgekochten Ei zusammenbraut. „Ya-ka-may“ genießt man mit Vorliebe als Wiederbelebungsmittel nach durchzechten Nächten – sollte man zum Beispiel zum Galactic-Sound zu lange das Tanzbein geschwungen haben. ANTI/Vertrieb: edel)

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