Neu in den Kinos: „Ich Capitano“ (Foto: X-Verleih)
Peter Füssl · 18. Dez 2012 · CD-Tipp

FOOD Thomas Strønen/Iain Ballamy: Mercurial Balm

Auf „Mercurial Balm“ schließen der norwegische Drummer Thomas Strønen und der englische Saxophonist Iain Ballamby, beides auch ausgefinkelte Live-Elektroniker, nahtlos an ihr erfolgreiches, vor zwei Jahren erschienenes ECM-Debut „Quiet Inlet“ an: vielschichtige Rhythmus- und Klangteppiche, die zugleich etwas Schweres und etwas Schwebendes haben, verdichten sich zu verhalten-expressiven Soundscapes, bauen Spannung auf, die sich dann zumeist in emotionalen und dennoch klar strukturierten Saxophonausbrüchen Ballamys entladen.

Auf sieben der zehn Stücke ist auch wieder der sich perfekt in dieses musikalische Konzept einfügende österreichische Gitarrist Christian Fennesz mit dabei, Nils Petter Molvaer veredelt ein Stück mit seinem unverwechselbaren Trompetenton. Besonders eindrucksvoll sind aber die drei Stücke „Chanterelle“, „Mercurial Balm“ und „Magnetosphere“, zu denen sich Strønen und Ballamy als „special guests“ den norwegischen Gitarristen und Soundtüftler Eivind Aarset und den indischen Slide-Gitarristen und Sänger Prakash Sontakke geholt haben. Letzter verdichtet sowohl mit seiner innovativen Saitenzauberei als auch mit seiner unter die Haut gehenden Stimme das musikalische Geschehen und bringt viel hinduistisches Flair in die typisch nordisch-melancholische Klangwelt ein. Dass es sich großteils um Konzertmitschnitte handelt, sagt einiges über die beachtlichen improvisatorischen Fähigkeiten und Live-Qualitäten aller Beteiligten aus. Der ideale Soundtrack für dunkle Winterabende, an denen große, schwere Schneeflocken vom Himmel herunterschweben.
(ECM/Vertrieb: www.lotusrecords.at)