Das PulsArt Ensemble der Stella Privathochschule in Feldkirch (Foto: Victor Marin)
Karlheinz Pichler · 30. Jun 2014 · Ausstellung

Im Spannungsfeld von Malerei und Skulptur – Farbkörper und Bildobjekte in der Feldkircher Galerie Feurstein

Im Rahmen ihrer diesjährigen Sommerausstellung rück die Feldkircher Galerie Feurstein derzeit das Zusammenspiel von Form, Farbe, Licht, Raum und Körper anhand von farbigen Bildobjekten aus dem eigenen Sammlungsbestand ins Zentrum.

Der 1968 in Wien geborene und heute in Genf lebende Künstler Thierry Feuz etwa ist unter anderem mit einem typischen, technisch aufwändig gefertigten Streifenbildobjekt in der Ausstellung vertreten („Technicolor Slim Panorama Sedrun“, Lack, Acryl auf Leinwand). Feuz malt seine Bilder zumeist in der Horizontalen. Auf eine flüssige Lackschicht erfolgt ein gezielter Einsatz von Farben und einer erweiterten Werkzeugpalette, nebst Pinseln und Spachteln auch Stäbe, Spraydosen und Luftdüsen. Bei diesem Verfahren gibt es keine Korrekturmöglichkeit: Was einmal gemalt wurde, ist für die Ewigkeit bestimmt.

„Unregelmäßige Strenge“


Weiters sind zwei Multiplex-Objekte mit Harz und Pigmenten von Dirk Salz zu sehen. Das Formenvokabular des in Bochum geborenen Künstlers ist schlicht. Und selbst dort, wo die Arbeiten scharf am Dekorativen vorbeizielen, herrscht Strenge vor. Häufig sind es vertikale und horizontale Strukturen, die sich an Quadrate, Rechtecke oder Streifenflächen anlehnen und sich im Farbraum manifestieren. Unter hochglänzender Oberfläche suggerieren die Strukturen Tiefe oder drängen an die Oberfläche. In den auf den ersten Blick Präzision vermittelnden Arbeiten eröffnen sich bei genauer Betrachtung Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche und auch in Bezug auf die Strenge der Linienführung oder der Dichtigkeit des Farbauftrags. „Mit meiner Kunst suche ich das Ideal, das doch nie zu erreichen ist“, sagt der deutsche Künstler.

Auch neue Wandarbeiten der Dornbirner Künstlerin Carmen Pfanner sind in der von Günter Feurstein betriebenen Galerie vertreten. Wie ihre installativen, raumgreifenden Arbeiten und die genähten Zeichnungen basieren auch diese auf textilen Materialien. Aus der stofflichen Fläche arbeitet Pfanner hier organisch und gleichsam ident wirkende Elemente dreidimensional heraus und ordnet sie in einem auf Horizontal- und Vertikalachsen gebauten Schema an.

Rouge et blanc


Eine neue Arbeit von Rita Rohlfing, für die sie Acrylglas, Acrylfarbe und Aluminium als Materialien verwendet hat, betitelt sich mit „rouge et blanc“. Gabriele Uelsberg, Direktorin des LVR-Museums in Bonn, schreibt über Rohlfing: „Rita Rohlfing konstruiert Farbräume, in denen sie skulpturale und malerische Elemente so miteinander verknüpft, dass sie sich in ihren jeweiligen Komponenten gegenseitig gleichsam aufheben, um gemeinsam ein drittes Element zu schaffen, das vor allem Raum ist und Farbe.“ Viele ihrer Arbeiten sind dergestalt konzipiert, dass sie sich für den Betrachter visuell scheinbar verändern, wenn er daran vorbeischlendert.

Ganz neu im Programm der Galerie Feurstein ist der Künstler Sven Egert. Der 1980 in Chur geborene und heute in Luzern lebende und arbeitende Egert präsentiert sich mit sogenannten „plastic karma paintings“. Dabei handelt es sich um mit Kunststoff-Fußmatten unterlegte und in Objektrahmen eingebaute bemalte Glasoberflächen, welche eine starke Raumpräsenz aussenden. Charakteristisch für Egert sind ebenso Punktbild-Objekte. Dafür verwendet der in der Innerschweiz lebende Künstler Acryl-Farbe und Spritzpistole.
Weitere Objektbilder stammen von Günther Holder, Frank Piasta, Elisabeth Vary sowie Gaby Terhuven.

 

Farbkörper/ Bildobjekte
Thierry Feuz, Dirk Salz, Günther Holder, Frank Piasta,
Carmen Pfanner, Elisabeth Vary, Rita Rohlfing, Gaby
Terhuven, Sven Egert
bis 26.7.2014
Di-Fr 14-18, Sa 11-14
Galerie Feurstein, Feldkirch
www.galeriefeurstein.at