„weltbewegt“ – Eine Ausstellung über Entwicklung und globale Zusammenarbeit
Walter Gasperi · 08. Okt 2026 · Film

Aktuell in den Filmclubs (9.10. – 15.10.2026)

Beim FKC Dornbirn steht diese Woche mit dem dänischen Spielfilm „Nachbeben“ ein packendes Krankenhausdrama auf dem Programm. Die LeinwandLounge in der Remise Bludenz (und im Dezember die Programmkinoschiene Kinothek extra in der Kinothek Lustenau) zeigt dagegen mit „Power Ballad“ eine beschwingte Musikkomödie, die auch ernste Themen nicht ausklammert.

Nachbeben: Einer erfahrenen dänischen Neurologin (Özlem Sağlanmak) unterläuft während ihrer Schicht in einem unterbesetzten Krankenhaus eine folgenschwere Fehleinschätzung.
Die Regisseurin Zinnini Elkington konzentriert sich ganz auf diese eine Schicht und verzichtet auf Hintergrundinformationen. Phänomenal ist, wie sie mit beweglicher Handkamera (Mia Mai Dengsø Graabæk), schnellem Schnitt (Ania de Sá) und genauem Blick eine atemberaubende Dichte und Authentizität erzeugt. Hautnah ist sie an ihrer Protagonistin dran, folgt ihr auf Schritt und Tritt und weicht über 90 Minuten nie von ihrer Seite. Nicht nötig wäre hier Jenny Rossanders treibende Filmmusik, die Thrillerspannung erzeugen soll, denn die zupackende Inszenierung und die mit vollem Einsatz spielenden Schauspieler:innen sorgen für ausreichend Dramatik.
Zu viel packt die 37-jährige Elkington zudem in ihr Drama, wenn sie mit mehreren Wendungen weitere Aspekte ins Spiel bringt, die aber letztlich nicht wirklich entwickelt werden. Allzu schematisch angelegt ist auch die Gegenüberstellung von fataler Fehleinschätzung und heftiger Kritik der Eltern des Opfers auf der einen Seite und Dankbarkeit des Sohns einer anderen Patientin für die Hilfeleistung auf der anderen Seite. Stark ist „Nachbeben“ aber dennoch im intensiven Blick auf den Krankenhausalltag, in dem alle jenseits der Belastungsgrenze arbeiten und vor allem in der Auslotung der von Özlem Sağlanmak großartig gespielten Protagonistin. 
FKC Dornbirn im Cinema Dornbirn: Mi 14.10., 18 Uhr + Do 15.10., 19.30 Uhr (dän. OmU.)

Power Ballad: Leidenschaft für Musik durchzieht schon die ersten Szenen, wenn Rick Power (Paul Rudd) als Frontman einer Hochzeitsband die Festgesellschaft mit klassischen Hits begeistert. Wenn er aber einen seiner eigenen Songs einstreut, verfliegt die ausgelassene Stimmung rasch und die Tanzfläche leert sich. Immer noch hängt der gebürtige Amerikaner dem Traum von einer Musikerkarriere nach, den er vor 15 Jahren während einer Tournee hinter sich ließ, als er sich in Irland verliebte und Familie über Karriere stellte. Als er bei einem Hochzeitsauftritt dem 20 Jahre jüngeren, ehemaligen Boyband-Musiker Danny (Nick Jonas) begegnet, verstehen sich die beiden auf Anhieb blendend und feilen in einer alkoholreichen Nacht gemeinsam an den Songs des jeweils anderen. Monate später muss Rick aber feststellen, dass Danny mit einem seiner Songs einen Welthit gelandet hat, muss aber seine Urheberschaft beweisen, um einen Credit als Co-Writer und einen finanziellen Anteil zu erkämpfen.
Mit einer mobilen Kamera (Yaron Orbach) und schnellem Schnitt (Stephen O’Connell) erzeugt John Carney in den Hochzeitsszenen viel Schwung, dazu kommt aber auch ein Gespür für markante Figuren. Da wirkt nichts retortenhaft, sondern durch Carneys Blick für Details entwickeln Milieu und Figuren Echtheit. Immer bewahrt diese Musikkomödie dabei Leichtigkeit, verliert aber nie die ernsten Themen des Business aus den Augen. Denn da geht es nicht nur um die Frage des Urheberrechts, sondern zur Diskussion gestellt wird auch, ob letztlich nicht erst die entsprechende Produktion einen Songtext zum Hit macht und wie groß der Anteil des ursprünglichen Songwriters am Erfolg ist.
LeinwandLounge in der Remise Bludenz: Mi 14.10., 19 Uhr (engl. OmU.)
Kinothek extra in der Kinothek Lustenau: Mo 14.12., 18 Uhr + Mi 16.12., 20 Uhr (engl. OmU.)


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