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25.09.2016 |  Anita Grüneis

Regionales Großprojekt: Viel Leidenschaft bei den "Carmina Burana"

Sie hatten Mut gezeigt. Ein Jahr lang werkelten sie an ihrem Großprojekt, am Samstag hatte es im ausverkauften Vaduzersaal Premiere. Mit tosendem Beifall und Standing Ovations dankte das Publikum den 200 Mitwirkenden, alles Amateure aus der Region, die das Mammut-Werk „Carmina Burana“ von Carl Orff hervorragend gemeistert hatten.

Die Bühne war fast zu klein, um alle aufzunehmen. Die Chöre „We are Famliy“ aus Triesen mit ihrem Kinderchor, der Männerchor Harmonie Mels und der Sängerbund Buchs hatten sich für dieses Projekt vereint und ein Jahr lang geprobt. Gesungen werden musste in lateinischer und mittelhochdeutscher Sprache, zudem hatte der Komponist das Werk eigentlich als Ballett geschaffen, was schwierige hämmernde und rotierende Rhythmen mit sich brachte. Keine einfache Aufgabe für all die Frauen, Männer und Kinder. Erst kurz vor der Premiere wurde gemeinsam mit dem Orchester Liechtenstein-Werdenberg und den drei Solisten Christian Büchel, Sabine Winter und David Sitka geprobt.

Keine Politik

Für das bessere Verständnis des Konzerts erklärte Moderatorin Elisabeth Huppmann zu Beginn die einzelnen Teile des Werkes von Carl Orff, der Dirigent bot dazu jeweils die passenden „Hörbeispiele“. OK-Präsident Daniel Kellerhals begrüßte seinerseits die Gäste, darunter den Landtagspräsidenten Albert Frick, den Triesner Vorsteher Günter Mahl und den Gemeindepräsidenten von Pfäfers Ferdinand Riederer. Alle anderen Politiker hatten sich größtenteils entschuldigt.

Fress- und Sauflieder

„Sie verpassen einen besonderen Kunstgenuss“, meinte Kellerhals und Dirigent Stefan Susana zeigte, was damit gemeint war. Mit Verve feuerte er die Mitwirkenden an und sorgte für einen bombastischen Einstieg. Fortuna wurde lautstark und mit Begeisterung gepriesen. Für den folgenden Frühling fanden die Flöten zarte und leise Töne und auch die Chöre erinnerten eher an mittelalterliche, fast gregorianische Choräle. Und dann ertönte ein Zwiefacher, ein schneller Volkstanz zwischen Dreher und Walzer. Die Schenke nahte und mit ihr kamen die Fress- und Sauflieder.

Volumen und Spitzentöne

Die voluminöse Bariton-Tiefe des erfahrenen Opern- und Operettensängers Christian Büchel passte wunderbar zu diesen saftigen Liedern. Er sang sie mit hörbarem Genuss. Einen zarten Gegenpol dazu setzte Sigrid Plundrich mit ihrem klaren und reinen Sopran, der mühelos Spitzentöne meisterte. Dritter im Bunde war der Tenor Joaquin Asiain aus Spanien. Für sein Lied „Olim lacus colueram“ schlich er sich von der Seite am Orchester vorbei und beklagte sein Schicksal vom schönen Schwan zum Braten in der Pfanne. Da kam ein Hauch von Gruselfilm auf und es wurde schaurig schön.
Doch schon setzten die Klagelieder ein, das Rad des Schicksals drehte sich weiter, der Liebesfreude folgte das Liebesleid, wunderschön innig besungen von Sabine Winter, bis dann wiederum Göttin Fortuna gepriesen wurde. Dirigent Stefan Susana hatte die Zügel fest in der Hand und wenn ihm die vielen Akteure zu entgleiten drohten, dann tanzte er schon mal den Rhythmus vor und hatte sie rasch wieder vereint.

Am Donnerstag, den 29. Oktober gastiert die Produktion um 19.30 Uhr in der evangelischen Kirche in Buchs und am Freitag den 30. Oktober ist sie um 17 Uhr in der Ägerihalle in Unterägeri zu erleben.

Kein Platz mehr auf der Bühne des Vaduzersaals: 200 Mitwirkende bringen "Carmina Burana" zum Erfolg

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