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21.03.2017 |  Peter Füssl

Reinhard Micko Quartet: Coming Home

„Schönheit“ und „Leichtigkeit“ sind nicht unbedingt Eigenschaften, die der durchschnittliche Musikhörer mit Jazz in Verbindung bringt, der Wiener Pianist Reinhard Micko hat sie aber zu Eckpunkten seines musikalischen Konzeptes erhoben. Das bedeutet freilich nicht, dass einige von Mickos neun Eigenkompositionen auf seiner ersten CD nach einer mehrjährigen burn-out-bedingten Pause nicht durchaus komplexer Natur wären, auch wenn sie sich von den Melodien und Harmonien her durchaus gehörgefällig geben.

Der junge Drummer Peter Primus Frosch, Peter Herbert am Bass und der vom gemeinsamen Trio mit Glauco Venier und Norma Winstone her international bekannte Sopransaxophonist und Bassklarinettist Klaus Gesing sind kongeniale Partner für die teils stimmungsvoll-expressiven, teils impulsiv vorantreibenden Stücke. Reinhard Micko präsentiert – nicht nur, aber ganz besonders – im solo gespielten Titelstück seine improvisatorischen und spieltechnischen Fähigkeiten, führt glänzende Dialoge mit Gesing und bietet auch Peter Herbert Raum für solistische Highlights. Mickos Einfallsreichtum offenbart sich aber auch in seinem erdig-rockigen, rhythmisch vertrackten und durchaus originellen Arrangement für die einzige Fremdkomposition, Gershwins mancherorts fast schon zu Tode gedudeltes Jahrhundert-Stück „Summertime“. Diese Produktion ist ein starkes Statement, das Kopf und Bauch gleichermaßen bestens bedient.

(Chire Records/www.lotusrecords.at)

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