Tanzkunst an der Schnittstelle von Traum und Wirklichkeit
Bregenzer Frühling 2026 gespickt mit spektakulären Produktionen
Der Bregenzer Frühling stellt seit fast vier Jahrzehnten weit über die lokalen Grenzen hinaus einen Fixpunkt für Liebhaber:innen des zeitgenössischen Tanzes dar. Für das nächste Jahr hat der Kulturservice der Landeshauptstadt Bregenz ein besonders hochkarätiges Programm auf die Beine gestellt. Das Motto „Keep Dreaming, Baby“ bildet dabei die thematische Klammer für vier internationale Produktionen, einer Kooperation mit dem Kunsthaus Bregenz sowie einer neuen Arbeit des Aktionstheater Ensemble.
Den Auftakt zum Bregenzer Frühling 2026 bilden am 14. März zwei Werke der 1955 in Quebec geborenen und vielfach ausgezeichneten kanadischen Choreografin Marie Chouinard und ihrer zwölfköpfigen Compagnie. Im Festspielhaus zur Aufführung gelangen „Magnificat“, das zu Bachs gleichnamigem Marien-Lobgesang getanzt wird, sowie „The Rite of Spring“ auf der Grundlage von Igor Strawinskys „Le Sacre du printemps“. Angesagt ist also ein Tanzabend zwischen Barocker Erhebung und avantgardistischem Aufbruch, zwischen der Huldigung des Menschheitstraums der Unsterblichkeit und dem Eintritt des Tanzes in die Moderne. In „The Rite of Spring“ findet Marie Chouinard erneut einen originellen Puls, der für ihre Bewegung essenziell ist. Die Kadenz und die Kraft der Musik bilden sowohl das Echo als auch den musikalischen Kontrapunkt einer organischen, dynamischen und lebendigen Choreografie.
Tags darauf, am 15. März, können die Besucher:innen der Ausstellung im Kunsthaus Bregenz den Tänzer:innen einzeln in eigens dafür vorgesehenen Bereichen begegnen und ihnen diskret einen Traum oder einen Wunsch anvertrauen. Woraus dann die Compagnie Marie Chouinard spontan einen improvisierten Tanz entwickelt und damit versucht, dem Unsichtbaren eine Form zu geben. Laut Programmheft will Marie Chouinard mit diesem als „Museum“ betitelten Stück auf die antike Figur der weiß gekleideten Seherin Pythia von Delphi verweisen, die ihre Prophezeiungen stets in einem tranceähnlichen Zustand kundgetan hat.
In die Tiefen des Unterbewusstseins
Fortgesetzt wird das Festival am 28. März mit einem hypnotischen Gesamtkunstwerk mit Live-Musik der britischen Hofesh Shechter Company. In Hofesh Shechters „Theatre of Dreams“ werden Besucher:innen zum Teil eines kollektiven Erlebens. Das Stück lotet die Zwischenwelt von Traum und Wachzustand aus und taucht in die Tiefen des Unterbewusstseins ein, um eine Welt der Fantasie, Ängste, Hoffnungen und Sehnsüchte durch eine Reihe surrealer Begegnungen zu erkunden. Neben den energiegeladenen Bewegungen der Tänzer:innen und Shechters charakteristischer, live gespielter Filmmusik wird die Performance von einer dramatischen Lichtgestaltung geprägt, die eine Traumlandschaft erschafft, in der Realität und Illusion ineinander übergehen.
Den Abend des 7. Mai teilen sich Sharon Eyal & Gai Behar mit „SAABA“ und Choreograf Marcos Morau mit „Folka“, beide Stücke getanzt vom Nederlands Dans Theater (NDT 2). Bei „SAABA“ handelt es sich um eine pulsierende Studie über Körper, Nähe und Ekstase. Ursprünglich für die Göteborgs Operans Danskompani kreiert und nun für NDT 2 neu inszeniert, wollen Sharon Eyal und Gai Behar in eine emotional aufgeladene Welt aus Leidenschaft und Verletzlichkeit entführen. Moraus Werk „Folka“ wiederum soll eine Reise wiedergeben, die das Leben und den Ritus der Transformation feiert. Das Stück beschwört eine kollektive Kraft herauf, die das Publikum auf eine mystische Fahrt durch die menschliche Psyche mitnehmen will.
Am 29. Mai gastiert das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan mit „Sounding Light“ in Bregenz, choreografiert von Cheng Tsung-lung. Dazu heißt es auf der Website des Bregenzer Frühlings: „In der Isolation der Pandemie fand Cheng Tsung-lung neue Inspiration. Mit der auferlegten Stille und dem Leben fernab des gewohnten Alltags begann er, den Geräuschen der Natur zu lauschen – den zirpenden Insekten, den singenden Vögeln, dem Wind in den Bäumen. Aus dieser Achtsamkeitsübung entstand Sounding Light, als ein Werk über die Zerbrechlichkeit von Mensch und Natur und die poetische Kraft innerer Imagination.“
Den Abschluß des Bregenzer Frühlings 2026 gestalten Martin Gruber und sein Aktionstheater Ensemble. Unter Grubers Regie kommt vom 11. bis 13. Juni m Theater Kosmos „HUMAN – Ich bin ein Mensch“ zur Aufführung. In diesem Stück wird dem suchenden, träumenden Menschen die Kälte eines KI-dominierten Fortschritts gegenüberstellt. „Der schwitzende, suchende, liebende und träumende Mensch auf der Bühne als Antithese zur digitalen Welt.“ (Martin Gruber)
Karten und Abos
Die Eintrittskarten zu den Aufführungen werden im Vergleich zum letzten Bregenzer Frühling preislich um zehn Prozent angehoben. Grund dafür ist laut Judith Reichart, Leiterin des Bregenzer Kulturservice, die internationale Qualität und Hochpreisigkeit der auftretenden Acts.
Karten und Abos (Tanzpässe) sind ab sofort beim Bregenz Tourismus & Stadtmarketing erhältlich.
Telefon: +43 5574 4080
E-Mail: tourismus@bregenz.at oder online unter
tickets.visitbregenz.com sowie events-vorarlberg.at