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Tanz

Blüten aus Nahost - Neun TänzerInnen ziehen mit „Badke“ das „Bregenzer Frühling“-Publikum von den Sitzen
Die TänzerInnen von "C de la B" großteils in der Luft © Danny Willems
Tanz
24.04.2016 Mirjam Steinbock

Sie rufen, sie lachen, sie trillern und stampfen, sie drehen sich, sind mal am Boden und im nächsten Moment schon wieder auf den stampfenden Füßen; sie verschmelzen im Duo, vereinen sich mit der Gruppe und treten genauso klar als Individuum auf – die meiste Zeit jedoch scheinen sie springend in der Luft zu verbringen, die neun palästinensischen TänzerInnen der belgischen Tanzkompanie „C de la B“. Und das ganze siebzig Minuten lang. Der orientalische „Dabke“ bildet den rhythmischen Teppich für eine sehr zeitgemäße Interpretation dieses Volkstanzes und die TänzerInnen geben Elemente aus dem Hip Hop, dem zeitgenössischen Tanz, dem Ballett, der Artistik, dem Bauchtanz und dem Capoeira mit ein. Die Stile verschmelzen auf organische Weise in einer ungeheuer rasant umgesetzen Choreografie und verwandeln den vorwiegend auf Festen getanzten Volkstanz „Dabke“ damit in die moderne Bühnentanzfassung „Badke“.

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„Speak low if you speak love“ - Wim Vandekeybus/Ultima Vez begeistern beim „Bregenzer Frühling“ mit zweistündigem Spektakel zum Thema Liebe
Wim Vandekeybus geht es um das kraftvolle Ausloten des Spannungsfeldes aus Liebe, Begierde, Gewalt und Exzess
Tanz
03.04.2016 Peter Füssl

Der Titel trügt. Er geht auf eine Textstelle in Shakespeares Komödie „Much Ado About Nothing“ zurück, die von Kurt Weill/Ogden Nash Anfang der 1940er Jahre leicht abgewandelt zum chartstauglichen Musical-Hit und viel interpretierten Jazzstandard verarbeitet wurde, aber „leise“ war an diesem Abend nicht wirklich angesagt. Vielmehr präsentierte der äußerst experimentierfreudige belgische Spitzenchoreograph Wim Vandekeybus mit seiner vor dreißig Jahren gegründeten Compagnie Ultima Vez ein über weite Strecken atemberaubendes und alle Grenzen auslotendes Spektakel, im dem Romantisch-Poetisches kaum auszumachen war.

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„tanz vor ort“ - Neues Festival sorgt für frischen Wind in der Tanzszene
spodium für Improvisationskunst mit „Zeiträume im Dattelkern“ (UA): fünf Tänzerinnen ...
Tanz
25.03.2016 Annette Raschner

Seit Jänner dieses Jahres hat der Verein für zeitgenössische Bewegungskunst „netzwerkTanz“ in der Annagasse 5 in Dornbirn endlich den lange ersehnten tanzRaum bekommen – ein kleines Zuhause also. Mit mehr Tatendrang und Zuversicht ausgestattet, wurde nun im Theater Kosmos in Bregenz „tanz vor ort“ präsentiert; Ein Festival, das keine Konkurrenz zu bestehenden Festivals, sondern eine Bereicherung darstellt, indem es die regionale Szene in den Fokus rückt.

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Carmen jenseits aller Klischees – Österreichische Erstaufführung von María Pagés „Yo, Carmen“ als hinreißender Start in den „Bregenzer Frühling“ 2016
María Pagés überzeugt mit einer höchst eigenwilligen, völlig von Klischees entrümpelten "Carmen"-Version
Tanz
13.03.2016 Peter Füssl

Zum Auftakt von „Yo, Carmen“ lässt María Pagés im völlig verdunkelten Raum sieben weiße Fächer tanzen, zu denen sich ein roter gesellt, der im Mittelpunkt einer kleinen, marionettenhaften Stierkampf-Szene steht. Damit stellt sie gleich einmal klar, dass es nicht darum geht, die üblichen Erwartungshaltungen zu erfüllen und die mit dem bekannten „Carmen“-Stoff verbundenen Klischeebilder zu perpetuieren, sondern vielmehr darum, diese auf witzige und geistreiche Art mit den Mitteln des Tanzes zu demaskieren. Gut 170 Jahre nach Mérimées Buchveröffentlichung und 140 Jahre nach der Uraufführung von Bizets Oper holt sie die Femme fatal vom Sockel, um ihr als allgemeingültiges Frauenbild ein realitätsnäheres Denkmal zu schaffen.

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Bregenzer Frühling 2016 - Abgründe der Liebe, atemberaubende Dynamik
Drei österreichische Erstaufführungen (u.a. von der Compagnie Marie Chouinard) und eine Uraufführung stehen 2016 auf dem Programm des "Bregenzer Frühlings" im Festspielhaus (© Nicolas Ruel)
Tanz
26.11.2015 Peter Füssl

Tanzfans warten schon sehnlichst auf die Programmpräsentation des kommenden „Bregenzer Frühlings“, und sie werden auch heuer nicht enttäuscht, denn der Bregenzer Kulturamtsleiter Wolfgang Fetz hat wieder ein Festival zusammengestellt, das sich qualitätsmäßig in der absoluten Top-Liga bewegt und auch in Sachen Abwechslungsreichtum keinerlei Wünsche offen lässt. Einige der Akteure haben in Bregenz schon Großartiges geboten, etwa die Flamenco-Ikone Maria Pagés, der belgische Avantgardist Wim Vandekeybus, die unkonventionelle Kanadierin Marie Chouinard oder das grandiose Les Ballets C de la B, eines der Aushängeschilder des zeitgenössischen Tanzes. Die künstlerische Entwicklung solcher Ausnahme-Künstler und -Kompagnien über Jahre hinweg mitverfolgen zu können, beinhaltet einen ganz besonderen Reiz. Dank Fetz lassen sich aber immer auch spannende Neuentdeckungen machen, heuer präsentiert er erstmals Shen Wei, einen in New York lebenden gebürtigen Chinesen, der fernöstliche Tradition auf spannende Weise mit dem Zeitgeist des Big Apple verbindet. Man braucht nicht die Gabe der Prophetie zu besitzen, um vorherzusagen, dass die Tickets für diese fünf Tanzabende rasch verkauft sein werden, lag der Auslastungsgrad im Festspielhaus in den vergangenen Jahren doch ziemlich konstant bei 100 Prozent. Ein Grund mehr, sich auch heuer wieder den großzügigen Weihnachtsrabatt zunutze zu machen.

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Tradition und Brauchtum tänzerisch hinterfragt und von erstarrten Konventionen und Klischees befreit – Simon Mayers „Sons of Sissy“ begeisterten beim tanz ist Festival am Spielboden
Bald wird sich die folkloristische Gemütlichkeit sowohl musikalisch als auch tänzerisch in wilden freien Improvisationen entladen ...  (© Rania Moslam)
Tanz
08.11.2015 Peter Füssl

Was Simon Mayer letztes Jahr mit seinem Solo-Stück „SunBengSitting“ begonnen hat, führte er heuer mit „Sons of Sissy“ im Quartett mit Patric Redl, Manuel Wagner und Mateo Haitzmann konsequent weiter: eine gleichermaßen witzige wie radikale Hinterfragung der alpenländischen Tradition im Allgemeinen und der männlichen Rollenbilder im Besonderen.

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Junge Flüchtlinge tanzen ihr Schicksal – Darrel Toulon eröffnet mit seinem Aufsehen erregenden Dance Community-Projekt das tanz ist Festival
Junge Flüchtlinge setzen auf höchst eindrucksvolle Weise, aber niemals plakativ oder rührselig ihre Schicksale tänzerisch um (Fotos 1-5: © Stefan Hauer)
Tanz
05.11.2015 Peter Füssl

Darrel Toulon, damals noch künstlerischer Leiter und Chefchoreograf der Tanzkompanie der Grazer Oper, erarbeitete Anfang dieses Jahres in einer Koproduktion mit der Pfarrgemeinde St. Andrä („ohne jeden Zweifel die bunteste Kirchengemeinde in Graz“) das Dance-Community-Projekt „Through the open door“. Er lässt jugendliche Flüchtlinge das tanzen, was sie sonst vielleicht gar nicht artikulieren könnten – ein wunderbar stimmiges Projekt, das angesichts der Flüchtlingsströme und der damit verbundenen Diskussionen natürlich absolut am Puls der Zeit ist. Nachdem die Schüleraufführung am Vormittag schon ein voller Erfolg war, zeigte sich am Abend auch ein alle Generationen überspannendes Publikum total begeistert.

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Neue Perspektiven einbringen, wie man Traditionen auch sehen kann – Interview mit Simon Mayer zu "Sons of Sissy"
Simon Mayer mit "Sons of Sissy" am 6. und 7.11. beim tanz ist Festival am Spielboden: unkonventionelle Suche nach dem Brauchtum jenseits erstarrter Traditionen (© Rania Moslam)
Tanz
04.11.2015 Peter Füssl

Der österreichische Tänzer und Choreograph Simon Mayer hat sich schon mit seiner letzten Produktion „SungBengSitting“ im Spannungsfeld zwischen alpenländischer Tradition und zeitgenössischem Tanz auf die Identitätssuche begeben. Sehr erfolgreich auch im Rahmen des letztjährigen tanz ist Festivals am Spielboden. Heuer präsentiert er sein neuestes Stück „Sons of Sissy“.

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Um ein Quantum Angst - Silvia Salzmann in der Alten Seifenfabrik in Lauterach
Silvia Salzmann und Thomas Geismayr interpretieren das Thema Angst | © Doris Salzmann
Tanz
17.10.2015 Mirjam Steinbock

Die Vorarlberger Tänzerin und Choreografin Silvia Salzmann macht mit „still afraid“ die Alte Seifenfabrik zum kunstübergreifenden Hotspot und bringt das Thema Angst auf die Bühne. Dies als Bühnenstück zu titulieren, wäre allerdings zu kurz gegriffen. Es geht vielmehr um ein Gesamtkonzept mit Videos, Fotografien, persönlichen Einblicken in den Prozess, Stationen mit Aufgaben für das Publikum und kleinen Details, wie von der Decke hängende Kaugummis, die man im Vorbeigehen entdeckt. Das künstlerische Kernteam mit Silvia Salzmann, Sarah Mistura und Thomas Geismayr lässt zeitgenössischen Tanz und Performance, Breakdance-Elemente, Fotocollagen und Videographien aufeinandertreffen und überlappen. Dieses einander Zuarbeiten erinnert an die industrielle Produktion, in der verschiedenste Teile miteinander verpresst und am Ende zu einem Ganzen werden. Eine kluge Wahl, die ehemalige Fabrikshalle mit ihren weiß getünchten Wänden dafür zum Spielort zu machen.

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Niemand kann malen, ohne verletzlich zu sein. Und auch nicht tanzen. - „3times Joan“ im Kunsthaus Bregenz
Carina Huber präsentierte ihr Solo im ersten Stockwerk des KUB | ©Rudolf Sagmeister
Tanz
10.10.2015 Mirjam Steinbock

„3times Joan“ ist das Gesamtwerk aus drei Soli junger Tanzschaffender aus Vorarlberg mit der Inspiration aus der Retrospektive Joan Mitchell im Kunsthaus Bregenz. Seit einigen Jahren öffnet das Kunsthaus Bregenz seine Türen dem regionalen Tanzschaffen und lädt junge wie etablierte KünstlerInnen zu Ausstellungen ein, bei denen man die Ergänzung von Tanz als logisch und sinnvoll erachtet. Bisher im Programm waren Aufführungen, offene Bühnen, Kuratorenführungen mit namhaften Vorarlberger Tanzpersönlichkeiten und Fotoshootings im Rahmen der Ausstellungen mit professionellen TänzerInnen und Ensembles aus dem In- und Ausland. Unterstützend holt sich das KUB bisweilen den Verein netzwerkTanz ins Boot. Die Verbindung von außen und innen ist somit hergestellt und mit Tanzabenden wie diesen kann das KUB sogar als temporäres Tanzhaus betrachtet werden. Etwas, das in der Region – neben einer ausbildenden Institution oder Hochschule für Bühnenkunst – noch immer fehlt. Gegen Ende der aktuellen Ausstellung, einer Retrospektive der amerikanischen Expressionistin Joan Mitchell, lud das Kunsthaus drei junge Tanzschaffende aus Vorarlberg dazu ein, mit der Inspiration aus der Ausstellung jeweils ein Tanzsolo zu präsentieren.

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