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Literatur

Gegen den Strich gebürstet - „Der Jüngste Tag des Peter Gottlieb“ von Christian Mähr
Literatur
08.03.2018 Annette Raschner

In einer Studie haben Wissenschaftler der Global Challenges Foundation und des Future of Humanity Projects unlängst zwölf durchaus mögliche Szenarien für die Apokalypse aufgelistet: Vom Klimawandel über einen Supervulkanausbruch bis zum systemischen oder ökologischen Kollaps. In Christian Mährs neuem Roman „Der Jüngste Tag des Peter Gottlieb“ ist der Weltuntergang noch um einiges näher gerückt; die Gesetze der Vernunft sind außer Kraft gesetzt, und es gelten wieder jene ganz alten. Das Buch, in dem der Vorarlberger Schriftsteller die Schrift des Apostels Johannes über das Weltende ordentlich gegen den Strich gebürstet hat, ist im braumüller Verlag erschienen.

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Ein Alchemist gibt Einsicht - „CALCTURA“ – herausgegeben von Gerold Ulrich
Gerold Ulrich in seinem selbstgebauten Kalkofen aus Lehm  © Petra Rainer
Literatur
05.03.2018 Martina Pfeifer Steiner

Vorerst hat man mit der Haptik zu tun. Man klappt den Buch(pappen)deckel auf und meint eine Wand abzustreichen, neugierig die Prägung nachzeichnend, sie erinnert an Brailleschrift. Es ist die Rune Calctura. Sie symbolisierte für die mittelalterlichen Alchemisten den geheimnisvollen Umwandlungsprozess von Kalkstein in Kalk und wieder zurück. Dann ein Block mit fadengehefteten schweren Blättern. Sie sind rau, fallen langsam, Seite um Seite, man prüft die Fingerspitzen – nein, nichts haften geblieben. Das Papier ist gepresstes Steinmehl, die ölig anmutende Oberfläche ist wasser- und reißfest.

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Interview mit Robert Menasse - Das Prägende einer Epoche erzählen
Literatur
25.02.2018 Peter Niedermair

Robert Menasse wurde für sein Buch „Die Hauptstadt“ in Frankfurt am Main mit dem Deutschen Buchpreis für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres 2017 ausgezeichnet. Die Jury würdigte sein Buch als „vielschichtigen Text, der auf meisterhafte Weise existenzielle Fragen des Privaten und des Politischen miteinander verwebt und den Leser ins Offene entlässt“. Robert Menasse wird am 27. Februar am Spielboden lesen. Peter Niedermair führte mit Robert Menasse für die KULTUR das folgende Gespräch.

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Ackermanns Vermächtnis - „Drei Sekunden Jetzt“ von Hans Platzgumer
Literatur
20.02.2018 Ingrid Bertel

Mit „Drei Sekunden Jetzt“ legt Hans Platzgumer seinen sechsten Roman vor – und der hat einiges mit den Vorgängern gemeinsam.

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Feinfühligkeit und detailreiche Recherche - „17 Erkenntnisse über Leander Blum“ von Irmgard Kramer
Literatur
13.02.2018 Raffaela Rudigier

Die Vorarlberger Autorin Irmgard Kramer hat einen neuen Jugendroman herausgebracht: „17 Erkenntnisse über Leander Blum“ handelt von besten Freunden, der ersten Liebe und vor allem ist es eine liebevolle Milieustudie, ein Eintauchen in die Welt der Graffiti-Kunst.

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Wie ein Blick in die Augen des anderen einen Menschen öffnet - „Unter der Drachenwand“ von Arno Geiger
Literatur
06.02.2018 Ingrid Bertel

Als Arno Geiger 2005 für den Roman „Es geht uns gut“ mit dem erstmals verliehenen Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde, war klar: Hier ist einer, der in die erste Reihe der Gegenwartsautoren gehört. Als er 2011 die Vater-Sohn-Geschichte „Der alte König in seinem Exil“ veröffentlichte, schwärmten Kritiker und LeserInnen von einer „neuen Sicht auf die Welt“. Jetzt legt Geiger den Gesellschaftsroman „Unter der Drachenwand“ vor – und einmal mehr ist klar: Es ist ein Buch, das Maßstäbe setzt, das die Fragen stellt, denen wir uns täglich stellen sollten: Was passiert mit dem Einzelnen in einer Gesellschaft, die ihre zivilisatorischen Errungenschaften aufgibt? Wie wird der Mensch durch Gewalt verformt? Und wie kann er unter diesem Druck Mitmensch bleiben?

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Kindheit(en) in Vorarlberg - Kindergeschichten und Geschichte in einem faszinierenden Buch des Vorarlberger Kinderdorfs
Literatur
09.01.2018 Peter Niedermair

„Kindheit(en) in Vorarlberg“ war in diesem Jahr mehrfach die Nummer eins der Vorarlberger Sachbuch-Bestsellerliste. Zu recht „die Besten“. Das sehr sorgfältig edierte Buch versammelt 38 persönliche Kindheitserinnerungen, Geschichten von Persönlichkeiten quer durch verschiedene soziale Schichten und Lebensalter. Diese Texte spiegeln Kindheitserfahrungen, sie vermitteln Erfahrungen und Einblicke, Stimmungen und Einschätzungen wie es war, in diesem Land nach 1945 aufzuwachsen. Sie erzählen von der Leichtigkeit kindlicher Tagträumereien, von unbeschwerten Abenteuern, von liebevoller Zuneigung und schier unglaublicher emotionaler Kälte und auch Armut. Diese Erzählungen sind eingebettet in Aufsätze, die den gesellschaftlichen und universellen Rahmen für diese Kindheiten abstecken: Die Veränderungen in der rechtlichen Stellung von Kindern, die weltanschaulich-kulturellen Positionen der Schule, die Geschichte des Vorarlberger Kinderdorfs und die sozialpolitischen Kontexte. Alle Texte sind lesenswerte Vertiefungen und kulturelle Horizonterweiterungen der Bedeutung der Kindermenschenrechte für heute.

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Taucht unter, ihr Gedanken! - Drei Strophen eines Volkslieds und ein paar Verse von Verlaine sind Klaus A. Amanns Ariadnefaden durch die Labyrinthe von Demenz und Erinnerung
Literatur
02.01.2018 Ingrid Bertel

Seit Demenz eine massenhaft auftretende Erscheinung unserer Gesellschaft ist, hat das Thema auch Eingang in die Literatur gefunden, sehr oft als Vater-Sohn-Geschichte. Das reicht von der „ehrlosen Entblößung des Vaters“ (FAZ) bei Tilman Jens über Martin Suters tröstliche „Small World“ und Jonathan Franzens Versuch „die individuelle Einzigartigkeit von Earl Franzen vor der Generalisierung durch einen benennbaren Befund zu schützen“ bis zu Arno Geigers Wunder an Empathie „Der alte König in seinem Exil“.

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Bolschewisten, Räte, Revolutionen - Die Rheticus-Gesellschaft erinnert an die russischen Revolutionen 1917 – und ihre Wahrnehmung in Vorarlberg
Literatur
26.12.2017 Markus Barnay

Warum das 100-Jahr-Jubiläum der russischen Oktoberrevolution im November 2017 gefeiert wurde, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben: In Russland galt noch bis 1918 der julianische Kalender, und der hinkte dem – im übrigen Europa seit 1700 allgemein gebräuchlichen – gregorianischen eben um rund zwei Wochen hinterher. Die „Oktoberrevolution“ mit dem Sturm auf das Winterpalais in Petrograd, der damaligen Hauptstadt des Zarenreiches, fand also am 6./7. November unserer Zeitrechnung statt. Was man aber in Vorarlberg damals von den Ereignissen in Russland erfahren und wie man sie beurteilt hat – das wurde bisher noch kaum umfassend erforscht. Diese Forschungslücke möchte jetzt eine Publikation schließen, die von der Rheticus-Gesellschaft als Band 73 ihrer Schriftenreihe herausgegeben wurde und an der - neben Rheticus-Geschäftsführer Gerhard Wanner – auch die Historiker Werner Bundschuh, Nadja Feuerstein, Johannes Spies und Karl Schweizer und die ungarische Universitäts-Dozentin Ibolya Murber mitwirkten. Bundschuh, Spies und Wanner analysierten, was die damaligen Parteizeitungen über die Vorgänge zwischen Februar und November 1917, aber auch in den Jahren danach berichteten. Ihr Fazit: Über die russische Revolution wurde regelmäßig, aber nicht immer sehr detailliert, vor allem aber sehr parteiisch berichtet – und das trotz der herrschenden Zensur, denn schließlich war ja der Erste Weltkrieg noch immer in vollem Gange.

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Die Fabrik und das Dorf - Barbara Motters „ Die Ära Rudolf Kastner”, ein Beitrag zur Industriegeschichte Vorarlbergs
Rudolf Kastner mit einem Geschäftspartner auf dem Fabrikshof in Thüringen, um 1919 © Familie Dittrich
Literatur
18.12.2017 Markus Barnay

„Nach der Schließung der Fabrik 1967 herrschte Trauer im Dorf“, schreibt die Historikerin Barbara Motter in ihrer kleinen, aber feinen Geschichte der Textilfabrik Kastner in Thüringen, die vom Verein Villa Falkenhorst vor kurzem präsentiert wurde. Die Fabrik war 130 Jahre lang – seit der Gründung durch den Schotten John Douglass 1837 – eine Institution gewesen, die das Dorfleben in vielfacher Hinsicht geprägt hatte. Und nach der Familie Douglass, deren letzter in Thüringen ansässiger Vertreter 1904 wieder zurück auf die Insel gezogen war, war es die Familie Kastner, die mit dem Betrieb der Fabrik, aber auch mit ihren gesellschaftlichen und sozialen Aktivitäten dem Dorf den Stempel aufdrückte.

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