Neu in den Kinos: „Ich Capitano“ (Foto: X-Verleih)
Walter Gasperi · 31. Jän 2013 · Film

Aktuell in den Filmclubs (1.2. - 7.2. 2013)

Das TaSKino Feldkirch und das Filmforum Bregenz zeigen diese Woche Hans-Christian Schmids Familiendrama „Was bleibt“. Ein bezaubernder Kinderfilm läuft dagegen mit Michel Ocelots Zeichentrickfilm „Kiriku und die wilden Tiere“ im Theater am Saumarkt.

Was bleibt: Längst erwachsen sind Marko, der in Berlin mit mäßigem Erfolg als Schriftsteller arbeitet, und Jakob, dessen Zahnarztpraxis in seiner kleinen Heimatstadt auch nicht recht läuft. Für ein Wochenende trifft die Familie im Haus der Eltern zusammen. Der Schock ist groß, als die Mutter, die seit 30 Jahren wegen psychischer Probleme in Behandlung ist, erklärt, dass sie ihre Medikamente schon seit zwei Monaten abgesetzt habe, denn der Vater und die Kinder befürchten einen Rückfall. Doch gleichzeitig führt das Geständnis der Mutter auch dazu, dass bisher Verdrängtes ausgesprochen wird.
Nah dran am Leben sind Hans-Christian Schmid und sein Drehbuchautor Bernd Lange. Sie vertrauen auf ihren genauen Blick, aus dem Leben gegriffene treffende Dialoge und Situationen und ein exzellentes Darstellerensemble. So entwickelt „Was bleibt“ in der Konzentration auf die Familie, zu der auch noch Markos kleiner Sohn und Jakobs Freundin gehören, große Dichte. Niemand wird hier vorschnell verurteilt, wunderbar ausgewogen ist dieses Drama, macht jede Position verständlich und zeigt Verständnis für alle vier Familienmitglieder. Allerdings können auch das Ensemble und die konzentrierte Inszenierung nicht über eine gewisse Statik und eine fehlende filmische Gestaltung hinwegtäuschen.
TaSKino Feldkirch im Kino Rio: Mo 4.2. bis Do 7.2.
Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz: Do 7.2., 20 Uhr; Sa 9.2., 22 Uhr


Kiriku und die wilden Tiere: Ein alter Mann mit weißem Bart erzählt direkt in die Kamera und damit dem Kinobesucher vom afrikanischen Jungen Kiriku, seinem Einsatz für sein Dorf und seinem Kampf gegen die böse Zauberin Karaba.
Wie „Kiriku und die Zauberin“ zeichnet sich auch diese Fortsetzung durch einen warmherzigen Erzählton, die Dominanz von warmen Brauntönen und eine ruhig dahinfließende Erzählweise aus. Einfach, aber prägnant gezeichnet sind die Figuren, keine große Effekte sind nötig, dafür ist die liebevolle Machart stets spürbar.
Seine Geschichten entnimmt Michel Ocelot dem Alltag und so erzählt er von Bewässerung und Anpflanzung, aber auch von der Gefährdung des Dorfes. Um Rettung zu bringen reist Kriiku auf dem Kopf einer Giraffe quer durch Afrika, sodass der Zuschauer auch die Schönheiten dieses Kontinents vom Dschungel über Felsformationen bis zu gewaltigen Wasserfällen und dem Schnee des Kilimanscharos kennenlernt. Doch auch Rationalismus und Aberglaube lässt Ocelot aufeinander treffen, wenn der Dorfälteste Unterordnung unter die Zauberin fordert, während der kleine Kiriku auf seinen Verstand setzt.
So lässt dieser feinfühlige und kindgerechte Zeichentrickfilm dem Zuschauer nicht nur warm ums Herz werden, sondern fördert auch das Positive und bietet im Stil einer Fabel ebenso Unterhaltung wie sanfte Belehrung.
Theater am Saumarkt, Feldkirch: Mi 6.2., 14.30 Uhr