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CD-Tipp

Steve Gunn: The Unseen In Between
CD-Tipp
05.02.2019 Peter Füssl

Der 41-jährige, in Brooklyn lebende Gitarrist, Songwriter und Produzent Steve Gunn hat zwar ein Dutzend bemerkenswerter Alben veröffentlicht und genießt in den USA einen hervorragenden Ruf, ist aber in Europa noch am ehesten von Kurt Viles Band The Violaters her bekannt. „The Unseen In Between“ sollte ihm eigentlich nun auch diesseits des Atlantiks die längst überfällige Anerkennung bringen, denn die neun Songs überzeugen mit intelligenten Texten, er ist ein hervorragender Geschichtenerzähler und mittlerweile auch stimmlich bestens disponiert, und seine abwechslungsreiche Saitenkunst wird auf diesem Album zwar stets songdienlich eingesetzt, überrascht aber mit einer Fülle an exzellenten Details.

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Paolo Fresu - Richard Galliano - Jan Lundgren: Mare Nostrum III
CD-Tipp
31.01.2019 Peter Füssl

Brillante Virtuosität mit musikantischer Spielfreude und emotionalem Tiefgang gepaart – das sind die wichtigsten Zutaten zum Erfolgsrezept des gefeierten Mare Nostrum-Trios. Zwar ist jeder der drei Protagonisten mit zahlreichen spannenden Bandprojekten unterwegs, aber dermaßen hemmungslos schwelgen Trompeter/Flügelhornist Paolo Fresu, Akkordeonist Richard Galliano und Pianist Jan Lundgren sonst nirgendwo in warmem Wohlklang, süffigen Melodien und farbenfrohen Soundmalereien.

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Joe Lovano Trio: Tapestry
CD-Tipp
29.01.2019 Peter Füssl

Eigentlich ist es ja höchst verwunderlich, dass der 66-jährige Joe Lovano, einer der ganz großen Tenorsaxophonisten der Gegenwart, der rund 30 Alben als Bandleader vorwiegend bei „Blue Note“ herausgebracht hat, zwar schon seit bald vierzig Jahren auf ECM-Produktionen von Paul Motian, John Abercrombie oder Steve Kuhn zu hören war, aber erst jetzt sein Debut unter eigenem Namen beim Münchner Label präsentiert. Dafür nimmt „Trio Tapestry“ selbst im ungemein vielseitigen Oeuvre Lovanos, das sich in allen Formationsgrößen und zwischen Mainstream und Avantgarde abgespielt hat, eine Sonderstellung ein.

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James Blake: Assume Form
CD-Tipp
24.01.2019 Peter Füssl

Der mittlerweile 30-jährige James Blake hat sein viertes Album überraschend auf den Markt geworfen, aber der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist noch lange nicht das Verblüffendste an „Assume Form“. Musste man sich angesichts seines 2016-er-Albums „The Colour in Anything“ um den völlig um sich selbst kreisenden, in tiefer Sinnkrise und Depressionen zu versinken drohenden Londoner fast schon Sorgen machen, so fand er nun nach seinem Umzug nach Los Angeles, einschlägigen Therapien und vor allem und am wichtigsten angesichts seiner öffentlich gemachten Liebe zur Schauspielerin Jameela Jamil zu Optimismus und Lebensfreude.

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Marcus Strickland Twi-Life: People of The Sun
CD-Tipp
03.01.2019 Peter Füssl

Der 39-jährige, in Miami aufgewachsene und in New York lebende Saxophonist Marcus Strickland zählt – wie etwa sein Jugendfreund Robert Glasper oder auch Kamasi Washington – zu jenen Musikern, die versuchen, Post-Bop, Funk und Soul mit Hip-Hop, Afro-Beats, R’n’B, Spoken Word und allem, was gerade so richtig groovt und angesagt ist, zu mischen und aus der elitären Ecke herauszuholen. Dies gelingt ihm gemeinsam mit seinem erprobten Quartett Twi-Life mit Keyboarder Mitch Henry, Bassist Kyle Miles und Drummer Charles Haynes, die den perfekt groovenden, manchmal richtig vibrierenden Untergrund für Stricklands kraftvolle Auslassungen auf Sopranino, Alt- und Tenorsax und vermehrt auch auf der Bassklarinette liefern.

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Georg Breinschmid & Thomas Gansch: bransch
CD-Tipp
25.12.2018 Peter Füssl

Sie sind die amtierenden Weltmeister in der Kombination aus unglaublicher Virtuosität auf den Instrumenten, dadaistisch angehauchtem Wortwitz und grenzenloser Lust am improvisierten Blödeln. Die Konkurrenz in diesem Bewerb ist zugegebenermaßen eher überschaubar, aber das soll die herzzerreißend kreativen Leistungen der beiden keineswegs schmälern. Der Trompeter Thomas Gansch hat mit seinen Ensembles Mnozil Brass und Gansch&Roses ja schon Beachtliches zu dieser Sparte beigetragen, und Kontrabassist Georg Breinschmid zählt ohnehin zu den notorischen Rückfalltätern – zuletzt wurde er bekanntlich vor zwei Monaten mit seinem genialen Doppelalbum „Breinländ“ straffällig.

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Florian Weber: Lucent Waters
CD-Tipp
20.12.2018 Peter Füssl

„Ich mag Transparenz, aber zu viel davon kann das Geheimnisvolle verschwinden lassen. Und ich mag auch Geheimnisvolles, so wie ich Dinge mag, die unausgesprochen bleiben, und Noten, die nicht gespielt werden“, erklärt der deutsche Pianist Florian Weber zu seinem ECM-Debüt als Leader. In der Tat versteht es der 41-Jährige, der auch mit seinen Ensembles Minsarah und Biosphere erfolgreich war und an der Seite des Saxophonisten Lee Konitz international bekannt wurde, sich souverän im Zwischenreich von Komponiertem und frei Improvisiertem zu bewegen und seinen Mitstreitern so viel Freiraum wie möglich zu lassen, damit sie die Musik mit ihren individuellen Qualitäten aufladen können.

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Matthias Schriefl: Keine angst voR ShreefpunK
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18.12.2018 Peter Füssl

73 Minuten und 43 Sekunden musikalischen Wahnsinns der allerfeinsten Sorte liefern der aus Kempten stammende und in Köln lebende Trompeter Matthias Schriefl und seine aus Gitarrist Johannes Behr, Bassist Robert Landfermann und Drummer Jens Düppe bestehende Langzeit-Band mit den zwölf Titeln des neuen Albums „Keine angst voR ShreefpunK“. Mühelos bewältigt das bestens aufeinander eingespielte Quartett aus Querdenkern und -tönern diese rhythmische und harmonische Achterbahnfahrt, ignoriert schlicht jegliche stilistische Schubladisierung und findet für dieses waghalsige Unterfangen im unkonventionellen Frauenstreich- und Jodel-Trio Netnakisum und in vier StreicherInnen der Münchner Philharmoniker auch noch die perfekte, wendige und einfallsreiche Verstärkung.

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Nils Landgren Christmas: With My Friends VI
CD-Tipp
13.12.2018 Peter Füssl

Einmal im Jahr tauscht die Lichtgestalt der nordischen Funk-Music Nils Landgren seine berühmt-berüchtigte rote Posaune gegen eine güldene und seine Funk Unit gegen das seit 12 Jahren bestehende Ensemble „Christmas With My Friends“. Auch das sechste Album lädt wieder zum akustischen Entspannungsbad in wohltuenden Harmonien und melodienseliger Selbstvergessenheit. Keine spannende Reibung, kein ausgefuchstes Solo, keine unorthodoxe Instrumentenkombination, nichts stört die berauschende Schönheit, wie manche sie sich in ihren romantischen Vorstellungen von Weihnachten vielleicht wünschen.

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Laura Gibson: Goners
CD-Tipp
11.12.2018 Peter Füssl

You can pull me aside, hold me like a wounded bird, but I am not a prize, I am not harmless”, ließ Laura Gibson auf ihrem exzellenten 2016-er Album „Empire Builder” drohend und selbstbewusst verlauten – diesen Faden spinnt sie nun auf dem aktuellen Video zur ersten Single-Auskopplung „Domestication” des neuen Albums „Goners“ weiter. Eine sittsam zurückhaltende und unterwürfige Gruppe von Frauen – sie scheinen allesamt Grant Woods Gemälde „American Gothic“ entstiegen zu sein – lässt sich bei Tisch von einem arroganten und machtbewussten Patriarchen herumdirigieren, ehe sie schlagartig alle Unterwerfungsgesten fahren lassen und mit ihrer zurückgewonnenen Wildheit dem Macho buchstäblich das Maul stopfen.

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Andrew Cyrille: Lebroba
CD-Tipp
05.12.2018 Peter Füssl

Der 79-jährige New Yorker Schlagzeuger Andrew Cyrille, der um drei Jahre jüngere Trompeter Wadada Leo Smith und Bill Frisell, mit 67 Jahren Jüngster des Trios, zählen zum Urgestein der ECM-Geschichte und zu wichtigen Protagonisten der letzten Jahrzehnte unkonventioneller Jazzgeschichte. Sie legen jetzt im Trio eine Produktion vor, die vom Gestus her den Willen zum und die Freude am Experiment gleichermaßen wie das kraftvolle Selbstverständnis der 70er-Jahre auferstehen lässt, gleichzeitig aber auch durchaus heutig ist.

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Rosalía: El Mal Querer
CD-Tipp
29.11.2018 Peter Füssl

Die 25-jährige katalanische Sängerin, Musikerin, Schauspielerin und Produzentin Rosalía (mit vollem Namen Rosalía Vila Tobella) ist gerade auf dem besten Weg, mit ihrem zweiten Album „El Mal Querer“ nicht nur die Latin-, sondern auch die Pop-Welt zu erobern. Mit gut 30 Minuten Spieldauer mag das vielleicht der kürzeste Longplayer des Jahres sein, der intensivste ist es auf jeden Fall.

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Ida Sand: My Soul Kitchen
CD-Tipp
27.11.2018 Peter Füssl

Der Posaunist und Sänger Nils Landgren beweist mit seiner „Funk Unit“ seit mehr als 25 Jahren, dass die Nordländer ihr Soul-Rhythm’n‘Blues-Jazz-Gebräu ebenso heiß brodeln lassen können, wie man dies von der einschlägigen US-Szene her gewohnt ist. Dass er gemeinsam mit ACT-Chef Siggi Loch nun auch diese Liebeserklärung von Ida Sand an die Soul-Musik produziert hat, ist also durchaus logisch, zumal er die Karriere der Stockholmer Sängerin und Pianistin ohnehin von Anfang an gefördert hat.

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Jakob Bro: Bay Of Rainbows
CD-Tipp
20.11.2018 Peter Füssl

Jakob Bro liebt offensichtlich das Trio-Format. Nach „Gefion“ (2015) und „Streams“ (2016) ist „Bay Of Rainbows“ schon die dritte Trio-Einspielung des Kopenhagener Gitarristen bei ECM. Stets mit dabei war der Kontrabassist Thomas Morgan, den Bro seinen „Seelenverwandten in der Musik“ nennt. Schon 2016 wurde Jon Christensen von Joey Baron an den Drums ersetzt, seither spielte dieses dänisch-amerikanische Dreigestirn Unmengen an Konzerten, längst hat man ein unglaublich feines Sensorium füreinander entwickelt. www.lotusrecords.at

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Kurt Vile: Bottle it in
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13.11.2018 Peter Füssl

Der Bürgermeister von Philadelphia hat den 28. August offiziell zum „Kurt Vile Day“ ernannt, eine Idee die man global vielleicht als „Weltentschleunigungstag“ durchaus weiterspinnen könnte. Denn gerade mit seinem siebten Studioalbum schenkt uns der unermüdliche Workaholic aus der „City of Brotherly Love“ fast achtzig Minuten zumeist gemütlich dahinmäandernden Country-Psychedelic-Roots-Rock in allen möglichen Schattierungen.

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Ibrahim Maalouf: Levantine Symphony N° 1
CD-Tipp
08.11.2018 Peter Füssl

In seiner zweiten Heimat Frankreich ist der gebürtige Libanese Ibrahim Maalouf längst ein die Stadions füllender Superstar, in den letzten Jahren hat er aber – besonders für seine wunderbaren Hommagen an die ägyptische Kultsängerin Oum Kalthoum und an die französisch-italienische Sängerin/Schauspielerin Dalida – auch jenseits der Grande Nation große Anerkennung gefunden.

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Cat Power: Wanderer
CD-Tipp
06.11.2018 Peter Füssl

Zwischen „Sun”, dem neunten, elektronischsten, optimistischsten und kommerziell erfolgreichsten Album von Charlyn Marie „Chan“ Marshall, und ihrer zehnten, an akustischem Folk orientierten Studioproduktion „Wanderer“ liegen nicht nur sechs lange Jahre, sondern Absturz in Alkoholismus, depressive Zusammenbrüche, zerbröckelte Beziehungen und zuletzt Zerwürfnisse mit der langjährigen Plattenfirma, die Hits wollte. Aber auch die Geburt ihres Sohnes, der nun – wenn auch nur andeutungsweise – neben einer Gitarre das aktuelle Plattencover ziert.

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Wolfgang Muthspiel: Where The River Goes
CD-Tipp
01.11.2018 Peter Füssl

Zwei Jahre nach „Rising Grace“ präsentiert Wolfgang Muthspiel in fast unveränderter Besetzung – wieder gemeinsam mit Pianist Brad Mehldau, Kontrabassist Larry Grenadier und Trompeter Ambrose Akinmusire, aber mit Drummer Eric Harland anstelle Brian Blades – sein viertes ECM-Album. Das hochkarätige Quintett hat sich einen elaborierten Gruppensound erarbeitet, in den sensible Soli, brillante Dialoge und Gruppenimprovisationen organisch eingebettet sind.

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Ambrose Akinmusire: Origami Harvest
CD-Tipp
30.10.2018 Peter Füssl

“Was ist die verrückteste Idee, die du auf Lager hast?“ – mit dieser Frage gaben die Kuratoren von Manhattans Ecstatic Music Festival und der Liquid Music Series in St. Paul/Minnesota die Marschrichtung vor, als sie Ambrose Akinmusire mit einer Auftragskomposition bedachten. Das ließ sich der 36-jährige Trompeter aus Oakland nicht zweimal fragen und stellte in sechs Stücken mit einer knappen Stunde Spieldauer unter dem Motto „Extremes (masculine/feminin, high/low arts, passivity/aggression, free improvisation/controlled calculation, American ghettos/American affluence, HipHop/classical ...)“ extreme Positionen nebeneinander, ließ sie sich aneinander reiben, sie verschmelzen und sich wieder separieren.

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Sophie Hunger: Molecules
CD-Tipp
23.10.2018 Peter Füssl

Elektronisch generierte Rhythmen, Drumcomputer, wabbernde Synthesizer-Klangwolken, geloopte Handclaps, 80er-Jahre-Sounds, nur spärlich eingesetzte Akustikgitarre - "Minimal Electro Folk" tauft die Schweizer Singer-Songwritern Sophie Hunger die Musikrichtung ihres sechsten Albums "Molecules", das ihre zahlreichen Fans wohl in zwei Lager spalten dürfte.

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