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CD-Tipp

Lucy Dacus: Historian
CD-Tipp
29.03.2018 Peter Füssl

Schon ihr 2016 erschienenes, mit einfachsten Mitteln produziertes Debüt-Album „No Burden“ ließ keinen Zweifel daran, dass mit Lucy Dacus aus Richmond/Virginia ein ganz großes Talent die Indie-Pop-Bühne betreten hatte, mit „Historian“ übertrifft die Songwriterin nun die in sie gesetzten Erwartungen locker. Die zehn bis zu sieben Minuten langen Songs, die sie – wie schon den erfolgreichen Erstling, nun aber für das hippe Indie-Label Matador – gemeinsam mit Collin Pastore und ihrem Gitarristen Jacob Blizard produziert hat, sind sowohl textlich als auch musikalisch durchwegs überzeugende Statements geworden.

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Arild Andersen: In-House Science
CD-Tipp
27.03.2018 Peter Füssl

Man wäre gerne dabei gewesen, am 29. September 2016 in der PKS Villa Rothstein in Bad Ischl, als der norwegische Bassist Arild Andersen, der schottische Tenorsaxophonist Tommy Smith und der italienischstämmige, in Norwegen lebende Drummer Paolo Vinaccia diese sechs zwischen acht und elf Minuten langen Andersen-Kompositionen eingespielt haben. Wiederholungstäter im besten Sinne des Wortes, denn bereits vor zehn Jahren veröffentlichte das furiose Trio den vielgelobten Konzertmitschnitt „Live at Belleville“ und 2014 das Studio-Album „Mira“, von dem sie nun das Titelstück und die Komposition „Blussy“ in etwas ausschweifenderen Live-Fassungen präsentieren.

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Kian Soltani - Aaron Pilsan: Home
CD-Tipp
22.03.2018 Silvia Thurner

Der Cellist Kian Soltani hat eine fantastische Karriere gestartet und nun beim renommierten Label "Deutsche Grammophon" sein Debütalbum vorgelegt. Unter dem Leitgedanken "Home" stellte er eine sehr persönliche Werkauswahl zusammen und lud seinen Freund, den Pianisten Aaron Pilsan, zum Musizieren ein. Die mitreißende Kraft der bestens aufeinander eingespielten Kammermusikpartner, ihr gemeinsamer musikalischer Atem und die geistreich aufeinander bezogenen musikalischen Dialoge verleihen allen Werkdeutungen eine unmittelbar spürbare Energie.

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Andy Sheppard Quartet: Romaria
CD-Tipp
20.03.2018 Peter Füssl

Die einzige Fremdkomposition des Albums, das vom Renato Teixeira komponierte und von der früh verstorbenen Sängerin Elis Regina Ende der 1970er-Jahre zu einem Evergreen der Música Popular Brasileira gemachte Titelstück "Romaria", passe zu seinem Umzug nach Portugal, erklärt der englische Saxophonist Andy Sheppard, dem Land der Sonne und der Saudade. In der Tat liefert dieses mit sehnsuchtsvoller Melancholie und schmerzlicher Schönheit getränkte Lebensgefühl den Grundton für diese exzellente Produktion.

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Andreas Schaerer: A Novel of Anomaly
CD-Tipp
15.03.2018 Peter Füssl

Der musikalische Output des Schweizer Vokalartisten Andreas Schaerer ist phänomenal - man denke nur an seine beiden letztjährigen Produktionen, das im Quartett mit Michael Wollny, Vincent Peirani und Emile Parisien entstandene "Out of Land" und an seine großorchestrale, sechssätzige Komposition "The Big Wig", die er mit dem Lucerne Festival Academy Orchestra realisiert hat. Nicht weniger kreativ und einfallsreich, vor allem aber auch durch eine überschäumende Musizierfreude charakterisiert, ist nun das Quartett mit seinem Landsmann und Meistertrommler Lucas Niggli, dem italienischen Akkordeonisten Luciano Biondini und dem finnischen Gitarristen Kalle Kalima.

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Tuomas A. Turunen: Ornaments of Time
CD-Tipp
13.03.2018 Peter Füssl

Jazzfans kennen den finnischen Pianisten Tuomas A. Turunen vor allem aus dem angesagten Trio des schwedischen Drummers Emil Brandqvist, mit "Ornaments of Time" beweist er nun aber eindrucksvoll, dass er auch als Solist viel zu sagen hat. Zwar lebt Turunen seit vielen Jahren in Südfrankreich, aber die zehn Eigenkompositionen und naturgemäß auch die beiden Traditionals "Vårvindar Friska" und "Tuonne Taakse Metsämaan" bezaubern durch ihr nordisches Flair.

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Norma Winstone: Descansado - Songs For Films
CD-Tipp
08.03.2018 Peter Füssl

Komponisten wie Michel Legrand, Nino Rota, Armando Trovajoli, Ennio Morricone oder William Walton haben für filmische Meisterwerke von Regisseuren wie Franco Zeffirelli, Vittorio De Sica, Jean-Luc Godard, Federico Fellini oder Laurence Olivier einprägsame und die jeweilige Atmosphäre widerspiegelnde und verdichtende Filmmelodien geschrieben, die auch ohne Bilder ihre Wirkung entfalten können. Manche Musiker bedienen sich gerne der Highlights berühmter Soundtracks als plakative Aushängeschilder - dazu steht die vorliegende Produktion allerdings in diametralem Gegensatz.

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Joan As Police Woman: Damned Devotion
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06.03.2018 Peter Füssl

"Will I need to fight to make it wonderful?" heißt es im Opener des sechsten Soloalbums von Joan Wasser, besser bekannt als Joan As Police Woman. Diese Frage, alle möglichen Überlegungen dazu und Antworten darauf ziehen sich inhaltlich als roter Faden durch das im Vergleich zu seinen Vorgängeralben stimmungsmäßig düstere, aber musikalisch leichter zugängliche Werk.

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Black Panther The Album: Music From And Inspired By
CD-Tipp
01.03.2018 Peter Füssl

Es hat immerhin mehr als fünfzig Jahre gedauert, bis auch der afroamerikanische Marvel-Held T'Challa alias Black Panther seinen eigenen Film bekommen hat, noch dazu einen wirklich intelligenten und sehenswerten. Umso erfreulicher ist es, dass die Mainstream-Filmindustrie für den Soundtrack mit dem vielleicht wichtigsten Musiker der aktuellen Black Community zusammengearbeitet hat, mit Kendrick Lamar, der mit Alben wie "To Pimp A Butterfly" und "Damn" die Black Music sowohl inhaltlich als auch musikalisch auf ein neues Level gehievt hat.

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Camille Bertault: Pas de géant
CD-Tipp
28.02.2018 Peter Füssl

Oh, là, là - Madame Bertault singt nicht nur "formidable", sie ist auch ein unkonventionelles, witziges und durchaus auch theatralisch talentiertes Kreativitäts- und Energiebündel von ganz außergewöhnlichem Format! Die 31-jährige Französin hat klassisches Klavier und Schauspiel studiert, wurde von klein auf von ihrem Vater mit Jazz infiltriert und orientierte sich bei ihren autodidaktischen Gesangsstudien weit mehr an John Coltrane, als - wie vielleicht zu erwarten wäre - an den großen Jazzvokalistinnen.

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Laila Biali: Laila Biali
CD-Tipp
22.02.2018 Peter Füssl

Die 1978 als Tochter eines ägyptischen Vaters und einer deutschen Mutter in Vancouver geborene kanadische Pianistin und Sängerin Laila Biali ist durch Engagements bei Sting, Paula Cole, Diana Krall, Chris Botti oder Suzanne Vega bekannt geworden und konnte jenseits des Atlantiks auch mit eigenen Produktionen erste Erfolge verbuchen. Für ihr ACT-Debut hat sie nun neun Titel komponiert und - wie auch die drei Fremdkompositionen von Coldplay ("Yellow"), Randy Newman ("I Think It's Going To Rain Today") und David Bowie ("Let's Dance") - arrangiert.

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Melody Gardot: Live in Europe
CD-Tipp
20.02.2018 Peter Füssl

Man müsse auch einmal zurückblicken, um zu wissen, wo man hinwill, nennt die 33-jährige amerikanische Sängerin, Singer-Songwriterin und Gitarristin Melody Gardot als Grund für ihr erstes Live-Album, für das sie aus 300 Konzerten siebzehn Highlights ausgesucht hat, die sie zwischen 2012 und 2016 auf den großen europäischen Bühnen geboten hatte. Von ihrem ursprünglichen Plan einer "Best of"-CD ist sie rasch wieder abgekommen: "Es geht hier nicht um Perfektion oder Ego oder darum, etwas beweisen zu wollen. Es geht nur darum, was live passiert, denn bei Live-Auftritten zählt nur eines: das Herz."

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Bobo Stenson Trio: Contra la indecisión
CD-Tipp
15.02.2018 Peter Füssl

Der schwedische Pianist Bobo Stenson ist ECM-Urgestein, konnte er sein Label-Debut mit "underwear" doch bereits 1971, also ein Jahr nach Firmengründung, feiern. Mit seinem Landsmann, dem Bassisten Anders Jormin, spielt er schon seit dreißig Jahren zusammen, und am Schlagzeug sitzt - nach großen Vorgängern wie Jon Christensen oder Paul Motian - nunmehr auch schon seit zehn Jahren Jon Fält. Das Trio ist also bestens eingespielt, und die Fans freuen sich nach sechsjähriger Pause wieder über dieses Lebenszeichen, zumal "Contra la indecisión" sicherlich zu den vielseitigsten und farbenreichsten Produktionen der Schweden zählt.

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Till Brönner & Dieter Ilg: Nightfall
CD-Tipp
13.02.2018 Peter Füssl

Wenn zwei grandiose Könner wie der Berliner Trompeter und Flügelhornist Till Brönner und der Freiburger Bassist Dieter Ilg uneitel der hohen Kunst des Duospiels frönen und den Fokus nicht auf virtuose Kraftmeierei, sondern hörbar auf die Freude am musikalischen Dialog legen, ist das schon die halbe Miete. Wenn dann noch eine höchst eigenwillige Stückauswahl dazukommt, die ein durchaus stimmiges Gesamterlebnis zeitigt, ist ein außergewöhnliches Hörvergnügen garantiert.

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John Surman: Invisible Threads
CD-Tipp
08.02.2018 Peter Füssl

Der 73-jährige, in Oslo lebende englische Saxophonist und Klarinettist John Surman hat bislang rund vierzig Alben als Leader veröffentlicht - rund die Hälfte davon auf dem Münchner ECM-Label - und mehr als hundert Produktionen prominenter Mitstreiter aus dem "Who is Who" des Gegenwarts-Jazz mit seinen Beiträgen veredelt. Wenngleich tief verankert in der ruralen englischen Tradition, erwies sich der vielseitige Musiker und Komponist stets auch als experimentierfreudig und offen für musikalische Herausforderungen - etwa in Form neuer ethnischer Einflüsse oder unorthodoxer Bandkonstellationen.

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Joachim Kühn New Trio: Love & Peace
CD-Tipp
06.02.2018 Peter Füssl

Aus den immer wieder verblüffenden und Genregrenzen sprengenden Einspielungen des 73-jährigen, aus Leipzig stammenden und seit vielen Jahren auf Ibiza lebenden Pianisten Joachim Kühn lassen sich auf faszinierende Weise die letzten 50 Jahre Musikgeschichte, die er selbst auch maßgeblich mitgestaltet hat, heraushören - da ist Free Jazz à la Ornette Coleman ebenso drinnen wie Siebziger Jahre-Fusion, zeitgenössische Konzertmusik oder Klassik. Mit dem gleichermaßen sensibel wie einfallsreich agierenden Drummer Eric Schaefer und dem wendigen Bassisten Chris Jennings legt der nach wie vor experimentierfreudige Kühn mit "Love & Peace" das Nachfolge-Album zum hochgelobten New Trio-Debut "Beauty & Truth" aus dem Jahr 2016 vor.

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Manu Delago: Metromonk - Unplugged
CD-Tipp
01.02.2018 Peter Füssl

"Jenseits des Neukomponierens finde ich es auch interessant, sich bestehende Kompositionen nochmals anzusehen und sie auf unterschiedliche Weise neu zu arrangieren", erklärt Hang-Virtuose Manu Delago, der durch seine Engagements bei Björk, Anoushka Shankar und The Cinematic Orchestra einem breiten Publikum bekannt wurde. Großes Aufsehen über die Genregrenzen hinweg erregte der in London lebende Tiroler mit den Alben "Silver Kobalt" (2015) und "Metromonk" (2017).

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Camila Cabello: Camila
CD-Tipp
26.01.2018 Peter Füssl

Ihre letzten August herausgekommene Single "Havana" wurde weltweit platiniert und vergoldet, schaffte es in 88 Ländern in die "Top Ten", wurde allein auf Spotify 306 Millionen mal gestreamt und das Musikvideo dazu wurde auf youtube rund 500 Millionen mal angeklickt. Auch ihr am 12. Jänner veröffentlichtes Album "Camila" schoss rekordmäßig innerhalb von 24 Stunden in 100 Ländern auf Platz 1 der iTune-Charts und weltweit in die Spitzenpositionen der Pop-Charts. Klingt irgendwie nach Star aus der Retorte, immerhin startete Camila Cabello ihre Karriere ja auch als Mitglied der Casting-Show-Girlband Fifth Harmony, von der sie sich vor zwei Jahren trennte.

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The Weather Station
CD-Tipp
09.01.2018 Peter Füssl

Stimmlich und von der Atmosphäre der Songs her, würde Tamara Lindeman vermutlich jeden Joni Mitchell-Ähnlichkeitswettbewerb locker gewinnen, die 33-Jährige, vor allem auch als Schauspielerin aktive Singer-Songwriterin hat aber selbst auch eine Menge zu sagen. Auf den elf Titeln des vierten Albums ihres Projekts The Weather Station singt sie in einer Art lyrischer Prosa wortreich und –gewaltig über Beziehungsprobleme und analysiert Liebesleid und Liebesfreuden aus einer selbstbewussten, feministischen, oft auch ironisch gebrochenen Sicht.

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Goran Bregović: Three Letters From Sarajevo
CD-Tipp
02.01.2018 Peter Füssl

Sein Vater ist Kroate, seine Mutter ist Serbin, und verheiratet ist der 1950 in Sarajevo geborene Goran Bregović mit einer Bosnierin – folgerichtig fühlt sich der Musiker entgegen aller politischen Realitäten nach wie vor als Jugoslawe. Einst war er einer der erfolgreichsten Rockmusiker des Balkans, schrieb für 25 Filme den Soundtrack – unter anderem für Emir Kusturicas „Time of The Gypsies“, „Underground“ und „Arizona Dream“ – und tourt nun seit bald 20 Jahren mit seinem höchst erfolgreichen The Wedding and Funeral Orchestra ruhelos über den Globus. „Three Letters From Sarajevo“ ist aber eine echte Herzensangelegenheit des Komponisten und Orchesterchefs, wohnt er doch seit 2011 wieder in seiner Heimatstadt, die sich als Zentrum von Hass und Gewalt von den furchtbaren Ereignissen des Jugoslawien-Krieges noch lange nicht erholt hat.

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