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CD-Tipp

Benjamin Moussay: Promontoire
CD-Tipp
01.07.2020 Peter Füssl

“Ausgeschriebene Vorgaben werden dem jeweiligen Moment gemäß unendlich verändert. Als Solopianist kenne ich den Ausgangspunkt und das Ziel. Das Geheimnis liegt in den Überraschungen der Reise“, erklärt Benjamin Moussay seinen musikalischen Ansatz, in dem Komponiertes und Improvisiertes symbiotisch ineinander übergehen. Die Worte „Reise“ und „Überraschungen“ klingen natürlich immer sehr verlockend in den Ohren des aufgeschlossenen Musik-Fans, und die Erwartungen in das erste Solo-Album des längjährigen Mitstreiters von Louis Sclavis werden auch durchwegs erfüllt.

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Bob Dylan: Rough and Rowdy Ways
CD-Tipp
25.06.2020 Peter Füssl

Auch das 39. Studioalbum in seiner bald sechzig Jahre währenden Karriere, die sich bislang in 125 Millionen verkauften Tonträgern niedergeschlagen und ihm den Literaturnobelpreis eingebracht hat, wird die beiden Lager der Dylan-Fans und Dylan-Verächter nicht miteinander versöhnen können. Denn die zehn neuen Songs, die ersten seit dem vor acht Jahren erschienenen Album „Tempest“, bringen nichts grundsätzlich Neues, vereinen aber auf sehr hohem Niveau alles, was man an dieser lebenden Legende mag oder eben nicht mag.

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Jazz at Berlin Philharmonic X: East West
CD-Tipp
16.06.2020 Peter Füssl

Das Münchner ACT-Label genießt in Sachen Jazz meets Worldmusic einen exzellenten Ruf, dasselbe gilt für die von Label-Chef Siggi Loch kuratierte Reihe „Jazz at Berlin Philharmonic“, deren zehnte Auflage letzten November live aufgenommen wurde. Hervorragende Voraussetzungen also, zumal sich auf der Bühne erstklassige MusikerInnen mit den unterschiedlichsten Wurzeln und Backgrounds trafen, die sich alle zusammen wenig um Genregrenzen scheren.

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John Scofield / Bill Stewart / Steve Swallow: Swallow Tales
CD-Tipp
09.06.2020 Peter Füssl

„Manchmal wenn wir spielen, klingen der Bass-Part und mein Part zusammen wie eine einzige große Gitarre“, schwärmt Saitenstar John Scofield über Steve Swallow, seinen Mentor als Student in Berklee Anfang der 70-er Jahre und seitherigen Langzeitpartner. „Und was Bill macht, ist weit mehr als Schlagzeuspielen. Er ist eine melodische Stimme, setzt Kontrapunkte und begleitet, und ist immer wirklich hart am Swingen“, so charakterisiert er Drummer Bill Stewart, der schon in den 1990-er Jahren Adam Nussbaum in diesem Trio ablöste und auch in vielen anderen Formationen des Gitarristen mitwirkte.

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Joan As Police Woman: Cover Two
CD-Tipp
02.06.2020 Peter Füssl

Auf dem 2009 erschienenen Album „Cover“ nahm sich Joan Wasser alias Joan As Police Woman Kompositionen von unter anderem Jimi Hendrix, David Bowie, Nina Simone, Public Enemy, Iggy Pop oder Britney Spears vor und drückte ihnen ihren unverwechselbaren musikalischen Stempel auf. Nicht weniger disparat wirkt die Zusammenstellung auf „Cover Two“, aber auch hier gelingt es ihr, die verschiedenartigsten Songs auf unorthodoxe Weise ganz zu ihren eigenen zu machen.

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Jean-Louis Matinier / Kevin Seddiki: Rivages
CD-Tipp
28.05.2020 Peter Füssl

Akkordeonist Jean-Louis Matinier und Gitarrist Kevin Seddiki – beide klassisch ausgebildet und längst in unterschiedlichsten musikalischen Gefilden von Jazz, neuer Musik und Ethno bis hin zur freien Improvisation zuhause – zelebrieren auf „Rivages“ die hohe Kunst des Duos. Während Matinier von diversen Projekten mit Anouar Brahem, Louis Sclavis oder François Couturier her den ECM-Freunden ein Begriff ist, bestreitet sein französischer Landsmann mit diesem Album sein Label-Debut. Man kennt sich schon seit zehn Jahren und hat in diversen Formationen miteinander gespielt, etwa im Trio mit Bijan Chemirani – dementsprechend leicht von der Hand gehen die abwechslungsreich hingezauberten, stimmungsvollen Seelenlandschaften.

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Matthieu Saglio: El camino de los vientos
CD-Tipp
12.05.2020 Peter Füssl

Auf äußerst positive Weise fühlt man sich an die emotionsgeladenen Alben des Kontrabassisten Renaud Garcia-Fons oder an die gelungene „Mare Nostrum“-Trilogie von Fresu/Galliano/Lundgren erinnert, denn auch Matthieu Saglio hat eine wundervolle Melange aus Jazz, Klassik, afrikanischer und orientalischer Folklore mit einem alles überstrahlenden, mediterranen Touch erschaffen. Wie der Wind, so legt es der Albumtitel nahe, verbindet auch der seit 20 Jahren im quirligen Melting-Pot Valencia lebende Franzose mühelos Kontinente und Stile und kombiniert die elf Eigenkompositionen zu einem eindrucksvollen Panoptikum aus Stimmungen, Farben und unaufdringlich praktizierter Virtuosität.

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Grégoire Maret: Americana
CD-Tipp
06.05.2020 Peter Füssl

Man kann natürlich auch ein „Americana“ getauftes Album gleich mit etwas völlig Unerwartetem starten, nämlich mit dem unter den Eindrücken des Falkland-Krieges 1982 von Dire Straits-Gitarrist Mark Knoepfler geschriebenen, melancholischen Titelstück des Millionensellers „Brothers in Arms“. Ein „britischer“ Song, wenn man so will, der sich aber auf Mundharmonika-Piano getrimmt nahtlos in das erträumte musikalische Cinemascope-Bild aus prasselndem Lagerfeuer, im Wind über die unendliche Weite treibenden Präriegrasbüscheln und durch staubige Ebenen mäandernden Flüssen, an denen einsame Westerngeisterstädte liegen, einfügt.

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Kandace Springs: The Women Who Raised Me
CD-Tipp
28.04.2020 Peter Füssl

Mit ihren beiden auf dem renommierten Blue Note-Label erschienenen Alben „Soul Eyes“ (2016) und „Indigo“ (2018) hat sich die 1989 in Nashville geborene und lebende Sängerin und Pianistin Kandace Springs bereits einen hervorragenden Namen im Spannungsfeld aus Jazz, Soul und diversen Black-Music-Genres gemacht. Sie versteht es hervorragend, die traditionellen Errungenschaften der stilprägenden großen Diven mit jenen der bekannten zeitgenössischen Vokalistinnen zu kombinieren und dabei durchaus ein eigenes, unverwechselbares Profil zu entwickeln. Mit ihrem dritten Album zollt sie nun all jenen großartigen Sängerinnen Tribut, die sie auf ihrem bisherigen Lebensweg geprägt und, wie sie selbst sagt, zu der gemacht haben, die sie heute ist.

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Giorgi Mikadze: Georgian Microjamz
CD-Tipp
21.04.2020 Peter Füssl

Als der 1989 in Tiflis geborene, klassisch ausgebildete Pianist und Komponist Giorgi Mikadze, der in seiner georgischen Heimat bereits mit 12 Jahren als Solist sinfonischer Klavierkonzerte auftrat, seine Studien am Berklee College of Music und an der Manhattan School of Music aufnahm, traf er auf MusikerInnen aus Afrika, Indien und Asien: „Ihre Musik zu hören, inspirierte mich dazu, meine eigenen Wurzeln zu erforschen, und entfesselte zugleich den leidenschaftlichen Wunsch in mir, etwas bisher Noch-nie-Gehörtes zu erschaffen.“

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Shabaka And The Ancestors: We Are Sent Here By History
CD-Tipp
14.04.2020 Peter Füssl

Der Saxophonist/Klarinettist Shabaka Hutchins ist das kreative und äußerst produktive Epizentrum der seit einigen Jahren weltweit gehypten Londoner Jazz-Szene. Mit drei Bandprojekten hat er das traditionsreiche und prestigeträchtige, aber in den vergangenen Jahrzehnten in Bedeutungslosigkeit versunkene, amerikanische Impulse!-Label wieder ins Rampenlicht der zeitgenössischen Jazz-Szene katapultiert, wobei es ihm immer auch um gesellschaftspolitische Anliegen geht.

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Wolfgang Muthspiel – Scott Colley – Brian Blade: Angular Blues
CD-Tipp
07.04.2020 Peter Füssl

Wolfgang Muthspiel genießt sowohl als Gitarrist als auch als Komponist längst einen hervorragenden Ruf, völlig zurecht, wie sein viertes ECM-Album mit sieben neuen Stücken und den Standards „Everything I Love“ und „I’ll Remember April“ eindrucksvoll unter Beweis stellt. Sein melodischer und harmonischer Einfallsreichtum verblüfft immer wieder, ebenso seine stupende Fingerfertigkeit, mindestens so wichtig ist aber auch sein exzellentes Händchen für die Wahl der geeigneten Partner, denen er die Musik gerne auf den Leib schreibt. Das Trio war immer schon ein Lieblingsformat Muthspiels – besonders bekannt ist natürlich jenes mit Larry Grenadier und Brian Blade, mit dem er 2014 sein vielgepriesenes ECM-Debüt „Driftwood“ veröffentlichte. Letzterer hat auch auf „Angular Blues“, das zur Krönung von sechs Konzerten im „Cotton Club“ in Tokio dort im Studio Dede auch gleich aufgenommen wurde, den Schlagzeug-Part übernommen.

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Avishai Cohen: Big Vicious
CD-Tipp
31.03.2020 Peter Füssl

Der 1998 erschienene Song „Teardrop“ ist der größte Hit der britischen Trip Hop-Band Massive Attack, dem singenden Fötus im hundertmillionenfach angeklickten Musikvideo verlieh Cocteau Twins-Sängerin Elisabeth Frazer einen traurig-ätherischen Touch, hat sie doch die Lyrics unter dem Eindruck des tragischen Todes von Jeff Buckley verfasst. Avishai Cohen übernimmt ihren Part mit seiner melancholischen, kalt glühenden Trompete, und sein israelisches Quintett Big Vicious verpasst dem im kollektiven Gedächtnis der Elektronik-Pop-Gemeinde fest verankerten Song Drive, Schärfe und Dringlichkeit, ohne ihn seiner ursprünglichen emotionalen Tiefe zu berauben.

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Charles Lloyd: 8 – Kindred Spirits Live From The Lobero
CD-Tipp
25.03.2020 Peter Füssl

Es ist der Blick eines alten Mannes auf ein unfassbar erfülltes Leben, dahinter errät man aber auch, vielleicht in einem Blinzeln, den neugierigen Blick des ewig Jungen, der nach Vollendung strebt und stets auf der Suche sein wird – nach dem ganz besonderen Ton, der unvergleichlichen Stimmung, der einzigartigen Kommunikation mit den Mitmusikern und dem Publikum. Und das Outfit auf dem Coverfoto verrät uns auf Anhieb, dass wir es hier mit einem Mystiker zu tun haben – genauer gesagt: einem Jazzmystiker im Jubiläumsmodus. Seinen 80. Geburtstag hat der Saxophonist Charles Lloyd am 15. März 2018 mit einem Konzert im von ihm schon oft bespielten Lobero Theatre seiner Heimatstadt Santa Barbara gefeiert – mit Drummer Eric Harland und Bassist Reuben Rogers, seinem Lieblings-Rhythmus-Gespann, mit Pianist Gerald Clayton und Gitarrist Julian Lage, die er schon als Jungmusiker unter seine Fittiche nahm und zu aufstrebenden Stars machte, und mit zwei ganz besonderen Gästen: der wie Lloyd aus Memphis stammenden Soul-Pop-Legende Booker T. Jones und Blue Note-Boss Don Was, der zu diesem ganz speziellen Anlass für zwei Stücke wieder einmal zum Bass griff.

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Wolfgang Haffner: Kind of Tango
CD-Tipp
17.03.2020 Peter Füssl

„Kind of Tango” heißt nach „Kind of Cool” (2015) und „Kind of Spain” (2017) der dritte Streich und krönende Abschluss der exzellenten „Kind of“-Trilogie des in Nürnberg lebenden Schlagzeugers Wolfgang Haffner. Nach der lässigen Relaxedness des 50er-Jahre Cool Jazz und den sonnengereiften Impressionen aus der Welt des Flamencos, lässt sich Haffner nun von Melancholie und Magie des Tangos inspirieren.

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Carla Bley – Andy Sheppard – Steve Swallow: Life Goes On
CD-Tipp
10.03.2020 Peter Füssl

“Life goes on. / On and on. /And then one day ... / Carla was hit by a bucket of shit / and the band played on. / She opened the door and was hit by some more / and the band played on. / Could this be the ending or just the beginning / of life without music or fun? / But wonderful stuff had just barely begun / and the band played on.” Die in lyrischer Form gehaltenen Liner-Notes demonstrieren eindrücklich, wie sich Carla Bley einem schweren gesundheitlichen Einbruch vor zwei Jahren mit Galgenhumor und Kreativitätsschub erfolgreich widersetzte. Anschließend hat sie die in drei Suiten zusammengefassten Stücke gemeinsam mit ihren Langzeitpartnern Steve Swallow und Andy Sheppard auf zahlreichen Konzerten (Bley versteht Auftritte als Probemöglichkeiten für ihre Kompositionen) intensiv geprobt und verfeinert und letztes Jahr in Lugano aufgenommen.

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Oded Tzur: Here Be Dragons
CD-Tipp
05.03.2020 Peter Füssl

Diese unglaubliche Zartheit und Tiefe von der ersten Sekunde weg nimmt einen total gefangen! Mit einer wohltuenden Unaufgeregtheit lädt der in Tel Aviv aufgewachsene und in New York lebende Oded Tzur zu einer unglaublich spannenden musikalischen Entdeckungsreise ein. Diese führt allerdings nicht zu gigantischen Seeschlangen, Monstern und Drachen, wie der auf den lateinischen Spruch „Hic sunt dracones“ zurückgehende Albumtitel vielleicht nahelegt. Denn das bezeichnete auf frühen Weltkarten unerforschte und somit risikobehaftete Gegenden. In unserer unruhigen, schnelllebigen, übertrieben geschäftigen und reizüberfluteten Zeit kann das eigentlich Sensationelle vielmehr auch im genauen Gegenteil all dessen liegen.

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Destroyer: Have We Met
CD-Tipp
03.03.2020 Peter Füssl

Mit dem je nach Zählweise 12. oder 13. Studioalbum taucht der unberechenbare, spanischstämmige Kanadier Dan Bejar gemeinsam mit Gitarrist Nicolas Bragg und dem für Bass, Synthies und Drum-Programming zuständigen John Collins wieder tief in die Destroyer-Welt ab, die sich seit 1996 im Indie-Rock-Pop-Genre immer wieder neu erfunden oder zumindest um überraschende Komponenten erweitert hat.

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Agnes Obel: Myopia
CD-Tipp
27.02.2020 Peter Füssl

Es ist wirklich faszinierend, wie perfekt die 39-jährige, in Berlin lebende Dänin Agnes Obel hochtechnisierte Soundeffekte und tief unter die Haut gehende Emotionalität miteinander verschmelzen lässt. Für ihr viertes Album hat sie sich monatelang im Studio in eine völlig von der Außenwelt abgeschirmten Blase zurückgezogen und sich aus der selbstgewählten Perspektive der Kurzsichtigkeit über Themen wie Wahrnehmung und Realität, Vertrauen in und Zweifel an der eigenen Urteilsfähigkeit, über den Umgang mit Trauer und Verlust oder über den Zusammenhang von Todesangst und Schlaflosigkeit ihre Gedanken gemacht und diese in ziemlich kryptisch anmutende Texte gegossen.

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Torres: Silver Tongue
CD-Tipp
25.02.2020 Peter Füssl

Die mittlerweile 29-jährige Singersongwriterin Torres (bürgerlich: Mackenzie Scott) hat auf ihren bislang drei Alben einen schonungslosen Umgang mit ihren Ängsten und Unsicherheiten, Identitätsproblemen und Frustrationen im Zusammenhang mit Liebe und Sexualität gepflogen. An dieser Direktheit und Unverblümtheit hält sie auch auf ihrem vierten Album mit neun neuen Songs zu Themen wie Verliebtheit und Liebesleid, Begehren, Glücksgefühle und Verlustangst fest.

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