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13.10.2015 |  Peter Füssl

Kurt Vile: b’lieve i’m goin down ...

Der 35-jährige Gitarrist und Sänger Kurt Vile führt mit den zwölf Titeln seines mittlerweile sechsten Albums sein Songwriting zu neuen Höhepunkten, ohne viel an seinem bisherigen Erfolgsrezept zu ändern.

Zu den gewohnten Indie-Rockklängen gesellen sich ein paar Bluegrass- und Country-Einflüsse und beim Instrumentieren setzt er vermehrt auf Reduktion und Klarheit, was die Soundkulisse noch intimer und somit zwingender macht. Denn die besteht zumeist aus sich permanent wiederholenden Gitarren- oder Orgelriffs, was beim Zuhören in einen angenehmen, nahezu hypnotischen Zustand entführt, zu dem auch Viles ungemein lässiger – manchmal fast schon auf coole Art gelangweilt wirkender – Gesang wesentlich beiträgt. Dabei haben es die durchwegs intelligenten Texte in sich, stehen fast schon konträr zu den gemütlichen Grooves des kreativen Überfliegers aus Philadelphia, wo der 28. August offiziell zum Kurt-Vile-Tag ernannt wurde. In lakonischen Geschichten schildert er die Kämpfe mit den inneren Dämonen, verliert sich grübelnd in Entfremdungsphantasien, jammert voller Melancholie verflossenen Liebschaften nach. Das wirkt alles irgendwie aufgeräumt und unspektakulär und hat dennoch eine absolut fesselnde Wirkung, lässt die Weite des amerikanischen Horizonts ebenso erahnen wie die beengenden Gefühlszustände, die einen darin ereilen können. „B’lieve i’m goin down ...“? – Keine Angst, lieber Kurt Vile, mit diesem Album steigst Du eher hoch wie eine Rakete.

(Matador)

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