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12.05.2015 |  Peter Füssl

Agnes Heginger _ Peter Herbert _ Christoph Cech: springlink

Bitte anschnallen! Sie begeben sich hier auf eine musikalische Achterbahnfahrt, die genau 55 Minuten und 9 Sekunden dauern wird, und danach werden sie keine davon missen wollen. Denn den gleichermaßen anspruchsvollen wie vergnüglichen akustischen Parcours haben Vokalartistin Agnes Heginger, Kontrabassist Peter Herbert und Pianist Christoph Cech entworfen - allesamt geniale Grenzgänger zwischen Jazz und zeitgenössischer E-Musik, versiert in unkonventionellen Zugängen zu jenem spannenden musikalischen Reich, in dem Komposition und Improvisation zu einer wunderbaren Symbiose verschmelzen.

Agnes Heginger bestätigt einmal mehr ihren Ruf als Großmeisterin des Scattens und experimenteller Vokaltechniken, verblüfft mit einem enormen Stimmumfang, hat den Schalk im Nacken, vermag aber auch die Lyrik von Joseph Kopf stimmungsvoll herüberzubringen. Letzteren hat Peter Herbert ins Spiel gebracht, der am Kontrabass die Dinge erdet und vorantreibt, zupfender und streichender Weise Akzente setzt und einmal mehr klar macht, dass zeitgenössische Bassisten die traditionelle Sideman-Funktion längst meilenweit hinter sich gelassen haben. Für mich die größte Überraschung ist Christoph Cech, mir bislang eher im Orchesterformat, etwa mit der Nouvelle Cuisine Bigband, bekannt. Er erweist sich als unglaublich einfallsreicher Piansit, der zarte Lyrismen ebenso sensibel hintupft, wie er mit unkonventionellen Läufen furiose Tastenfeuerwerke abbrennt. Beeindruckend!

(alessa records)

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