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Sieglinde Wöhrer · 01. Nov 2026 · Kinder

Bewegungen im Wind

Eine Forschungsreise für die Kleinen

Das Lustenauer Kindertheater zeigt auf der Bühne des Reichshofsaals die Vorstellung „Breeze“ von und mit der Figurenspielerin und Theatermacherin Ulrike Kley. Das Objekttheater mit Musik richtet sich an Kinder ab zwei Jahren und erkundet mit Experimenten, Klängen und Liedern, wie der Wind funktioniert und wie man die unsichtbare Luft sehen und hören kann.

Das Atmen, der Wind und die Luft, die bewegt wird – darum dreht sich das Kinderstück „Breeze“ von Ulrike Kley. Es ist eine theatrale Forschungsreise für die noch ganz Kleinen, die auch das Konzept einer Theatershow erst kennenlernen: „Dass es im Theater jemanden gibt, der etwas macht und zeigt und darstellt, und sie dann da sind und das einfach anschauen – das ist ein ganz neuer Erfahrungsraum für diese kleinen Zuschauer:innen.“

Dinge umpusten und durcheinanderwirbeln

Um diese Entwicklungsphase von Kindern ab zwei Jahren aufzugreifen, stehen im Stück mehr die Erlebnisse im Moment im Vordergrund, und es gibt keine Erzählung, welcher die Kinder folgen müssen. Mit Objekten, Musik und Gesang machen die zwei Darstellerinnen Ulrike Kley und Mette-Nadja Hansen im künstlichen Raum den Wind sichtbar, fühlbar und hörbar. Sie lassen ihn sanft über das Gesicht streichen und zeigen, wie er Dinge durcheinanderwirbeln, umpusten und Stoffe flattern lassen kann. „Mal ist er kaum zu spüren, mal bricht er plötzlich los – unberechenbar, lebendig und voller Energie“, wird das Stück in der Ankündigung beschrieben. Mit verschiedenen winderzeugenden Maschinen wie Ventilatoren oder Turbolüftern zeigen die beiden Forscherinnen auf der Bühne, wie sich unterschiedliche Materialien in der Luft bewegen. Es gibt beispielsweise Experimente mit Rettungsdecken, mit Konfetti, aber auch eine Art Orgel-Windspiel, in dem mit gefüllten Wasserflaschen Töne erzeugt werden. Die Performance wird stimmlich mit live gesungenen Melodien begleitet.

Sinnliche Eindrücke und Assoziationen 

„Breeze“ ist ein Stück, das von einer Bewegung und einem sinnlichen Eindruck ausgeht, der im Laufe der Show weiter vertieft wird. „Was passiert, wenn man Wind einfängt? Wie klingt Luft, wenn sie singt? Und kann man Leichtigkeit eigentlich anfassen?“, sind die Fragen, denen sich Ulrike Kley und Mette-Nadja Hansen auf kindliche und spielerische Weise annähern. Auf der Bühne, aber auch in der direkten Interaktion mit den Kindern wird gezeigt, wie Wind funktioniert. „Wind an sich ist nicht sichtbar, sondern zeigt sich nur dann, wenn etwas im Wind bewegt wird. Das ist dann teilweise auch der meditative Moment, wo man lange zuschauen kann, wie sich so ein Gegenstand bewegt und immer wieder neue Formen annimmt“, sagt Kley. Diese spielerische Beschäftigung eröffne auch einen großen Assoziationsraum. So könnte es manchmal wirken, als würden zwei Rettungsdecken in der Luft miteinander tanzen. Das Objekttheater sei für Kinder zwischen zwei und sechs Jahren konzipiert und eine „Einladung an kleine und große Zuschauer:innen, mit allen Sinnen zu entdecken, was zwischen uns schwebt.“

„Breeze“
Objekttheater mit Musik, Gesang und forscherischer Neugier
6.11., 9.30 Uhr und 7.11., 11 Uhr, Kiesel Friedrichshafen 
8.11., 15 Uhr, Reichshofsaal Lustenau

ab 2 Jahren
Dauer: 30 Minuten