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In den Gängen

D 18, T. Stuber

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Anfang
15.06.2018 22:00
Kategorie
Film / Kino
Veranstaltungsort

Kino Rio, TaSKino
Marktstr. 18
6800 Feldkirch
http://www.taskino.at
info@rio-feldkirch.at

Artikelaktionen
abgelegt unter:
Musik / Konzert 24.06.2018
Silvia Thurner

Geige und Flöte in Konkurrenz und als Ergänzung zueinander – Spannendes Konzert mit den „Two Whiskas“ in der Bludenzer Remise
Ivana Pristasova (Streichinstrumente) und Caroline Mayrhofer (Flöten) präsentierten im Duo "Two Whiskas" vielschichtige Kompositionen, unter anderem von Wolfgang Schurig. In einem Werk wurde sie von Natália Kubalková (Bildmitte) unterstützt.

Eine seltene Gelegenheit Musik unserer Zeit zu hören, bot die MusikMeile des Vereins allerArt in der Bludenzer Remise. Das Duo mit dem klingenden Namen „Two Whiskas“ musizierte unter dem Leitgedanken „the rest is noise“ auch das „Capriccio per Goldner“ von Wolfram Schurig. Die ungewöhnliche Besetzung für Violine und Blockflöte bot vor allem mit unterschiedlichen Klangregistern eine ungeahnte und faszinierende Klangvielfalt. Ivana Pristasova an den Streichinstrumenten sowie Caroline Mayrhofer an den Blockflöten spielten souverän und führten die Zuhörenden mit Werken von Agostino di Scipio, Timothy McCormack, Thomas Wally, Hannes Kerschaumer und Wolfram Schurig in ganz unterschiedliche musikalische Ausdruckswelten - die meisten begeisterten, ein Stück zog den letzten Nerv.

Film / Kino 21.06.2018
Gunnar Landsgesell

Am Strand
Am Strand von Chesil, wo das Meer die Steinchen immer wieder neu formiert. In einem Moment der Wahrheit droht eine Beziehung zu zerbrechen.

Sind es Klassendünkel, emotionale Blockaden oder einfach Ängste, die ein junges Paar in Bristol Anfang der 1960er Jahre scheitern lassen? Regisseur Dominic Cooke verfilmt ein Buch des preisgekrönten Autors Ian McEwan zwischen britischer Noblesse und rätselhaften Konflikten.

Film / Kino 21.06.2018
Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (22.6. - 28.6. 2018)
Glory

Das Filmforum Bregenz zeigt diese Woche die bissige bulgarische Tragikomödie „Glory“. Beim Takino Schaan steht dagegen Todd Haynes visuell grandiose Kinderbuch-Verfilmung „Wonderstruck“ auf dem Programm.

Musik / Konzert 20.06.2018
Silvia Thurner

Marcus Nigsch erhält den Kompositionspreis des Landes Vorarlberg 2018
Marcus Nigsch komponiert in einer bildhaft plastischen und emotionsgeladenen musikalischen Sprache. Er findet international Anerkennung und erhält nun den Kompositionspreis des Landes. (Foto: Schairer)

Der mit 7000 Euro dotierte Kompositionspreis des Landes Vorarlberg wird alle zwei Jahre vergeben. Die erweiterte Kunstkommission „Musik“ hat im Rahmen eines Nominierungsverfahrens Marcus Nigsch den diesjährigen Kompositionspreis einstimmig zugesprochen. Besonders die ideenreiche und allgemein verständliche musikalische Sprache des in Feldkirch lebenden Komponisten wurde als herausragendes künstlerisches Wesensmerkmal hervorgehoben. Marcus Nigsch ist in verschiedenen musikalischen Genres sehr erfolgreich. Für Werner Bootes Dokumentarfilm „The Green Lie“ schuf er die Filmmusik. Vor wenigen Tagen brachte das Ensemble „Die Schurken“ in der Philharmonie Luxemburg vier neue Kompositionen mit großer Resonanz zur Uraufführung.

CD-Tipp 19.06.2018
Peter Füssl

Ceramic Dog: YRU Still Here?

“I got a right to speak like an idiot/I got a right to bitch and moan/I got a right to be unhappy/I got a right to say ‘fuck you!’/I got a right to ignore everything you say, my feelings are political“ – das dritte Album von Ceramic Dog, dem Punk-Avantgarde-Jazz-Noise-Rock-Trio von Gitarrist Marc Ribot, Drummer Ches Smith und Bassist/Perkussionist Shahzad Ismaily startet mit einer wütend gebrüllten Attacke gegen die herrschenden Verhältnisse in den Vereinigten Staaten – ein roter Faden, der sich in unterschiedlicher Intensität und stilistischer Ausrichtung durch die elf Titel zieht. Der Song heißt „Personal Nancy“ und spielt auf die Sid Vicious-Lebensgefährtin Nancy Spungen an, eine der tragischen Ikonen der Punk-Bewegung.

Musik / Konzert 18.06.2018
Silvia Thurner

Im enthusiastischen Miteinander zur Hochform – gebündelte Musikalität und Energie belebten Händels „Messias“ in der Pfarrkirche Bildstein
Die neu renovierte Wallfahrtskirche Maria Bildstein bot einen ehrwürdigen Rahmen für die Aufführung des "Messias" von Georg Friedrich Händel. Die enthusiastische Werkdeutung begeisterte die Zuhörenden, die mit standing ovations für dieses musikalische Großereignis dankten.

Es war ein Kraftakt, der seinesgleichen sucht, was der Verein „kultur.bildstein“ rund um die Sopranistin und Pädagogin Birgit Plankel in der neu renovierten Wallfahrtskirche Maria Bildstein zuwege gebracht hat. Ein Projekt-Chor sowie die Sinfonietta Vorarlberg führten unter der musikalischen Leitung von Benjamin Lack das Oratorium „Messias“ von Georg Friedrich Händel auf. Ihre Rollen als Solistinnen und Solisten füllten Birgit Plankel (Sopran), Lea Müller (Alt), Eric Price (Tenor) und Martin Summer (Bass) eindrücklich aus. Wahre Bewunderung riefen die Chorsängerinnen und –sänger hervor, denn sie formten die vielgestaltigen Chorpassagen mit einer beeindruckenden Stimmenbalance, intonationssicher und über zweieinhalb Stunden vital aus. Mitten drinnen wie ein kreativer und inspirierender Anker dirigierte Benjamin Lack.

Tanz 17.06.2018
Peter Füssl

tanz ist Festival 2018 – Urban Dance Art zum Finale
Bartek Przybylski (alle Fotos © Stefan Hauer)

Nach der sensationellen Produktion „Aghori“ von Shailesh Bahoran, einer exzellenten Mischung aus indischer Tradition, Hip-Hop und anderen zeitgenössischen Tanzstilen, und dem eindrucksvollen Tanzsolo „Today“ von Laurence Yadi (Compagnie 7273) fand das tanz ist Festival am Dornbirner Spielboden seinen Abschluss mit einem Einblick in die zur Zeit sehr hippe Urban Dance-Szene. Der Bühnenraum wurde zur Blackbox, vom Lichtdesign her beschränkte man sich größtenteils auf einfache Spots, die Lichtkreise auf den Boden zeichneten. Das Setting für die Präsentation von drei sehr unterschiedlichen Tänzern war also äußerst reduziert und bewusst schlicht gehalten.

Film / Kino 15.06.2018
Gunnar Landsgesell

Hereditary - Das Vermächtnis
Ein eigener, verstörender Planet: Milly Shapiro als die zwölfjährige Charlie.

Nach dem Tod der Großmutter, die vielleicht nicht so harmlos war, wie sie wirkte, zerfällt eine Familie auf beängstigende Weise. Dass es zunehmend übersinnlich wird, tut der Spannung keinen Abbruch, steigert die Intensität aber auch nicht. Hochgelobter Horrorfilm mit Toni Collette und Gabriel Byrne, der bei Robert Redfords Sundance Film Festival Premiere hatte.

Film / Kino 14.06.2018
Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (15.6. - 21.6. 2018)
Sameblod – Das Mädchen aus dem Norden

Das TasKino Feldkirch zeigt diese Woche das bewegende schwedische Coming-of-Age-Drama „Sameblod – Das Mädchen aus dem Norden“, in dem Amanda Kernell von der Diskriminierung der Samen in den 1930er Jahren erzählt. Beim FKC Dornbirn steht dagegen das meisterhafte russische Familiendrama „Loveless“ auf dem Programm.

Theater 13.06.2018
Peter Niedermair

Anart-Theater Hard „Der wunderbare Massenselbstmord“ nach dem Roman von Arto Paasilinna - „Vom Glück im Scheitern: Hoffnungsvolle Selbstmordstrategien aus Finnland“
„Der ärgste Feind der Finnen ist die Melancholie. Trübsal. Grenzenlose Apathie. Schwermut." (Denise Partsch, Simona Wulf, Elisabeth Lindner)

Die grotesk-absurde Komik des makabren Themas entfaltet sich in der Aufführung des Harder Anart-Theaters mit spielerisch-fröhlicher Heiterkeit. Aus dem erfolgreichen Roman des in Finnland populären Autors Arto Paasilinna, übersetzt von Regine Pischel, haben Katharina Schöfl und Dagmar Ullmann-Bautz das Destillat einer eineinhalbstündigen Bühnenversion gefiltert, die zu einem melancholisch-witzigen Plädoyer für das Leben wird. Von Anfang an ist klargestellt, dass man mit einer grandiosen Inszenierung à la Ullmann-Bautz und den Mitteln des Theaters auf diese Weise mit dem Selbstmord spielen darf. Auch wenn jeder weiß und alle wissen, dass der Suizid ein Tod wie kein anderer und jeder individuelle Suizid einzigartig und der Schmerz für jene, die zurückbleiben, universell ist.

Musik / Konzert 12.06.2018
Silvia Thurner

Was von innen her bewegt wird – Sinnliche musikalische Meditation zum Thema „Wachsen“
Im schönen Ambiente der Wallfahrtskirche St. Arbogast stellten David Helbock, Klaus Christa, Fridolin Schöbi, Martin Lindenthal, Zuko Samela und das Vokalensemble des Musikgynamnasiums Feldkirch die vielen Facetten des Wachsens in einer durchkomponierten musikalischen Meditation eindrucksvoll dar.

Die musikalischen Spaziergänge im Rahmen der Konzertreihe „Musik in der Pforte“ laden zur Kontemplation beim Gehen sowie zur musikalischen Meditation in die Wallfahrtskirche St. Arbogast ein und finden viel Publikumszuspruch. Unter dem Leitgedanken „Wachsen“ entwarf der künstlerische Leiter Klaus Christa ein geistreich durchkomponiertes Programm, das auch drei Uraufführungen beinhaltete. Im Zusammenwirken mit David Helbock am E-Piano und Synthesizer, Klaus Christa und Fridolin Schöbi (Viola), Martin Lindenthal (Gesang, Hang), Zuko Samela (Conga) sowie dem Vokalensemble des Musikgymnasiums Feldkirch erlebten die Zuhörenden ein ansprechendes Konzert.

Literatur 12.06.2018
Annette Raschner

„… ein Monument des stillen und starren Widerstands gegen die Emsigkeit unserer Welt“ - Interview mit Christina Walker und Textauszug aus "Auto"
Christina Walker: „Man kann Geschichten nicht erzwingen, aber aus jedem einzelnen Versuch, fertig geworden oder nicht, viel mitnehmen“ (c) Petra Rainer

Die in Bregenz geborene und in Augsburg lebende Christina Walker wurde im April mit dem Literaturpreis des Landes Vorarlberg ausgezeichnet. Die Germanistin, Theater- und Medienwissenschaftlerin ist seit 2005 als selbstständige Autorin und Texterin tätig. Im folgenden Interview geht es um den Helden ihres Romanprojekts.

CD-Tipp 12.06.2018
Peter Füssl

Lucas Niggli: Alchemia Garden

Zu seinem 50. Geburtstag schenkt unser Schweizer Lieblingstrommler Lucas Niggli sich selber und uns einen fiktiven Abenteuerspaziergang durch seinen zauberhaften „Alchemia Garden“. In dessen Bauplan hat er seine reichhaltigen musikalischen Erfahrungen einfließen lassen – von seiner Kindheit in Kamerun, über sein Nahverhältnis zum Schweizer Schlagzeug-Poeten Pierre Favre, seine unterschiedlichsten Bandprojekte mit innovativen Köpfen der europäischen Jazz- und Improvisationsszene und mit Musikern unterschiedlichster Ethnien, bis hin zu seiner Beschäftigung mit Cage und Stockhausen.

Musik / Konzert 11.06.2018
Silvia Thurner

Stürmisch bewegt und lyrisch verweilend – Der Orchesterverein Götzis mit Benjamin Lack am Pult und dem Cellisten Alexandr Karakhanyan bot ein inspirierendes Musikerlebnis
Der aus Armenien stammende Cellist Alexandr Karakhanyan spielte mit dem Orchesterverein Götzis das sechste Cellokonzert von Luigi Boccherini. Mit seinen feinsinnigen Klangqualitäten zog er die Aufmerksamkeit auf sich. (Foto: Hannes Kappl)

Seit neuen Jahren spielt der Orchesterverein Götzis jeweils Anfang Juni in der Kulturbühne AmBach eine Matinee, die im dichten Konzertkalender des Landes Aufmerksamkeit erregt. Die hervorragende Programmgestaltung des künstlerischen Leiters Markus Ellensohn, die freudvolle Spielart des Orchesters und das professionelle Dirigat von Benjamin Lack garantieren anregende musikalische Erlebnisse. Dieses Mal gestalteten die Musikerinnen und Musiker Werke aus der (vor)klassischen Stilepoche von Leopold Mozart, Luigi Boccherini und Joseph Martin Kraus. Im Mittelpunkt stand der armenische Cellist Alexandr Karakhanyan. Mit subtiler Tongebung und in feinsinniger Übereinstimmung mit den Streichern deutete er das Cellokonzert Nr. 6 (G 479) von Luigi Boccherini.

Musik / Konzert 09.06.2018
Thorsten Bayer

Höchst Sehenswert: Die Höchste Eisenbahn im Zeughaus Lindau
Die Höchste Eisenbahn fragt sich in ihrem neuen Album: „Wer bringt mich jetzt zu den anderen?"

Die Supergroup des deutschen Indiepop war zu Gast im Zeughaus. Die vier Musiker um die beiden Singer-Songwriter Moritz Krämer und Francesco Wilking brachten jede Menge Spielfreude mit an den Bodensee und hinterließen einen starken Eindruck.

Tanz 08.06.2018
Peter Füssl

Ungezügelte Energie und stille Meditation - grandioser tanz ist-Festival-Auftakt mit „Aghori“ von Shailesh Bahoran
Shailesh Bahorans unkonventioneller Mix aus indischer Tradition, Breakdance und Theaterperformance begeisterte das tanz ist Festival-Publikum am Dornbirner Spielboden (alle Fotos: Sjoerd Derine)

Dankenswerterweise ist es nicht immer ganz leichte Kost, was tanz ist Festival-Mastermind Günter Marinelli den Vorarlberger Tanz-Fans zu bieten hat, dafür eröffnen sich am Dornbirner Spielboden oft neue und interessante Perspektiven des zeitgenössischen Tanzes, und das Gebotene ist qualitativ stets erstklassig. So auch beim diesjährigen Festival-Auftakt mit der österreichischen Erstaufführung von „Aghori“ des in Surinam geborenen und in den Niederlanden lebenden, indischstämmigen Tänzers und Choreografen Shailesh Bahoran. Seine atemberaubende Mischung aus Breakdance, hindustanischer Tradition und Theaterperformance wurde vom Publikum mit tosendem Applaus belohnt.

Film / Kino 08.06.2018
Gunnar Landsgesell

Der Hauptmann
Willkürliche Exekutionen und Erniedrigung von NS-Gefangenen werden etwas zu "dynamisch" ins Bild gesetzt.

Der Rauchfangkehrer-Lehrling und Wehrmachtssoldat Willi Herold ernannte sich in den letzten Tagen vor Ende des Zweiten Weltkriegs zum Offizier und tötete rund Hundert Menschen, bevor die Alliierten Deutschland befreiten. Der deutsche Regisseur Robert Schwentke stellt die Faszination des Bösen in den Vordergrund und inszeniert den "Henker vom Emsland" wie eine Actionfigur.

Theater 08.06.2018
Anita Grüneis

Taboris „Mein Kampf“ als Gastspiel aus Konstanz im TAK – Viel Lärm um Nichts. 
Taboris "Mein Kampf" mit Thomas Fritz Jung als Schlomo Herzl, Peter Posniak als Hitler, Andreas Haase als Lobkowitz (v.l.n.r.)

„Sie werden uns nie verzeihen, was sie uns angetan haben“ – das ist einer der typischen bitteren jüdischen Wortwitze. Der große Theatermensch George Tabori beschäftigte sich in seinem Stück "Mein Kampf" in komödienhafter Form mit dem Trauma der Shoah. Er selbst bezeichnete sein Werk abwechselnd als "Farce" und als Liebesgeschichte, und zwar "in dem Sinn, wie man es in Hollywood versteht: "A Great Love Story - Hitler and His Jew". Das Stück ist eine Auseinandersetzung mit dem, was Tabori den "Fluch, seinen Feind zu verstehen", nannte. Von alledem war im Gastspiel des Theaters Konstanz kaum etwas zu bemerken. Es war eher eine Comedy Show mit viel fucking nudity. Wenn es wenigstens der Entblößung gedient hätte, diese Nacktheit. Sie war jedoch eher Teil der brachialen Modernisierung des Stückes. 

Film / Kino 07.06.2018
Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (8.6. - 14.6. 2018)
Was werden die Leute sagen

Das TaSKino Feldkirch zeigt diese Woche das aufwühlende norwegische Drama „Was werden die Leute sagen“, in dem Iram Haq von einer jungen Pakistani erzählt, die aufgrund ihrer familiären Situation zwischen den Kulturen zerrissen ist. Einen quasidokumentarischen Blick auf eine süditalienische Roma-Familie bietet dagegen Jonas Carpignanos Spielfilm „A Ciambra – Pio“, der beim Filmforum Bregenz auf dem Programm steht.

CD-Tipp 05.06.2018
Peter Füssl

Ketil Bjørnstad/Anneli Drecker: A Suite Of Poems

Es ist dieses eigenartige Gefühl, hier zu sein, aber auch schon wieder woanders, Ankunft, Anwesenheit und Abschied verschmelzen irgendwie unerklärlich ineinander, man fühlt sich mitten im Getriebe, aber trotzdem allein, Überlegungen zu den verborgenen Geschichten, wer hier früher schon einmal war, was hier wohl schon alles passierte, wie es jenseits der Zimmerwände wohl weitergehen mag – vage Vorstellungen, Tagträume, mehr oder weniger flüchtige Eindrücke, Existenzielles und Nebulöses, Erinnerungsfetzen, innere Konflikte, Hoffnungsschimmer. Von den üblichen Gesetzen von Zeit und Raum scheint der seinen introspektiven Gedanken nachhängende Vielreisende in seinem Hotelzimmer irgendwie abgekoppelt zu sein.

Literatur 04.06.2018
Annette Raschner

"Erfinden heißt erinnern! – Joachim Meyerhoff beim „Montagsforum“ im Dornbirner Kulturhaus
Joachim Meyerhoff © Jim Rakete:Kiepenheuer & Witsch Verlag

Er sei überhaupt nicht vortragserfahren, gestand Schauspieler Joachim Meyerhoff, um dann zur großen Freude des zahlreich erschienenen Publikums beim letzten „Montagsforum“ zum Thema „die Sprachen, die wir sprechen“ keinen Vortrag im klassischen Sinne zu halten, sondern das zu tun, was er am besten kann: Erzählen! Und zwar auf äußerst sympathische, humorvolle und dennoch tiefsinnige Art und Weise. Denn die Komik, sagt der 51-jährige Burgtheaterstar, ist ganz entscheidend. „Sie ist es erst, die es der Ernsthaftigkeit möglich macht, sich zu offenbaren.“

Tanz 04.06.2018
Peter Füssl

Zum Dunkelsten in sich selber vordringen, um das Licht zu sehen – tanz ist Festival Spielboden: Interview Shailesh Bahoran
Shailesh Bahoran zu „Aghori“: „Durch das rein Visuelle hindurchschauen und in den inneren Kampf der Darsteller hineinblicken, die um eine Transformation in einen höheren Bewusstseinsstand ringen.“  (© Sjoerd Derine)

Shailesh Bahoran, in Surinam geborener und in den Niederlanden aufgewachsener Sohn indischer Eltern, zählt zu den interessantesten Tänzern und Choreographen, da sich in seinen Arbeiten Breakdance und indische Tradition sehr durchdacht und auf höchstem tänzerischem Level treffen. Am Spielboden wird seine Erfolgsproduktion „Aghori“ ihre Österreichpremiere feiern. Tanz ist Festival-Mastermind Günter Marinelli zählt den 35-Jährigen zu den ganz besonders zukunftsträchtigen Individualisten: „Die choreografischen Werke von Shailesh Bahoran sind nicht nur virtuos, sondern auch eine spannende Reaktion auf die sichtbare Müdigkeit im europäischen Tanzgeschehen. Die in die Jahre gekommenen Ikonen der zeitgenössischen Choreografie in Europa fallen langsam von ihren Sockeln – sie sind ästhetisch, inhaltlich und politisch überholt. Die Kombination von Gegenwartsreflexion und einer tiefen Auseinandersetzung mit der eigenen Tradition und Kultur sind ein Schlüssel für zukünftige Tanzentwicklungen. Und wenn – wie bei ‚Aghori‘ – noch eine stark spirituelle Dimension dazukommt, ist etwas Überraschendes und Authentisches zu erleben. Die Sehnsucht danach ist gegenwärtig sehr groß.“

Literatur 04.06.2018
Ingrid Bertel

Mord ohne Motiv: Michael Köhlmeiers zwischen Essay und Erzählung changierendes Buch „Von den Märchen“

Warum sind Märchen dermaßen brutal? Warum stört das die Kinder nicht? Und was sagen Märchen über das Erzählen überhaupt aus? Michael Köhlmeier weiß die Antworten.

Ausstellung 03.06.2018
Peter Niedermair

Paper is Painting. Eine leise Intimität - Vernissagerede zur Ausstellung von Christoph Luger in der Galerie Hutz
Christoph Luger verwendet ausschließlich Papier und Leimfarbe, arbeitet an der Wand, appliziert großformatige Papierbahnen, viele Papierschichten übereinander

Ende Mai eröffnete der junge Galerist Maximilian Hutz in seiner räumlich großzügigen Galerie in Hard eine Ausstellung mit Malerei des in Bregenz geborenen, in Wien lebenden und arbeitenden Künstlers Christoph Luger.

Theater 01.06.2018
Dagmar Ullmann-Bautz

Das sollte man nicht versäumen – „Die wunderbare Zerstörung des Mannes“
Großartiges Ensemble: Andreas Jähnert, Benjamin Vanyek, Sascha Jähnert, Fabian Schiffkorn, Thomas Kolle, Peter Pertusini

Heiß ging es her bei der Premiere des Aktionstheater Ensembles im Theater Kosmos im Rahmen des Bregenzer Frühlings. Martin Gruber und sein Ensemble haben sich intensiv und äußerst selbstkritisch mit „dem Männerbild“ auseinandergesetzt. „Die wunderbare Zerstörung des Mannes“ - so der Titel des Stückes -, dem als Grundlage eine Männer-Rollenbilder-Umfrage und die eigenen Geschichten aller Mitwirkenden diente, eröffnet dem Publikum den Kosmos Mann auf die ganz typische Gruber´sche Art! Denn das gesammelte Material - und das war ganz schön viel - wurde von Martin Gruber auf seine unnachahmliche Weise verdichtet und in eine dramatische Form gebracht, unterstützt von Texten der Autoren Wolfgang Mörth und Elias Hirschl.