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Monatsprogramm

Artikelaktionen
CD-Tipp 26.07.2016
Peter Füssl

James Blake: The Colour in Anything

Keiner leidet schöner als James Blake. Auch in seinem dritten Album sind es überwiegend Trennungsschmerz und Liebesleid, emotionale Verschnupftheit und resignative Selbsterkenntnis, die den mittlerweile 27-jährigen Briten zu 17 melancholisch gefärbten Songs inspiriert haben.

Kritiken 25.07.2016
Silvia Thurner

Gepfiffen und sich im Tone nicht vergriffen – Nikolaus Habjan faszinierte mit der Oskar Werner Lesung und amüsierte mit einem Pfeifkonzert bei „Musik und Poesie“
Nikolaus Habjan belebte die von ihm gebaute Puppe und ermöglichte auf diese Weise eine Lesung mit dem legendären Schauspieler und Rezitator Oskar Werner. (Fotos: Anja Köhler)

Nikolaus Habjan ist ein sympathischer und vielseitiger Künstler mit großer Bühnenpräsenz. Unter dem markigen Motto „Ich pfeife auf die Oper ...“ unterhielt er die Besucherinnen und Besucher der Reihe „Musik und Poesie“ bei den Bregenzer Festspielen als Kunstpfeifer bestens. Faszination löste er als Puppenspieler aus, denn die hohe Kunst, seinen selbst gebauten Puppen ein eigenständiges Leben einzuhauchen, beherrscht er facettenreich und perfekt. So war es bei „Musik und Poesie“ möglich, das Alter Ego von Oskar Werner mit der dramatischen Erzählung „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets“ von Rainer Maria Rilke in einer originellen Kombination von Puppenspiel und Bandzuspielung mitzuerleben.

Musik / Konzert 25.07.2016
Silvia Thurner

Vitale Gegenpole im Kleinen und im Großen – Das erste Orchesterkonzert bei den Bregenzer Festspielen war ein mitreißendes Erlebnis
Philippe Jordan leitete die Wiener Symphoniker mit klarer und resoluter Gestik. (Foto: Dietmar Mathis)

Die Wiener Symphoniker mit ihrem Chefdirigenten Philippe Jordan boten einen fulminanten Beginn der Orchesterkonzertreihe bei den Bregenzer Festspielen. Mit Schuberts „Unvollendeter“ und Beethovens siebenter Symphonie bildeten zwei Giganten den Rahmen. Das Orchester war in Hochform und so wurden die Wesenszüge der beiden Symphonien mitreißend herauskristallisiert. Den Mittelpunkt bildeten die „Lieder eines fahrenden Gesellen“ von Gustav Mahler. Mit ihrer emphatischen Interpretation einer resignierten Liebenden, die sich in eine Traumwelt flüchtet, berührte die Mezzosopranistin Michaela Schuster die Zuhörenden.

Musik / Konzert 22.07.2016
Fritz Jurmann

Bregenzer Festspiele - „Turandot“ bleibt ein opulentes Fest der Bilder, Farben und Klänge
72 m breit und 27 m hoch ist die Bühnenskulptur, die Marco Arturo Marelli für „Turandot“ in den Bodensee gestellt hat. 7 Mill. Euro hat das gute Stück gekostet, halten wird es zwei Saisonen und wird dann durch die Bühne für „Carmen“ 2017/18 abgelöst.

Zumindest wettermäßig total unspektakulär verlief am Donnerstagabend auf der Seebühne die zweite Premiere der diesjährigen Bregenzer Festspiele mit der Wiederaufnahme der erfolgreichen Produktion von Giacomo Puccinis Oper „Turandot“ vom Vorjahr. So wie bekanntlich angesagte Revolutionen nicht stattfinden, blieben auch die von den Meteorologen prognostizierten Gewitter für diesen Abend zur Gänze aus. Die Besucher wurden an einem windstillen und lauen Sommerabend sogar mit einem traumhaften Sonnenuntergang belohnt. Das Spektakel fand dafür umso mehr auf der Bühne statt, wo der Schweizer Bühnenbildner und Regisseur Marco Arturo Marelli (66) seiner Inszenierung noch in ein paar Details einen Feinschliff verpasst hatte. Knapp 7.000 Besucher auf der ausverkauften Seetribüne zeigten sich begeistert im minutenlangen Schlussapplaus für alle Mitwirkenden und das Leading Team.

Kritiken 21.07.2016
Fritz Jurmann

Großartige „Hamlet“-Oper von den Festspielen aus dem Dornröschenschlaf erweckt – Ein Signal ans internationale Opernrepertoire?
Unheil liegt über dem dänischen Königshaus, als Prinz Hamlet (Pavel Cernoch mit Mutter Gertrude, Dshamilja Kaiser) in Franco Faccios Oper nach der Tragödie von William Shakespeare vom Geist seines verstorbenen Vaters (Gianluca Buratto, hinten) befohlen wird, den Mord an ihm zu rächen.

Endlich eine Verdi-Oper, die nicht von Verdi ist, auch wenn sie fast so klingt. Es ist die Ausgrabung der 1865 entstandenen und seither praktisch vergessenen Oper „Amleto“ des italienischen Komponisten Franco Faccio nach Shakespeares Tragödie „Hamlet“, die als Eröffnungspremiere punktgenau zum 400. Todesjahr des Dichters am Mittwoch über die Bühne des Festspielhauses ging. Es ist, als hätte dieses Stück nur darauf gewartet, endlich aus seinem über einhundertjährigen Dornröschenschlaf erweckt zu werden – etwas, was Festspielintendantin Elisabeth Sobotka seit den neunziger Jahren vorgeschwebt ist und was sie in dieser Position nun mit einem Bombenerfolg imponierend umsetzen konnte.

Film / Kino 21.07.2016
Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (22.7. - 28.7. 2016)
High-Rise

Der FKC Dornbirn zeigt diese Woche den packenden spanischen Thriller „Marshland – La isla minima“, der in den kommenden Wochen auch bei den anderen Filmclubs auf dem Programm steht. Beim TaSKino Feldkirch gibt es mit Ben Wheatleys Adaption von J. G. Ballard Roman „High-Rise“ eine visuell aufregende und inhaltlich intelligente dystopische Gesellschaftssatire zu sehen.

Musik / Konzert 20.07.2016
Fritz Jurmann

So wie damals, als die Festspiele laufen lernten - Reizendes Mozart-Singspiel im Bregenzer Gondelhafen
Damit hat alles begonnen: Am 5. August 1946 wurde im Bregenzer Gondelhafen mit Mozarts Singspiel „Bastien und Bastienne“ nach dem Bühnenbild von Wanda Maria Milliore der Grundstein für die Bregenzer Festspiele gelegt.

Tout Bregenz samt aller erdenkbaren Prominenz war am Dienstagabend auf den Beinen, versammelte sich einmütig rund um den Gondelhafen. Wer Glück hatte, ergatterte noch einen Liegestuhl oder eine Bierbank, Hunderte mussten stehen. Ausgezahlt hat sich das Dabeisein auf jeden Fall, ging es doch um den inoffiziellen Auftakt zu den diesjährigen Jubiläums-Festspielen, wie man ihn in dieser Form noch nicht erlebt hat.

Literatur 20.07.2016
Anita Grüneis

Drei Geschichten, drei Zeitachsen - Wahrheit, Fiktion und Wunsch - Neuerscheinung: Liechtenstein – Roman einer Nation. von Armin Öhri

Der Titel klingt großspurig: Roman einer Nation. Es war schon kühn, als Stefan Sprenger in seinem Bühnenstück „Rubel, Riet & Rock'n'Roll“ 25 Jahre in einem Werk zusammenfasste. Noch kühner ist es allerdings, das ganze 20. Jahrhundert eines Landes in einem einzigen Buch beschreiben zu wollen. Dazu noch aus der Sicht eines Liechtensteiners.

Film / Kino 19.07.2016
Gunnar Landsgesell

Frühstück bei Monsieur Henri
Die Studentin und der Menschenfeind: Eine Komödie im alten Stil, in der die Zeit gefroren scheint.

Studentin muss aus Pariser Wohnungsnot eine WG mit altem Grantler bilden. Was fies klingt, kommt nicht so schlimm: Frühstück bei Monsieur Henri ist eine weichgespülte, charmante und leichte Komödie, in der allerdings das knochentrockene Comeback des 80-jährigen Claude Brasseur für einige wohlfeile falsche Töne sorgt.

CD-Tipp 19.07.2016
Peter Füssl

Paul Simon: Stranger to Stranger

The idea is not to just make another album, the idea is to make something that’s really worth a listen.“ Diese Ansage des mittlerweile 74-jährigen Paul Simon, der in den 1960/70-er Jahren im Duo mit Art Garfunkel ebenso Pop-Geschichte geschrieben hat wie mit seinen späteren Soloproduktionen „Graceland“ oder „The Rhythm Of The Saints“ ist nicht Koketterie, sondern darf ruhig wörtlich genommen werden. Denn die Vorliebe des 12-fachen Grammy-Gewinners für wirklich außergewöhnliche Sounds und raffinierte Rhythmen, sein unglaubliches Talent für das Erfinden leicht ins Ohr gehender Melodien und seine Offenheit gegenüber neuen produktionstechnischen Möglichkeiten machen auch sein 13. Soloalbum – selbst für weit jüngere Generationen – durchaus hörenswert.

Kritiken 18.07.2016
Silvia Thurner

In der kleinen Form des romantischen Liedes liegt die große Welt – Thomas Hampson und Wolfram Rieger zogen bei der Schubertiade Hohenems die Zuhörenden in ihren Bann
Thomas Hampson und Wolfram Rieger gestalteten zum Abschluss der Sommerausgabe bei der Schubertiade Hohenems einen faszinierenden und umjubelten Liederabend. (Foto: Schubertiade Hohenems)

Wenn der Bariton Thomas Hampson und der Pianist Wolfram Rieger gemeinsam Lieder von Carl Loewe, Franz Schubert und Robert Schumann interpretieren, sind Werkdeutungen der Superklasse garantiert. Und so war es auch zum Abschluss der Juliausgabe der Schubertiade in Hohenems. Von den ersten Balladen von Carl Loewe über die berühmten Heinevertonungen von Franz Schubert bis hin zu Schumanns Dichterliebe belebten Thomas Hampson und Wolfram Rieger die Kompositionen und entfalteten den mitreißenden Kosmos des Liedgesanges. Faszinierend stellten sich die Künstler mit ihrer ganzen Persönlichkeit und verinnerlichten Meisterschaft in den Dienst der Musik.

Musik / Konzert 17.07.2016
Peter Ionian

Äl Jawala als Abschluss des Origano-Festivals – Bubble Beatz mitten im Conrad Sohm Kultursommer
Finale des Origano-Festivals 2016 in Dornbirn

Es war ein Abend voller Programm, der vergangene Samstag. Am Marktplatz, mitten in Dornbirn fand der dritte und letzte Abend des Origano-Festivals statt. Musik und Geschmack aus aller Welt ist seit letztem Jahr das erweiterte Motto. Und so kamen an drei Tagen auch drei unterschiedliche Bands aus unterschiedlichen Welten auf die Bühne. Am Samstag war das die deutsch-französische Band Äl Jawala aus Freiburg. Sie gaben den Abschluss des Origano-Festivals 2016, übrigens das insgesamt siebzehnte. Im Anschluss daran konnte man noch ins Ebnit fahren und die Afterparty besuchen. Damit landete man gleichzeitig auf einem weiteren Festival, nämlich dem Conrad Sohm Kultursommer. Und mit dem Abschiedsprogramm der Bubble Beatz kam eine Weltklasse-Show auf die Bühne des Prachtclubs. Für die beiden Schweizer Supertalente war der Auftritt in Vorarlberg ihr insgesamt vorletzter. Denn das berühmteste Altmetall-Duo geht in die definitive Endrunde, wie es auf ihrer Website heißt und zieht sich zurück, nach 17 Jahren. Ein Abend voller Programm also und auch voller Kontraste.

Musik / Konzert 16.07.2016
Thorsten Bayer

Sympathische Rampensäue – Travis in der poolbar
Leadgitarrist Andy Dunlop - im Hintergrund Sänger Fran Healy und Drummer Neil Primrose - spielt stets mit vollem Einsatz (alle Fotos © Matthias Dietrich).

Die Indieband Travis aus Glasgow spielte am gestrigen Freitagabend ein begeisterndes Konzert im ausverkauften Alten Hallenbad. Mühelos gelang es den Musikern um Sänger Fran Healy, das Feldkircher Publikum für sich zu gewinnen. Das hätte die erste Künstlerin des Abends, Mira Lu Kovacs aka Schmieds Puls, auch verdient gehabt. Doch leider kam sie gegen das Dauergemurmel einfach nicht an.

Theater 15.07.2016
Dagmar Ullmann-Bautz

Ein freudvolles Theatererlebnis – Shakespeare am Berg
Romeo (Philipp Scholz) und Julia (Michaela Spänle)

Es ist Donnerstag, der 14. Juli, eigentlich Hochsommer, doch in der Bergarena Muttersberg herrschen Feuchtigkeit und beißende 5 Grad. Aber schon nach wenigen Minuten hat man die Kälte fast vergessen. Die Musik, das Bühnenbild, eingetaucht in zauberhafte Lichtstimmungen, das großartige Spiel der Schauspielerinnen, all das entschädigt für die kalten Ohren, Hände und Füße. Und so haben die BesucherInnen, die dem Wetter trotzen, um die Premiere von „Romeo und Julia“ des Freilichttheaters „Shakespeare am Berg“ zu sehen, ihr Kommen wohl keine Sekunde bereut.

Musik / Konzert 15.07.2016
Silvia Thurner

Unterschiedliche Charaktere zu einem stimmigen Ganzen zusammengeführt – Das Schumann Quartett und die Sopranistin Brenda Rae gestalteten ein erfrischendes Schubertiadekonzert
Die Sopranistin Brenda Rae und das Schumann Quartett gastierten mit einem ausgefeilten Programm bei der Schubertiade Hohenems © Schubertiade

Die amerikanische Sopranistin Brenda Rae und das Schumann Quartett aus Deutschland gastierten mit einem ausgefeilten Programm bei der Schubertiade Hohenems. Den Rahmen bildete ein reizvolles Schubert-Arrangement von Aribert Reimann aus dem Jahr 1995 sowie die Motette „Exsultate, jubilate“ (KV 165) von W.A. Mozart. Vor allem in dieser Werkdeutung kam die stimmliche Brillanz der sympathischen Sängerin Brenda Rae voll zur Geltung. Die drei Brüder Erik, Ken und Mark Schumann sowie die Bratschistin Liisa Randula zelebrierten ihre Streichquartettkunst in einem selten erlebten Einverständnis. Dieses gewährte den Musikern viel gestalterischen Freiraum, den sie in Dvoraks „Slawischem Quartett“ und besonders in Mozarts Streichquartett (KV 590) spannungsgeladen auskosteten.