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11.07.2017 |  Peter Füssl

Miles Mosley: Uprising

Vom ersten Ton weg wird man von diesem kraftstrotzenden, druckvoll brodelnden Hexengebräu aus Soul, Jazz, Rock, R’n’B und Funk völlig in den Bann gezogen. Der im zurzeit extrem hippen West Coast Get Down-Jazzkollektiv aus Los Angeles fest verankerte Miles Mosley machte schon auf Kendrick Lamars „To Pimp A Butterfly“ und Kamasi Washingtons „The Epic“ auf sich aufmerksam. Wie Letzteres sind auch die elf Aufnahmen für Mosleys Verve-Debut „Uprising“ in derselben 30-tägigen Monster-Session entstanden, in der das Kollektiv das Kingsize Soundlab Studio in L.A. mietete und 170 Stücke aufnahm.

Miles Mosley hat ein exzellentes Händchen für ins Ohr gehende Melodien, dramaturgisch wirkungsvolles Songwriting, mitreißend-vertrackte Rythmen und effektvolle Arrangements. Seine expressive, unter die Haut gehende Soulstimme nimmt gefangen, für seine exzessive Kontrabassarbeit wurde der treffende Vergleich gefunden, so hätte Jimi Hendrix geklungen, wenn er in der Band von Prince Akustikbass gespielt hätte. Mosley hat sein Handwerk bei Meistern wie Ray Brown oder John Clayton gelernt, jagt aber wie niemand zuvor die Töne durch eine ganze Reihe von Effektgeräten, die seinem Bassspiel ein extrem breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten bieten, zumal er auch hier gerne seine Muskeln wirkungsvoll spielen lässt. Vorsichtshalber spielt er auf einem eigens für ihn angefertigten, verstärkten, aus einem Rockabilly-Bass entwickelten Instrument. Mit seinen WCGD-Kollegen – Drummer Tony Austin, Pianist Cameron Graves, Keyboarder Brandon Coleman, Posaunist Ryan Porter, den Saxophonisten Kamasi Washington und Zane Musa und den Trompetern Christopher Gray und Dontae Winslow – musiziert Mosley schon seit einem Talenteförderungsprogramm in den Teenie-Tagen, was sich im perfekten, aber niemals überproduziert wirkenden Bandsound positiv bemerkbar macht. Ganz sicher wird „Uprising“ Miles Mosley – der schon so unterschiedliche Stars wie Chris Cornell, Everlast, Joni Mitchell, Jeff Beck, Lauryn Hill, Rihanna oder Christina Aguilera mit tiefen Tönen versorgte – nun selbst ein ordentliches Stück die Karriereleiter hoch katapultieren.

(Verve/Universal)

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