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CD-Tipp

Avi Avital / Omer Avital: Avital Meets Avital
CD-Tipp
15.08.2017 Peter Füssl

Der Mandolinist Avi Avital lebt in Berlin, ist auf seinem Instrument eine Ausnahmeerscheinung in der Welt der Klassik und auf Bach und Vivaldi spezialisiert. Der Kontrabassist Omer Avital lebt in New York und verbindet in seinen Kompositionen oft jüdisch-jemenitische Tradition und Berber-Einflüsse mit zeitgenössischem Jazz. Beide sind in Jerusalem als Söhne aus Marokko stammender Juden aufgewachsen, aber nicht verwandt miteinander. So weit ihre musikalischen Erfahrungswelten auch auseinanderliegen mögen, so nah haben sie auf der gemeinsamen Spurensuche nach ihren musikalischen Wurzeln zusammengefunden.

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Roscoe Mitchell: Bells For The South Side
CD-Tipp
08.08.2017 Peter Füssl

Rund zwei Stunden Free Jazz, eine Flut unkonventioneller Ideen und gewagter Soundexperimente in einem unglaublich kreativen Rausch ohne Netz und doppelten Boden gespielt! Das fällt natürlich völlig aus der Zeit, ist die erste Reaktion beim Hören. Oder wäre genau das die genau richtige Antwort auf unsere Zeit? Befand sich die Schwarze Community 1965, als die Association for the Advancement of Creative Music, die unter dem Kürzel AACM in die Jazz-Geschichte eingegangen ist und 2015 mit der großen Ausstellung „The Freedom Principle“ im Museum of Contemporary Art Chicago gefeiert wurde, in der US-Gesellschaft von damals vielleicht in einer ähnlichen Situation wie wir heute auf unserem schwindelerregend kurzlebigen und oberflächlichen Fake News-Terror-Bigbusiness-Planeten?

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Benjamin Booker: Witness
CD-Tipp
01.08.2017 Peter Füssl

Nach den ausgiebigen Tourneen zu seinem vor drei Jahren erschienenen Debut-Album war der in New Orleans lebende Singer-Songwriter Benjamin Booker völlig ausgebrannt und ohne Ideen. Um gleichzeitig abzuschalten und neue Inspirationen zu erhalten, entschloss er sich zu einem längeren Aufenthalt in Mexiko, wo er zum einen die Erfahrungen eines Lebens in der Fremde machte, zum anderen aber auch einen geschärften Außenblick auf die Verhältnisse in seiner Heimat gewann, zum Beispiel auf die Black Lives Matter-Protestaktionen.

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Halsey: Hopeless Fountain Kingdom
CD-Tipp
25.07.2017 Peter Füssl

Die in New York lebende Halsey, ein Anagramm des Vornamens von Ashley Nicolette Frangipane, wurde von maßgeblichen amerikanischen Magazinen als „Stimme ihrer Generation“ bezeichnet, als sie vor zwei Jahren mit ihrem Debut „Badlands“ ein ziemlich eigenwilliges und trotzdem kommerziell höchst erfolgreiches Album vorlegte. Mit „Hopeless Fountain Kingdom“ folgt nun ein Konzeptalbum, das von William Shakespeares „Romeo und Julia“ inspiriert ist. Zum Auftakt rezitiert Halsey sogar aus dem Prolog des Klassikers, verlegt dann aber die Story ihrer Luna und Solis getauften Protagonisten – Namen die vermutlich ihrem Faible für Marvel-Comics geschuldet sind – in die Gegenwart der Twitter/Facebook-Generation.

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Lars Danielsson: Liberetto III
CD-Tipp
18.07.2017 Peter Füssl

Seit 2012 verzaubert der schwedische Kontrabassist und Cellist Lars Danielsson ungefähr im Zwei-Jahres-Rhythmus die Jazz-Gemeinde mit seinen „Liberetto“ getauften, melodienseligen Kammer-Jazz-Pop-Alben. Auch auf der Nr.3 liefert er mit seinen zwölf neuen Eigenkompositionen ästhetisch perfekte und exzellent musizierte, in großer Leichtigkeit dahinschwebende Stimmungsbilder, denen es aber nicht an – mitunter ganz schön rockigen – Kanten und Ecken mangelt.

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Miles Mosley: Uprising
CD-Tipp
11.07.2017 Peter Füssl

Vom ersten Ton weg wird man von diesem kraftstrotzenden, druckvoll brodelnden Hexengebräu aus Soul, Jazz, Rock, R’n’B und Funk völlig in den Bann gezogen. Der im zurzeit extrem hippen West Coast Get Down-Jazzkollektiv aus Los Angeles fest verankerte Miles Mosley machte schon auf Kendrick Lamars „To Pimp A Butterfly“ und Kamasi Washingtons „The Epic“ auf sich aufmerksam. Wie Letzteres sind auch die elf Aufnahmen für Mosleys Verve-Debut „Uprising“ in derselben 30-tägigen Monster-Session entstanden, in der das Kollektiv das Kingsize Soundlab Studio in L.A. mietete und 170 Stücke aufnahm.

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Chris Potter: The Dreamer Is The Dream
CD-Tipp
04.07.2017 Peter Füssl

Nach seinem an Homers „Odyssee“ orientierten ECM-Debut „The Sirens” (2013) und den „Imaginary Cities” mit seinem Underground Orchestra (2015) präsentiert der exzellente in New York lebende Saxophonist und Bassklarinettist Chris Potter die sechs neuen, ausdrucksstarken und farbenreichen Kompositionen seiner jüngsten exquisiten ECM-Produktion mit einem hervorragenden, generationenüberspannenden, akustischen Quartett.

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Lorde: Melodrama
CD-Tipp
27.06.2017 Peter Füssl

Als sie 16 war, wurde Ella Marija Lani Yelich-O’Connor aus Auckland/Neuseeland, besser bekannt als Lorde, mit Songs, die sie teilweise schon als 14-Jährige geschrieben hatte, zum Superstar. „Royals“, „Tennis Court“ und „Team“ schossen weltweit in die Charts, das dazugehörende Album „Pure Heroine“ verkaufte sich mehr als vier Millionen Mal. Vier Jahre und zwei Grammys später ist aus dem wundersam altklugen Teenie mit der großen Stimme und den verblüffend erwachsenen Songs eine 20-Jährige geworden, die gelernt hat, erst einmal mit ihrer plötzlichen Berühmtheit klarzukommen, ohne sich selbst zu verlieren.

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Parisien - Peirani - Schaerer - Wollny: Out of Land
CD-Tipp
22.06.2017 Peter Füssl

Wenn ein Label vier seiner hervorragenden Zugpferde zusammenspannt, liegen dieser Idee oft eher Business-Interessen als künstlerische Überlegungen zugrunde - dementsprechend kommt bei sogenannten Supergroups nicht selten nur mit Virtuosität kaschiertes Mittelmaß heraus. Das lässt sich von diesem neuen Quartett wahrlich nicht behaupten, denn der deutsche Pianist Michael Wollny, der Schweizer Stimmakrobat Andreas Schaerer, der französische Akkordeonist Vincent Peirani und sein Landsmann Emile Parisien am Sopransaxophon verstehen es, ihre kreativen Kräfte, ihren ungezwungenen Umgang mit Genres und Stilen und ihre Lust am Experimentieren zu bündeln und nochmals zu potenzieren

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Nils Wogram Root 70: Luxury Habits
CD-Tipp
20.06.2017 Peter Füssl

Der in Braunschweig geborene und seit vielen Jahren in Zürich lebende Posaunist Nils Wogram ist einerseits mit der Jazztradition bestens vertraut, gilt andererseits aber auch als legitimer Nachfolger des experimentierfreudigen Albert Mangelsdorff und ist permanent auf der Suche nach neuen musikalischen Wegen – etwa mit dem aus vier Posaunisten bestehenden Vertigo Trombone Quartett oder dem ausschließlich aus Bläsern bestehenden Nils Wogram Septett.

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Chick Corea: The Musician
CD-Tipp
13.06.2017 Peter Füssl

Am 12. Juni feiert mit Armando Anthony „Chick” Corea eine der zentralen Lichtgestalten des zeitgenössischen Jazz ihren 76. Geburtstag, wobei Corea in künstlerischer Hinsicht schon anlässlich seines Siebzigers in ganz großem Stil jubilierte – mit zehn Bands und 46 ausverkauften Konzerten im New Yorker Blue Note-Club. Die Highlights dieser Abende liegen nun in einem 3 CD-Set (für wahre Fans in einer special edition um eine Blu-Ray erweitert) vor und ergeben einen schönen Überblick über einige der wichtigsten Stationen im Schaffen dieses unter anderem mit 22 Grammys dekorierten Komponisten und Ausnahmepianisten.

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Zitronen Püppies: Bambis Rache
CD-Tipp
08.06.2017 Peter Füssl

Mal ehrlich: wann haben Sie zum letzten Mal beim Anhören einer neuen Scheibe unter Außerachtlassens jedes höheren Anspruchs an die eigene Intellektualität völlig unbeschwert herausgelacht? Ich für mich kann diese Frage beantworten: Beim ersten Song des phänomenalen Albums „Bambis Rache“ der Zitronen Püppies aus dem Niederbayerischen Wald.

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Bill Frisell/Thomas Morgan: Small Town
CD-Tipp
06.06.2017 Peter Füssl

Der 65-jährige, mit allen musikalischen Wassern gewaschene Bill Frisell hat im dreißig Jahre jüngeren Kontrabassisten Thomas Morgan den idealen Partner gefunden, um in einem unkonventionellen Duo-Projekt einige mit seiner musikalischen Biographie verbundene Meilensteine abzuklopfen und in einem gänzlich neuen Gewand zu präsentieren.

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Youn Sun Nah: She Moves On
CD-Tipp
01.06.2017 Peter Füssl

Die mittlerweile 47-jährige Sängerin Youn Sun Nah war in ihrer südkoreanischen Heimat ein Musical-Star, ehe sie sich wegen ihres Faibles für das Chanson für zwanzig Jahre in Paris niederließ und von dort aus mit ihrer neuen Liebe, dem Jazz, den ganzen europäischen Kontinent eroberte. Besonders für ihre ACT-Alben „Same Girl“ (2010) und „Lento“(2013), die in vielen Ländern Spitzenpositionen in den Jazz-Charts einnahmen, wurde sie gefeiert und vielfach ausgezeichnet. Nachdem sie in fünf Jahren mehr als 500 Konzerte gegeben hatte, kehrte Youn Sun Nah vor zwei Jahren in ihre Heimat zurück – also back to the roots, um sich anschließend wieder ihrer Reiselust hinzugeben und auf ein ganz neues Abenteuer einzulassen: New York.

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Avishai Cohen: Cross My Palm With Silver
CD-Tipp
30.05.2017 Peter Füssl

Schneidende Schärfe und wohlige Wärme, coole Distanz und emotionale Nähe – die Ausdrucksskala des aus Tel Aviv stammenden, spieltechnisch perfekten Trompeters Avishai Cohen kennt keine Beschränkungen. Dasselbe lässt sich von seinen fünf neuen, bis zu zwölf Minuten langen Eigenkompositionen sagen, die in perfekter Balance zwischen klaren Strukturen und freien Improvisationen pendeln.

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Feist: Pleasure
CD-Tipp
25.05.2017 Peter Füssl

Die Kanadierin Leslie Feist lässt sich von der Musikindustrie nicht vereinnahmen, schon gar nicht treiben. Zwischen ihrem Erfolgsalbum „The Reminder“ und dem Nachfolger „Metals“ lagen vier Jahre, nun ließ sie sich gar sechs Jahre Zeit, um mit „Pleasure“ ein überaus starkes Lebenszeichen zu geben.

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Samantha Crain: You Had Me At Goodbye
CD-Tipp
23.05.2017 Peter Füssl

Ob die Geschichte, Samantha Crain habe die Aufnahmen zu ihrem fünften Album zwischen die Arbeitsschichten in einer Pizzeria eingeschoben, wo sie gejobbt habe, um die Produktionskosten finanzieren zu können, wahr oder gut erfunden ist, ist nicht so wichtig. Jedenfalls passt sie gut zum Image der unkonventionellen 30-jährigen Autodidaktin aus Shawnee/Oklahoma, deren Experimentierfreude und Nonkonformität erfrischend wirken.

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Eric Schaefer: Kyoto mon Amour
CD-Tipp
18.05.2017 Peter Füssl

Der von Hardcore über klassische Perkussion und Jazz bis zur Neuen Musik mit allen musikalischen Wassern gewaschene Schlagzeuger und Komponist Eric Schaefer thematisiert auf seiner neuesten Produktion seine Begeisterung für Asien, vor allem für Japan, das er, wie auch Korea, schon mehrfach besuchte. „Kyoto mon Amour“ wurde von den vielfältigen Eindrücken im Verlauf eines dreimonatigen Studienaufenthaltes in der alten Kaiserstadt inspiriert: Von Zen-Meditationen, Kabuki- und Nō-Theater, alter höfischer Musik, Bergwanderungen und auch von den Kalligraphien des Shodo-Künstlers Shoshu, der auch die Cover-Art beisteuerte.

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Trombone Shorty: Parking Lot Symphony
CD-Tipp
16.05.2017 Peter Füssl

Als Vierjähriger marschierte er in New Orleans mit Posaune bei der Streetparade mit und bekam dafür den Namen „Trombone Shorty“ verpasst, als Achtjähriger trat er - natürlich illegalerweise - mit eigener Band in Clubs auf, er produzierte bei Verve drei Alben und wurde für den Grammy nominiert, war mit Lenny Kravitz, Madonna, den Foo Fighters und den Red Hot Chili Peppers unterwegs, wurde mit 26 im „Down Beat“-Poll zum besten Posaunisten des Jahres gewählt, gastierte fünfmal bei den Obamas im Weißen Haus, schrieb mit dreißig ein preisgekröntes Kinderbuch über seine eigene Lebensgeschichte und landet nun ein Jahr später beim renommierten Blue Note-Label. Troy Andrews ist also alles andere als ein Langweiler und auch kein Kind von Traurigkeit.

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Aimee Mann: Mental Illness
CD-Tipp
11.05.2017 Peter Füssl

Herzerwärmendes Fingerpicking, Lagerfeuer-Schrumm-Schrumm-Gitarre, gefühlvolles Pianoklimpern, wunderbare Gesangsharmonien, emotionsgeladene Streicher – alles so zusammengemischt, dass stets die lässig unterkühlte und gleichzeitig einschmeichelnd zarte Stimme Aimee Manns in den Vordergrund gestellt wird. Man fühlt sich angenehm an die 1970-er Jahre erinnert, etwa an die noch jazzfernen Folk-Alben Joni Mitchells. Aimee Mann lässt damit ihre Indie-Pop-Versuche hinter sich und schließt an ihre eigenen größten Erfolge Ende der 1990-er Jahre und kurz nach der Jahrtausendwende an, etwa die brillante Filmmusik für Paul Thomas Andersons „Magnolia“ oder die Alben „Bachelor No. 2“ und „Lost In Space“.

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