Benutzerspezifische Werkzeuge

Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

CD-Tipp

Trio Da Kali & Kronos Quartet: Ladilikan
CD-Tipp
07.12.2017 Peter Füssl

Fodé Lassana Diabaté am Balafon, der auch im Hip-Hop erfahrene Mamadou Kouyaté an der Bass-Ngoni und die Sängerin Hawa Kassé Mady Diabaté – alle drei Mitglieder der seit Jahrhunderten einflussreichsten Griot-Familien in Mali – stehen im musikalischen Epizentrum dieser außergewöhnlichen Produktion. In Mali gelten die drei als Supergroup, dennoch hatte Bandleader Fodé Diabaté zuerst Bedenken, ihre archaischen Instrumente könnten in direkter Konfrontation mit den Streicherstars des Kronos Quartets untergehen, als World Circuit-Label-Chef Nick Gold, der vor zwanzig Jahren auch schon die „Buena Vista Social Club“-Welle in Gang gebracht hatte, einen Vorschlag zur Zusammenarbeit unterbreitete.

zum Artikel >
Panzerballett: X-Mas Death Jazz
CD-Tipp
30.11.2017 Peter Füssl

Keine Spur von stiller Nacht und leise rieselndem Schnee, wenn das Münchner Panzerballett die beliebtesten heimischen und internationalen Weihnachtslieder durch den Fleischwolf der „Verkrassung“ drehen, wie sie ihre musikalische Vorgangsweise nennen.

zum Artikel >
Maciej Obara Quartet: Unloved
CD-Tipp
28.11.2017 Peter Füssl

Manfred Eicher gelingt es in großer Regelmäßigkeit, das umfangreiche und erstklassige Stammpersonal seines exzellenten Labels um neue Namen zu bereichern, die selbst nicht ganz unerfahrenen Jazz-Fans unbekannt sind und ihnen beim ersten Hören wohlige Schauer über den Rücken jagen. So einer ist der polnische Altsaxophonist Maciej Obara, der sein immerhin schon neuntes Album nun als Debüt bei ECM vorlegt. Eine weitere lohnende Entdeckung ist auch der klassisch ausgebildete Pianist Dominik Wania, den Obara vor zehn Jahren in einem Projekt des polnischen Jazz-Übervaters Tomasz Stanko kennen- und schätzen gelernt hat.

zum Artikel >
Blue Note All-Stars: Our Point of View
CD-Tipp
23.11.2017 Peter Füssl

Die Geburtsstunde dieses, seinen Namen durchaus verdienenden Sextetts schlug 2014 anlässlich des 75. Geburtstags des legendären Blue Note-Labels. Es spricht für den Label-Chef und Produzenten Don Was, dass er aus der großen Zahl an in Frage kommenden Musikerinnen und Musikern aus seinem Stall nicht unbedingt jene auswählte, die sich am besten verkaufen, sondern jene, die in den vergangenen Jahren durch ihren besonders kreativen und innovativen Output aufgefallen sind – exzellente Instrumentalisten, die auch kompositorisch und konzeptionell am Puls der Zeit liegen. So haben Keyboarder und Koproduzent Robert Glasper, Bassist Derrick Hodge, Drummer Kendrick Scott, Gitarrist Lionel Loueke, Tenorsaxophonist Marcus Strickland und Trompeter Ambrose Akinmusire jeweils eine oder zwei Kompositionen beigesteuert, die zwar ihre individuelle Handschrift verraten, aber dennoch voll und ganz im Gruppensound aufgehen.

zum Artikel >
Torres: Three Futures
CD-Tipp
21.11.2017 Peter Füssl

Das vor zwei Jahren erschienene, fabelhafte Album „Sprinter” brachte Torres, die eigentlich Mackenzie Scott heißt, eine größere Fan-Gemeinde ein. Nicht etwa, weil das Album so leicht zu konsumieren gewesen wäre, sondern weil es in seiner Direktheit und Unmittelbarkeit, in seiner gnadenlosen Zurschaustellung von Ängsten und Obsessionen faszinierend war und von einer kraftvoll hypnotisch wirkenden Stimme getragen wurde. Die aktuelle Produktion „Three Futures“ der mittlerweile 26-jährigen, in New York lebenden Singer-Songwriterin geht um nichts weniger unter die Haut als das Vorgängeralbum.

zum Artikel >
Scott DuBois: Autumn Wind
CD-Tipp
14.11.2017 Peter Füssl

Der aus Chicago stammende und in New York lebende 39-jährige Gitarrist und Komponist Scott DuBois hat ein ganz besonderes Faible für ausgefallene Konzeptalben. So schilderte er etwa in seinem hochgelobten, 2015 erschienenen ACT-Debut „Winter Light“ in sieben Stücken den Tagesablauf in einer ländlichen Winterlandschaft – von den ersten Lichtstrahlen am Morgen bis zur finstersten Nacht. Das aktuelle Album „Autumn Wind“ klingt nun noch durchdachter, wirkt aber keineswegs verkopft, sondern erweist sich vielmehr als ungemein abwechslungsreiches, stilistisch vielschichtiges und farbenreiches Werk.

zum Artikel >
Django Bates’ Belovèd: The Study of Touch
CD-Tipp
07.11.2017 Peter Füssl

Der Opener „Sadness All The Way Down” startet mit höchsten Tönen, um schließlich im tiefsten Keller zu landen, während 53 Minuten später das Finale „Happiness All The Way Up“ aus den untersten Registern in höchste Höhen emporsteigt – und dazwischen liegt zentral das Stück „We Are Not Lost, We Are Simply Finding Our Way“. Django Bates at his best! Der „koboldhafte Exzentriker des Britischen Jazz”, wie der 57-jährige Engländer von einem Kritiker des „London Telegraph” dereinst genannt wurde, hat es immer noch faustdick hinter den Ohren.

zum Artikel >
Iiro Rantala & Ulf Wakenius: good stuff
CD-Tipp
02.11.2017 Peter Füssl

Der finnische Pianist Iiro Rantala und der schwedische Gitarrist Ulf Wakenius können beide auf ein extrem vielseitiges Oeuvre verweisen und sind begnadete Virtuosen auf ihren Instrumenten. Rantala war fast zwei Jahrzehnte mit seinem genial-schrägen Trio Töykeät unterwegs, spielte viel beachtete Solo-Produktionen ein, widmete sich mit seinem Landsmann Jukka Perko dem finnischen Tango und bewegte sich mit unterschiedlichsten Formationen im Spannungsfeld zwischen Klassik und Jazz. Ulf Wakenius glänzte schon in seinen Anfängen als Langzeitpartner von Oscar Peterson, fand in den legendären Bassisten Nils-Hennig Ørsted Pedersen und Ray Brown erstklassige Dialogpartner, brilliert als Begleiter der Vokalistinnen Viktoria Tolstoy und Youn Sun Nah und zelebrierte gemeinsam mit dem Akkordeonisten Vincent Peirani und Bassist Lars Danielsson sein musikalisches Vagbunden-Dasein auf dem Album „Vagabond“.

zum Artikel >
Anouar Brahem: Blue Maqams
CD-Tipp
31.10.2017 Peter Füssl

Der tunesische Oud-Virtuose und Komponist Anouar Brahem hat seit Anfang der 1990-er Jahre auf seinem Haus-Label ECM in unterschiedlichsten Besetzungen ein Dutzend exzellenter Alben veröffentlicht. Folglich sind in seinem Fall die Erwartungshaltungen der Fans vor Neuveröffentlichungen besonders hoch, aber selten dürften sie so voll erfüllt oder gar noch übertroffen worden sein wie nun mit „Blue Maqams“. Dieses Album hat Brahem anlässlich seines 60. Geburtstags vergangenen Mai unter der bewährten Leitung von Manfred Eicher im New Yorker Avatar Studio aufgenommenen – mit einem absoluten Dreamteam.

zum Artikel >
St. Vincent: Masseduction
CD-Tipp
26.10.2017 Peter Füssl

Wo die Kunstfigur St. Vincent (benannt nach einer Textstelle in einem Nick Cave-Song) aufhört und die reale Annie Clark anfängt, oder umgekehrt, könnte höchstens die 35-jährige in New York lebende Texanerin beantworten. Sie ist spätestens seit drei Jahren und ihrer Grammy-Auszeichnung für das beste Alternative-Album so etwas wie der gemeinsame Nenner, auf den sich alle verständigen können, wenn es um intelligenten Art-Pop geht. Und vielleicht ist es ja gerade diese unentwirrbare Verschränkung aus Realität und Fiktion, die für ihre enorme Anziehungskraft – angesichts der optischen Aufmachung ihrer neuesten Produktion könnte man auch von Sexyness sprechen – verantwortlich ist.

zum Artikel >
Stefano Battaglia: Pelagos
CD-Tipp
24.10.2017 Peter Füssl

Ein Mann und zwei Klaviere – dieses einfache Setting führte zum äußerst spannenden Piano-Doppelalbum „Pelagos“ des aus Mailand stammenden Pianisten Stefano Battaglia. Ein unpräparierter und ein präparierter Flügel standen im Mai 2016 in der Konzerthalle der in der nordostitalienischen Kleinstadt Sacile angesiedelten Konzertflügel-Manufaktur Fazioli, wo Battaglia an einem Tag im Rahmen einer ausführlichen Morgen-Session ohne Publikum und am selben Abend in Konzertatmosphäre mehrere Stunden seiner musikalischen Phantasie freien Lauf ließ.

zum Artikel >
Bugge Wesseltoft: Everybody Loves Angels
CD-Tipp
17.10.2017 Peter Füssl

Um mit Allerwelthits wie „Bridge Over Troubled Water“, „Morning Has Broken“, „Blowing In The Wind“, „Angie“ oder „Let It Be“, die Ton für Ton in die Gedächtnisse der zumindest über Radios verfügenden Menschheit eingebrannt sind, nicht jämmerlich Schiffbruch zu erleiden, muss man schon über das ganz spezielle Talent Bugge Wesseltofts verfügen.

zum Artikel >
Lizz Wright: Grace
CD-Tipp
12.10.2017 Peter Füssl

Wenn die 37-jährige, aus der ländlichen Kleinstadt Hahira in Georgia stammende Prediger-Tochter Lizz Wright „back to the roots“ geht und ihre ganz persönliche Verbundenheit mit den lieblichen, entspannten, aber irgendwie auch mystisch anmutenden Seiten des US-amerikanischen Südens zelebriert, ist das eine höchst emotionale Angelegenheit. Aus siebzig Songs, die ihr der als Produzent fungierende Singer-Songwriter Joe Henry vorgeschlagen hat, wählte die Sängerin neun Stücke aus, die sie auf ihre unnachahmlich sensible und dennoch kraftvolle Art ganz zu ihren eigenen macht.

zum Artikel >
Wolfgang Haffner: Kind of Spain
CD-Tipp
10.10.2017 Peter Füssl

Der renommierte, stilistisch äußerst vielseitige deutsche Schlagzeuger Wolfgang Haffner hat schon lange ein Faible für spanische Musik, das durch seinen Wohnortwechsel nach Ibiza naturgemäß noch verstärkt wurde. Dennoch setzte er bei der Realisierung seines neuen Projektes nicht auf iberische Jazz-Cracks, sondern auf alte Vertraute, wie Pianist Jan Lundgren, Vibraphonist Christopher Dell, Bassist Lars Danielsson, Trompeter Sebastian Studnitzky und den jungen Gitarristen Daniel Stelter.

zum Artikel >
David Virelles: Gnosis
CD-Tipp
05.10.2017 Peter Füssl

In der Musik des 33-jährigen Pianisten David Virelles spiegelt sich sein Lebenslauf wider: die kubanischen Einflüsse aus seiner Kindheit und Jugend in Santiago de Cuba, seine kanadischen Jahre im Umfeld der Kuba-affinen Jazzmusikerin Jane Bunnett, und seit 2009 seine Erfahrungen im musikalischen Schmelztiegel New York, wo er bei den Parade-Avantgardisten Muhal Richard Abrams und vor allem Henry Threadgill Komposition studiert und sich einen exzellenten Ruf als innovationsfreudiger Improvisator erspielt hat.

zum Artikel >
Tori Amos: Native Invader
CD-Tipp
03.10.2017 Peter Füssl

„Es sollte anfangs eigentlich keine Platte voller Leid, Blut und Knochen werden, es sollte nicht um Spaltung gehen. Aber die Musen bestanden darauf, dass ich die Konflikte, die die Nation traumatisierten, hörte und beobachtete und über diese rohen Gefühle schrieb. Hoffentlich werden die Menschen die Kraft und die Widerstandsfähigkeit in diesen Songs finden, damit sie die Energie aufnehmen, um die Stürme zu überleben, in denen wir uns gegenwärtig befinden.“ Tori Amos war immer schon eine kritische Stimme und ist es auch auf ihrem 15. Studioalbum geblieben.

zum Artikel >
Ibeyi: Ash
CD-Tipp
29.09.2017 Peter Füssl

Der mitreißende Elektro-Soul-Pop des 2015 erschienenen Debutalbums katapultierte die kubanisch-französischen Zwillingsschwestern Lisa-Kaindé und Naomi Díaz in Beyoncé-Videos, Chanel-Modeschauen und in eine Produktion des renommierten Alvin Ailey American Dance Theatre. Aber die selbstbewussten, mittlerweile 21 Jahre jungen Frauen ruhen sich nicht auf ihren Erfolgen aus, sondern beweisen mit dem neuen Album, dass sie sich sowohl musikalisch als auch von den Texten her durchaus weiterentwickelt haben.

zum Artikel >
Evelyn Fink-Mennel: „... nur für Freunde der Urtriebforschung“
CD-Tipp
26.09.2017 Peter Füssl

Wer das alpenländisch dummdreiste „Zipfel eini, Zipfel aussi“ oder die noblere französische Pop-Chanson-Variante „Je t’aime ... moi non plus“, Ende der 60-er Jahre von Serge Gainsbourg mit Brigitte Bardot und Jane Birkin eingespielt, bislang für das Nonplusultra an frivolem Liedgut hielt, kann sich nun mit Evelyn Fink-Mennel auf höchst unterhaltsame Art einschlägig weiterbilden. Denn Sex und Erotik sind, mehr oder weniger geschickt getarnt und in verschlüsselter Form die wahren Inhalte vieler Volkslieder und Gstanzln, was der Wiener Ethnologe und Sexualwissenschaftler Friedrich Salomon Krauss schon vor hundert Jahren wissenschaftlich exakt und detailreich dokumentierte.

zum Artikel >
Tingvall Trio: Cirklar
CD-Tipp
19.09.2017 Peter Füssl

2003 gründeten der südschwedische Pianist Martin Tingvall, der kubanische Kontrabassist Omar Rodriguez Calvo und der deutsche Schlagzeuger Jürgen Spiegel das Tingvall Trio, mit dem sie bislang fünf großteils vergoldete Studio- und eine Live-CD präsentierten. Die mit drei Jazz-Echo Awards dekorierte Band ist aber auch im Pop-Bereich durchaus erfolgreich, was nicht die einzige Ähnlichkeit mit dem renommierten Esbjörn Svensson Trio ist.

zum Artikel >
Three Fall & Melane: Four
CD-Tipp
14.09.2017 Peter Füssl

2011 veröffentlichten Bassklarinettist/Tenorsaxophonist Lutz Streun, Posaunist Til Schneider und Drummer/Perkussionist Sebastian Winne ihr erstes Album „On a Walkabout“ in der ACT-Reihe :young german jazz. Es sorgte ob der ausgefallenen Instrumentierung, der unbeschwerten stilistischen Bocksprünge und des erfrischenden Spielwitzes, aber auch wegen einer Handvoll Red Hot Chili Peppers-Covers, die sogar von den kalifornischen Superstars bestaunt wurden, in der Jazz-Welt für einiges Aufsehen.

zum Artikel >
Artikelaktionen
Newsletter
Erhalten Sie die neuesten Kritiken per E-Mail
(Required)