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CD-Tipp

Samantha Crain: You Had Me At Goodbye
CD-Tipp
23.05.2017 Peter Füssl

Ob die Geschichte, Samantha Crain habe die Aufnahmen zu ihrem fünften Album zwischen die Arbeitsschichten in einer Pizzeria eingeschoben, wo sie gejobbt habe, um die Produktionskosten finanzieren zu können, wahr oder gut erfunden ist, ist nicht so wichtig. Jedenfalls passt sie gut zum Image der unkonventionellen 30-jährigen Autodidaktin aus Shawnee/Oklahoma, deren Experimentierfreude und Nonkonformität erfrischend wirken.

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Eric Schaefer: Kyoto mon Amour
CD-Tipp
18.05.2017 Peter Füssl

Der von Hardcore über klassische Perkussion und Jazz bis zur Neuen Musik mit allen musikalischen Wassern gewaschene Schlagzeuger und Komponist Eric Schaefer thematisiert auf seiner neuesten Produktion seine Begeisterung für Asien, vor allem für Japan, das er, wie auch Korea, schon mehrfach besuchte. „Kyoto mon Amour“ wurde von den vielfältigen Eindrücken im Verlauf eines dreimonatigen Studienaufenthaltes in der alten Kaiserstadt inspiriert: Von Zen-Meditationen, Kabuki- und Nō-Theater, alter höfischer Musik, Bergwanderungen und auch von den Kalligraphien des Shodo-Künstlers Shoshu, der auch die Cover-Art beisteuerte.

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Trombone Shorty: Parking Lot Symphony
CD-Tipp
16.05.2017 Peter Füssl

Als Vierjähriger marschierte er in New Orleans mit Posaune bei der Streetparade mit und bekam dafür den Namen „Trombone Shorty“ verpasst, als Achtjähriger trat er - natürlich illegalerweise - mit eigener Band in Clubs auf, er produzierte bei Verve drei Alben und wurde für den Grammy nominiert, war mit Lenny Kravitz, Madonna, den Foo Fighters und den Red Hot Chili Peppers unterwegs, wurde mit 26 im „Down Beat“-Poll zum besten Posaunisten des Jahres gewählt, gastierte fünfmal bei den Obamas im Weißen Haus, schrieb mit dreißig ein preisgekröntes Kinderbuch über seine eigene Lebensgeschichte und landet nun ein Jahr später beim renommierten Blue Note-Label. Troy Andrews ist also alles andere als ein Langweiler und auch kein Kind von Traurigkeit.

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Aimee Mann: Mental Illness
CD-Tipp
11.05.2017 Peter Füssl

Herzerwärmendes Fingerpicking, Lagerfeuer-Schrumm-Schrumm-Gitarre, gefühlvolles Pianoklimpern, wunderbare Gesangsharmonien, emotionsgeladene Streicher – alles so zusammengemischt, dass stets die lässig unterkühlte und gleichzeitig einschmeichelnd zarte Stimme Aimee Manns in den Vordergrund gestellt wird. Man fühlt sich angenehm an die 1970-er Jahre erinnert, etwa an die noch jazzfernen Folk-Alben Joni Mitchells. Aimee Mann lässt damit ihre Indie-Pop-Versuche hinter sich und schließt an ihre eigenen größten Erfolge Ende der 1990-er Jahre und kurz nach der Jahrtausendwende an, etwa die brillante Filmmusik für Paul Thomas Andersons „Magnolia“ oder die Alben „Bachelor No. 2“ und „Lost In Space“.

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Omerzell/Siewert/König: Battleship Euphoria
CD-Tipp
09.05.2017 Peter Füssl

Achtung, dieses Schlachtschiff fährt mit schweren Geschützen auf und macht keine Gefangenen! Am Gefechtsstand stehen der aus dem Bregenzerwald stammende und in Wien lebende Benny Omerzell an Hammondorgel, Fender Rhodes und Piano, Martin Siewert an E- & Bariton-Gitarre, Lapsteel und Electronics sowie Lukas König an Drums und Synthesizer und treiben die exzessivsten Momente ihrer ohnehin schon unorthodoxen Stamm-Bands Kompost 3, Radion oder König Leopold auf die Spitze.

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Tomasz Stanko New York Quartet: December Avenue
CD-Tipp
04.05.2017 Peter Füssl

Das vor vier Jahren veröffentlichte Doppelalbum „Wisława“ zählt im exquisiten Oeuvre des polnischen Trompeters Tomasz Stanko auf ECM zu den absoluten Highlights und dokumentiert gleichzeitig seine Hinwendung zur Jazz-Metropole New York, wo er schon vor zehn Jahren seine Zelte aufgeschlagen hat. Mit „December Avenue“, seiner zwölften Produktion als Bandleader beim renommierten Münchner Label, schreibt Stanko diese Erfolgsgeschichte nun auf eindrucksvolle Weise weiter und setzt dabei wieder auf den wendigen, kubanischstämmigen Pianisten David Virelles und den quirlig-einfühlsamen, superkreativen Drummer Gerald Cleaver.

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Hang em High: Tres Testosterones
CD-Tipp
01.05.2017 Peter Füssl

Der in Bezau lebende Schlagzeuger, Perkussionist und Boomslang Records-Betreiber Alfred Vogel verblüfft seit Jahren mit einer Vielzahl an Projekten und einem enormen Output, wobei das Trio Hang em High eine ganz besondere Rolle in seinem reichhaltigen Oeuvre spielt.

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Kendrick Lamar: Damn
CD-Tipp
27.04.2017 Peter Füssl

Der 29-jährige Kendrick Lamar hat sich mit vier herausragenden Alben, namentlich seinem mit fünf Grammys ausgezeichneten 2015-er Meisterwerk „To Pimp a Butterfly“, längst im Spitzenfeld der Rap-Szene etabliert. Dementsprechend groß ist auch das Interesse an seinem am Karfreitag veröffentlichten neuen Album „DAMN“, das musikalisch vielleicht etwas geradliniger und unprätentiöser daherkommt als das fast schon monströse Meisterwerk, aber dennoch mit musikalischen Raffinessen und Spitzfindigkeiten gespickt ist, die sich einem erst nach mehrmaligem Hören offenbaren.

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Jarvis Cocker – Chilly Gonzales: Room 29
CD-Tipp
25.04.2017 Peter Füssl

Jarvis Cocker, der als Sänger und wichtigster Songschreiber von Pulp Brit-Pop-Geschichte geschrieben hat, und der in Berlin lebende kanadische Pianist Chilly Gonzales – ein unkonventioneller Grenzgänger zwischen Klassik, Jazz, Lounge und Hip-Hop – haben auf dem renommierten Klassiklabel Deutsche Grammophon ein ganz spezielles Konzeptalbum vorgelegt. In einem 16 Songs umfassenden Liedzyklus über den mit einem Stutzflügel ausgestatteten „Room 29“ des legendären Château Marmont Hotel am Sunset Boulevard spüren sie dem Hotel als Quelle von Wünschen und Fantasien, Ort der Sehnsucht, Zuflucht, aber auch der Ernüchterung und des einsamen Todes nach.

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José James: Love In A Time Of Madness
CD-Tipp
18.04.2017 Peter Füssl

Wenn José James erklärt, er wende sich vom Jazz ab, weil er künftig ein größeres Publikum erreichen wolle, ist es gut zu wissen, dass der Mann aus Minneapolis seine Wurzeln ohnehin im Hip-Hop, Soul und Power-Funk-Pop eines Prince hatte, ehe er via John Coltrane die Liebe zum Jazz entdeckte und beispielsweise seiner Säulenheiligen Billie Holiday mit „Yesterday I Had The Blues“ vor zwei Jahren eine unglaublich schöne Hommage widmete.

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Hurray For The Riff Raff: The Navigator
CD-Tipp
13.04.2017 Peter Füssl

Alynda Segarras Lebensgeschichte klingt wie gut erfunden: als Tochter puertoricanischer Eltern wächst sie bei einer Tante in der Bronx auf; hegt frühe Begeisterung für Hardcore Punk; mit 17 haut sie ab, um fortan mittels Trainhoppings ein klassisches Hobo-Leben zu führen und sich die Vereinigten Staaten zu erobern; sie wird Mitglied der alternativen Musikerkommune Dead Man Street Orchestra und gründet 2007 in New Orleans schließlich ihre eigene Band Hurray For The Riff Raff.

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Natalia Mateo: De Profundis
CD-Tipp
11.04.2017 Peter Füssl

„I always went my own road and on my own legs where I had a mind to go“ ließ die aus Polen stammende und in Berlin lebende Sängerin, Komponistin und Bandleaderin Natalia Mateo auf ihrem vor zwei Jahren erschienenen, erstklassigen ACT-Debut „Heart of Darkness“ selbstbewusst verlauten. Dieses Joseph Conrad-Zitat passt ebenso perfekt auf das neue Album, das eindrucksvoll unter Beweis stellt, wie eigenständig und klischeefrei sich die 34-Jährige im Spannungsfeld von Jazz und Singer-Songwriting bewegt – unterstützt von einer bestens aufeinander eingespielten Band, die unterschiedlichste musikalische Atmosphären zu zaubern und die Ausdruckskraft der unkonventionellen Vokalistin stets ins beste Licht zu rücken versteht.

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Laura Marling: Semper femina
CD-Tipp
06.04.2017 Peter Füssl

„Semper Femina“ prangt schon seit Jahren als Tätowierung auf dem linken Oberschenkel von Laura Marling, die verkürzte Form von Vergils „Varium et mutabile semper femina“, also in etwa „Stets unbeständig und wechselhaft ist die Frau“. Auch in ihren Texten finden sich zahlreiche gelehrte Anspielungen, etwa auf die Psychoanalytikerin und Freud-Vertraute Lou Andreas-Salomé, die zur weiblichen Sexualität forschte, oder auf Gustav Courbets skandalträchtiges Monumentalwerk „L’Origine du monde“, dessen unverhüllter Blick auf das weibliche Geschlecht dereinst die Gemüter erhitzte.

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Trio Mediaeval & Arve Henriksen: Rímur
CD-Tipp
04.04.2017 Peter Füssl

Die Vokalistinnen Anna Maria Friman, Linn Andrea Fuglseth und Berit Opheim des Trio Mediaeval und der Trompeter Arve Henriksen begegnen sich in ihrer kaum zu überbietenden Präzision, Klarheit und geschmackssicheren Kultiviertheit auf gleicher, nämlich schwindelerregender Höhe und verströmen eine fast schon magisch wirkende Atmosphäre zeitloser Schönheit. Es ist faszinierend, mit welcher Subtilität sich Stimmen und Blasinstrument umgarnen, aneinanderschmiegen, spiegeln, kontrastieren oder verschmelzen – ganz, wie es der jeweils gewünschten Stimmung gerade zuträglich ist. Und manchmal wird das Klangspektrum zusätzlich durch die von Friman gespielte Hardanger Fiddle um archaisch anmutende Töne erweitert.

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Spoon: Hot Thoughts
CD-Tipp
30.03.2017 Peter Füssl

Am Anfang bohrt sich das Titelstück des neunten Spoon-Albums mit wuchtig-funkiger Gitarre, harten Drums, spannungsgeladenen Basslinien, hämmerndem Piano und eindringlichem Gesang inklusive kleinerer elektronischer Spielereien rasch in die Gehörgänge. Als Finale erklingt das knapp fünfminütige, rein instrumentale „Us“ – erstmals in der Bandgeschichte steht ein Saxophon – nämlich jenes des jungen Kaliforniers Ted Taforo - im Zentrum, das umrahmt von Keyboards, Synthie-Klackern, kurzen Xylophon-Einwürfen und rumpelnden Beats ein kraftvoll-expressives Stimmungsbild malt.

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Rosario Bonaccorso: A Beautiful Story
CD-Tipp
28.03.2017 Peter Füssl

Wenn einen der italienische Kontrabassist Rosario Bonaccorso auf eine musikalische Reise einlädt, ist ein lustvolles Erlebnis garantiert, wie das vor zwei Jahren erschienene Album „viaggiando“ eindrucksvoll bewiesen hat. Mit den zwölf Eigenkompositionen auf „A Beautiful Story“ schließt er nun nahtlos an das Erfolgsrezept aus eingängigen Melodien und zündenden, mitunter raffinierte Haken schlagenden Rhythmen an, mischt es aber durch das Engagement dreier zukunftsträchtiger „young lions“ der quicklebendigen italienischen Jazzszene mit zusätzlichem Sprengstoff an.

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Reinhard Micko Quartet: Coming Home
CD-Tipp
21.03.2017 Peter Füssl

„Schönheit“ und „Leichtigkeit“ sind nicht unbedingt Eigenschaften, die der durchschnittliche Musikhörer mit Jazz in Verbindung bringt, der Wiener Pianist Reinhard Micko hat sie aber zu Eckpunkten seines musikalischen Konzeptes erhoben. Das bedeutet freilich nicht, dass einige von Mickos neun Eigenkompositionen auf seiner ersten CD nach einer mehrjährigen burn-out-bedingten Pause nicht durchaus komplexer Natur wären, auch wenn sie sich von den Melodien und Harmonien her durchaus gehörgefällig geben.

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Jan Lundgren: Potsdamer Platz
CD-Tipp
16.03.2017 Peter Füssl

Der fünfzigjährige, aus Südschweden stammende Pianist Jan Lundgren ist längst ein Fixpunkt, sowohl in der skandinavischen als auch der internationalen Jazzszene, was auf mehr als fünfzig Alben als Leader bzw. Co-Leader und auf unzähligen Produktionen als Sideman ausführlich dokumentiert ist. Sowohl seine letztes Jahr veröffentlichten, auf dem Ystad Festival mit einem Streichquartett eingespielten Volkslied-Adaptionen, als auch die beiden in mediterraner Glückseligkeit schwelgenden „Mare Nostrum“-Produktionen mit dem sardischen Trompeter Paolo Fresu und dem französischen Akkordeonisten Richard Galliano waren absolute Bestseller.

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Aki Takase / David Murray: Cherry – Sakura
CD-Tipp
14.03.2017 Peter Füssl

Die famose Zusammenarbeit der in Japan geborenen, in New York bekannt gewordenen und mittlerweile seit dreißig Jahren in Berlin ansässigen Pianistin Aki Takase mit dem seit den 1990er Jahren in Paris lebenden amerikanischen Saxophonisten und Bassklarinettisten David Murray reicht ins Jahr 1993 zurück, als die beiden ihre großartige Hommage an Thelonious Monk „Blue Monk“ veröffentlichten. Auch ihre weit weniger bekannte, 2002 im Münchner Lustspielhaus aufgenommene Live-CD „Valencia“ schlägt in dieselbe Kerbe, und auf dem nun vorliegenden Silberling findet sich mit der Monk-Komposition „Let’s Cool One“ wieder ein direkter Verweis auf den verehrten Großmeister.

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Tinariwen: Elwan
CD-Tipp
09.03.2017 Peter Füssl

Auf dem siebten Studioalbum seit den 2001 erschienenen „The Radio Tisdas Sessions“, die den internationalen Kultstatus der seit bald vierzig Jahren bestehenden Tuareg-Band begründete, erfinden sich Tinariwen natürlich nicht neu. Denn ihre Musik, in der sich traditionelle Wüstensounds auf höchst organische Weise mit zeitgenössischem Gitarrenrock verbinden, ist kein aufgesetzter Worldmusic-Marketing-Gag, sondern Teil ihrer Identität und ihrer Wurzeln, die sie kriegs – und dauerkrisenbedingt verloren haben.

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