Benutzerspezifische Werkzeuge

Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

CD-Tipp

Jarvis Cocker – Chilly Gonzales: Room 29
CD-Tipp
25.04.2017 Peter Füssl

Jarvis Cocker, der als Sänger und wichtigster Songschreiber von Pulp Brit-Pop-Geschichte geschrieben hat, und der in Berlin lebende kanadische Pianist Chilly Gonzales – ein unkonventioneller Grenzgänger zwischen Klassik, Jazz, Lounge und Hip-Hop – haben auf dem renommierten Klassiklabel Deutsche Grammophon ein ganz spezielles Konzeptalbum vorgelegt. In einem 16 Songs umfassenden Liedzyklus über den mit einem Stutzflügel ausgestatteten „Room 29“ des legendären Château Marmont Hotel am Sunset Boulevard spüren sie dem Hotel als Quelle von Wünschen und Fantasien, Ort der Sehnsucht, Zuflucht, aber auch der Ernüchterung und des einsamen Todes nach.

zum Artikel >
José James: Love In A Time Of Madness
CD-Tipp
18.04.2017 Peter Füssl

Wenn José James erklärt, er wende sich vom Jazz ab, weil er künftig ein größeres Publikum erreichen wolle, ist es gut zu wissen, dass der Mann aus Minneapolis seine Wurzeln ohnehin im Hip-Hop, Soul und Power-Funk-Pop eines Prince hatte, ehe er via John Coltrane die Liebe zum Jazz entdeckte und beispielsweise seiner Säulenheiligen Billie Holiday mit „Yesterday I Had The Blues“ vor zwei Jahren eine unglaublich schöne Hommage widmete.

zum Artikel >
Hurray For The Riff Raff: The Navigator
CD-Tipp
13.04.2017 Peter Füssl

Alynda Segarras Lebensgeschichte klingt wie gut erfunden: als Tochter puertoricanischer Eltern wächst sie bei einer Tante in der Bronx auf; hegt frühe Begeisterung für Hardcore Punk; mit 17 haut sie ab, um fortan mittels Trainhoppings ein klassisches Hobo-Leben zu führen und sich die Vereinigten Staaten zu erobern; sie wird Mitglied der alternativen Musikerkommune Dead Man Street Orchestra und gründet 2007 in New Orleans schließlich ihre eigene Band Hurray For The Riff Raff.

zum Artikel >
Natalia Mateo: De Profundis
CD-Tipp
11.04.2017 Peter Füssl

„I always went my own road and on my own legs where I had a mind to go“ ließ die aus Polen stammende und in Berlin lebende Sängerin, Komponistin und Bandleaderin Natalia Mateo auf ihrem vor zwei Jahren erschienenen, erstklassigen ACT-Debut „Heart of Darkness“ selbstbewusst verlauten. Dieses Joseph Conrad-Zitat passt ebenso perfekt auf das neue Album, das eindrucksvoll unter Beweis stellt, wie eigenständig und klischeefrei sich die 34-Jährige im Spannungsfeld von Jazz und Singer-Songwriting bewegt – unterstützt von einer bestens aufeinander eingespielten Band, die unterschiedlichste musikalische Atmosphären zu zaubern und die Ausdruckskraft der unkonventionellen Vokalistin stets ins beste Licht zu rücken versteht.

zum Artikel >
Laura Marling: Semper femina
CD-Tipp
06.04.2017 Peter Füssl

„Semper Femina“ prangt schon seit Jahren als Tätowierung auf dem linken Oberschenkel von Laura Marling, die verkürzte Form von Vergils „Varium et mutabile semper femina“, also in etwa „Stets unbeständig und wechselhaft ist die Frau“. Auch in ihren Texten finden sich zahlreiche gelehrte Anspielungen, etwa auf die Psychoanalytikerin und Freud-Vertraute Lou Andreas-Salomé, die zur weiblichen Sexualität forschte, oder auf Gustav Courbets skandalträchtiges Monumentalwerk „L’Origine du monde“, dessen unverhüllter Blick auf das weibliche Geschlecht dereinst die Gemüter erhitzte.

zum Artikel >
Trio Mediaeval & Arve Henriksen: Rímur
CD-Tipp
04.04.2017 Peter Füssl

Die Vokalistinnen Anna Maria Friman, Linn Andrea Fuglseth und Berit Opheim des Trio Mediaeval und der Trompeter Arve Henriksen begegnen sich in ihrer kaum zu überbietenden Präzision, Klarheit und geschmackssicheren Kultiviertheit auf gleicher, nämlich schwindelerregender Höhe und verströmen eine fast schon magisch wirkende Atmosphäre zeitloser Schönheit. Es ist faszinierend, mit welcher Subtilität sich Stimmen und Blasinstrument umgarnen, aneinanderschmiegen, spiegeln, kontrastieren oder verschmelzen – ganz, wie es der jeweils gewünschten Stimmung gerade zuträglich ist. Und manchmal wird das Klangspektrum zusätzlich durch die von Friman gespielte Hardanger Fiddle um archaisch anmutende Töne erweitert.

zum Artikel >
Spoon: Hot Thoughts
CD-Tipp
30.03.2017 Peter Füssl

Am Anfang bohrt sich das Titelstück des neunten Spoon-Albums mit wuchtig-funkiger Gitarre, harten Drums, spannungsgeladenen Basslinien, hämmerndem Piano und eindringlichem Gesang inklusive kleinerer elektronischer Spielereien rasch in die Gehörgänge. Als Finale erklingt das knapp fünfminütige, rein instrumentale „Us“ – erstmals in der Bandgeschichte steht ein Saxophon – nämlich jenes des jungen Kaliforniers Ted Taforo - im Zentrum, das umrahmt von Keyboards, Synthie-Klackern, kurzen Xylophon-Einwürfen und rumpelnden Beats ein kraftvoll-expressives Stimmungsbild malt.

zum Artikel >
Rosario Bonaccorso: A Beautiful Story
CD-Tipp
28.03.2017 Peter Füssl

Wenn einen der italienische Kontrabassist Rosario Bonaccorso auf eine musikalische Reise einlädt, ist ein lustvolles Erlebnis garantiert, wie das vor zwei Jahren erschienene Album „viaggiando“ eindrucksvoll bewiesen hat. Mit den zwölf Eigenkompositionen auf „A Beautiful Story“ schließt er nun nahtlos an das Erfolgsrezept aus eingängigen Melodien und zündenden, mitunter raffinierte Haken schlagenden Rhythmen an, mischt es aber durch das Engagement dreier zukunftsträchtiger „young lions“ der quicklebendigen italienischen Jazzszene mit zusätzlichem Sprengstoff an.

zum Artikel >
Reinhard Micko Quartet: Coming Home
CD-Tipp
21.03.2017 Peter Füssl

„Schönheit“ und „Leichtigkeit“ sind nicht unbedingt Eigenschaften, die der durchschnittliche Musikhörer mit Jazz in Verbindung bringt, der Wiener Pianist Reinhard Micko hat sie aber zu Eckpunkten seines musikalischen Konzeptes erhoben. Das bedeutet freilich nicht, dass einige von Mickos neun Eigenkompositionen auf seiner ersten CD nach einer mehrjährigen burn-out-bedingten Pause nicht durchaus komplexer Natur wären, auch wenn sie sich von den Melodien und Harmonien her durchaus gehörgefällig geben.

zum Artikel >
Jan Lundgren: Potsdamer Platz
CD-Tipp
16.03.2017 Peter Füssl

Der fünfzigjährige, aus Südschweden stammende Pianist Jan Lundgren ist längst ein Fixpunkt, sowohl in der skandinavischen als auch der internationalen Jazzszene, was auf mehr als fünfzig Alben als Leader bzw. Co-Leader und auf unzähligen Produktionen als Sideman ausführlich dokumentiert ist. Sowohl seine letztes Jahr veröffentlichten, auf dem Ystad Festival mit einem Streichquartett eingespielten Volkslied-Adaptionen, als auch die beiden in mediterraner Glückseligkeit schwelgenden „Mare Nostrum“-Produktionen mit dem sardischen Trompeter Paolo Fresu und dem französischen Akkordeonisten Richard Galliano waren absolute Bestseller.

zum Artikel >
Aki Takase / David Murray: Cherry – Sakura
CD-Tipp
14.03.2017 Peter Füssl

Die famose Zusammenarbeit der in Japan geborenen, in New York bekannt gewordenen und mittlerweile seit dreißig Jahren in Berlin ansässigen Pianistin Aki Takase mit dem seit den 1990er Jahren in Paris lebenden amerikanischen Saxophonisten und Bassklarinettisten David Murray reicht ins Jahr 1993 zurück, als die beiden ihre großartige Hommage an Thelonious Monk „Blue Monk“ veröffentlichten. Auch ihre weit weniger bekannte, 2002 im Münchner Lustspielhaus aufgenommene Live-CD „Valencia“ schlägt in dieselbe Kerbe, und auf dem nun vorliegenden Silberling findet sich mit der Monk-Komposition „Let’s Cool One“ wieder ein direkter Verweis auf den verehrten Großmeister.

zum Artikel >
Tinariwen: Elwan
CD-Tipp
09.03.2017 Peter Füssl

Auf dem siebten Studioalbum seit den 2001 erschienenen „The Radio Tisdas Sessions“, die den internationalen Kultstatus der seit bald vierzig Jahren bestehenden Tuareg-Band begründete, erfinden sich Tinariwen natürlich nicht neu. Denn ihre Musik, in der sich traditionelle Wüstensounds auf höchst organische Weise mit zeitgenössischem Gitarrenrock verbinden, ist kein aufgesetzter Worldmusic-Marketing-Gag, sondern Teil ihrer Identität und ihrer Wurzeln, die sie kriegs – und dauerkrisenbedingt verloren haben.

zum Artikel >
Craig Taborn: Daylight Ghosts
CD-Tipp
07.03.2017 Peter Füssl

Genau 54 Minuten und 44 Sekunden dauert dieser geniale, kammermusikalisch anmutende Soundtrack für einen nie gedrehten Film, dieses abwechslungsreiche, immer wieder verblüffende, genau konzipierte und dennoch mit einem hohen Maß an improvisatorischen Freiheiten ausgestattete Kopfkino, an dem uns der in New York lebende Pianist Craig Taborn teilhaben lässt. Taborns musikalischer Lebensweg hat sich mit jenem des The Bad Plus-Drummers Dave King, einem alten Freund aus den Jugendjahren in Minneapolis, sowie jenen der vielbeschäftigten New Yorker Topmusiker Chris Speed (Saxophon/Klarinette) und Chris Lightcap (Kontrabass, Bassgitarre) vielfach überschnitten – man kennt sich bestens und weiß sich wechselseitig zu Höchstleistungen anzutreiben, schöpft aus einer Vielzahl an unterschiedlichsten Erfahrungen und ist mit dem extrem spannenden, aber höchst anspruchsvollen Konzept des Bandleaders d’accord.

zum Artikel >
Shake Stew: The Golden Fang
CD-Tipp
02.03.2017 Peter Füssl

„Ein Stew ist ein Eintopf, in den tausend verschiedene Sachen reinkommen – was ich durchaus auf meine Musik beziehen kann. Shake Stew ist ein Eintopf, der noch einmal von sieben Leuten kräftig durchgeschüttelt wird“, so erklärt der 28-jährige Kontrabassist Lukas Kranzelbinder den eigenwilligen Namen seines nicht weniger unorthodoxen musikalischen Großprojekts, mit dem er letztes Jahr das Hauptprogramm des Jazzfestivals Saalfelden eröffnete. Je zwei Bassisten (Kranzelbinder und Manuel Mayr), Drummern (Niki Dolp, Herbert Pirker) sowie Saxophonisten (Clemens Salesny, Johannes Schleiermacher) und dem Trompeter Mario Rom – allesamt zur Crème de la Crème der kreativen Wiener Jazzszene zählend – hat der junge Kärntner und Peter Herbert-Schüler im Rahmen dieser Auftragsarbeit Maßgeschneidertes auf den Leib geschrieben.

zum Artikel >
Rag’n’Bone Man: Human
CD-Tipp
28.02.2017 Peter Füssl

Er habe den Körper eines Wikingers und die Stimme eines Engels schrieb der britische „Telegraph“ über den mit Tattoos übersäten, bärtigen Zwei-Meter-Hünen Rory Graham aus dem Nest Uckfield bei Brighton, der als Rag’n’Bone Man (Lumpensammler) Ende letzten Jahres mit dem millionenfach gestreamten und verkauften Song „Human“ die Pop-Charts weltweit dominierte. Dabei ist der mittlerweile 32-jährige ehemalige Betreuer autistischer Menschen kein industrielles Retortenprodukt, sondern ein authentischer Selfmade-Man, der sich von Jung auf intensiv mit Blues und Hip-Hop beschäftigte und sich auf der Bühne mit direktem Kontakt zum Publikum am wohlsten fühlt.

zum Artikel >
Viktoria Tolstoy: Meet Me At The Movies
CD-Tipp
23.02.2017 Peter Füssl

In ihrem neusten Projekt kann die Ururenkelin des großen Leo, die – um die Titel zweier ihrer Alben zu zitieren – im Spannungsfeld von „Swedish Heart“ und „Russian Soul“ große Erfolge feiert, zwei ihrer prägenden Vorlieben ausleben: jene zur Musik und jene zum Film.

zum Artikel >
Theo Bleckmann: Elegy
CD-Tipp
21.02.2017 Peter Füssl

Der aus Dortmund stammende, seit 1989 in New York lebende Vokalist und Komponist Theo Bleckmann hat sich mit seinen extravaganten Konzepten und seiner Experimentierfreude längst einen hervorragenden Namen im Spannungsfeld von zeitgenössischer Musik, Jazz, improvisierter Musik und Performancekunst gemacht. Er erregte mit seinen außergewöhnlichen Interpretationen von Charles Ives-Songs ebenso Aufsehen wie mit seiner gewagten Hommage an Kate Bush, seinem Mitwirken am Kurt Weill-Album der Pianistin Julia Hülsmann oder an diversen Projekten von Meredith Monk. Etwa fünfzehn konzeptionell ambitionierte Alben finden sich in seiner Diskographie, die er mit einer Reihe gleichgesinnter Musiker aufgenommen hat. Häufig waren die renommierten New Yorker Szene-Größen Ben Monder an der Gitarre und John Hollenbeck an den Drums beteiligt, die Theo Bleckmann nun mit zwei jungen Cracks vom Big Apple – dem Kontrabassisten Chris Tordini und dem aus Israel stammenden Pianisten Shai Maestro – für sein ECM-Debut zusammengebracht hat.

zum Artikel >
Manu Delago: Metromonk
CD-Tipp
16.02.2017 Peter Füssl

Das äußerst erfolgreiche, vor zwei Jahren erschienene Album „Silver Kobalt“ präsentierte der zumeist in London lebende Tiroler Manu Delago auf 80 Live-Konzerten, außerdem war er mit der Sitar-Virtuosin Anoushka Shankar auf Tournee, stand mit Nitin Sawhney und The Cinematic Orchestra auf der Bühne und war mit Björk im Aufnahmestudio. Über Arbeitsmangel kann sich der Hang-Virtuose wahrlich nicht beklagen, und trotzdem fand er noch die Zeit, mit „Metromonk“ den eigenen musikalischen Status weiter nach oben zu schrauben.

zum Artikel >
Andreas Schaerer: The Big Wig
CD-Tipp
14.02.2017 Peter Füssl

2015 lautete das Motto des renommierten Lucerne Festivals „Humor“, was läge da näher, als den exzellenten, mit allen vokalartistischen Wassern gewaschenen, jegliche Stilgrenzen hinter sich lassenden Andreas Schaerer mit seiner Band Hildegard Lernt Fliegen einzuladen. Zumal der Stimmkünstler auch noch ein begnadeter Performer, Improvisator und – in diesem Zusammenhang besonders wichtig - Komponist ist. Schaerer schuf in fünf Monaten das sechssätzige Orchesterwerk „The Big Wig“ für 66 Musiker.

zum Artikel >
Colin Vallon Trio: Danse
CD-Tipp
09.02.2017 Peter Füssl

Der Westschweizer Pianist Colin Vallon meidet auf seinem dritten ECM-Album „Danse“ weiterhin konsequent alle ausgetretenen Piano-Trio-Pfade und setzt nicht auf exzeptionelles Virtuosentum, sondern auf die kollektive Entfaltung dreier perfekt aufeinander eingespielter Ausnahmemusiker. Mit Kontrabassist Patrice Moret musiziert er schon seit 2004, und es ist nun auch schon wieder vier Jahre her, seit Julian Sartorius den Schlagzeug-Part von Samuel Rohrer übernommen hat.

zum Artikel >
Artikelaktionen
Newsletter
Erhalten Sie die neuesten Kritiken per E-Mail
(Required)