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CD-Tipp

Ceramic Dog: YRU Still Here?
CD-Tipp
19.06.2018 Peter Füssl

“I got a right to speak like an idiot/I got a right to bitch and moan/I got a right to be unhappy/I got a right to say ‘fuck you!’/I got a right to ignore everything you say, my feelings are political“ – das dritte Album von Ceramic Dog, dem Punk-Avantgarde-Jazz-Noise-Rock-Trio von Gitarrist Marc Ribot, Drummer Ches Smith und Bassist/Perkussionist Shahzad Ismaily startet mit einer wütend gebrüllten Attacke gegen die herrschenden Verhältnisse in den Vereinigten Staaten – ein roter Faden, der sich in unterschiedlicher Intensität und stilistischer Ausrichtung durch die elf Titel zieht. Der Song heißt „Personal Nancy“ und spielt auf die Sid Vicious-Lebensgefährtin Nancy Spungen an, eine der tragischen Ikonen der Punk-Bewegung.

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Lucas Niggli: Alchemia Garden
CD-Tipp
12.06.2018 Peter Füssl

Zu seinem 50. Geburtstag schenkt unser Schweizer Lieblingstrommler Lucas Niggli sich selber und uns einen fiktiven Abenteuerspaziergang durch seinen zauberhaften „Alchemia Garden“. In dessen Bauplan hat er seine reichhaltigen musikalischen Erfahrungen einfließen lassen – von seiner Kindheit in Kamerun, über sein Nahverhältnis zum Schweizer Schlagzeug-Poeten Pierre Favre, seine unterschiedlichsten Bandprojekte mit innovativen Köpfen der europäischen Jazz- und Improvisationsszene und mit Musikern unterschiedlichster Ethnien, bis hin zu seiner Beschäftigung mit Cage und Stockhausen.

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Ketil Bjørnstad/Anneli Drecker: A Suite Of Poems
CD-Tipp
05.06.2018 Peter Füssl

Es ist dieses eigenartige Gefühl, hier zu sein, aber auch schon wieder woanders, Ankunft, Anwesenheit und Abschied verschmelzen irgendwie unerklärlich ineinander, man fühlt sich mitten im Getriebe, aber trotzdem allein, Überlegungen zu den verborgenen Geschichten, wer hier früher schon einmal war, was hier wohl schon alles passierte, wie es jenseits der Zimmerwände wohl weitergehen mag – vage Vorstellungen, Tagträume, mehr oder weniger flüchtige Eindrücke, Existenzielles und Nebulöses, Erinnerungsfetzen, innere Konflikte, Hoffnungsschimmer. Von den üblichen Gesetzen von Zeit und Raum scheint der seinen introspektiven Gedanken nachhängende Vielreisende in seinem Hotelzimmer irgendwie abgekoppelt zu sein.

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David Helbock’s Random/Control: Tour d’Horizon
CD-Tipp
29.05.2018 Peter Füssl

Chick Corea, Joe Zawinul, Herbie Hancock, Keith Jarrett – es finden sich viele zu erwartende Namen unter den Pianisten/Komponisten, die für die musikalische Entwicklung von David Helbock bedeutsam waren und denen er nun mit seinem neuen Random/Control-Album eine ganz besondere Hommage widmet. Ungewohnterweise finden sich dieses Mal also ausschließlich Fremdkompositionen auf dem dritten gemeinsamen Album des Pianisten mit dem Blechbläser Johannes Bär und dem Holzbläser Andreas Broger, die in Sachen Kreativität, Einfallsreichtum und exzellenter Spieltechnik durchaus ebenbürtig sind und auch nach bald einem Jahrzehnt gemeinsamen Musizierens absolut frisch und unverbraucht klingen.

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Bettye LaVette: Things Have Changed
CD-Tipp
22.05.2018 Peter Füssl

Vielleicht waren es ja die unzähligen Ups and downs und die damit verbundenen emotionalen Achterbahnfahrten in der fünfeinhalb Jahrzehnte währenden Karriere der aus Detroit stammenden Soul-Diva, die der unverwechselbaren Stimme der heute 72-jährigen Bettye LaVette Ausdruckskraft, Intensität und Tiefe verliehen haben. Nach frühen 60-er-Jahre-Hits und Tourneen mit Otis Redding, Marvin Gaye oder James Brown blieb sie mit ihren Longplayern erfolglos, verschwand in der Versenkung und schaffte erst um das Jahr 2000 mit Hilfe eines französischen Fans und Labelbetreibers ein Comeback, das unter anderem in von Joe Henry oder Craig Street produzierten und grammy-nominierten Alben gipfelte.

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Sons Of Kemet: Your Queen Is A Reptile
CD-Tipp
15.05.2018 Peter Füssl

Der hypnotisch wirkende, aus unterschiedlichen Tribal-Grooves, Afrobeat-, Oriental- und zeitgenössischen Dub-Elementen geflochtene Trommelteppich der Sons of Kemet-Stammrhythmiker Tom Skinner & Seb Rochford, die in ihrer schweißtreibenden Arbeit von drei weiteren Drummern unterstützt werden, die erdig grundierenden Tuba-Linien von Theon Cross und die eingängigen Melodien des meist recht muskulös gespielten Tenorsaxophons von Bandleader Shabaka Hutchings fügen sich auch auf dem dritten Album der äußerst angesagten Londoner Band wieder zu jenem alle Generationen ansprechenden Mix zusammen, der gleichermaßen durchstrukturiert wie entspannt drauflosmusiziert wirkt.

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Terence Blanchard feat. The E-Colletive Live: Live
CD-Tipp
08.05.2018 Peter Füssl

Als ich 1982 im Rahmen eines grandiosen Auftritts von Art Blakey’s Jazz Messengers im Jazzclub Lustenau den damals blutjungen Terence Blanchard zum ersten Mal hörte, war bereits klar, dass dieser die Karriereleiter ziemlich senkrecht emporsteigen wird. Er war mit seinen 20 Jahren nicht nur ein exzellenter Techniker, sondern schien neben einer ordentlichen Prise seiner Heimatstadt New Orleans auch bereits die Musik der wesentlichen Trompeter von Gillespie über Hubbard bis Davis intus zu haben. Damals freilich noch nicht absehbar war Blanchards Entwicklung vom Neo-Traditionalisten zum experimentierfreudigen Neuerer, und noch weniger sein explizites politisches Engagement für die Black Community, das sicher auch durch seine Zusammenarbeit mit dem gesellschaftskritischen Filmregisseur Spike Lee befeuert wurde.

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Kristjan Randalu: Absence
CD-Tipp
30.04.2018 Peter Füssl

Eine Karriere als Klassik-Pianist war dem 1978 in Tallin geborenen Kristjan Randalu sozusagen schon in die Wiege gelegt, widmeten sich doch beide Elternteile dieser Profession. Mit 13 erlebte Randalu aber beim Hören von Chick Coreas „Inside Out“ sein jazzmäßiges Erweckungserlebnis, das entsprechende Know-how holte er sich später als Student bei John Taylor und Django Bates und als Stipendiat der Manhattan School of Music, wo er die New Yorker Impro-Szene inhalieren konnte.

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Goat Girl: Goat Girl
CD-Tipp
26.04.2018 Peter Füssl

Hinter den reichlich schrägen Kampfnamen Clottie Cream (Gesang), L.E.D. (Gitarre), Naima Jelly (Bass) und Rosy Bones (Drums, Piano) stecken vier gerade mal 20-jährige Südlondonerinnen, die sich mit ihrem beim renommierten Indie-Label Rough Trade erschienenen Debütalbum gerade zu neuen Lieblingen des Feuilletons mausern.

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Elina Duni: Partir
CD-Tipp
24.04.2018 Peter Füssl

Nach Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit in Quartettbesetzung an einer Soloproduktion zu arbeiten, sei wie der Rückzug in ein Kloster gewesen, erklärt Elina Duni: „Es ist eine wirklich metaphysische Erfahrung und man beginnt mehr über seine inneren Ressourcen herauszufinden.“ In der Tat erreicht die außergewöhnliche Vokalkunst der aus Tirana stammenden und in der Schweiz aufgewachsenen und lebenden 37-jährigen Sängerin auf ihrem ersten Soloalbum „Partir“ einen neuen Grad an Intimität und Intensität.

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Jack White: Boarding House Reach
CD-Tipp
18.04.2018 Peter Füssl

An Jack Whites drittem Solo-Album werden sich die Geister scheiden: Jene, die den sich den gängigen Popbusiness-Mechanismen entziehenden Rumpel-Blues-Retro-Rocker schätzen, den Jack White, der mit The White Stripes, The Raconteurs oder The Dead Weather auf höchst unterhaltsame Art die Zeit stehen ließ, werden sich entsetzt abwenden. Jene, die den nie um verrückte Ideen verlegenen, sich nicht um Stil- und Geschmacksfragen – wo hört Pathos auf und wo fängt Kitsch an? – scherenden, zwischen Schludrigkeit und ungehemmter Experimentierfreude schwankenden Musiker lieben, kommen hingegen voll auf ihre Kosten.

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Mathias Eick: Ravensburg
CD-Tipp
12.04.2018 Peter Füssl

Mit seinem vierten, im Osloer Rainbow Studio von ECM-Chef Manfred Eicher produzierten Album setzt der als Trompeter bekannte norwegische Multiinstrumentalist Mathias Eick seinen erstklassigen Output auf dem Münchner Label eindrucksvoll fort. Diente ihm für das vor drei Jahren erschienene „Midwest“ die Geschichte der runden Million Norweger, die im 19. und 20. Jahrhundert vorwiegend in den Mittleren Westen der USA ausgewandert waren als Inspirationsquelle, so ist es dieses Mal seine engere Familiengeschichte.

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Michael Wollny Trio: Oslo + Wartburg
CD-Tipp
10.04.2018 Peter Füssl

Der stets experimentierfreudige deutsche Pianist Michael Wollny nahm mit seinem Langzeitweggefährten Eric Schaefer an den Drums und dem 2015 anlässlich des Albums „Nachtfahrten“ neu ins Trio eingestiegenen Schweizer Kontrabassisten Christian Weber innerhalb von nur einer Woche im September letzten Jahres die 24 Tracks für die beiden nun gleichzeitig veröffentlichten Alben auf.

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Saint Chameleon: Mockingbird
CD-Tipp
05.04.2018 Peter Füssl

Einen Tom Waits-Ähnlichkeitswettbewerb würde der junge Grazer Singersongwriter Luka Sulzer vermutlich locker gewinnen. Klar werden dem radikalen Ansatz des kalifornischen Großmeisters schräger Genialität etwas die Ecken und Kanten abgeschliffen, wird dessen konsequente Ablehnung der Befriedigung massentauglicher Hörgewohnheiten in Richtung chartstaugliche Formate abgemildert, aber das Debütalbum von Saint Chameleon bietet durchaus Vergnügliches und Hörenswertes.

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Bill Frisell: Music IS
CD-Tipp
03.04.2018 Peter Füssl

Eigentlich bevorzuge er es ja, gemeinsam mit anderen zu musizieren – vermutlich ist das die Erklärung, weshalb es ganze 18 Jahre dauerte, bis Bill Frisell dem grandiosen Album „Ghost Town“ ein weiteres Solo-Album folgen ließ.

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Lucy Dacus: Historian
CD-Tipp
29.03.2018 Peter Füssl

Schon ihr 2016 erschienenes, mit einfachsten Mitteln produziertes Debüt-Album „No Burden“ ließ keinen Zweifel daran, dass mit Lucy Dacus aus Richmond/Virginia ein ganz großes Talent die Indie-Pop-Bühne betreten hatte, mit „Historian“ übertrifft die Songwriterin nun die in sie gesetzten Erwartungen locker. Die zehn bis zu sieben Minuten langen Songs, die sie – wie schon den erfolgreichen Erstling, nun aber für das hippe Indie-Label Matador – gemeinsam mit Collin Pastore und ihrem Gitarristen Jacob Blizard produziert hat, sind sowohl textlich als auch musikalisch durchwegs überzeugende Statements geworden.

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Arild Andersen: In-House Science
CD-Tipp
27.03.2018 Peter Füssl

Man wäre gerne dabei gewesen, am 29. September 2016 in der PKS Villa Rothstein in Bad Ischl, als der norwegische Bassist Arild Andersen, der schottische Tenorsaxophonist Tommy Smith und der italienischstämmige, in Norwegen lebende Drummer Paolo Vinaccia diese sechs zwischen acht und elf Minuten langen Andersen-Kompositionen eingespielt haben. Wiederholungstäter im besten Sinne des Wortes, denn bereits vor zehn Jahren veröffentlichte das furiose Trio den vielgelobten Konzertmitschnitt „Live at Belleville“ und 2014 das Studio-Album „Mira“, von dem sie nun das Titelstück und die Komposition „Blussy“ in etwas ausschweifenderen Live-Fassungen präsentieren.

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Kian Soltani - Aaron Pilsan: Home
CD-Tipp
22.03.2018 Silvia Thurner

Der Cellist Kian Soltani hat eine fantastische Karriere gestartet und nun beim renommierten Label "Deutsche Grammophon" sein Debütalbum vorgelegt. Unter dem Leitgedanken "Home" stellte er eine sehr persönliche Werkauswahl zusammen und lud seinen Freund, den Pianisten Aaron Pilsan, zum Musizieren ein. Die mitreißende Kraft der bestens aufeinander eingespielten Kammermusikpartner, ihr gemeinsamer musikalischer Atem und die geistreich aufeinander bezogenen musikalischen Dialoge verleihen allen Werkdeutungen eine unmittelbar spürbare Energie.

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Andy Sheppard Quartet: Romaria
CD-Tipp
20.03.2018 Peter Füssl

Die einzige Fremdkomposition des Albums, das vom Renato Teixeira komponierte und von der früh verstorbenen Sängerin Elis Regina Ende der 1970er-Jahre zu einem Evergreen der Música Popular Brasileira gemachte Titelstück "Romaria", passe zu seinem Umzug nach Portugal, erklärt der englische Saxophonist Andy Sheppard, dem Land der Sonne und der Saudade. In der Tat liefert dieses mit sehnsuchtsvoller Melancholie und schmerzlicher Schönheit getränkte Lebensgefühl den Grundton für diese exzellente Produktion.

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Andreas Schaerer: A Novel of Anomaly
CD-Tipp
15.03.2018 Peter Füssl

Der musikalische Output des Schweizer Vokalartisten Andreas Schaerer ist phänomenal - man denke nur an seine beiden letztjährigen Produktionen, das im Quartett mit Michael Wollny, Vincent Peirani und Emile Parisien entstandene "Out of Land" und an seine großorchestrale, sechssätzige Komposition "The Big Wig", die er mit dem Lucerne Festival Academy Orchestra realisiert hat. Nicht weniger kreativ und einfallsreich, vor allem aber auch durch eine überschäumende Musizierfreude charakterisiert, ist nun das Quartett mit seinem Landsmann und Meistertrommler Lucas Niggli, dem italienischen Akkordeonisten Luciano Biondini und dem finnischen Gitarristen Kalle Kalima.

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