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CD-Tipp

Lars Danielsson & Paolo Fresu: Summerwind
CD-Tipp
16.10.2018 Peter Füssl

ACT-Chef Siggi Loch hat wieder einmal ein sicheres Händchen für perfekte musikalische Konstellationen bewiesen, als er den schwedischen Bassisten/Cellisten Lars Danielsson und den sardischen Trompeter Paolo Fresu zum ersten gemeinsamen Projekt zusammenbrachte. Dabei liegt der Reiz nicht im Kontrast zwischen Nordischem und Mediterranem, was bei den zweitausend Kilometern Luftlinie zwischen den Geburtsorten der beiden Protagonisten vielleicht zu erwarten wäre, sondern in der perfekten Seelenverwandtschaft musikalisch Gleichgesinnter.

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José James: Lean On Me
CD-Tipp
09.10.2018 Peter Füssl

Obwohl Bill Withers drei Grammys im Regal stehen hat und einige seiner Songs in unzähligen Coverversionen erschienen sind und gerne gesamplt werden, wäre sein 80. Geburtstag im Juli vermutlich ohne viel Aufhebens über die Bühne gegangen, weil er sich schon vor mehr als 30 Jahren von der Bühne verabschiedet hat. Nun wird sich – dank der ihm gewidmeten Hommage des exakt 40 Jahre jüngeren José James – das Interesse an der Soul-Funk-Legende, die in den 1970er-Jahren ihre Höhepunkte erlebte, wohl wieder gewaltig steigern.

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Mark Turner / Ethan Iverson: Temporary Kings
CD-Tipp
04.10.2018 Peter Füssl

Von "magical confluences" und "happy surprises" spricht Pianist Ethan Iverson, wenn es um die konzentrierte und von gegenseitiger Wertschätzung geprägte Zusammenarbeit mit dem Tenorsaxophonisten Mark Turner geht. Die beiden kannten sich zwar schon von Jam-Sessions im New York der 1990-er Jahre und als Mitglieder des Billy Hart Quartets, konnten nun aber erstmal im Duo-Format ihre musikalischen Vorstellungen perfekt umsetzen.

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Rebekka Bakken: Things You Leave Behind
CD-Tipp
02.10.2018 Peter Füssl

"Little Drop of Poison" hieß das 2014 erschienene Bigband-Album, in dem Rebekka Bakken die schrägen Songs des genialen Tom Waits über all die Säufer, Misanthrophen und Liebeskranken verblüffend originell ganz zu ihren eigenen machte. Dieser Gifttropfen wirkt wohl noch immer - und zwar äußerst belebend!

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Wayne Shorter: Emanon
CD-Tipp
26.09.2018 Peter Füssl

Wayne Shorter hat seit den späten 1950-er Jahren bei Art Blakey's Jazz Messengers, in der zweiten Hälfte der 60-er Jahre im Miles Davis Quintet und ab 1970 mit Weather Report und mit einer ganzen Reihe prominent besetzter Bands unter eigenem Namen die Jazz-Geschichte maßgeblich mitgeschrieben. Im Alter von 85 Jahren lernen wir ihn nun von einer ganz anderen Seite her kennen: als eingefleischten Fan von Graphic Novels und Science Fiction Stories. Und das gleich in einem opulenten Ausmaß, denn sein jüngstes Werk "Emanon" erscheint in Buchform und besteht aus 3 LPs bzw. 3 CDs und einer vom amerikanischen Graphiker Randy DuBurke gestalteten, rund 80 Seiten starken Bildergeschichte.

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NES: Ahlam
CD-Tipp
22.09.2018 Peter Füssl

Der Name des Trios „NES“ leitet sich vom Spitznamen der in einer algerischen Familie in Frankreich aufgewachsenen Nesrine Belmokh ab, die als Vokalistin naturgemäß im Epizentrum des vielfältigen musikalischen Geschehens steht. Genregrenzen interessierten die auch als exzellente, klassisch ausgebildete Cellistin erfolgreiche Musikerin noch nie. So übernahm sie in der Cirque du Soleil-Produktion „Amaluna“ eine Hauptrolle, tourte in Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchestra und spielte unter Lorin Maazel im Opernorchester von Valencia.

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Sungjae Son: Near East Quartet
CD-Tipp
18.09.2018 Peter Füssl

Tenorsaxophonist und Bassklarinettist Sungjae Son und Gitarrist Suwuk Chung haben beide in Boston ihr Handwerk perfektioniert – ersterer am Berklee College of Music mit einem besonderen Interesse an Bebop, Zwölftonmusik und Ornette Coleman, letzterer am New England Conservatory mit Schwerpunkt Fusion und Third Stream. Damals lagen die Interessen der beiden Koreaner zu weit auseinander, aber Jahre später und in die Heimat zurückgekehrt, gründeten sie das Near East Quartet, das seit 2009 in Südkorea Furore macht.

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KUU! Lampedusa Lullaby
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11.09.2018 Peter Füssl

Wenig ist spannender als das uneitle Zusammenspiel einzigartiger Individualisten in einem ernstgemeinten Kollektiv! Die beiden Gitarristen Frank Möbius, Mastermind des Trios „Der Rote Bereich“, und Kalle Kalima, seit Jahren die Berliner Szene kreativ aufmischender Finne, duellieren sich nicht in altbackener Manier, sondern bündeln ihre schrägen Ideen zu einem gigantischen, detailreichen Powersound.

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Georg Breinschmid: Breinländ
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06.09.2018 Peter Füssl

Wäre Breinländ ein realer Staat, würden wohl die Massen der Von-Türkis-Blau-die-Nase-aber-sowas-von-voll-Habenden dort unverzüglich um Asyl ansuchen, denn Breinländ ist so kunterbunt wie sein Cover, und Phantasie, Kreativität und Individualismus sind keine Einreisehindernisse, sondern geradezu Voraussetzungen für die Aufnahme. Darauf lassen zumindest die auf zwei CDs mit mehr als zwei Stunden Spielzeit verteilten 23 Stücke schließen, die Georg Breinschmid nun in der Nachfolge der beiden Doppler „Double Brein“ (2014) und „Old & New Stuff“ (2016) vorgelegt hat.

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mose: film musik
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03.09.2018 Peter Füssl

Es müsste für einen kreativen Regisseur eigentlich extrem reizvoll sein, zu den 26 Titeln des achten Mose-Albums den passenden Film zu drehen. Allerdings würde dies großen Einfallsreichtum und einen außergewöhnlich ausgeprägten Hang zum Schrägen voraussetzen, wenn das Bild gegenüber dem Ton nicht furchtbar abstinken sollte.

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Trygve Seim: Helsinki Songs
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29.08.2018 Peter Füssl

Es sind zum Niederknien schöne 63 Minuten und 49 Sekunden, die uns Trygve Seim mit seinen elf größtenteils in der finnischen Hauptstadt komponierten „Helsinki Songs“ beschert. Seine von Zeit und Raum losgelösten Melodien schmeicheln sich in ihrer puren Schönheit – ohne jegliches Kalkül, unbedingt schön sein zu wollen – in die Gehörgänge. Es ist Erntezeit, die jahrelange Beschäftigung des Osloers mit der nordischen Tradition, mit ägyptischer, indischer und armenischer Musik und natürlich auch mit den unterschiedlichsten Phänomenen der Jazzgeschichte trägt nun ihre Früchte.

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Tomberlin: At Weddings
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23.08.2018 Peter Füssl

Irgendwie scheint sie aus der Zeit gefallen zu sein, die 23-jährige Sarah Jane Tomberlin, die nun beim renommierten, von Conor Oberst mittlerweile auch schon vor 25 gegründeten Indie-Label Saddle Creek in Omaha/Nebraska ihr Debütalbum vorgelegt hat. Produziert wurden die 10 Songs vom unkonventionellen kanadischen Sänger und Violinisten Owen Pallett, der Tomberlin in ihrem Bestreben um Einfachheit, Reduktion und unverstellte Ehrlichkeit perfekt unterstützt hat. Fern jeglichen musikalischen Bombastes reichen ein paar simple, wirkungsvoll verhallte Gitarren, ein dezentes Piano und ebensolcher Background-Gesang, um Tomberlins klare, warme und auf Anhieb gefangennehmende Stimme optimal in den Mittelpunkt zu stellen.

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Neko Case: Hell-On
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07.08.2018 Peter Füssl

Auf dem Cover ist Neko Case mit einer äußerst eigenartigen, aus Zigaretten bestehenden Perücke abgebildet, aus ihrer Schulter lodern von dunklem Rauch umfangene Flammen empor. Ein ironischer Hinweis auf die Tatsache, dass ihr Farmhaus in Vermont just in jenem Moment niederbrannte, als sie in Stockholm mit ihrem Ko-Produzenten Björn Yttling den Song „Bad Luck“ aufnahm. Case meinte aber auch in einem Interview, dass sie bei der Cover-Gestaltung mit der Graphikerin darüber feixte, dass die Zigarette das passend Symbol in einem imaginären Familienwappen für jene Unterschichtsfamilie wäre, aus der sie stamme.

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Emile Parisien Quintet: Sfumato live in Marciac
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31.07.2018 Peter Füssl

Das 2016 erschienene Album “Sfumato” des wegweisenden französischen Sopransaxophonisten Emile Parisien wurde vielfach ausgezeichnet, von Presse und Publikum gleichermaßen begeistert aufgenommen und bescherte dem 35-jährigen Ausnahmemusiker und -komponisten 2017 einen vollen Kalender mit mehr als 150 Konzerten und Auftritten bei prominenten Festivals. Bei „Jazz in Marciac“ im Südwesten Frankreichs, wo einst der junge Emile in „Masterclasses“ sein Handwerk erlernte, wurde Parisien zum „Artist in Residence“ ernannt.

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Ryley Walker: Deafman Glance
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24.07.2018 Peter Füssl

Der in Chicago lebende 28-jährige Singer-Songwriter und Gitarrist Ryley Walker festigt mit seinem vierten Album „Deafman Glance“ seinen Ruf als exzellenter Außenseiter, dessen musikalische Sozialisation irgendwo im Spannungsfeld zwischen Tim Buckley, Nick Drake, English Folk-Revival, Prog-Rock, Post-Rock, Anti-Folk, Psychedelic und Jazz liegt. Unaufgeregt zieht er verblüffende musikalische Ideen aus dem Zylinder wie der Zauberer die Kaninchen.

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Steve Tibbetts: Life Of
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17.07.2018 Peter Füssl

Land und Meer und Pflanzen und das junge Licht, alles ebbt und wogt ruhig unter ihm, als ob es immer schon so gewesen wäre. Als er seine Augen zufrieden über das schweifen lässt, was er geschaffen hat, vernimmt er plötzlich etwas in sich, das man später einmal Töne und Harmonien nennen sollte, so gleich und so verschieden zugleich, alles in einem und eines in allem, so ruhig und wunderschön, als ob auch sie immer schon dagewesen wären. Da überkommt ihn eine große Traurigkeit, denn es gibt nichts und niemand, mit dem er teilen kann, was er in sich hört. Und obwohl er völlig erschöpft ist und eigentlich vorhatte, am nächsten Tag zu ruhen, beschließt er, noch einen sechsten Arbeitstag einzuschieben, um einen und eine zu schaffen, mit denen er die Erfahrung des Hörens teilen kann. ...

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Kamasi Washington: Heaven And Earth
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10.07.2018 Peter Füssl

Knapp zweieinhalb Stunden dauert der musikalische Furor, den Kamasi Washington auf seinem neuen monumentalen Werk entfacht – sechzehn, im Schnitt neun Minuten lange Stücke auf zwei CDs oder vier LPs verteilt – und das in Zeiten, in denen viele angesagte Alben kaum vierzig Minuten dauern und die einzelnen Stücke oft auf knappe drei Minuten beschränkt sind. In seinem glänzenden, westafrikanischen Gewand, mit Bart und wild abstehenden Haaren wirkt der sanfte Hüne wie eine Mischung aus Science-Fiction-Spacetraveller und Messias – passend dazu scheint er auf dem Cover auch über das Wasser eines Sees zu wandeln. Jesus Kamasi Superstar?!

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Marcus Miller: Laid Black
CD-Tipp
03.07.2018 Peter Füssl

Welch ein Groove, welch eine Kraft und dennoch gleichzeitige Relaxtheit! Hatte Marcus Miller vor drei Jahren auf seinem mit zahlreichen Ethno-Einflüssen durchsetzten Album „Afrodeezia“ noch die Suche nach seinen persönlichen Wurzeln festgehalten, so kehrt er mit „Laid Black“ nun eindrucksvoll zu jenen musikalischen Gefilden zurück, die ihn als rechte Hand von Miles Davis und als begehrten Studiomusiker in den 1980-er Jahren berühmt gemacht haben: zu Jazz und Funk.

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Eels: The Deconstruction
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27.06.2018 Peter Füssl

Eigentlich wollte Mark Oliver Everett, der sich gerne E nennt, vor ein paar Jahren den Bettel hinschmeißen – ausgepowert und ohne Visionen, wie es mit ihm und den Eels weitergehen sollte. Schließlich hatte er seit 1995 in elf Alben jedes noch so desaströse Kapitel seiner katastrophenreichen Biographie in oftmals exzellenten Songs aufbereitet und war so zu einer Art umjubeltem Schmerzensmann des Indie-Rock geworden. Nach einer vierjährigen Auszeit macht Everett aber nun mit „The Deconstruction“ doch das Dutzend an Alben voll und ringt seiner depressiven Weltsicht sogar ein bisschen Optimismus ab, wie der Titelsong schon deutlich macht: „The deconstruction has begun / time for me to fall apart (...) the reconstruction will begin / only when there’s nothing left“.

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Ceramic Dog: YRU Still Here?
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19.06.2018 Peter Füssl

“I got a right to speak like an idiot/I got a right to bitch and moan/I got a right to be unhappy/I got a right to say ‘fuck you!’/I got a right to ignore everything you say, my feelings are political“ – das dritte Album von Ceramic Dog, dem Punk-Avantgarde-Jazz-Noise-Rock-Trio von Gitarrist Marc Ribot, Drummer Ches Smith und Bassist/Perkussionist Shahzad Ismaily startet mit einer wütend gebrüllten Attacke gegen die herrschenden Verhältnisse in den Vereinigten Staaten – ein roter Faden, der sich in unterschiedlicher Intensität und stilistischer Ausrichtung durch die elf Titel zieht. Der Song heißt „Personal Nancy“ und spielt auf die Sid Vicious-Lebensgefährtin Nancy Spungen an, eine der tragischen Ikonen der Punk-Bewegung.

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