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CD-Tipp

Reinhard Micko Quartet: Coming Home
CD-Tipp
21.03.2017 Peter Füssl

„Schönheit“ und „Leichtigkeit“ sind nicht unbedingt Eigenschaften, die der durchschnittliche Musikhörer mit Jazz in Verbindung bringt, der Wiener Pianist Reinhard Micko hat sie aber zu Eckpunkten seines musikalischen Konzeptes erhoben. Das bedeutet freilich nicht, dass einige von Mickos neun Eigenkompositionen auf seiner ersten CD nach einer mehrjährigen burn-out-bedingten Pause nicht durchaus komplexer Natur wären, auch wenn sie sich von den Melodien und Harmonien her durchaus gehörgefällig geben.

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Jan Lundgren: Potsdamer Platz
CD-Tipp
16.03.2017 Peter Füssl

Der fünfzigjährige, aus Südschweden stammende Pianist Jan Lundgren ist längst ein Fixpunkt, sowohl in der skandinavischen als auch der internationalen Jazzszene, was auf mehr als fünfzig Alben als Leader bzw. Co-Leader und auf unzähligen Produktionen als Sideman ausführlich dokumentiert ist. Sowohl seine letztes Jahr veröffentlichten, auf dem Ystad Festival mit einem Streichquartett eingespielten Volkslied-Adaptionen, als auch die beiden in mediterraner Glückseligkeit schwelgenden „Mare Nostrum“-Produktionen mit dem sardischen Trompeter Paolo Fresu und dem französischen Akkordeonisten Richard Galliano waren absolute Bestseller.

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Aki Takase / David Murray: Cherry – Sakura
CD-Tipp
14.03.2017 Peter Füssl

Die famose Zusammenarbeit der in Japan geborenen, in New York bekannt gewordenen und mittlerweile seit dreißig Jahren in Berlin ansässigen Pianistin Aki Takase mit dem seit den 1990er Jahren in Paris lebenden amerikanischen Saxophonisten und Bassklarinettisten David Murray reicht ins Jahr 1993 zurück, als die beiden ihre großartige Hommage an Thelonious Monk „Blue Monk“ veröffentlichten. Auch ihre weit weniger bekannte, 2002 im Münchner Lustspielhaus aufgenommene Live-CD „Valencia“ schlägt in dieselbe Kerbe, und auf dem nun vorliegenden Silberling findet sich mit der Monk-Komposition „Let’s Cool One“ wieder ein direkter Verweis auf den verehrten Großmeister.

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Tinariwen: Elwan
CD-Tipp
09.03.2017 Peter Füssl

Auf dem siebten Studioalbum seit den 2001 erschienenen „The Radio Tisdas Sessions“, die den internationalen Kultstatus der seit bald vierzig Jahren bestehenden Tuareg-Band begründete, erfinden sich Tinariwen natürlich nicht neu. Denn ihre Musik, in der sich traditionelle Wüstensounds auf höchst organische Weise mit zeitgenössischem Gitarrenrock verbinden, ist kein aufgesetzter Worldmusic-Marketing-Gag, sondern Teil ihrer Identität und ihrer Wurzeln, die sie kriegs – und dauerkrisenbedingt verloren haben.

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Craig Taborn: Daylight Ghosts
CD-Tipp
07.03.2017 Peter Füssl

Genau 54 Minuten und 44 Sekunden dauert dieser geniale, kammermusikalisch anmutende Soundtrack für einen nie gedrehten Film, dieses abwechslungsreiche, immer wieder verblüffende, genau konzipierte und dennoch mit einem hohen Maß an improvisatorischen Freiheiten ausgestattete Kopfkino, an dem uns der in New York lebende Pianist Craig Taborn teilhaben lässt. Taborns musikalischer Lebensweg hat sich mit jenem des The Bad Plus-Drummers Dave King, einem alten Freund aus den Jugendjahren in Minneapolis, sowie jenen der vielbeschäftigten New Yorker Topmusiker Chris Speed (Saxophon/Klarinette) und Chris Lightcap (Kontrabass, Bassgitarre) vielfach überschnitten – man kennt sich bestens und weiß sich wechselseitig zu Höchstleistungen anzutreiben, schöpft aus einer Vielzahl an unterschiedlichsten Erfahrungen und ist mit dem extrem spannenden, aber höchst anspruchsvollen Konzept des Bandleaders d’accord.

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Shake Stew: The Golden Fang
CD-Tipp
02.03.2017 Peter Füssl

„Ein Stew ist ein Eintopf, in den tausend verschiedene Sachen reinkommen – was ich durchaus auf meine Musik beziehen kann. Shake Stew ist ein Eintopf, der noch einmal von sieben Leuten kräftig durchgeschüttelt wird“, so erklärt der 28-jährige Kontrabassist Lukas Kranzelbinder den eigenwilligen Namen seines nicht weniger unorthodoxen musikalischen Großprojekts, mit dem er letztes Jahr das Hauptprogramm des Jazzfestivals Saalfelden eröffnete. Je zwei Bassisten (Kranzelbinder und Manuel Mayr), Drummern (Niki Dolp, Herbert Pirker) sowie Saxophonisten (Clemens Salesny, Johannes Schleiermacher) und dem Trompeter Mario Rom – allesamt zur Crème de la Crème der kreativen Wiener Jazzszene zählend – hat der junge Kärntner und Peter Herbert-Schüler im Rahmen dieser Auftragsarbeit Maßgeschneidertes auf den Leib geschrieben.

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Rag’n’Bone Man: Human
CD-Tipp
28.02.2017 Peter Füssl

Er habe den Körper eines Wikingers und die Stimme eines Engels schrieb der britische „Telegraph“ über den mit Tattoos übersäten, bärtigen Zwei-Meter-Hünen Rory Graham aus dem Nest Uckfield bei Brighton, der als Rag’n’Bone Man (Lumpensammler) Ende letzten Jahres mit dem millionenfach gestreamten und verkauften Song „Human“ die Pop-Charts weltweit dominierte. Dabei ist der mittlerweile 32-jährige ehemalige Betreuer autistischer Menschen kein industrielles Retortenprodukt, sondern ein authentischer Selfmade-Man, der sich von Jung auf intensiv mit Blues und Hip-Hop beschäftigte und sich auf der Bühne mit direktem Kontakt zum Publikum am wohlsten fühlt.

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Viktoria Tolstoy: Meet Me At The Movies
CD-Tipp
23.02.2017 Peter Füssl

In ihrem neusten Projekt kann die Ururenkelin des großen Leo, die – um die Titel zweier ihrer Alben zu zitieren – im Spannungsfeld von „Swedish Heart“ und „Russian Soul“ große Erfolge feiert, zwei ihrer prägenden Vorlieben ausleben: jene zur Musik und jene zum Film.

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Theo Bleckmann: Elegy
CD-Tipp
21.02.2017 Peter Füssl

Der aus Dortmund stammende, seit 1989 in New York lebende Vokalist und Komponist Theo Bleckmann hat sich mit seinen extravaganten Konzepten und seiner Experimentierfreude längst einen hervorragenden Namen im Spannungsfeld von zeitgenössischer Musik, Jazz, improvisierter Musik und Performancekunst gemacht. Er erregte mit seinen außergewöhnlichen Interpretationen von Charles Ives-Songs ebenso Aufsehen wie mit seiner gewagten Hommage an Kate Bush, seinem Mitwirken am Kurt Weill-Album der Pianistin Julia Hülsmann oder an diversen Projekten von Meredith Monk. Etwa fünfzehn konzeptionell ambitionierte Alben finden sich in seiner Diskographie, die er mit einer Reihe gleichgesinnter Musiker aufgenommen hat. Häufig waren die renommierten New Yorker Szene-Größen Ben Monder an der Gitarre und John Hollenbeck an den Drums beteiligt, die Theo Bleckmann nun mit zwei jungen Cracks vom Big Apple – dem Kontrabassisten Chris Tordini und dem aus Israel stammenden Pianisten Shai Maestro – für sein ECM-Debut zusammengebracht hat.

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Manu Delago: Metromonk
CD-Tipp
16.02.2017 Peter Füssl

Das äußerst erfolgreiche, vor zwei Jahren erschienene Album „Silver Kobalt“ präsentierte der zumeist in London lebende Tiroler Manu Delago auf 80 Live-Konzerten, außerdem war er mit der Sitar-Virtuosin Anoushka Shankar auf Tournee, stand mit Nitin Sawhney und The Cinematic Orchestra auf der Bühne und war mit Björk im Aufnahmestudio. Über Arbeitsmangel kann sich der Hang-Virtuose wahrlich nicht beklagen, und trotzdem fand er noch die Zeit, mit „Metromonk“ den eigenen musikalischen Status weiter nach oben zu schrauben.

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Andreas Schaerer: The Big Wig
CD-Tipp
14.02.2017 Peter Füssl

2015 lautete das Motto des renommierten Lucerne Festivals „Humor“, was läge da näher, als den exzellenten, mit allen vokalartistischen Wassern gewaschenen, jegliche Stilgrenzen hinter sich lassenden Andreas Schaerer mit seiner Band Hildegard Lernt Fliegen einzuladen. Zumal der Stimmkünstler auch noch ein begnadeter Performer, Improvisator und – in diesem Zusammenhang besonders wichtig - Komponist ist. Schaerer schuf in fünf Monaten das sechssätzige Orchesterwerk „The Big Wig“ für 66 Musiker.

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Colin Vallon Trio: Danse
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09.02.2017 Peter Füssl

Der Westschweizer Pianist Colin Vallon meidet auf seinem dritten ECM-Album „Danse“ weiterhin konsequent alle ausgetretenen Piano-Trio-Pfade und setzt nicht auf exzeptionelles Virtuosentum, sondern auf die kollektive Entfaltung dreier perfekt aufeinander eingespielter Ausnahmemusiker. Mit Kontrabassist Patrice Moret musiziert er schon seit 2004, und es ist nun auch schon wieder vier Jahre her, seit Julian Sartorius den Schlagzeug-Part von Samuel Rohrer übernommen hat.

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The xx: I See You
CD-Tipp
07.02.2017 Peter Füssl

Das 2009-er Debut-Album „xx“ und das 2012 erschienene „Coexist“ sind zusammen 2,7 Millionen mal über den (auch virtuellen) Ladentisch gegangen, anlässlich ihrer Tourneen verkauften sie hunderttausende Tickets, und dazu wurden beide Alben auch noch von der Kritik gefeiert und mit renommierten Preisen bedacht. Während andere Bands angesichts solcher Erfolge gerne mal zu Plagiatoren ihrer selbst verkommen, ist es Jamie Smith, Oliver Sim und Romy Madley Croft auf ihrer dritten Produktion „I See You“ gelungen, gleichzeitig ihr aus reduziertem Indie-Pop und ausgeklügelten, auf der Höhe der Zeit befindlichen Electronics zusammengemischtes Erfolgsrezept weiterzuköcheln, aber auch durch leise Akzentverschiebungen und ein paar neue Zutaten zusätzliche Geschmacksnerven auf wohltuende Weise zu aktivieren.

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John Abercrombie Quartet: Up and Coming
CD-Tipp
02.02.2017 Peter Füssl

Als Gitarrist John Abercrombie und Pianist Marc Copland 2013 „39 Steps“ einspielten, hatten sich ihre musikalischen Wege schon seit vierzig Jahren immer wieder gekreuzt, und beide hatten auch schon mit Drummer Joey Baron und Bassist Drew Gress – ein absolutes Dream-Team – reichhaltige Erfahrungen gemacht. Vermutlich ist es nur dem Viel-beschäftigt-Sein aller Akteure geschuldet, dass vier Jahre bis zum Erscheinen des Nachfolgealbums verstreichen mussten, das nun ganz ohne Alfred Hitchcock-Bezug nicht weniger spannend als das brillante Debut ausfällt.

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Filippa Gojo Quartett: Seesucht
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29.01.2017 Peter Füssl

Zwei Jahre nach ihrem erfolgreichen Soloalbum „vertraum“ legt die aus Bregenz stammende und in Köln lebende Vokalistin Filippa Gojo nun das zweite Album ihres Quartetts mit Pianist/Keyboarder Sebastian Scobel, Kontrabassist David Andres und Perkussionist Lukas Meile vor. Die acht höchst abwechslungsreichen Titel erweisen sich als ideale Vehikel zur Präsentation der enormen gesanglichen Fähigkeiten Gojos. Der Umstand, dass der Großteil davon aus ihrer Feder stammt, verweist aber auch auf ihr außerordentliches sprachliches und kompositorisches Talent.

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E.S.T. Symphony
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17.01.2017 Peter Füssl

Als der schwedische Pianist Esbjörn Svensson 2008 bei einem tragischen Tauchunfall ums Leben kam, genoss sein Trio mit dem Bassisten Dan Berglund und dem Schlagzeuger Magnus Öström längst Kultstatus und erfreute sich eines Maßes an Popularität, das Jazz-Bands äußerst selten erreichen. Denn auch die Pop-Fans fanden Gefallen an diesen wunderschönen, leicht ins Ohr gehenden lyrischen Piano-Melodien, die sich mit experimentelleren Passagen auf ideale Weise zusammenfügten und die Zuhörer mit sich rissen, wenn sie sich dynamisch zu gewaltigen Soundorkanen auftürmten. Emotionale Wechselbäder für musikalische Feinspitze aus allen Lagern.

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TaxiWars: Fever
CD-Tipp
10.01.2017 Peter Füssl

Wer bei „Fever“ an den von Peggy Lee bekannt gemachten und in unzähligen Versionen fast zu Tode interpretierten 1950-er Jahre Evergreen denkt, wird vom gleichnamigen punk-jazzigen Opener des belgischen Quartetts TaxiWars möglicherweise ein bisschen überrascht sein – ein explosives Gemisch aus Indie-Rock und Jazz, geprägt von einer druckvoll vorantreibenden Stimme und einem expressiv röhrenden Sax.

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A Tribe Called Quest: We Got It From Here ... Thank You 4 Your Service
CD-Tipp
29.12.2016 Peter Füssl

Mit fünf zwischen 1990 und 1998 veröffentlichten Alben – allen voran das Debut „People’s Instinctive Travels and the Paths of Rhythms“ und „The Low End Theory“ – zählen A Tribe Called Quest zum Hip-Hop-Urgestein, wobei sie sich nie in dümmlicher Gangsta-Manier groß aufplusterten, sondern dem Conscious Rap den Weg ebneten und ihre gesellschaftspolitischen Kommentare auf intelligente Weise und in exquisite Musik eingebettet abgaben. Vielleicht ist es die Hip-Hop-Sensation des Jahres, dass sich Q-Tip (Kamaal Ibn John Fareed, geboren als Jonathan Davis), Phife Dawg (Malik Izaak Taylor), Ali Shaheed Muhammad und Jarobi White nach 18 Jahren wieder zusammenfanden, um mit „We Got It From Here ... Thank You 4 Your Service“ in einem politisch tief zerrütteten Land, in dem das Undenkbare unfassbare Realität geworden ist, das Selbstbewusstsein all jener Bevölkerungsgruppen zu stärken, die von skrupellosen Populisten ins gesellschaftliche Abseits gedrängt werden.

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Ólafur Arnalds: Island Songs
CD-Tipp
22.12.2016 Peter Füssl

Es sind winzige Nester wie Hvammstangi, Önundarfjörđur oder Mosfellsdalur, in die uns der dreißigjährige Komponist/Pianist Ólafur Arnalds auf seinem siebenwöchigen Trip durch seine isländische Heimat führt. Nicht die überlaufenen Touristenattraktionen, die gewaltigen Naturspektakel oder die Handvoll einheimischer Celebrities interessieren ihn, sondern die unendliche Stille und die karge Schönheit dieser einzigartigen Landschaft. Und jene Leute, die in ihr jenen typisch isländischen Lebensstil – eine sympathische Mischung aus Einfachheit, Gelassenheit und Nonkonformität – verkörpern, der auf Nicht-Isländer so anziehend wirkt.

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The Colorist & Emiliana Torrini
CD-Tipp
20.12.2016 Peter Füssl

Aarich Jespers und Kobe Proesmans, Rhythmiker der belgischen Indie-Rockband Zita Swoon, haben unter dem Namen The Colorist ein neues Projekt ins Leben gerufen, in dem sie sich ihrer Vorliebe für Soundtüfteleien hingeben können. Klassische Instrumente werden gerne unorthodox eingesetzt, zur Erweiterung des Klangspektrums wurden aber auch eigene Klangerzeuger kreiert. Dabei haben Jespers und Proesmans aber nicht Eigenkompositionen im Sinn, sondern laden ihre Lieblings-Singersongwriterinnen ein, um deren Songs neu zu kolorieren und zu arrangieren. Besonders erfolgreich ist ihnen dies mit der in England lebenden isländischen Sängerin Emiliana Torrini gelungen.

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