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CD-Tipp

Neko Case: Hell-On
CD-Tipp
07.08.2018 Peter Füssl

Auf dem Cover ist Neko Case mit einer äußerst eigenartigen, aus Zigaretten bestehenden Perücke abgebildet, aus ihrer Schulter lodern von dunklem Rauch umfangene Flammen empor. Ein ironischer Hinweis auf die Tatsache, dass ihr Farmhaus in Vermont just in jenem Moment niederbrannte, als sie in Stockholm mit ihrem Ko-Produzenten Björn Yttling den Song „Bad Luck“ aufnahm. Case meinte aber auch in einem Interview, dass sie bei der Cover-Gestaltung mit der Graphikerin darüber feixte, dass die Zigarette das passend Symbol in einem imaginären Familienwappen für jene Unterschichtsfamilie wäre, aus der sie stamme.

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Emile Parisien Quintet: Sfumato live in Marciac
CD-Tipp
31.07.2018 Peter Füssl

Das 2016 erschienene Album “Sfumato” des wegweisenden französischen Sopransaxophonisten Emile Parisien wurde vielfach ausgezeichnet, von Presse und Publikum gleichermaßen begeistert aufgenommen und bescherte dem 35-jährigen Ausnahmemusiker und -komponisten 2017 einen vollen Kalender mit mehr als 150 Konzerten und Auftritten bei prominenten Festivals. Bei „Jazz in Marciac“ im Südwesten Frankreichs, wo einst der junge Emile in „Masterclasses“ sein Handwerk erlernte, wurde Parisien zum „Artist in Residence“ ernannt.

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Ryley Walker: Deafman Glance
CD-Tipp
24.07.2018 Peter Füssl

Der in Chicago lebende 28-jährige Singer-Songwriter und Gitarrist Ryley Walker festigt mit seinem vierten Album „Deafman Glance“ seinen Ruf als exzellenter Außenseiter, dessen musikalische Sozialisation irgendwo im Spannungsfeld zwischen Tim Buckley, Nick Drake, English Folk-Revival, Prog-Rock, Post-Rock, Anti-Folk, Psychedelic und Jazz liegt. Unaufgeregt zieht er verblüffende musikalische Ideen aus dem Zylinder wie der Zauberer die Kaninchen.

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Steve Tibbetts: Life Of
CD-Tipp
17.07.2018 Peter Füssl

Land und Meer und Pflanzen und das junge Licht, alles ebbt und wogt ruhig unter ihm, als ob es immer schon so gewesen wäre. Als er seine Augen zufrieden über das schweifen lässt, was er geschaffen hat, vernimmt er plötzlich etwas in sich, das man später einmal Töne und Harmonien nennen sollte, so gleich und so verschieden zugleich, alles in einem und eines in allem, so ruhig und wunderschön, als ob auch sie immer schon dagewesen wären. Da überkommt ihn eine große Traurigkeit, denn es gibt nichts und niemand, mit dem er teilen kann, was er in sich hört. Und obwohl er völlig erschöpft ist und eigentlich vorhatte, am nächsten Tag zu ruhen, beschließt er, noch einen sechsten Arbeitstag einzuschieben, um einen und eine zu schaffen, mit denen er die Erfahrung des Hörens teilen kann. ...

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Kamasi Washington: Heaven And Earth
CD-Tipp
10.07.2018 Peter Füssl

Knapp zweieinhalb Stunden dauert der musikalische Furor, den Kamasi Washington auf seinem neuen monumentalen Werk entfacht – sechzehn, im Schnitt neun Minuten lange Stücke auf zwei CDs oder vier LPs verteilt – und das in Zeiten, in denen viele angesagte Alben kaum vierzig Minuten dauern und die einzelnen Stücke oft auf knappe drei Minuten beschränkt sind. In seinem glänzenden, westafrikanischen Gewand, mit Bart und wild abstehenden Haaren wirkt der sanfte Hüne wie eine Mischung aus Science-Fiction-Spacetraveller und Messias – passend dazu scheint er auf dem Cover auch über das Wasser eines Sees zu wandeln. Jesus Kamasi Superstar?!

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Marcus Miller: Laid Black
CD-Tipp
03.07.2018 Peter Füssl

Welch ein Groove, welch eine Kraft und dennoch gleichzeitige Relaxtheit! Hatte Marcus Miller vor drei Jahren auf seinem mit zahlreichen Ethno-Einflüssen durchsetzten Album „Afrodeezia“ noch die Suche nach seinen persönlichen Wurzeln festgehalten, so kehrt er mit „Laid Black“ nun eindrucksvoll zu jenen musikalischen Gefilden zurück, die ihn als rechte Hand von Miles Davis und als begehrten Studiomusiker in den 1980-er Jahren berühmt gemacht haben: zu Jazz und Funk.

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Eels: The Deconstruction
CD-Tipp
27.06.2018 Peter Füssl

Eigentlich wollte Mark Oliver Everett, der sich gerne E nennt, vor ein paar Jahren den Bettel hinschmeißen – ausgepowert und ohne Visionen, wie es mit ihm und den Eels weitergehen sollte. Schließlich hatte er seit 1995 in elf Alben jedes noch so desaströse Kapitel seiner katastrophenreichen Biographie in oftmals exzellenten Songs aufbereitet und war so zu einer Art umjubeltem Schmerzensmann des Indie-Rock geworden. Nach einer vierjährigen Auszeit macht Everett aber nun mit „The Deconstruction“ doch das Dutzend an Alben voll und ringt seiner depressiven Weltsicht sogar ein bisschen Optimismus ab, wie der Titelsong schon deutlich macht: „The deconstruction has begun / time for me to fall apart (...) the reconstruction will begin / only when there’s nothing left“.

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Ceramic Dog: YRU Still Here?
CD-Tipp
19.06.2018 Peter Füssl

“I got a right to speak like an idiot/I got a right to bitch and moan/I got a right to be unhappy/I got a right to say ‘fuck you!’/I got a right to ignore everything you say, my feelings are political“ – das dritte Album von Ceramic Dog, dem Punk-Avantgarde-Jazz-Noise-Rock-Trio von Gitarrist Marc Ribot, Drummer Ches Smith und Bassist/Perkussionist Shahzad Ismaily startet mit einer wütend gebrüllten Attacke gegen die herrschenden Verhältnisse in den Vereinigten Staaten – ein roter Faden, der sich in unterschiedlicher Intensität und stilistischer Ausrichtung durch die elf Titel zieht. Der Song heißt „Personal Nancy“ und spielt auf die Sid Vicious-Lebensgefährtin Nancy Spungen an, eine der tragischen Ikonen der Punk-Bewegung.

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Lucas Niggli: Alchemia Garden
CD-Tipp
12.06.2018 Peter Füssl

Zu seinem 50. Geburtstag schenkt unser Schweizer Lieblingstrommler Lucas Niggli sich selber und uns einen fiktiven Abenteuerspaziergang durch seinen zauberhaften „Alchemia Garden“. In dessen Bauplan hat er seine reichhaltigen musikalischen Erfahrungen einfließen lassen – von seiner Kindheit in Kamerun, über sein Nahverhältnis zum Schweizer Schlagzeug-Poeten Pierre Favre, seine unterschiedlichsten Bandprojekte mit innovativen Köpfen der europäischen Jazz- und Improvisationsszene und mit Musikern unterschiedlichster Ethnien, bis hin zu seiner Beschäftigung mit Cage und Stockhausen.

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Ketil Bjørnstad/Anneli Drecker: A Suite Of Poems
CD-Tipp
05.06.2018 Peter Füssl

Es ist dieses eigenartige Gefühl, hier zu sein, aber auch schon wieder woanders, Ankunft, Anwesenheit und Abschied verschmelzen irgendwie unerklärlich ineinander, man fühlt sich mitten im Getriebe, aber trotzdem allein, Überlegungen zu den verborgenen Geschichten, wer hier früher schon einmal war, was hier wohl schon alles passierte, wie es jenseits der Zimmerwände wohl weitergehen mag – vage Vorstellungen, Tagträume, mehr oder weniger flüchtige Eindrücke, Existenzielles und Nebulöses, Erinnerungsfetzen, innere Konflikte, Hoffnungsschimmer. Von den üblichen Gesetzen von Zeit und Raum scheint der seinen introspektiven Gedanken nachhängende Vielreisende in seinem Hotelzimmer irgendwie abgekoppelt zu sein.

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David Helbock’s Random/Control: Tour d’Horizon
CD-Tipp
29.05.2018 Peter Füssl

Chick Corea, Joe Zawinul, Herbie Hancock, Keith Jarrett – es finden sich viele zu erwartende Namen unter den Pianisten/Komponisten, die für die musikalische Entwicklung von David Helbock bedeutsam waren und denen er nun mit seinem neuen Random/Control-Album eine ganz besondere Hommage widmet. Ungewohnterweise finden sich dieses Mal also ausschließlich Fremdkompositionen auf dem dritten gemeinsamen Album des Pianisten mit dem Blechbläser Johannes Bär und dem Holzbläser Andreas Broger, die in Sachen Kreativität, Einfallsreichtum und exzellenter Spieltechnik durchaus ebenbürtig sind und auch nach bald einem Jahrzehnt gemeinsamen Musizierens absolut frisch und unverbraucht klingen.

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Bettye LaVette: Things Have Changed
CD-Tipp
22.05.2018 Peter Füssl

Vielleicht waren es ja die unzähligen Ups and downs und die damit verbundenen emotionalen Achterbahnfahrten in der fünfeinhalb Jahrzehnte währenden Karriere der aus Detroit stammenden Soul-Diva, die der unverwechselbaren Stimme der heute 72-jährigen Bettye LaVette Ausdruckskraft, Intensität und Tiefe verliehen haben. Nach frühen 60-er-Jahre-Hits und Tourneen mit Otis Redding, Marvin Gaye oder James Brown blieb sie mit ihren Longplayern erfolglos, verschwand in der Versenkung und schaffte erst um das Jahr 2000 mit Hilfe eines französischen Fans und Labelbetreibers ein Comeback, das unter anderem in von Joe Henry oder Craig Street produzierten und grammy-nominierten Alben gipfelte.

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Sons Of Kemet: Your Queen Is A Reptile
CD-Tipp
15.05.2018 Peter Füssl

Der hypnotisch wirkende, aus unterschiedlichen Tribal-Grooves, Afrobeat-, Oriental- und zeitgenössischen Dub-Elementen geflochtene Trommelteppich der Sons of Kemet-Stammrhythmiker Tom Skinner & Seb Rochford, die in ihrer schweißtreibenden Arbeit von drei weiteren Drummern unterstützt werden, die erdig grundierenden Tuba-Linien von Theon Cross und die eingängigen Melodien des meist recht muskulös gespielten Tenorsaxophons von Bandleader Shabaka Hutchings fügen sich auch auf dem dritten Album der äußerst angesagten Londoner Band wieder zu jenem alle Generationen ansprechenden Mix zusammen, der gleichermaßen durchstrukturiert wie entspannt drauflosmusiziert wirkt.

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Terence Blanchard feat. The E-Colletive Live: Live
CD-Tipp
08.05.2018 Peter Füssl

Als ich 1982 im Rahmen eines grandiosen Auftritts von Art Blakey’s Jazz Messengers im Jazzclub Lustenau den damals blutjungen Terence Blanchard zum ersten Mal hörte, war bereits klar, dass dieser die Karriereleiter ziemlich senkrecht emporsteigen wird. Er war mit seinen 20 Jahren nicht nur ein exzellenter Techniker, sondern schien neben einer ordentlichen Prise seiner Heimatstadt New Orleans auch bereits die Musik der wesentlichen Trompeter von Gillespie über Hubbard bis Davis intus zu haben. Damals freilich noch nicht absehbar war Blanchards Entwicklung vom Neo-Traditionalisten zum experimentierfreudigen Neuerer, und noch weniger sein explizites politisches Engagement für die Black Community, das sicher auch durch seine Zusammenarbeit mit dem gesellschaftskritischen Filmregisseur Spike Lee befeuert wurde.

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Kristjan Randalu: Absence
CD-Tipp
30.04.2018 Peter Füssl

Eine Karriere als Klassik-Pianist war dem 1978 in Tallin geborenen Kristjan Randalu sozusagen schon in die Wiege gelegt, widmeten sich doch beide Elternteile dieser Profession. Mit 13 erlebte Randalu aber beim Hören von Chick Coreas „Inside Out“ sein jazzmäßiges Erweckungserlebnis, das entsprechende Know-how holte er sich später als Student bei John Taylor und Django Bates und als Stipendiat der Manhattan School of Music, wo er die New Yorker Impro-Szene inhalieren konnte.

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Goat Girl: Goat Girl
CD-Tipp
26.04.2018 Peter Füssl

Hinter den reichlich schrägen Kampfnamen Clottie Cream (Gesang), L.E.D. (Gitarre), Naima Jelly (Bass) und Rosy Bones (Drums, Piano) stecken vier gerade mal 20-jährige Südlondonerinnen, die sich mit ihrem beim renommierten Indie-Label Rough Trade erschienenen Debütalbum gerade zu neuen Lieblingen des Feuilletons mausern.

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Elina Duni: Partir
CD-Tipp
24.04.2018 Peter Füssl

Nach Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit in Quartettbesetzung an einer Soloproduktion zu arbeiten, sei wie der Rückzug in ein Kloster gewesen, erklärt Elina Duni: „Es ist eine wirklich metaphysische Erfahrung und man beginnt mehr über seine inneren Ressourcen herauszufinden.“ In der Tat erreicht die außergewöhnliche Vokalkunst der aus Tirana stammenden und in der Schweiz aufgewachsenen und lebenden 37-jährigen Sängerin auf ihrem ersten Soloalbum „Partir“ einen neuen Grad an Intimität und Intensität.

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Jack White: Boarding House Reach
CD-Tipp
18.04.2018 Peter Füssl

An Jack Whites drittem Solo-Album werden sich die Geister scheiden: Jene, die den sich den gängigen Popbusiness-Mechanismen entziehenden Rumpel-Blues-Retro-Rocker schätzen, den Jack White, der mit The White Stripes, The Raconteurs oder The Dead Weather auf höchst unterhaltsame Art die Zeit stehen ließ, werden sich entsetzt abwenden. Jene, die den nie um verrückte Ideen verlegenen, sich nicht um Stil- und Geschmacksfragen – wo hört Pathos auf und wo fängt Kitsch an? – scherenden, zwischen Schludrigkeit und ungehemmter Experimentierfreude schwankenden Musiker lieben, kommen hingegen voll auf ihre Kosten.

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Mathias Eick: Ravensburg
CD-Tipp
12.04.2018 Peter Füssl

Mit seinem vierten, im Osloer Rainbow Studio von ECM-Chef Manfred Eicher produzierten Album setzt der als Trompeter bekannte norwegische Multiinstrumentalist Mathias Eick seinen erstklassigen Output auf dem Münchner Label eindrucksvoll fort. Diente ihm für das vor drei Jahren erschienene „Midwest“ die Geschichte der runden Million Norweger, die im 19. und 20. Jahrhundert vorwiegend in den Mittleren Westen der USA ausgewandert waren als Inspirationsquelle, so ist es dieses Mal seine engere Familiengeschichte.

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Michael Wollny Trio: Oslo + Wartburg
CD-Tipp
10.04.2018 Peter Füssl

Der stets experimentierfreudige deutsche Pianist Michael Wollny nahm mit seinem Langzeitweggefährten Eric Schaefer an den Drums und dem 2015 anlässlich des Albums „Nachtfahrten“ neu ins Trio eingestiegenen Schweizer Kontrabassisten Christian Weber innerhalb von nur einer Woche im September letzten Jahres die 24 Tracks für die beiden nun gleichzeitig veröffentlichten Alben auf.

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