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Collection for Letzte Kritiken

ACHTUNG: Weiterhin ausharren!
Nur sehr kleine Lichtblicke gibt es derzeit für Kulturschaffende und Kulturinteressierte, nämlich im Bereich der bildenden Kunst: Die österreichische Regierung hat für 8. Februar eine Öffnung der Ausstellungen in Aussicht gestellt. Alles andere - Konzerte, Film- und Theatervorführungen, Lesungen etc. - kann frühestens ab März stattfinden. In der Schweiz und Liechtenstein haben bis dahin sämtliche Kulturhäuser geschlossen, also auch die Ausstellungen, in Deutschland gilt die Lockdown-Verlängerung (erstmal) bis 14. Februar.
Ein überdrehtes Zeitalter - ein Essay, nicht nur für Freunde der Klaviermusik, von Hans-Udo Kreuels
Als Älterer, der „andere“ Zeiten kennen gelernt hat, wage ich einen Befund als meinen persönlichen Gesamteindruck der letzten zwei Jahrzehnte. Der heutige gesellschaftliche Trend scheint uns zu suggerieren: „Wir können nicht zurück! Wir müssen voran! Wir sind getrieben, der Wachstumsfortschritt ist in Gefahr. Denn ohne Wachstumsfortschritt sind wir zurückgestuft, verletzlich und als Konsumenten anfällig für allseits spürbare geistige Stagnation. Wir fühlen uns von allen Seiten bedroht, von Migration, vom Klima, vom Virus, von Verrohung, von Bevormundung und machtpolitischer Ignoranz. Wir müssen wachsam sein, Bedenken abschütteln und uns hinter kategorischem Mainstream-Denken gut verschanzen. Da unser Selbst bedroht ist, müssen wir unsere Vorteile ohne Skrupel ausbauen. Nur, so glauben wir, können wir die inneren Anfeindungen durch schleichende bis offenkundige Sinnentleerung verdrängen und die schwindende Kraft unseres Egos vor uns selber retten.“
KULTUR-Jobbörse für offene Stellen im Kulturbereich rund um den Bodensee
Sie bietet allen kulturinteressierten Jobsuchenden einen Überblick über Stellenangebote in Vorarlberg, Liechtenstein, Süddeutschland und der Ostschweiz und hilft allen Kulturinstitutionen in dieser Region, engagierte Mitarbeiter*innen zu finden.
Tipps für Online-Veranstaltungen
Vortrag/Diskussion zum Thema "Politische Kommunikation und Krisenmanagement" // Konzert mit Philipp Lingg & Band // Online-Meeting zum Thema "Digitale Kulturvermittlung und Schule"
Streaming-Tipps rund um den Holocaust-Gedenktag
Zwei Online-Vorträge nehmen Ende Jänner die NS-Vergangenheit Vorarlbergs ins Visier: In der Online-Vortragsreihe von _erinnern.at_ spricht Werner Bundschuh am 19.1. über ukrainische ZwangsarbeiterInnen in Vorarlberg, und am 27.1., dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, widmet sich Horst Schreiber dem Thema „Schule im NS-Gau Tirol-Vorarlberg“.
Theaterbegeisterte Familien gesucht!
Das Vorarlberger Landestheater ist auf der Suche nach zwei Familien, die sich fürs Theater interessieren und „schon immer“ Teil einer Inszenierung sein wollten. Konkret sollten es Familien über drei Generationen sein, die entweder nur aus Frauen oder nur aus Männer bestehen, also Großmutter, Mutter und Tochter oder Großvater, Vater und Sohn. Das jüngste Familienmitglied sollte mindestens drei Jahre alt sein. Die Familien werden Teil der Theaterproduktion „Ihr seid bereits eingeschifft“ (ab 14 J., Inszenierung: Silvia Costa), die am 4.6.2021 uraufgeführt werden soll. Theatererfahrung ist nicht notwendig!
Braune Spuren unter der weißen Pracht - die „Edition Skispuren“ widmet sich zwei NS-Skistars vom Arlberg
Es hätte eine nette kleine Veranstaltung werden sollen: Am Montag, 16. März 2020, luden die „Friends of Hannes Schneider“ nach St. Anton am Arlberg in „Pepis Skihotel“ ein, um die neueste Ausgabe ihrer „Edition Skispuren“ zu präsentieren. Sie ist zwei Skirennläufern vom Arlberg gewidmet, die zu Lebzeiten nicht nur sportlich von sich reden machten, sondern auch als Aushängeschilder der nationalsozialistischen Propaganda: Willi Walch aus Stuben und Pepi Jennewein aus St. Anton, der Großonkel des heutigen Hotelbesitzers. Aus der netten kleinen Veranstaltung wurde leider nichts, denn drei Tage zuvor war St. Anton in einer später viel kritisierten Hau-Ruck-Aktion unter Quarantäne gestellt worden. Dabei ist es durchaus bemerkenswert, dass sich die Nachkommen von Pepi Jennewein ganz offensichtlich mit der Geschichte ihres Vorfahren beschäftigen und nicht, wie viele andere, sie einfach verdrängen.
Kurzfilme für die ALPINALE gesucht!
Noch bis 15. Februar 2021 können Kurzfilme für das ALPINALE Kurzfilmfestival (10. bis 14. August 2021) eingereicht werden. Neben internationalen Produktionen gibt es die Möglichkeit Kurzfilme mit Vorarlbergbezug, die nicht länger als 30 Minuten sind, in der Kategorie „v-shorts“ einzureichen. Der beste Beitrag wird mit der „v-shorts“-Filmklappe und einem Preisgeld von 500 Euro ausgezeichnet.
Poolbar Generator: Kunst-, Design- und Architektur-Talente gesucht
Jedes Jahr wird das Design des Poolbar Festivals von jungen Gestalter*innen neu entwickelt, und zwar im Poolbar Generator, der bisher im Februar gestartet ist. Aufgrund der Ungewissheit bezüglich Corona-Maßnahmen wurden die Labor-Termine für 2021 etwas später angesetzt (ab Ende März), neu ist auch die Location in Bregenz (Villa Schwerzenbach). Interessierte können sich noch bis 14. Februar bewerben.
Alois Galehr holt das „Eismeer“ an den Rhein
Im Kunst- und Kulturbetrieb herrscht derzeit aufgrund des Shutdowns erneut tote Hose. Im ganzen Land mussten die Kulturbetriebe die Rollbalken wieder herunterlassen. Dennoch gibt es im Bereich der bildenden Kunst einige wenige Lichtblicke in Form von Schauräumen, die von außen her einsehbar sind. Einer davon befindet sich in Koblach. Es handelt sich dabei um das alte Zollhäuschen, dass seit kurzem die Künstlervereinigung KunstVorarlberg als zweiten Ausstellungsraum neben der Feldkircher Villa Claudia adaptiert hat. Derzeit sind dort unter dem Titel „Odyssee der Lichtsteine“ installative Werke des in Vandans lebenden und arbeitenden Künstlers Alois Galehr zu sehen.
The Nels Cline Singers: Share The Wealth
Zwei fatalen Irrtümern darf man keineswegs aufsitzen: Nels Cline ist zwar seit 2004 Gitarrist bei Wilco, aber diese Musik hat überhaupt keinen Bezug zu den Alternative Country/Indie-Rock-Klängen der smarten Band aus Chicago, und zweitens: Trotz der Band-Bezeichnung „Singers“ handelt es sich um ein reines Instrumental-Album. Und was für eines! Allerdings absolut nichts für schwache Nerven oder Menschen, die sich nicht vorbehaltlos in ein musikalisches Abenteuer weit jenseits üblicher Hörgewohnheiten fallen lassen können.
Freiheit der Kunst zu Weihnachten: „leider zu heikel“ – der Vorarlberger Kulturpreisträger 2020 Amos Postner durfte seine Kurzgeschichte „Kaffeehaussuche“ im Rahmen der Weihnachtsfeier des Landes Vorarlberg nicht vortragen
Wenn der Betreff eines Mails „Freiheit der Kunst zu Weihnachten: ‚leider zu heikel‘“ lautet, wird man natürlich hellhörig. So übertitelte Amos Postner, der erst kürzlich mit dem Vorarlberger Kulturpreis 2020 in der Kategorie Hörspiel ausgezeichnet wurde, seine Anfrage an uns, ob wir jenen Text veröffentlichten wollen, der von der Kommunikationsberatung des Landes Vorarlberg als „zu heikel“ für die online abgehaltene Weihnachtsfeier des Landes Vorarlberg abgelehnt worden war. Natürlich wollen wir, zumal wir uns angesichts der Lektüre schon wundern, was alles nicht möglich ist, bzw. was man sich auch von einem frischgebackenen Kulturpreisträger nicht anhören möchte. Im Folgenden nun die Kurzgeschichte „Kaffeehaussuche“ und der die Rahmenbedingungen erhellende Begleittext dazu von Amos Postner.
Frank Woeste: Pocket Rhapsody II
Obwohl Frank Woeste vor vier Jahren mit seinem ACT-Debüt „Pocket Rhapsody“ ein exzellentes Album vorgelegt hat, kennt man den aus Hannover stammenden und seit mehr als 20 Jahren in Paris lebenden Pianisten international am ehesten noch als Tastenmann in der Band des Trompeters Ibrahim Maalouf. Vermutlich ändert sich das nun mit „Pocket Rhapsody II“, denn Woeste erweist sich einmal mehr als ausgesprochen kreativer Komponist, dessen songartigen Stücke durch starke Melodien, harmonische Raffinesse und treibende, oftmals fast hypnotisch wirkende Rhythmen geprägt sind. Manches erinnert nicht zufällig an Maalouf, weil Woeste dessen Leibarrangeur ist.
Streaming-Tipps für die Weihnachtswoche
Genießen Sie weiterhin Kunst und Kultur!
Die Welt in unterschiedlichen Abstraktionsgraden – Marbod Fritsch, Martin Frommelt und Gertrud Kohli im Küefer-Martis-Huus
Im Küefer-Martis-Huus in Ruggel (FL) läuft derzeit die vorletzte Etappe der Ausstellungsreihe „Stand der Dinge“ zum Kulturschaffen im Fürstentum Liechtenstein und der grenzüberschreitenden Region. Zu sehen sind Werke von Marbod Fritsch, Martin Frommelt und Gertrud Kohli. Von 20.12. bis 10.1. wird das Fürstentum zwar aufgrund der Corona-Krise in eine Art Winterruhe versetzt, während der auch die Kulturhäuser geschlossen sind. Danach geht es aber wieder mit dem vollen Programm weiter.
Zweite Auflage von „stream in – Kunst hilft Kunst“: Weiterhin online und freitags im Radio
Kaum war der erste Lockdown ausgesprochen, initiierten Armin und Bernie Weber mit Heidi Salmhofer eine Plattform, die Vorarlberger Künstler*innen unkompliziert und unbürokratisch eine finanzielle Hilfe und coronasichere Bühne bot: „stream in – Kunst hilft Kunst“ präsentierte bereits am 30. März 2020 das erste Konzert (Bernie Weber & Walter Schuler), das live in der „theatergarage“ des theatermobils in Sulz gespielt und per Streaming worldwide gehört und gesehen werden konnte. Bis zum Sommer wurde quer durch die Kunstsparten jeweils am Montag und Donnerstag gestreamt, über 100 Künstler*innen standen auf der Bühne und die eingegangen Spenden wurden rasch und völlig unbürokratisch ausbezahlt. Im November ist dann eingetreten, was niemand gehofft hatte: Der zweite Lockdown legte das Kulturleben erneut lahm. Das Team von „Kunst hilft Kunst“ reagierte gleich und erweiterte die Spendenmöglichkeit mit „Buy a band“, bei der man im Gegenzug für die Spende eine von Helmut King gestaltete Postkarte im A-5-Format erhält. Seit 10. Dezember wird wieder gestreamt (jeden Donnerstag) und ab 17. Dezember hat die Initiative bis Mitte Februar einen fixen Sendeplatz bei Radio Vorarlberg. Jeden Freitag werden dort von 20 bis 21 Uhr heimische Künstler*innen vorgestellt. Bernie Weber hat uns einige Fragen zu „stream in – Kunst hilft Kunst“ beantwortet:
Ein Altar als Inspirationsquelle – Ausschreibung des internationalen Kompositionswettbewerbs „Annenaltar“
Vor 500 Jahren bestellte die Annenbruderschaft in Feldkirch einen Altar für die Feldkircher Stadtpfarrkirche. Kurz zuvor war der neue Chorraum nach einem Brand neu errichtet worden. Der gebürtige Feldkircher Künstler Wolf Huber fertigte einen fünfteiligen Flügelaltar, der nun zu den wertvollsten Kunstschätzen Vorarlbergs zählt. Das Jubiläum nutzen der Stadbibliothekar Hans Gruber sowie die Rheticus Gesellschaft für eine Ausstellung und eine wissenschaftliche Publikation. Um das Kunstwerk auch in der Gegenwart zu verorten, wird ein Kompositionswettbewerb ausgeschrieben. Musikschaffende sind eingeladen, ein Werk für Chor und kleines Ensemble zu komponieren.
Ólafur Arnalds: Some Kind 0f Peace
Wenn der Ausdruck „Seelenmusik” jemals angebracht war, dann hier! Nach dem technologisch-experimentellen, unter anderem mit einem ganzen Arsenal an elektronischen Instrumenten, inklusive selbstspielender Stratus-Klaviere realisierten 2018-er Album „Re:member“ und einer Welttournee mit 140 Konzerten, hat Ólafur Arnalds mit „Some Kind of Peace“ sich und uns nun einen Ruhepol, einen Ort der Erholung und Kontemplation geschaffen. Es sei sein persönlichstes, von autobiographischen Erlebnissen inspiriertes Album, erklärt der 34-jährige Isländer, dessen zwischen Neo-Klassik, Pop, Rock und Elektronik pendelnde Kompositionen jenseits allen Kitsches einen universal wirksamen Wohlklang verströmen.
Der Inhalt ist nichts ohne die Form - „Von Hand. Schriftzüge durch Liechtenstein“
Der Liechtensteiner Schriftsteller und Publizist Jens Dittmar arbeitet derzeit an einem neuen Roman, seinem sechsten. Nebenbei hat er eben mal schnell eine Anthologie vorgelegt. „Von Hand. Schriftzüge durch Liechtenstein“ vereint handgeschriebene Beiträge von 29 Liechtensteiner Autorinnen und Autoren.
Ehren- und Förderpreise für Kunst – dieses Jahr ganz im Zeichen der Literatur
Am Montag, den 14. Dezember wurden die bisher als „Ehren- und Fördergaben für Kunst“ bekannte, heuer in „-preise“ umbenannte Auszeichnungen des Landes Vorarlberg verliehen. Die mit je 5.000 Euro dotierten Ehrenpreise für Kunst gingen an Arno Geiger und Norbert Mayer, über die Förderpreise zu je 2.500 Euro freuten sich Linda Achberger und Muhammet Ali Baş. Da Veranstaltungen derzeit nicht stattfinden dürfen, konnte das interessierte Publikum die Überreichung der Ehren- und Förderpreise nur per Livestream verfolgen.
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