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Kritiken

Mit großer poetischer Ausstrahlung – Jubel für Fatma Said, Sabine Meyer, Nils Mönkemeyer und William Youn bei der Schubertiade Hohenems
Kurz vor der Verleihung des "Opus Klassik als Nachwuchskünstlerin des Jahres 2021" gastierte die Sopranistin Fatma Said bei der Schubertiade Hohenems. Sie zog die Zuhörenden mit Liedern von Louis Spohr und Franz Schubert in ihren Bann. Unter anderem zelebrierten Fatma Said und die Klarinettin Sabine Meyer mit William Youn am Klaver den "Hirt auf dem Felsen". (Foto: Schubertiade)
Musik / Konzert
04.10.2021 Silvia Thurner

Die Sopranistin Fatma Said hat mit ihrer glockenklar fließenden Stimme und ihren ausdrucksstarken Lieddeutungen bei vorangegangenen Konzerten im Rahmen der Schubertiade Hohenems niemanden unberührt gelassen. Deshalb wurde ihr Auftritt in der laufenden Saison mit Spannung erwartet. Zusammen mit der Klarinettistin Sabine Meyer, dem Bratschisten Nils Mönkemeyer und dem Pianisten William Youn wurde eine vielseitige Werkauswahl geboten, unter anderem Raritäten von Louis Spohr und Carl Reinecke. Während im einen Abschnitt vor allem im Hinblick auf die Klangbalance Wünsche offen blieben, begeisterte die andere Konzerthälfte mit Schubertliedern und einem Variationssatz von Mozart voll und ganz.

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Husten im Konzert
Lautes und andauerndes Husten störte beim Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg unter der Leitung von Kirill Petrenko.
Musik / Konzert
04.10.2021 Bettina Barnay

Achtung jetzt kommt ein Wutzappel, oder – etwas erwachsener ausgedrückt – ich ärgere mich. Ich ärgere mich schon lange über das Husten im Konzert, aber jetzt muss es raus. Konkreter Anlass ist das Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg unter der Leitung von Kirill Petrenko am 2. Oktober im Bregenzer Festspielhaus. Was heißt Konzert: ein Ereignis war das, eine dieser musikalischen und emotionalen Sternstunden, die man im Leben nie vergisst. Ein makelloser Abend wäre es geworden, wenn da nicht die Konzerthuster:innen gewesen wären.

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The great Gig in historisch informierter Rockpraxis
The Weight beschworen am Samstagabend im Conrad Sohm den „Hammer of the Gods“
Musik / Konzert
04.10.2021 Andreas Feuerstein

The Weight rockten am Samstagabend im Conrad Sohm die Bühne – und nur die Bühne: Die schweißtreibende Performance des exzellent spielenden Quartetts stieß leider auf nur wenig Resonanz: Das Publikum fehlte einfach.

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Den Abschied mit allen Fasern ausgedeutet – das Symphonieorchester Vorarlberg und Kirill Petrenko interpretierten Mahlers Neunte
Kirill Petrenko hielt sein Versprechen und vollendete gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern des Symphonieorchesters Vorarlberg den Mahlerzyklus "9x9", der in die Kulturgeschichte des Landes eingehen wird. Frenetisch applaudierten die Zuhörenden und dankten herzlich.
Musik / Konzert
04.10.2021 Silvia Thurner

Seit dreizehn Jahren erregen die Aufführungen aller neun Symphonien von Gustav Mahler mit dem Symphonieorchester Vorarlberg und Kirill Petrenko am Pult höchstes Aufsehen und ernten Bewunderung. Zum Abschluss des Mahlerzyklus „9x9“ füllte sich das Bregenzer Festspielhaus bis auf den allerletzten Platz. Eine große Spannung lag in der Luft, denn wohl die meisten waren sich bewusst, dass hier ein ganz besonderes Ereignis über die Bühne gehen wird. Mahlers Neunte stellt einen in die Zukunft weisenden musikalischen Monolithen dar, eine Dekomposition musikalisch-thematischer Wesensmerkmale einer Symphonie. Die Musikerinnen und Musiker gaben alles, sie spielten spontan und geistesgegenwärtig und stellten eine Werkdeutung in den Raum, die gut und gerne mit Superlativen beschrieben werden kann.

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What a Happy Fxxxing Concert! - 5K HD begeistern auch "unplugged" das zahlreich erschienene Spielboden-Publikum
Spielen mit dem neuen Programm vermehrt auch in Jazzclubs - 5K HD mit Martin Eberle, Andreas Lettner, Manu Mayr, MiraLu Kovacs und Benny Omerzell (alle Fotos © Stefan Hauer)
Musik / Konzert
03.10.2021 Peter Füssl

2017 haben sich im Umfeld der Jazzwerkstatt Wien das Jazz-Quartett Kompost 3 und die Sängerin Mira Lu Kovacs zur Formation 5K HD zusammengeschlossen, um mit ihrem mit zahlreichen Jazz- und noch mehr Elektronik-Elementen angereicherten Avantgarde-Pop alle Genregrenzen überspringend große Erfolge zu feiern und Preise einzuheimsen. Die Lockdowns, Reiseerschwernisse und geschlossenen Clubs und Konzertsäle im Jahr 2020 bedeuteten selbstverständlich auch für diese kreativen Köpfe nicht nur zahlreiche Konzertabsagen, sondern endlich auch wieder einmal genügend Zeit, sich losgelöst vom üblichen Tour-Stress neue Konzepte zu überlegen. Schnell reifte der Plan, die exzellenten Kompositionen unter dem Titel „Creation eats Creator“ unter Verzicht auf jegliche elektronischen Effekte nun auch akustisch einzuspielen. Dass dieses Experiment bei einem breiten Publikum – von den FM4-Hörer:innen bis zu den Jazz-Feinspitzen – auf großes Interesse stößt und letztlich begeisterte Beifallsstürme auslöst, stellte das Konzert am Dornbirner Spielboden eindrucksvoll unter Beweis.

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Alois Hotschnig: „Der Silberfuchs meiner Mutter“
Literatur
01.10.2021 Annette Raschner

Wie es war und wie es hätte sein können Die einen mögen es Zufall, die anderen mögen es Magie nennen. Im Dezember 2016 sah Alois Hotschnig im Fernsehen eine Sendung über ehemalige „Lebensborn“-Kinder. Der aus Kärnten stammende Schriftsteller hatte sich bereits in der Vergangenheit intensiv mit dem 1935 von Heinrich Himmler gegründeten Verein auseinandergesetzt, der bis Kriegsende unzählige schwangere Frauen, die von Soldaten der Wehrmacht und von Mitgliedern der SS ein Kind erwarteten, aus den besetzten Gebieten ins Deutsche Reich holte, um ihrer „arischen“ Kinder habhaft zu werden. Von der Lebensgeschichte eines Mannes, der 1942 durch „Lebensborn“ im Bauch seiner norwegischen Mutter von Kirkenes nach Vorarlberg kam, um wenige Monate später in Hohenems zur Welt zu kommen, war Hotschnig derart berührt, dass er diesem einen Brief, versehen mit der Frage schrieb, ob er sich vorstellen könne, die Hauptfigur in seinem nächsten Buch zu werden. Fünf Jahre nach der ersten Kontaktaufnahme ist nun im Verlag Kiepenheuer & Witsch der Roman „Der Silberfuchs meiner Mutter“ erschienen.

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„Der Zug ist abgefahren oder Der Tag an dem das Universum Selbstmord beging“ – Besuch der Generalprobe in Feldkirch
Im Hintergrund die Musiker: Juan Carlos Diaz und Raphael Brunner, vorne die Schauspieler Hanno Dreher und Sascha Jähnert (Fotos: Peter Niedermair).
Theater
30.09.2021 Peter Niedermair

Die gestrige Generalprobe für die Premiere des Stücks nach einer Idee der in Hohenems lebenden Regisseurin Heidi Salmhofer lässt für heute, 30. September, im Alten Feldkircher Hallenbad auf ein kurzweiliges, etwas mehr als einstündiges Theatererlebnis hoffen. Die Bühne dieses früheren Schwimmbeckens an sich ist ein multipel inszenierbarer Ort, der nicht nur im wörtlichen Sinne zum wasserlosen Eintauchen animiert, sondern auch geeignet ist, alle möglichen verrückten Ideen zu ventilieren. In diesem ersten vollen Theaterstück von Heidi Salmhofer, die vielfach bereits als Literaturjournalistin aufgetreten ist, geht es um einen jungen Mann, der mit seinem Leben unzufrieden ist. Er sitzt in einem Zug und begibt sich auf eine Reise, deren Ziel er nicht kennt. „Ich habe ein Ticket gekauft. Ich möchte dieses Ticket auch gerne herzeigen. Ich möchte, dass man sieht, dass ich ein ehrlicher und gewissenhafter Mensch bin. Was macht es für einen Sinn, eine Fahrkarte zu lösen, wenn NIEMAND kommt und es auch wahrnimmt.“

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Keine Zeit zu sterben
Daniel Craig als 007: Noch einmal aus der Pension auf Jamaica geholt, höchstpersönlich durch die vorübergehende 007-Agentin Nomi (Lashana Lynch)
Film / Kino
30.09.2021 Gunnar Landsgesell

Fünf Jahre nahm sich das Produktionsteam nach "Spectre" Zeit für die 25. Ausgabe des milliardenschweren James-Bond-Franchise. Die politischen Maßnahmen gegen die Covid-Pandemie verzögerten den Start dann noch beträchtlich. "Keine Zeit zu sterben" setzt "Spectre" fort und ist der erklärt letzte Bond mit Daniel Craig, dementsprechend gruppiert sich das Drehbuch wohl auch etwas stärker um dessen Figur - und Liebschaft Madeleine (Léa Seydoux). Aufzuklären gilt es, wer hinter den Plänen der Terrorgruppe Spectre steht, Christoph Waltz erhält dafür noch einmal einen pointierten Kurzauftritt. Die epische Breite von 160 Minuten bietet neben der zu erwartenden Aktion mehr Melancholie als Ironie.

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Aktuell in den Filmclubs (1.10. - 7.10. 2021)
Doch das Böse gibt es nicht - There Is No Evil
Film / Kino
30.09.2021 Walter Gasperi

An mehreren Spielstätten läuft diese und in den kommenden Wochen Mohammad Rasoulofs bei der Berlinale 2020 mit dem Goldenen Bären ausgezeichneter Episodenfilm "There Is No Evil – Doch das Böse gibt es nicht", in dem bohrend moralische Fragen verhandelt werden. Im Feldkircher Kino Rio wird im Rahmen des "Seniorenkinos" Mike Leighs meisterhafter Künstlerfilm "Mr. Turner – Meister des Lichts" gezeigt.

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Fake News und Feminismus
Literatur
30.09.2021 Ingrid Bertel

Im Jahr 1848 zeigten die Titelseiten amerikanischer Zeitungen immer wieder drei Mädchen: Kate (11), Maggie (14) und Leah (35) Fox. Sie galten als Erfinderinnen des Spiritismus und erzeugten eine weltweite Modewelle. In seinem Roman „Klopfzeichen“ stellt Bastian Kresser die Fox-Schwestern in ein Gesellschaftspanorama des viktorianischen Zeitalters und fragt nach ihren feministischen Ansprüchen.

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