Benutzerspezifische Werkzeuge

Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Kritiken

Film «Entdeckung einer Landschaft»: Der Boden vermehrt sich nicht
Verkehrsinsel als letzte natürliche Bastionen
Film / Kino
05.03.2020 Anita Grüneis

Mit «Entdeckung einer Landschaft» haben Daniel Schierscher und Michael Fasel den richtigen Film zur richtigen Zeit produziert. Sie setzen sich darin mit Liechtenstein als Ganzes auseinander, erzählen von der geologischen Vergangenheit, in der das Land zu dem wurde, was es heute ist, beleuchten kritisch die Gegenwart und heben den Warnfinger für die Zukunft. Eines wird beim Betrachten des 76-minütigen Films mehr als deutlich: Die Wirtschaft setzt auf Wachstum, aber der Boden vermehrt sich nicht. Und mit dem Boden sind Pflanzen- und Tierwelt und damit auch die Menschen mehr als engmaschig verknüpft.

zum Artikel >
Oded Tzur: Here Be Dragons
CD-Tipp
05.03.2020 Peter Füssl

Diese unglaubliche Zartheit und Tiefe von der ersten Sekunde weg nimmt einen total gefangen! Mit einer wohltuenden Unaufgeregtheit lädt der in Tel Aviv aufgewachsene und in New York lebende Oded Tzur zu einer unglaublich spannenden musikalischen Entdeckungsreise ein. Diese führt allerdings nicht zu gigantischen Seeschlangen, Monstern und Drachen, wie der auf den lateinischen Spruch „Hic sunt dracones“ zurückgehende Albumtitel vielleicht nahelegt. Denn das bezeichnete auf frühen Weltkarten unerforschte und somit risikobehaftete Gegenden. In unserer unruhigen, schnelllebigen, übertrieben geschäftigen und reizüberfluteten Zeit kann das eigentlich Sensationelle vielmehr auch im genauen Gegenteil all dessen liegen.

zum Artikel >
Claudia Larcher erhält den Professor-Hilde-Goldschmidt-Preis
Arbeit von Claudia Larcher aus der Serie "Urban Landscapes - Ornament is Crime", 2018, Fotografie
Ausstellung
04.03.2020 Karlheinz Pichler

Der mit 7.500 Euro dotierte Professor-Hilde-Goldschmidt-Preis 2019 geht an die 1979 in Bregenz geborene Künstlerin Claudia Larcher. Überreicht wird die Auszeichnung im Rahmen der Hilde-Goldschmidt-Ausstellung im Museum Kitzbühel - Sammlung Alfons Walde im Juni 2020, begleitet von einer Werkpräsentation Larchers. Die Laudatio hält Martin Hochleitner, Direktor des Salzburg Museums.

zum Artikel >
Destroyer: Have We Met
CD-Tipp
03.03.2020 Peter Füssl

Mit dem je nach Zählweise 12. oder 13. Studioalbum taucht der unberechenbare, spanischstämmige Kanadier Dan Bejar gemeinsam mit Gitarrist Nicolas Bragg und dem für Bass, Synthies und Drum-Programming zuständigen John Collins wieder tief in die Destroyer-Welt ab, die sich seit 1996 im Indie-Rock-Pop-Genre immer wieder neu erfunden oder zumindest um überraschende Komponenten erweitert hat.

zum Artikel >
Trotz des Scheiterns die Hoffnung beim Schopf packen – Monteverdis „L’Orfeo“ bei den Montforter Zwischentönen war ein eindrückliches Erlebnis
Das Concerto Stella Matutina unter der Leitung von Thomas Platzgummer sowie Tanja Vogrin, Julia Böhme, Jabok Pilgram, Roman Melish und Jaromir Nosek boten eine eindrückliche Werkdeutung. (Fotos: Matthias Rhomberg)
Musik / Konzert
02.03.2020 Silvia Thurner

Auszüge aus der Oper „L’Orfeo" von Claudio Monteverdi bildeten den Abschluss der Montforter Zwischentöne, die unter dem Leitgedanken „(ver)lieren“ standen. Hervorragend und vielschichtig deuteten das Concerto Stella Matutina mit den Solistinnen und Solisten Jakob Pilgram (Orpheus), Tanja Vogrin (Eurydike und Harfe) die Quintessenzen des Werkes. Bereichert wurde die musikalische Darbietung mit Reflexionen des Theologen und Soziologen Reimer Gronemeyer, der die Tragödie von „Orpheus und Eurydike“ in die Gegenwart transferierte.

zum Artikel >
„We are a very dramatic band“ - Lola Marsh begeisterten am ausverkauften Spielboden
Lola Marsh begeisterten am ausverkauften Spielboden mit ihrer gekonnten Mischung aus Dream-Pop, Indie-Folk und Retro-Charme (alle Fotos: Stefan Hauer)
Musik / Konzert
29.02.2020 Peter Füssl

Dass der Dornbirner Spielboden ausverkauft ist und schon eine Stunde vor Konzertbeginn Leute vor der Kassa anstehen, um vielleicht doch noch eine der nicht abgeholten Karten ergattern zu können, das kommt nicht allzu oft vor. Israels derzeit erfolgreichster Pop-Export Lola Marsh, kann nach zwei Alben auf stolze 40 Millionen Streams verweisen und verfügt also auch hierzulande über eine beachtliche Fanbase – immerhin war ihr letzter Hit „Hold On“ heuer auch wochenlang im Spitzenfeld der FM4-Charts platziert. Die Erwartungen waren also einigermaßen hochgesteckt und wurden mit einem fulminanten Auftritt der sympathischen Band voll erfüllt.

zum Artikel >
Wenn sich Ideen durch Form und Farbe visuell konkretisieren
Rolf Schneebeli: Schwarz-Schwarz 29A, Acryl auf Holz u. Glasfaser (Fotos: Karlheinz Pichler)
Ausstellung
29.02.2020 Karlheinz Pichler

Die "Konkrete Kunst" konnte zu keiner Zeit für sich reklamieren, die wichtigste Kunstströmung zu sein, denn Kunst, die aus dem Intellekt kommt, hatte es immer schwerer als diejenige aus dem Bauch. Auf der anderen Seite ist sie jedoch die einzige Stilrichtung, die seit nunmehr weit über hundert Jahren permanent präsent ist. Unter dem Titel "ganz konkret" gibt das QuadrART Dornbirn anhand zwölf internationaler Positionen Einblick in das aktuelle Schaffen dieser Kunstströmung.

zum Artikel >
Serdar Somuncu im TAK: Meine Wut hat sich potenziert
Serdar Somuncu mit seinem Programm "GröhaZ"
Kleinkunst / Kabarett
28.02.2020 Anita Grüneis

Er ist klug, witzig und tiefsinnig, er ist aber auch laut, vulgär und platt – diese Ambivalenz prägte das Programm «GröhaZ», Größter Hassias aller Zeiten, mit dem Serdar Somuncu im TAK gastierte. Ab März wird er damit in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Tour sein und sein 33-jähriges Bühnenjubiläum feiern.

zum Artikel >
Sorry We Missed You
Eindrücklich: Weiße Lieferwägen als Sinnbild für prekarisierte Arbeitsverhältnisse.
Film / Kino
28.02.2020 Gunnar Landsgesell

Altmeister Ken Loach stößt ins Zentrum neoliberaler Arbeits- und Lebenswelten vor. Eine Familie zerfällt unter dem ökonomischen Druck, während der Vater als letzte Option zum Botenfahrer und Franchise-Unternehmer wird. Harter Stoff, von Loach wie gewohnt am Punkt erzählt.

zum Artikel >
Gewissheit beerdigen und Wissen durch Kunst wecken – Die Philosophin Alice Lagaay besprach Komplexes und setzte Lichtpunkte
Der von Christina Schlüter, Helmut Dietrich und Hugo Dworzak geschaffene Bühnenraum bot eine ideale Atmsophäre für die Beerdigung der Gewissheiten. Alice Laagay hielt die Trauerrede. (Fotos: Victor Marin)
Musik / Konzert
27.02.2020 Silvia Thurner

Im Rahmen der Montforter Zwischentöne finden drei Begräbnisse statt, zu Grabe getragen werden die Gewissheit, die Muße und die Privatsphäre. Dazu kreierten die Baukünstlerin Christina Schlüter und die Architekten Helmut Dietrich und Hugo Dworzak einen an der Apsis der Kathedrale in Chartre angelehnten Bühnenraum mit einem nach hinten gezogenem Baugerüst, das an Notre-Dame denken ließ. Die in Hamburg tätige Philosophin Alice Lagaay hielt eine eindrucksvolle, aber auch sehr anspruchsvolle Trauerrede mit manchen Einsichten, die aufhorchen ließen. Zur sakralen Atmosphäre im Alten Hallenbad passte die Musik des Vienna Reed Quintet hervorragend.

zum Artikel >
Artikelaktionen
Newsletter
Erhalten Sie die neuesten Kritiken per E-Mail
(Required)