Vier liebenswerte Chaoten und eine Kommissarin Silvia Thurner · Mai 2026 · Kinder
„Die Schurken und Kommissarin Flunke“ überzeugt als gelungenes Familienstück schon über viele Jahre hinweg. Lustig und unterhaltsam vermittelt es das Wesen des Musizierens. Silvia Thurner hat sich vor vielen Jahren ein Bild davon gemacht. Lesen Sie hier, warum die Geschichte der vier Gauner Al Arrabiata, Mozzarella, Romero Calzone und Diavolo immer wieder alle zum Lachen bringt. Nur mit Hilfe der Kommissarin schaffen sie es, den fehlenden Atem wiederzufinden, ohne den ihr bevorstehendes Konzert nicht zustande kommen kann.
Der Trompeter Stefan Dünser verfolgt mit seinen Musikerkollegen Martin Schelling (Klarinette), Martin Deuring (Kontrabass) und Goran Kovacevic (Akkordeon) seit vielen Jahren einen erfolgreichen Weg der Musikvermittlung. Anhand raffiniert erzählter Geschichten und gespickt mit viel Humor erfahren die Zuhörenden viel vom Wesen der Musik und innermusikalischen Zusammenhängen. Dies geschieht ausschließlich mit musikalischen Mitteln und auf höchstem Niveau und verdient deshalb Bewunderung. Die Sache hat jedoch einen Haken: Alle Vier haben Dreck am Stecken und mehr oder weniger Angst vor Behörden und Kommissarinnen. Kürzlich ist beispielsweise Mozzarella der Kommissarin Flunke nur knapp entkommen, nachdem er einem Kind eine Melodie gestohlen hat. Deshalb wollen Mozzarella und auch der stets streitsüchtige Diavolo da nicht mitmachen. Doch die Kommissarin wird engagiert und sie hilft dem Quartett beim Lösen der musikalischen (Kriminal-)Fälle. Schnell wird festgestellt, dass der gemeinsame Atem fehlt, um wirklich miteinander musizieren zu können. Umgehend wird das Publikum damit beauftragt, auch den abhanden gekommenen Rhythmus zu finden, und alle machen begeistert mit. Doch weder Walzer noch Tango und Samba werden gesucht, sondern ein türkischer Karshlima. Den Zugang zum gefühlvollen Musizieren fanden die vier unter Anweisung der hübschen Kommissarin dann auch noch, und so entwickelte sich ihre Musik sehr lebendig und mit hinreißendem Humor.
Happy End und Begeisterung
Abschließend erhielt Mozzarella sogar noch die Gelegenheit, das Stehlen der Melodie rückgängig zu machen und die Welt war wieder in Ordnung. Musikvermittlung, die auf diese Art die Wesensmerkmale des Musizierens intuitiv erfahrbar macht, freut alle. Das war im Schwarzacher Hofsteigersaal eindringlich zu spüren. Die Kinder lauschten und machten eine Stunde konzentriert und begeistert mit. Sie sind allemal der beste Gradmesser.
Diese Kritik erschien bereits am 10.2.2010 auf www.kulturzeitschrift.at.
„Kommissarin Flunke und die Schurken“
Familienkonzert
So, 31.5., 15 Uhr
Dauer: ca. 1 Stunde
Villa Falkenhorst, Thüringen
www.falkenhorst.at