Tone Finks „prozessionale“ Papier-Performance mit Masken und Gewändern
Zum 250-jährigen Jubiläum der Albertina gab es als Sonntags-Highlight die von Tone Fink konzipierte Papier-Prozession mit Masken und Gewändern, von der Albertina zur Albertina Modern und wieder zurück.
Martina Pfeifer Steiner · Jul 2026 · Performance

Wenn die Albertina ihr 250-Jahre-Jubiläum feiert, wird zum großen Open-House-Wochenende geladen. Neben 250 kostenfreien Führungen und Offenen Ateliers, einer Tanzperformance und Sachertorte, solange der Vorrat reicht, schritten sechzig Leute mit Papiermasken und -gewändern des Künstlers Tone Fink in einer Prozession von der Albertina zur Albertina Modern und wieder zurück.

Zu diesem besonderen Ereignis sollten die Teilnehmenden laut Ausschreibung in guter körperlicher Verfassung sowie mindestens 13 Jahre alt sein. Und das nicht ohne Grund, denn der Weg ist anspruchsvoll: Von der Burggarten-Seite aus bei der Staatsoper vorbei, die Rolltreppe hinab (mit Geweih am Kopf und kubischen Körperhüllen gar nicht so einfach) in die U-Bahn-Unterführung (großes Staunen und Irritation bei den durcheilenden Menschen), den Karlsplatz queren und die Rolltreppe hinauf zur Albertina Modern, über die Fußgänger-Ampel beim Ring (zwei Ampelphasen lang war der Verkehr zu stoppen, doch nach Hupkonzert und vehementem Straßenbahnklingeln musste der Zug doch unterbrochen werden), vorbei am Café Sacher, zum Schlusspunkt, oben am Albertina-Eingang, unter tosendem Applaus begrüßt und bedankt von Generaldirektor Ralph Gleis.
Herausfordernd, auch die Einkleidung. Schon die Zulieferung der unzähligen Gewänder, Masken, Skulpturen – jedes ein Kunstwerk für sich – für sechzig Mitmachende, eine logistische Meisterleistung! Zwölf Leute pro Gruppe werden zur Ausstaffierung vorstellig. Was gehört wie zusammen, wem passt die Papierhose überhaupt, doch lieber ein Rock, Klebestreifen erlaubt oder Bänder gelöst, die vorgesehene Kopfbedeckung gefunden, wer ist stark genug, die mächtigen tierischen Aufbauten am Kopf zu behalten … eifrig und freudig wird improvisiert, und der kuratierende Künstler gibt großzügig die Freigabe. Annähernd pünktlich setzt sich die Prozession in Bewegung, angeführt von Tone Fink hinter einer Maske mit langer Nase, wohlbedacht den immer gleichen Abstand einzuhalten. Die künstlerischen Kreaturen zu beschreiben, dazu fehlen die Worte, aber behelfen wir uns mit Tone Finks Ansage: „Vor der stressigen Raserei Schutz suchen mit Langsamkeit, Gelassenheit, Achtsamkeit, Leichtigkeit, Sanftheit und vor allem mit Konzentration. Ein Friedensmarsch, leise in Weiß und kein Spektakel. Die Schutzmasken vor Dämonen, viele Tiere, wilde und zahme, die Verschmelzung von Mensch zu Tier als gemeinsame Wesen“, das hört sich doch an, wie die Texte auf seinen Bildern.

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