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01.02.2014 |  Thorsten Bayer

Ein Auftritt mit angezogener Handbremse – Caged Animals am Spielboden

Ihr drittes Album „In the Land of Giants“ präsentierten am gestrigen Freitagabend die Caged Animals aus New York City. Bevor die vier Musiker die Bühne im großen Spielboden-Saal betreten konnten, hatten sie eine abenteuerliche Anreise hinter sich bringen müssen. Ihr Tourbus blieb auf dem Weg von Italien liegen, das Winterwetter in Österreich machte das Chaos komplett. So kamen sie erst um 19.30 Uhr in Dornbirn an. Vielleicht lag es daran, dass der Funke selten übersprang und der Auftritt eigenartig blutleer wirkte.

Praktisch, wenn ein eigener Musiker auch die Aufgabe der Vorband übernimmt. Neben seinem Job als Keyboarder und Gitarrist der Caged Animals versucht sich Andrew Hoepfner auch als Solokünstler. Das erste Stück klingt noch recht melodisch, beim zweiten allerdings wird es schon arg schräg. Die Muster seiner vom Synthesizer getragenen Songs wiederholen sich schnell. Nach 20 Minuten bekommt Hoepfner Unterstützung seiner Kollegen: Vincent Caccione (Gesang/Gitarre), Talya Rose Caccione am Bass und Drummer Patrick Curry.

Hymnischer Indie-Pop


Frontman Caccione nimmt das Publikum gleich für kleine Spielchen in die Pflicht und verkündet: „Brooklyn´s in the house. You are under arrest now“. Als zweiter Song des Abends erklingt „Too much dark“, den mancher Zuhörer aus dem FM4-Programm kennen dürfte. Im weiteren Verlauf des Abends wechseln sich Indie-Pop-Hymnen mit härteren Elektro-Nummern ab. Bei „The Sound of Thunder“ wechselt Hoepfner vom Synthesizer auf E-Gitarre. So wird das Stück vom 2013er-Album „In the Land of Giants“ schön wuchtig und geht direkt in die Beine. Leider sind solche Momente die Ausnahme. Zwar ist der Sound des Quartetts, das bereits mit OMD, Prince und Cyndi Lauper verglichen wurde, durchaus gefällig – aber auch etwas beliebig. So entsteht der Eindruck, dass ein bisschen etwas fehlt, wenngleich dieses Etwas schwer zu fassen ist. Vincent Caccione hat sichtlich Spaß auf der Bühne, teilt diese aber vor allem im Zusammenspiel mit seiner Schwester Talya Rose, weniger im Kontakt mit dem Publikum.

Metaphorisch


Als letzter Song des regulären Sets erklingt, natürlich, „Teflon Heart“. Ein herrlich simples Stück Popmusik, in dem sich Caccione über seine Exfreundin und ihr Herz aus Teflon auslässt, an dem nichts haften bleibe. Sein überraschendes Fazit: „You got a teflon heart / I think I want one too“. Dieser Song, der wohl größte Hit der Band, erschien 2011 auf dem zweiten Album „Eat Their Own“. FM4 kürte es damals zum Album der Woche und befand: „Dass ‚Teflon Heart’ mit seinem exaltierten Gesang, der entzückend wabernden Orgel, den dahineiernden Gitarrenlinien und dem billigen Groove zum Sommerhit für den kalten November wird, versteht sich da ebenso von selbst, wie dass der Text eine der einfachsten und zugleich schönsten Metaphern für die Eigenschaften einer Ex-Geliebten beinhaltet.“

Bei den folgenden Zugaben stellt Schwester Talya Rose ihr Talent als Rapperin unter Beweis und erntet dafür großen Applaus. „Caged Animals are a band who want to be your friends“, schrieb die Sunday Times. Dieser Wille war dem Quartett auch am Spielboden nicht abzusprechen.

www.spielboden.at
www.cagedanimals.net

Von Brooklyn über Ravenna nach Dornbirn: die Indie-Popband Caged Animals (Fotos: Michael Fritz / Spielboden)

Von Brooklyn über Ravenna nach Dornbirn: die Indie-Popband Caged Animals (Fotos: Michael Fritz / Spielboden)

"In the Land of Giants", den Titelsong des aktuellen Albums, hat Vincent Caccione aus der Sicht einer Taube geschrieben

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Familiensache: Talya Rose Caccione unterstützt ihren Bruder als Bassistin

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  • Von Brooklyn über Ravenna nach Dornbirn: die Indie-Popband Caged Animals (Fotos: Michael Fritz / Spielboden) Von Brooklyn über Ravenna nach Dornbirn: die Indie-Popband Caged Animals (Fotos: Michael Fritz / Spielboden)
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