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Literatur

Alois Hotschnig: „Der Silberfuchs meiner Mutter“
Literatur
01.10.2021 Annette Raschner

Wie es war und wie es hätte sein können Die einen mögen es Zufall, die anderen mögen es Magie nennen. Im Dezember 2016 sah Alois Hotschnig im Fernsehen eine Sendung über ehemalige „Lebensborn“-Kinder. Der aus Kärnten stammende Schriftsteller hatte sich bereits in der Vergangenheit intensiv mit dem 1935 von Heinrich Himmler gegründeten Verein auseinandergesetzt, der bis Kriegsende unzählige schwangere Frauen, die von Soldaten der Wehrmacht und von Mitgliedern der SS ein Kind erwarteten, aus den besetzten Gebieten ins Deutsche Reich holte, um ihrer „arischen“ Kinder habhaft zu werden. Von der Lebensgeschichte eines Mannes, der 1942 durch „Lebensborn“ im Bauch seiner norwegischen Mutter von Kirkenes nach Vorarlberg kam, um wenige Monate später in Hohenems zur Welt zu kommen, war Hotschnig derart berührt, dass er diesem einen Brief, versehen mit der Frage schrieb, ob er sich vorstellen könne, die Hauptfigur in seinem nächsten Buch zu werden. Fünf Jahre nach der ersten Kontaktaufnahme ist nun im Verlag Kiepenheuer & Witsch der Roman „Der Silberfuchs meiner Mutter“ erschienen.

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Fake News und Feminismus
Literatur
30.09.2021 Ingrid Bertel

Im Jahr 1848 zeigten die Titelseiten amerikanischer Zeitungen immer wieder drei Mädchen: Kate (11), Maggie (14) und Leah (35) Fox. Sie galten als Erfinderinnen des Spiritismus und erzeugten eine weltweite Modewelle. In seinem Roman „Klopfzeichen“ stellt Bastian Kresser die Fox-Schwestern in ein Gesellschaftspanorama des viktorianischen Zeitalters und fragt nach ihren feministischen Ansprüchen.

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„Uns verbindet ein gewisser unkontrollierter Schlingerkurs“
Literatur
26.09.2021 Annette Raschner

Die Autorin Monika Helfer und der Künstler Christoph Abbrederis kennen einander seit Jahrzehnten. Immer wieder haben sich ihre Wege gekreuzt, bis jetzt - zum allerersten Mal - ein gemeinsames Kinderbuch entstanden ist: „Dickerle“, erschienen im leykam Verlag.

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Eröffnung des „Maria Erika Lyrikwegs“
Maria Erika Lyrikweg (© Brigitta Soraperra)
Literatur
25.09.2021 Peter Niedermair

Am Sonntag, 26. September um 17 Uhr wird der „Maria Erika Lyrikweg“ im Bregenzerwald eröffnet. Er ist Teil eines Wald- und Wiesenpfades, der die Gemeinden Andelsbuch und Egg im Bregenzerwald verbindet. Er lädt zu einer Wanderung an einen Naturschauplatz ein, der von ausgewählten lyrischen Impulsen gesäumt ist. Von der Grenze zum Gemeindegebiet Egg/Junkerau weg führt der Pfad zuerst an der Bregenzer Ache entlang, dann steil bergauf und endet, wo ein Wiesenweg, etwa 15 Gehminuten von den ersten Häusern der Parzelle Meisten entfernt, auf die Andelsbucher Ebene führt. Entlang des 200 m langen Waldpfades liegen in Ton gebrannte Gedichte auf Bregenzerach-Bollen, und an ausgesuchten Stellen hängen auf Filz gedruckte Verse von Bäumen. Die hängenden „Blätter“ begleiten die Spaziergänger:innen jeweils ein Jahr lang; in Zukunft sind wechselnde Ausstellung geplant.

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Späte Würdigung einer mutigen Frau
Maria Stromberger mit den Auschwitz-Überlebenden Tadeusz Szewczyk und Edward Pyś (rechts)  © Anna Pyś-Czechowicz, Rzeszów
Literatur
19.09.2021 Markus Barnay

„Ich bin mitten unter Nazis, SS, Gestapo!“, schrieb Maria Stromberger ihrem Vertrauten, dem ehemaligen KZ-Häftling Edward Pyś. Das war im Juli 1946, mehr als ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der NS-Diktatur. Die „Nazis, SS und Gestapo“ befanden sich damals mitten in Vorarlberg, nämlich im Anhaltelager Brederis, in dem führende Köpfe der heimischen Nationalsozialisten vorübergehend interniert wurden. Was Maria Stromberger besonders erregte, war die Art, wie sich die Täter an diesem Ort selbst zum Opfer stilisierten: „(Ich) muss ihre Redensarten täglich anhören, über die ‚Ungerechtigkeit’, höre Klagen, was die Menschen jetzt mit ihnen tun.“ Diese Klagen standen aus Strombergers Sicht in einem himmelschreienden Widerspruch zu dem, was die Nazis in den Jahren zuvor verbrochen – oder zumindest mitverursacht und geduldet hatten: „Dann stehen vor meinem geistigen Auge die Erlebnisse von Auschwitz!! Ich sehe den Feuerschein der Scheiterhaufen! Ich verspüre den Geruch verbrannten Fleisches in der Nase, ich sehe die Elendszüge der einrückenden Kommandos mit den Toten hinterher, (...) und ich könnte diesen hier ins Gesicht schreien und blind auf sie losgehen.“

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„Wer warten kann, der hat Glück“
Literatur
13.09.2021 Annette Raschner

Vor drei Jahren ist die aus Hard stammende, in Augsburg lebende Autorin Christina Walker zum bereits zweiten Mal mit dem Literaturpreis des Landes Vorarlberg ausgezeichnet worden. Elf Jahre nach dem Gewinn des Literaturstipendiums, wie die Auszeichnung damals noch hieß, erhielt sie den ersten Preis für die ersten drei Kapitel eines Romanprojekts. Das Projekt ist nun zum Roman gereift und als solcher unter dem lapidaren Titel „Auto“ im Verlag braumüller erschienen. Es handelt sich um Christina Walkers Romandebüt.

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Von Internet-Trollen und verunsicherten Frauen
Literatur
09.09.2021 Raffaela Rudigier

Der neue Roman „Die Nachricht“ von Doris Knecht ist ein „Pageturner“: spannende Story, aktuelles Thema, rasant geschrieben, gute Lektüre. Die Wahl-Wienerin und ursprünglich aus Vorarlberg stammende Autorin beweist einmal mehr, dass sie ihr Handwerk beherrscht. Der cineastische Roman hat die Spannung eines Krimis und erzählt gleichzeitig von der langsamen Veränderung seiner Hauptfiguren wie ein klassischer Entwicklungsroman.

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Gemischter Satz: Die 15. Liechtensteiner Literaturtage sind eröffnet
Anya Schutzbach sprach über das Verhältnis zwischen LektorInnen und AutorInnen
Literatur
03.09.2021 Anita Grüneis

«Gemischter Satz» heißt das Programm der 15. Liechtensteiner Literaturtage. Der Titel bezieht sich auf das Spannungsfeld von AutorIn und Verlag. An drei Tagen lesen im Literaturhaus in Schaan mehrere AutorInnen aus ihren Werken, dazu ist mit «Steiner» eine musikalische Erzählung zu erleben, bei der die Texte von Roman Banzer mit Werner Hasler am Bass und Wilfried Marxer an der Gitarre musikalisch auf die Bühne gebracht werden. Bei der Eröffnung sprach Anya Schutzbach zum Thema «Betriebsverhältnis» zwischen Verlag/LektorIn und AutorIn. Zudem zeigte Helena Becker mit der Ausstellung «Rußige Brennstäbe» ihre Papierschnitte, die sie in den letzten drei Jahren geschaffen hat.

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Der charismatische Kater
Literatur
02.09.2021 Ingrid Bertel

Sieben Leben als Erzähler, Prediger, Leser und Philosoph führt der Kater Matou in Michael Köhlmeiers neuem Roman – sieben Leben, die einem Menschenleben und 250 Jahren Geschichte entsprechen und die alles zusammenfassen, was Michael Köhlmeier geschrieben, gelesen, gedacht hat. Die Katerfragen dabei: Wie hälst Du’s mit der Wahrheit? Bringt Charisma ein gutes Leben? Und überhaupt: was ist der Mensch?

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Das Literaturhaus Liechtenstein ist 20 Jahre alt: Literatur ist die Wissenschaft vom Ich
Festredner Paul Jandl und der Präsident des Literaturhauses Roman Banzer
Literatur
22.08.2021 Anita Grüneis

Das Literaturhaus Liechtenstein feierte seinen 20 Geburtstag. Jahrelang ein Vagabund, der von Ort zu Ort zog, ist es nun seit 2019 in Schaan zuhause. Der Mitgründer und Präsident des Literaturhauses Roman Banzer verlas in seiner Ansprache auch die Grußbotschaft von Regierungsrat Manuel Frick, in der es unter anderem hieß: «Von allen Weiten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.» Dieses Zitat von Heinrich Heine widerspiegelt den Stellenwert von Büchern und Worten. Sie haben sich dieser Welt angenommen und entwickeln sie weiter. Dafür haben sie einen besonderen Ort in Liechtenstein geschaffen, das Literaturhaus.

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