Benutzerspezifische Werkzeuge

Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Kritiken

„Muttertag“ - Roman von Ralf Schlatter
Literatur
28.09.2020 Raffaela Rudigier

Angelika hat beschlossen zu sterben und ihr Sohn soll ihr dabei helfen. Es ist der 21. Juni, der längste Tag des Jahres. Am Abend will die Mutter aus dem Leben scheiden. Der Sohn braucht Zeit und Bewegung bis dahin. Er beschließt, den Weg zu seiner Mutter zu gehen, 16 Stunden lang, von Zürich nach Schaffhausen. Dabei hat er ausgiebig Zeit zum Denken. Er möchte seine Mutter begreifen. Der letzte Tag im Leben seiner Mutter ist für ihn der Anlass, intensiv über seine Familie und seine Kindheit nachzudenken.

zum Artikel >
In die pianistischen Klangwelten Schumanns mit Haut und Haar eingetaucht – Ferenc Bognár bündelte die Energien und die Aufmerksamkeit
Ferenc Bognár spielte mit großer Aussagekraft und viel Energie ein reines Schumannprogramm und begeisterte mit seinen Werkdeutungen die Zuhörenden.
Musik / Konzert
27.09.2020 Silvia Thurner

Ferenc Bognár genießt in Vorarlberg sowohl als Pädagoge als auch als Pianist einen herausragenden Ruf. Jahrelang unterrichtete er erfolgreich am Vorarlberger Landeskonservatorium Musiker wie Kirill Petrenko, David Helbock, Johannes Hämmerle und Yunus Kaya, um nur einige zu nennen. Viele Musikbegeisterte folgten der Einladung der Chopin Gesellschaft Vorarlberg in das Feldkircher Pförtnerhaus, wo Ferenc Bognár mit einem speziellen Programm den schönen Bösendorfer zum Klingen brachte. Ausschließlich Werkdeutungen von Robert Schumann boten ein dichtes Musikerlebnis und gewährten Einblicke in dessen kompositorischen Kosmos. Die energiegeladene Spielart des Pianisten zog die Zuhörenden in seinen Bann.

zum Artikel >
Tangente Eschen : Weltmusik mit dem Christos Asonitis Quintett
Das Christos Asonitis Quintett mit seiner "Ode ans Licht"  in der Tangente Eschen
Musik / Konzert
27.09.2020 Anita Grüneis

Zum zweiten Konzert nach der langen Sommerpause waren so viele Interessierte gekommen, dass der Eschner Jazzclub – mit den entsprechenden Sicherheitsabständen – richtig gut gefüllt war. Dies auch zur Freude des Christos Asonitis Quintetts, denn die fünf Musiker haben ebenfalls eine längere Durststrecke hinter sich. Entsprechend erwartungsvoll zeigten sich Künstler und Publikum. Am Ende des Abends waren sich alle einig: Das war ein Jazzkonzert der Sonderklasse.

zum Artikel >
Theater Kosmos: „Live or Let Die?“ - eine Stückentwicklung
(© Gerhard Kresser, Theater KOSMOS)
Theater
25.09.2020 Peter Niedermair

In einer Produktion des Theater Kosmos präsentieren Regisseur Simon Dworaczek und Ensemble derzeit in einer österreichischen Uraufführung mit den beiden Schauspielerinnen Magdalena Mair und Jeanne-Marie Bertram sowie dem Musiker Jörg Reissner eine, wie sie es bezeichnen, Stückentwicklung. Die Produktionsleitung hat Hubert Dragaschnig übernommen, für die Projektbetreuung ist Augustin Jagg zuständig. Die stark applaudierte Uraufführung fand am 24. September im ausverkauften Theatersaal in der Mariahilfstraße 29 in Bregenz statt.

zum Artikel >
Persischstunden
Fabelhaftes Spiel: Der KZ-Häftling, schließlich auf Du-und-Du mit dem Hauptsturmführer.
Film / Kino
25.09.2020 Gunnar Landsgesell

Ein Jude überlebt, weil er dem KZ-Mann beteuert, Perser zu sein. Klingt nach einer Fabel, ist es auch. "Persischstunden" gleicht einem Kammerspiel, das die Shoa nicht banalisiert, aber eine hypothetische Begegnung auf des Messers Schneide durchexerziert. Übrigens als Koproduktion an Schauplätzen in Weißrussland gedreht.

zum Artikel >
Aktuell in den Filmclubs (25.9. - 1.10. 2020)
Queen & Slim
Film / Kino
24.09.2020 Walter Gasperi

Passend zur "Black Lives Matter"-Bewegung zeigt der Spielboden Dornbirn diese Woche den US-Spielfilm "Queen & Slim". Bei der LeinwandLounge in der Remise Bludenz steht dagegen die bittersüße amerikanisch-chinesische Tragikomödie "The Farewell" auf dem Programm.

zum Artikel >
Solveig Slettahjell: Come In From The Rain
CD-Tipp
23.09.2020 Peter Füssl

Wer die norwegische Sängerin nur aus ihrer Zeit als Langsamkeits-Weltmeisterin mit dem – nomen est omen – Slow Motion Quintet kennt, das durch eine extreme Verlangsamung des Songmaterials und eine ausgesprochen karge Instrumentierung ein neues Kapitel im Jazzgesang aufgeschlagen hatte, wird sich wundern.

zum Artikel >
In Höchstgeschwindigkeit verlangsamen - Neuerliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens sollen Infektionszahlen reduzieren
Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher bei der Pressekonferenz zur Covid-19 Situation in Vorarlberg (Foto © VLK/Elena Huber)
Gesellschaft
22.09.2020 Mirjam Steinbock

Auf das Umschalten der Corona-Ampel in den Bezirken Dornbirn und Bludenz reagierte die Vorarlberger Landesregierung Anfang letzter Woche zusätzlich zu den Vorgaben des Bundes mit Empfehlungen. Zwei Tage später gab die Bundesregierung neuerliche Verschärfungen im Veranstaltungsbereich bekannt - mit Montag, 21. September, traten diese in Kraft. Am Montagnachmittag appellierten Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher in einer Pressekonferenz an die Disziplin und Eigenverantwortung der Bevölkerung, vor allem im Privatbereich. Die Einhaltung der neuen Verordnungen bei Veranstaltungen, in der Gastronomie und im öffentlichen Leben würden zusätzlich durch vermehrte Polizeikontrollen verschärft, hieß es.

zum Artikel >
Zusammenspiel selbstbewusster Instrumente – Zwei Trompeter und die Orgel füllten den Kirchenraum bei den Rankweiler Basilikakonzerten auf imposante Weise
Dem Leitgedanken "Königin der Instrumente, Instrumente der Könige" gemäß, gestalteten Thomas Vötterl, Bruno Oberhammer und Gabriel Maria Morre ein vielseitiges Konzertprogramm. Zur Uraufführung kam auch das Werk "Zdritt" von Gerda Poppa.
Musik / Konzert
21.09.2020 Silvia Thurner

Regelmäßig vergeben die Initiatoren der „Basilika Rankweil“ Kompositionsaufträge. Der letzte erging an die Komponistin Gerda Poppa, und so konnte der Organist Bruno Oberhammer das Konzert mit der Uraufführung ihres ausdrucksvollen Werkes „Zdritt“ abschließen. Zuvor machten Gabriel Maria Morre, Thomas Vötterl und der Organist mit Werken von G. Fantini, G. Viviani, G. Torelli sowie A. Plog kompositionstechnische Entwicklungslinien vom Einsatz der Naturtrompete hin zu modernen Instrumenten und jazzphrasierten Spieltechniken nachvollziehbar. Die Pflügerorgel in der Basilika Rankweil brachte Bruno Oberhammer unter anderem mit einer Toccata, Fuge und Partita von Bach und Petr Eben zum Klingen.

zum Artikel >
Robert Wilson / Tom Waits / Kathleen Brennan „Woyzeck“ nach Georg Büchner am Vorarlberger Landestheater
Felix Defèr, Vivienne Causemann (© Anja Köhler)
Theater
21.09.2020 Peter Niedermair

Beim Hessischen Landboten von 1834 handelt es sich um eine Flugschrift, die mit der Parole „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ die hessische Landbevölkerung zur Revolution gegen die Unterdrückung des Fürstenhauses aufrief. 1835 schrieb er noch „Dantons Tod“ und „Lenz“. Büchner, nachdem er dem Aufruf eines Untersuchungsrichters nicht folgte, wurde steckbrieflich gesucht und floh über Straßburg, wo er den Woyzeck begann, und Basel nach Zürich, wo er im Oktober 1836 ankam und in der Spiegelgasse 12 unmittelbar neben der späteren Exilwohnung Lenins im Niederdorf, Quartier nahm. Das Multitalent Georg Büchner, Dichter, Naturwissenschaftler, Mediziner und Revolutionär verbrachte die letzten vier Monate seines dichtgedrängten, von Krankheit gezeichneten Lebens in Zürich. Er war ein Dichter des Vormärz, ein politisch kritischer Autor, hatte eine Vorliebe für persönlich instabile Charaktere, die er psychologisch tiefenscharf zeichnete, verwendete für diese Figuren die Umgangssprache, die ein neues bühnendramaturgisches Stilmittel darstellte. Am 5. Nov. 1836 hielt er am Anatomischen Institut der Universität Zürich mit selbst gefertigten Präparaten seine Probevorlesung zur Anatomie von Fischen und Amphibien, am 1. Feb. 1837 erkrankte er an Typhus, starb am 19. Feb. 1837 und wurde am Zürcher Stadtfriedhof „Krautgarten“, wo heute das Zürcher Kunsthaus steht, begraben. Später, 1875, nach Einebnung des Friedhofs, wurde Büchner in ein Grab bei der Bergstation der Seilbahn Rigiblick verlegt. Sein Leben war Fragment geblieben, wie „Woyzeck“, jenes Stück, das uns bis heute berührt. Jüngst gesehen und erlebt im Vorarlberger Landestheater. Ein Besuch der Inszenierung ist sehr zu empfehlen.

zum Artikel >
Artikelaktionen
Newsletter
Erhalten Sie die neuesten Kritiken per E-Mail
(Required)